Du verwendest einen veralteteten Browser (Other 0.0) mit Sicherheitsschwachstellen und kannst nicht alle Funktionen dieser Webseite nutzen. Hier erfährst du, wie einfach du deinen Browser aktualisieren kannst.
I love Ashtanga: Mysore auf Koh Phangan
Credit: Christiane Eitle Yogaline.me

I love Ashtanga: Mysore auf Koh Phangan

Von Christiane Eitle

Ashtanga Yoga – alles nur Show?

Ashtanga Yoga – das war für mich immer Sport-Yoga für Stars und Sternchen. Was für eine Show… Viel zu anstrengend, akrobatisch und militärisch dachte ich. Und nun – seit sechs Monaten – bin ich „eine von ihnen“, im „Club der Spezies Ashtangi“ aufgenommen. Jetzt weiß ich, was es bedeutet, wenn der herabschauende Hund zur Ausruh-Asana wird.

Es gibt keinen besonderen Grund, warum ich plötzlich mit Ashtanga Yoga angefangen habe. Bei den vielen Yogastudios auf der Insel Koh Phangan in Thailand, wo ich zur Zeit lebe, war das Ashtanga Yogastudio „Yoga Retreat Thailand - Ashtanga Yoga & Detox Koh Phangan”, das schönste und nächste. Mir gefiel die bodenständige Energie der hölzernen Yoga-Shala und der Ausblick auf den Dschungel. Hier wird schon seit 2000 von verschiedenen zertifizierten Ashtanga-Yogalehrern Ashtanga Yoga im klassischern Mysore Stil unterrichtet. Wie das manchmal so ist, meldete ich mich eines Tages einfach spontan für den Anfänger-Mysore-Kurs an.

Was ist Mysore Yoga?

Die indische Stadt Mysore ist der Ursprungsort von Ashtanga Yoga. Mysore bezeichnet ebenfalls die übliche Methode, Ashtanga Yoga zu lernen und zu praktizieren: Von Montag bis Freitag arbeitet jeder Schüler frühmorgens an seiner eigenen Praxis der jeweiligen Ashtanga-Serie. Der Lehrer sagt die Asanas nicht an, sondern gibt gezielt Hilfestellung. Auch bei 15 oder mehr Schülern hat er jeden im Blick, korrigiert die Ausrichtung und lehrt neue Asanas der Serie, wenn der Schüler so weit ist. Samstags wird eine geführte Ashtanga-Stunde unterrichtet, sonntags und aus energetischen Gründen auch an Voll- und Neumondtagen findet kein Unterricht statt.

Die Mysore-Methode ist optimal geeignet für Anfänger. Jeder Schüler praktiziert nach seiner eigenen Kraft, Asanas werden modifiziert, bis die korrekte Ausführung mit genug Kraft und Flexibilität möglich ist. Es ist faszinierend, Yoga in einer so alten Tradition zu üben. Über viele Jahre wurde die Art, Ashtanga Yoga zu unterrichten, kaum verändert. Der Gründer des Ashtanga Yoga Research Instituts in Mysore, Patthabi Jois, hat Ashtanga Yoga populär gemacht und in den Westen gebracht. Seit seinem Tod im Jahr 2009 wird das Institut von seinem Enkel und Schüler Sharat Jois und seiner Tochter Saraswathi weitergeführt.

Kraft, Demut und Ego – Ashtanga-Erlebnisse eines Anfängers

Das Erste, was ich beim Ashtanga Yoga lernte war, – auch wenn dieser Yogastil nach dem „Ego-Yoga“ schlechthin aussieht – mein Ego zurückzuschrauben. 17 Jahre Yoga-Erfahrung? Egal. Die ersten Tagen wurden erst mal nur Sonnengruß A und B geübt. Und das nicht ohne Grund, denn wo ich früher nach drei Chaturangas am Boden lag, musste ich jetzt zum Aufwärmen schon 14 machen. Das Wichtigste beim Ashtanga Yoga ist der Kraftaufbau. Denn wenn man schon bei den Sonnengrüßen zusammenbricht, ergibt es keinen Sinn, in der ersten Serie weiterzugehen. Diese besteht aus 41 Asanas und die meisten Ashtangis arbeiten viele Jahre, wenn nicht ihr ganzes Leben lang daran. Sie wird als die schwierigste der insgesamt sechs Serien betrachtet, denn man muss sich erst mal an den schweißtreibenden, kraftvollen Yogastil gewöhnen. 

Die Asanas der Serien werden in einer fest vorgegebenen Abfolge praktiziert und exakt fünf Atemzüge gehalten. Zwischen fast allen Asanas wird ein Vinyasa (Übergang von einer zur nächsten Asana) in Form von Chaturanga mit „Jump Back und Jump Through“ (aus der Vorwärtsbeuge in Chaturanga und aus dem herabschauenden Hund ins Sitzen springen) durchgeführt. Jede Bewegung, Handposition, Fußstellung und Atemzug ist vorgegeben. Je fortgeschrittener der Yogi ist, desto intensiver lassen sich die Vinyasas, z. B. mit Handstand, gestalten.

Am Anfang ist das natürlich unmöglich zu erreichen – und das macht Ashtanga Yoga zu so einem grandiosen transformativen Prozess. Die Sequenz wird demütig Stück für Stück erarbeitet und man muss bereit sein, sehr oft an seine Grenzen zu stoßen. Jeder Tag ist anders. Durch das repetitive Üben entwickelt sich „Body Memory“. Am Anfang war ich oft durcheinander, welche Bewegung oder Asana nun kommt, aber mit der Zeit wusste es mein Körper besser als mein Geist. Auch werden die kleinen Veränderungen sofort registriert. Mehr Flexibilität oder plötzlich wieder steife Muskeln? Gestern zieht der Lehrer mich noch in den „Bind“ (Verbindung der Hände hinter dem Körper, durch intensive Rotation), am nächsten Tag klappt es plötzlich wie geschmiert von allein. „Die Praxis ist ein Spiegel unseres Lebens: ein ständiges Auf und Ab“, sagt meine derzeitige Lehrerin Lisa Ogletree gerne.

Die erste Ashtanga-Serie: Kompliziert, aber logisch

Was zunächst wie eine chaotische Abfolge von verschiedenen Variationen derselben Asana scheint, hat tatsächlich eine Logik. Mein erster Lehrer Bill sagte dazu gerne: „There’s a method in the madness“. Eine Asana wie „Parivṛtta Pārśvakoṇāsana“ zum Beispiel bereitet den Körper auf die späteren Asanas „Marīcyāsana C und D“ vor, denn dort gibt es dieselbe Bewegung im Schultergürtel. Die intensive Anstrengung in Armen und Core während der vielen Chaturangas ist wichtig, um die nötige Kraft aufzubauen.

Tag für Tag beobachte ich die Veränderungen in meiner Praxis: Gerade arbeite ich an „Marīcyāsana C und D“. Selbst wenn ich die darauf folgende Asana „Navasana“ theoretisch kann, hätte ich gar nicht mehr die Energie, sie die vorgesehenen fünf Male durchzuführen und danach noch Rückbeugen wie drei Mal das Rad „Ūrdhva Dhanurāsana“ und die Endsequenz mit komplizierten Variationen des Schulterstands „Sālamba Sarvāṅgāsana“ und Kopfstand „Śīrṣāsana“ zu bewältigen. Durch kontinuierliches Üben und Geduld wird es jedoch eines Tages möglich sein – das hat mein Körper in den vergangenen Monaten bewiesen. Ich hab so viel Stärke entwickelt, dass ich mich eine gefühlte Ewigkeit in der Planke halten kann. Meine Arme können immer leichter in dramatischen Verdrehungen hinter dem Rücken zusammengeknotet werden.

Tradition und Ursprung von Ashtanga Yoga

Ashtanga Yoga lässt sich auf T. Krishnamacharya und seine vorhergehenden Lehrer zurückführen. Im Laufe der Jahre wurden Details der Ausführung einzelner Asanas und der Art der Vinyasas verändert. Allgemein kann man jedoch sagen, dass Ashtanga Yoga einer gut hundert Jahre alten indischen Tradition folgt. Krishnamacharya unterrichtete am Hofe des Maharadscha von Mysore und machte sein körperorientiertes Hatha Yoga durch landesweite Demonstrationen bekannt. Pattabhi Jois war einer der berühmtesten Schüler Krishnamacharyas, folgte diesem 25 Jahre lang und brachte letztlich Ashtanga Yoga in den Westen. Schon 1948 gründete er das Ashtanga Yoga Research Institut in seiner kleinen, recht einfachen Zweiraumwohnung. Sein Ansatz war ein therapeutischer und seine Schule tatsächlich ein „Research Institute“. Er experimentierte mit Yoga, und schon bald kamen viele Inder mit gesundheitlichen Problemen zu ihm.

André Van Lysebeth war Patthabis erster europäischer Schüler. Nachdem er Jahre bei Swami Sivananda Yoga studierte, erlernte er 1964 von Jois die erste und zweite Ashtanga-Yoga-Serie. Im Laufe der Siebziger Jahre kamen immer mehr rebellische Hippies aus dem Westen nach Indien. Sie waren auf der Suche nach Spiritualität, Yoga und Meditation. 1973 lernte der Amerikaner David Williams als erster Nicht-Inder (abgesehen von Lysebeth), von Pattabhi Jois das Ashtanga-Yoga-System und wurde 1974 der erste zertifizierte Ashtanga-Yogalehrer. Zu der Zeit ebnete er Pattabhi Jois den Weg in den Westen, und es folgten viele Reisen der Familie Jois nach Brasilien, Kalifornien, Australien und Europa. 

Ashtanga Yoga wurde zunehmend populärer, Pattabhi Jois wurde liebevoll als Guruji verehrt und immer mehr Schüler kamen nach Mysore, um Ashtanga zu lernen. Zu dieser Zeit hatte niemand das Bedürfnis ein Yogalehrer zu werden, um damit Geld zu verdienen. Die Menschen folgten einer inneren Berufung und waren fasziniert von der indisch geprägten Yogawelt, die sich ihnen eröffnete. Sie wollten Yoga lernen, die Philosophie dahinter verstehen und folgten Guruji leidenschaftlich. Auch heute ist das Ashtanga Institut eher ein umfunktioniertes Wohnhaus mit Zementboden, das ca. 60 Schüler fasst. Ab morgens um 4 Uhr stehen diese dort Schlange, um Ashtanga zu praktizieren. Für die Abschluss-Sequenz mit ca. 15 Positionen und Shavasana ziehen sie aus Platzgründen geduldig und demütig in den Umkleidebereich, um dort ihre Praxis zu beenden. Das muss Yogaliebe sein.

Therapeutisches Ashtanga Yoga ist möglich

 

Patthabi Jois sagte einmal, dass jeder Mensch, egal ob alt, jung, dick, dünn, krank oder gesund, Ashtanga Yoga praktizieren kann – die einzigen Menschen, die es nicht können, sind die faulen.

Er studierte gerne die menschlichen Körper, weshalb sein Ashtanga Institut auch „Research Institute“ heißt. Ich muss ihm da Recht geben, denn in meinen Mysore-Stunden sind alle Arten von Körpern und Menschen vertreten. Ein guter Ashtanga-Yogalehrer wird auf Verletzungen eingehen und Modifikationen der Asanas anbieten. Eine Schülerin hatte Probleme mit dem unteren Rücken und legte beim Chaturanga wochenlang die Knie auf der Matte ab, bis es besser wurde. Ich beugte lange das Knie in Trikonasana an, bis ich ohne Schmerzen meinen großen Zeh umfassen konnte. Meine Lehrerin Lisa praktizierte sogar nach einem Autounfall mit einer durch ihren Lehrer individuell angepassten Serie. Sie fokussierte sich in dieser Zeit verstärkt auf die Atmung und Bandhas, was hinterher ihrer weiteren Praxis sehr zu Gute kam.

Mentale Stärke und Selbstbewusstsein aufbauen

Ashtanga Yoga hat neben den körperlichen Effekten auch einen starken Einfluss auf den Geist. Es wird mit unglaublich viel Selbstverantwortung praktiziert und die gesamte Konzentration ist auf den Körper und die Ujjayi-Atmung ausgerichtet. Dadurch wir die Praxis sehr meditativ und die Gedanken haben keine Zeit abzudriften. „Mach deinen Atem lauter als deine Gedanken“ ist das Motto von Lisa. Durch Ashtanga Yoga hat sich mein Verhältnis zu mir selbst und meinem Körper verändert. Ich finde es wirklich erstaunlich, wie sehr ich an Kraft und Flexibilität gewonnen habe. Gleichzeitig hat das auch einen mentalen Effekt: Ich realisierte, dass so viel mehr möglich ist, als wir uns manchmal zutrauen. Es braucht nur genug Willen und Durchhaltevermögen. Selbst wenn ich mich morgens steif und ungelenkig fühle, fängt spätestens nach dem zweiten Sonnengruß die Energie an zu fließen und ich weiß wieder, warum ich auf der Matte bin.

Kontraproduktives Ego: Je langsamer, desto besser

Lisa ist eine durch Sharat zertifizierte Ashtanga-Yogalehrerin und seit über zehn Jahren durch und durch Ashtangi. Nicht nur, weil sie jeden Morgen um 4 Uhr ihre eigene Praxis beginnt und um 20 Uhr im Bett liegt. Sie ist eine wundervolle Lehrerin, die zugleich fordernd und rücksichtsvoll unterrichtet. Wo Hilfe sinnvoll und angebracht ist, unterstützt sie bei der Durchführung der Asana. Wenn der Schüler noch nicht so weit ist, wird sie ihn auch nicht in die Asana reinzwingen, sondern es ihn erst mal selbst versuchen lassen. Ihr ist es wichtig, dass sowohl Schüler als auch Lehrer bewusst Ahimsa praktizieren. Es bringt beim Ashtanga Yoga einfach nichts, die Praxis schnell voranzutreiben. Es geht um den Prozess, sich die Serie(n) Stück für Stück zu erarbeiten und dabei Körper und Geist kennenzulernen. Wenn uns Dinge zu leicht fallen, dann gibt es keinen Lerneffekt und Wachstum. 

Erfolge kann man im Ashtanga Yoga nicht erzwingen. Ich habe viele übermotivierte Yogaschüler erlebt, die erst mal ihr Ego zurückschrauben mussten. Denn es braucht Zeit, Hingabe und Respekt vor dem Lehrer, um in der Praxis individuell voranzuschreiten. Beim Ashtanga Yoga werden wir unerbittlich mit uns selbst und unserem Ego konfrontiert. Wir lernen unsere Muster kennen, wenn wir uns mit Asanas abmühen. Können wir die Situation annehmen, oder ärgern wir uns über uns selbst? Sich in diesem Moment trotzdem zu lieben und auch den Matten-Nachbarn, der kein Problem mit der Asana hat, das zeigt wahre Größe. Natürlich gibt es immer jemanden in der Stunde, der die Serie fortgeschrittener und eleganter übt. Jedoch unterscheiden sich Körper, manche Yogis sind flexibler, haben mehr Kraft oder praktizieren vielleicht einfach schon seit einigen Jahren. Mir persönlich fiel es nicht so schwer, mich in Selbstakzeptanz zu üben. Ich fühle mich manchmal immer noch wie ein Mehlsack, wenn ich dynamische Vinyasas mit einem eleganten Sprung versuche. Ich akzeptiere das einfach so – und versuche mich zu freuen, wenn der Typ neben mir es besser schafft.

Spiritualität im Ashtanga Yoga

„Ist Ashtanga Yoga spirituell?“, fragte ich Lisa. Abgesehen von dem Altar mit Räucherstäbchen, Bildern von Pattabhi Jois, Sharat, diversen anderen Gurus und einer Ganesha-Satue konnte ich im Ashtanga Yoga zunächst nicht viel Spiritualität finden. Sicher, wir rezitieren zu Beginn jeder Stunde das lange Ashtanga Yoga Opening Mantra, in dem wir Patanjali und die Linie der Ashtanga-Yogalehrer und Gurus ehren. Aber sonst scheint es eher einen körperlichen Fokus zu haben. Ashtanga Yoga basiert auf dem achtgliedrigen Pfad des Patanjali und die Betonung liegt definitiv auf dem dritten Punkt „Asana“.

Jedoch gibt es in vielen Ashtanga-Yogaschulen neben den Yogastunden auch Philosophie-Unterricht und Satsangs. Die ethischen Grundpfeiler „Yamas und Niyamas“ sollen in jedem Ashtanga-Unterricht und auch abseits der Yogamatte praktiziert werden. Authentisch zu sein ist ebenfalls ein Teil von Spiritualität und im Laufe der letzten Monate habe ich festgestellt, dass Ashtanga Yogis eine sehr geerdete und pragmatische Art von Yogi sind. Sie machen einfach nur Yoga, und es wird nicht so viel darüber geredet. Natürlich gibt es immer mal wieder einen übereifrigen Typen, der sich gerne selbst darstellt...

Adjustment beim Ashtanga Yoga: Ja oder Nein?

Ein Thema, das beim Ashtanga Yoga immer wieder hochkommt, sind die teilweise sehr intimen Adjustments. Es gibt bekannt-berüchtigte Videos, bei denen sich Pattabhi Jois augenscheinlich hemmungslos auf weibliche Yogis legt, um sie in Asanas zu bringen. Es ist ein heikles Thema, das derzeit viel diskutiert wird. Ich kann nur sagen, dass zwei der vier Ashtanga-Lehrer, die ich hatte, tatsächlich sehr nahe kamen, um mir in komplizierte Asanas zu helfen. Ich habe mich jedoch nie sexuell belästigt und unangebracht berührt gefühlt. Da aber jeder Mensch eine andere Toleranzschwelle hat sollte man den Unterrichtsstil des Lehrers einfach erst mal kennenlernen und dann beurteilen, ob man ihm vertrauen kann.

Es gibt mittlerweile auch Ashtanga-Schulen, bei denen Schüler auf einem Zettel vermerken, ob Adjustments erwünscht sind. So weit ich gehört habe, vertritt Sharat die Meinung, dass weniger Adjustments besser sind und die Schüler so weit wie möglich versuchen sollen, selbst in die Asanas zu kommen.

Die Ashtanga-Yogaszene heute

Seit Patthabis Tod unterteilen sich Ashtanga-Yogalehrer in die Senior-Lehrer, die noch unter Guruji studierten und die „jüngeren Lehrer“, die unter Sharat lernen. Auch wenn die Serie dieselbe ist, zeigen sich bei jedem Lehrer die Unterschiede im Detail. Bei meinem ersten Ashtanga-Yogalehrer, der noch bei Patthabi Jois lernte, führte ich die Vorwärtsbeuge Paschchimottanasana zum Beispiel mit unterschiedlichen Handgriffen in vier verschiedenen Variationen durch. Bei anderen Lehrern, waren es nur noch zwei Handgriffe. Auch wurde mir erzählt, dass unter Patthabi Jois die Vinyasas noch herausfordernder gestaltet waren. 

Bis heute gibt es keine offizielle Ashtanga-Yogalehrer-Ausbildung, wie man es aus anderen Yogastilen kennt. Wenn jemand Ashtanga-Yoglehrer werden möchte, muss er erst mal viele Jahre lang privat an seiner eigenen Praxis arbeiten und regelmäßig für mehrere Monate in Mysore am Ashtanga Institut erscheinen. Dort wird er erstmal von Sharat begutachtet, was aber auch nicht garantiert ist. Es gab bis vor einigen Jahren nicht mal Zertifikate, sondern nur den Segen des Gurus. Heutzutage erhält man als zertifizierter Ashtanga-Yogalehrer eine Urkunde, jedoch erst, wenn Sharat sagt, dass man nun so weit ist. Auch dann ist ein zertifizierter Ashtanga-Yogalehrer noch nicht unbedingt ein vollausgereifter Lehrer. Unter Umständen folgen Jahre als Assistent bei anderen Yogalehrern, bis man selbst das nötige Selbstvertrauen für Unterricht und die Adjustments hat. Wenn ich so darüber nachdenke, finde ich dieses System zwar mühsam, aber man kann als Schüler zumindest relativ sicher sein, dass der Ashtanga-Yogalehrer weiß was er tut und aus vielen Jahren Erfahrung schöpft.

Letztlich kann ich sagen, dass Ashtanga Yoga gerade mein Leben und Yoga ziemlich auf den Kopf stellt und ich nur jedem empfehlen kann, es bei einem zertifizierten Ashtanga-Yogalehrer auszuprobieren. Wenn nicht sofort, dann vielleicht irgendwann in ein paar Jahren (auf Koh Phangan?), wenn es dich genau so überraschend überkommt wie mich.

Hier noch zwei Videoempfehlungen:  

Mysore Yoga Traditions – Official Trailer

zurück nach oben