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Bildquelle: Dr. Ronald Steiner

Yogastil-Lexikon: Alles über Ashtanga Yoga

Von Katharina Goßmann

Ashtanga Yoga - der "jede Menge Schweiß"-Yogastil

Da stehe ich nun mit rotem Kopf, schwer atmend und schweißüberströmt. Eigentlich müsste ich jetzt in “Padangusthasana” wechseln, stattdessen bleibe ich einfach stehen. Wie können zehn Sonnengrüße so anstrengend sein? Die Antwort ist ganz einfach: Ich bin im Yoga-Studio pantarhei in Hamburg – und hier wird Ashtanga Yoga praktiziert.

Mysore - Ursprungsort und Übungsweise

Ein einziger Blick genügt, um festzustellen, dass sich Ashtanga Yoga von anderen Yoga-Stilen unterscheidet. Zum einen übt beim Ashtanga Yoga jeder Schüler in seiner eigenen Geschwindigkeit eine vom Lehrer vorgegebene Abfolge von Asanas. Während die Schüler im pantharei selbstständig durch ihre individuell angepasste Asana-Sequenz gehen, schreitet Lehrerin Dana Schwandt durch den Raum und korrigiert, motiviert und adjustet. 

Dieser Übungsstil nennt sich “Mysore”, nach der indischen Stadt, in der Ashtanga Yoga geboren wurde. In Mysore gab es nämlich vor etlichen Jahrzehnten einen Maharaja, der sich mit Yoga gesund hielt. Als er den Gelehrten und Yogalehrer Tirumalai Krishnamacharya traf, beschloss er, in einem Seitenflügel seines Palasts eine Yogashala (Yogaschule) zu eröffnen. Dort unterrichtete Krishnamacharya bald nicht nur die Königsfamilie und den Maharaja, sondern auch die Jungen der königlichen Arasu-Kaste im Yoga. Viele dieser Jungs waren unruhig und ungeduldig und sehnten sich nach herausfordernden Aktivitäten – weshalb Krishnamacharya für sie eine anstrengende, dynamische Abfolge von Asanas entwickelte: das so genannte Ashtanga (Vinyasa) Yoga.

Pattabhi Jois (1915-2009), Gründer und verehrter Guruji

Aber zurück ins pantarhei. Ich mache hier nämlich gerade einen Einführungskurs ins Ashtanga Yoga. Zuvor hatte ich jahrelang Power Yoga, Jivamukti Yoga und etliche andere dynamische Vinyasa-Stile praktiziert. Irgendwann wurde mir klar, dass sich diese Stile nicht nur zufällig stark ähnelten. Bryan Kest, der Begründer von Power Yoga, Sharon Gannon und David Life, die Gründer von Jivamukti Yoga, und etliche andere hatten einfach alle beim selben Lehrer gelernt: Pattabhi Jois. Meine Neugierde für Ashtanga Yoga war geweckt.

Einer der Meisterschüler von Krishnamacharya in der Yogashala des Maharajas war nämlich ein junger Mann namens Pattabhi Jois. Er wurde selbst Yogalehrer und unterrichtete 1964 einen Belgier namens Andre Van Lysebeth in der “Ersten” und “Zweiten Serie”, aufeinander aufbauende Asana-Sequenzen, die Jois ausgearbeitet hatte. Van Lysebeth erlernte die erste und die zweite Serie in zwei Monaten – eine meisterliche Leistung angesichts der Tatsache, dass sich viele westliche Ashtanga Lehrer kaum an die zweite Serie rantrauen. Van Lysebeth jedenfalls schrieb wenig später ein Buch über Yoga und machte so Jois im Westen bekannt. Im Laufe der folgenden Jahrzehnte reiste Pattabhi Jois mehrmals in die USA und nach Australien und brachte Ashtanga Yoga ziemlich erfolgreich unter die Leute - unter anderen unterrichtete er dabei Sting, Madonna und Gwyneth Paltrow.

2009 starb Pattabhi Jois im Alter von 93 Jahren in Mysore. Er hinterließ weltweit trauernde Schüler und seine Yogashala, die vor allem bei westlichen Schülern sehr beliebt ist und mittlerweile erfolgreich von seinem Enkel geführt wird.

Besonderheiten des Ashtanga Yoga: Asana-Serien, Disziplin, ...hohes Verletzungsrisiko?

Ashtanga Yoga unterscheidet sich wie gesagt deutlich von anderen Yogastilen. Zum einen werden die bereits erwähnten festgelegten Asana-Abfolgen ("Serien") geübt - die natürlich je nach Schüler angepasst werden können - und jede Haltung wird exakt fünf Atemzüge gehalten.

Die meisten Ashtanga Yogis üben die Erste Serie - hier von unserem Lehrer Dr. Ronald Steiner unterrichtet: 

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Es gibt aber auch noch eine Zweite und Dritte Serie - die allerdings deutlich seltener geübt werden, da sie sehr anspruchsvoll sind, und sogar noch die Serien vier bis sechs, die allerdings wenig Neues hinzufügen.

Ashtanga Yoga hat unter anderem deswegen nicht nur Verfechter. Der Stil hat ein hohes Tempo, ist insgesamt sehr herausfordernd und erfordert viele Sprünge, zudem wird er traditionell indisch-streng unterrichtet – diese Kombination führt gerade bei Anfängern immer wieder zu Überforderung und damit zu Verletzungen wie Knieproblemen und Verletzungen wie Zerrungen.

Es stimmt: Dana treibt mich kontinuierlich an. Deshalb schwitze ich auch wie blöde und arbeite an meiner absoluten Belastungsgrenze. Diese Lehrmethode birgt die erwähnten Gefahren - aber eben auch die Chance, sich ein Mal nicht zu verstecken hinter Faulheit und Feigheit, sondern stattdessen sein Potential auszunutzen. Die größte Herausforderung beim Ashtanga Yoga ist es deshalb, trotz des hohen Tempos und der herausfordernden Asanas achtsam zu bleiben - und den eigenen Ehrgeiz unter Kontrolle zu halten. 


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Und auch wenn sich Ashtanga Yoga manchmal rigide anfühlen kann, sind der klare Ablauf und die strenge Disziplin auch der große Vorteil des Stils. Dana erklärt: “Beim Ashtanga Yoga muss ich nicht überlegen. Ich weiß, ich muss jeden Tag üben*, ich weiß welche Abfolge von Asanas und ich weiß genau, wie lange ich sie halten muss. Dadurch komme ich gar nicht in die Verlegenheit Entschuldigungen zu finden.

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