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Large was ist yoga

Yoga – was ist das eigentlich?

Von Anna Trökes

Yoga ist ein Übungsweg, der vor mehr als zweitausend Jahren in Indien entwickelt worden ist und seitdem viele Wandlungen und Erneuerungen erfahren hat. Dieser Übungsweg beinhaltet – wenn er den Traditionen des Hatha Yoga folgt, Körperübungen (Asanas und Bewegungsabläufe/Flows), Atemübungen (Pranayamas), Reinigungsübungen (Kriyas), Konzentrationsübungen (Dharanas), Meditationen (Dhyana) und – all das begleitend – eine ständige Selbsterforschung (Svadhyaya).

Yoga stammt vom dem altindischen Sanskrit-Wort „yuj” ab, heißt übersetzt „anschirren, anbinden, anjochen, verbinden” und wird interpretiert als eine Methode, um Körper, Geist, Seele und Atem zu vereinen. Yoga ist eine Lebensphilosophie und keine Religion. 


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Der achtgliedrige Pfad des Yoga nach Patanjali

Laut Pantanjali, einem indischen Gelehrten aus dem fünften Jahrhundert, der als Begründer des Hatha Yoga gilt, ist Yoga „die Fähigkeit, den Geist ausschließlich auf ein Objekt auszurichten und diese Ausrichtung, ohne Ablenkung aufrechtzuerhalten.” Von ihm stammt das sehr bekannte Buch „Yoga Sutra”, der philosophische Leitfaden des Yoga. Er beschreibt dort den achtgliedrigen Yoga-Pfad:

1. Yama – Verhaltensregeln
2. Niyama – Selbstdisziplin
3. Asanas – Körperhaltungen, Yogapositionen
4. Pranayama – Atemtechniken
5. Pratyahara – Positiver Geist
6. Dharma – Konzentration
7. Dhyana – Meditation
8. Samadhi – Erleuchtung

Heutzutage praktizieren die meisten Leute Yoga hauptsächlich nach dem dritten Pfad – den Asanas. Diese körperlichen Übungen wirken kräftigend und reinigend auf den Körper. Die Yogapositionen sind ursprünglich entwickelt wurden, um für mehrere Stunden in der Meditation (der siebte Pfad) sitzen zu können.

In der Bhagavad Gita, den über 2.500 Jahre alten spirituellen Schriften des Hinduismus, ist zu lesen: „Yoga ist die Weisheit des Handels – Yoga ist die Bezwingung des eigenwilligen ungestümen Geistes – Yoga ist Einssein mit dem Selbst.”

Yoga: Körperliche und geistige Praxis

Der Yoga versteht sich als eine „Wissenschaft vom Menschen”. Heutzutage steht dabei besonders der Körper im Mittelpunkt, während es in der ursprünglichen Yogalehre viel mehr darum ging, zu begreifen, wie unser Geist funktioniert und was wir tun können, damit er ruhiger, gesammelter und friedlicher wird. Idealerweise verbinden sich beide Aspekte, so dass das die Bewegungen – im Yoga Karana oder Vinyasa (oder flow) genannt – und die Haltungen – im Yoga Asana genannt – den Körper beweglicher und kräftiger machen und gleichzeitig den Geist beruhigen. Dann reicht bereits eine kurze Yoga-Übungs-Praxis von zehn Minuten, damit wir spüren können, was der Yoga uns zu bieten hat: die Erfahrung der Verbindung von Körper, Atem und Geist und damit der Gesamtheit unseres Seins.

Das, was wir außer der Atmung, der Kräftigung und Belebung noch als Resultat unseres Übens spüren können, ist das Strömen der Lebensenergie in uns, die im Yoga Prana genannt wird (vergleichbar dem Chi der Chinesen). Um in die Empfindung des Prana zu kommen, braucht es ein kurzes Innehalten nach jeder Übung bzw. eines längeren Nachspürens am Ende der gesamten Übungspraxis (Shavasana genannt). Das ist die Zeit, in der dein Üben seine Wirkung entfaltet. Im Anschluss an die Körperübungen (Asanas) wird im klassischen Hatha Yoga Pranayama geübt. Die Meditation kann sich an die Übungspraxis anschließen oder auch separat geübt werden.

Viele (Yoga-)Wege führen zur Erleuchtung

Seit Anbeginn kennt der Yoga viele unterschiedliche Traditionen, die unterschiedliche Aspekte der Übungspraxis betonen (kraftvoller/sanfter/mit Hitze/therapeutischer ausgerichtet/eher meditativ usw.). Alle diese Traditionen und Schulen existieren friedlich nebeneinander. Sie bieten so vielfältige und unterschiedliche Techniken und Methoden der Yogapraxis an, weil wir Menschen so vielfältig und unterschiedlich sind uns und oft auch ganz unterschiedliche Erwartungen und Bedürfnisse auf der Yogamatte landen lassen. Es gibt keinen guten oder schlechten/richtigen oder falschen Übungsstil, sondern nur Stile, die für Dich eher günstig und förderlich oder ungünstig /nicht förderlich sind! Welcher Yogastil für dich förderlich ist, kannst nur du selbst herausfinden, indem du einige Stile, die dich ansprechen, einige Zeit ausprobierst und beobachtest, wie die Übungen auf dich wirken.

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Yoga soll dir gut tun und Spaß machen. Die Yoga-Praxis funktioniert mit Disziplin, aber ohne Zwang. Im Yoga ist alles darauf ausgelegt, dass du dein eigener Experte für deinen Körper, deinen Geist, deine Gemütsverfassung, deine Gesundheit und dein Wohlbefinden wirst. So lehrt uns der Yoga auf der einen Seite Selbstverantwortung und auf der anderen Seite Autonomie. Wahrscheinlich wirkt er deswegen auch nach so langer Zeit noch so frisch und zeitlos auf uns und ist so erfolgreich.

Übrigens: Männer, die Yoga praktizieren, heißen Yogis – Frauen heißen Yoginis.