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Bildquelle: Istockphoto.com

Alles über Kundalini Yoga

Von Katharina Goßmann

„Das war vielleicht komisch: Alle waren weiß gekleidet – und der Lehrer hatte einen Turban auf!” So oder so ähnlich hört es sich oft an, wenn Neulinge „mal Yoga ausprobieren” wollen und durch Zufall in eine Kundalini-Yoga-Stunde geraten. Das öffentliche Bild von Yoga besteht häufig aus den muskulösen Oberarmen von Madonna und Indern, die ihre Beine bequem hinter ihren Kopf legen können. Wie sehr sich verschiedene Yoga-Stile unterscheiden, ist dagegen meist nur Insidern bekannt.

Den Begriff Kundalini Yoga nutzen unterschiedliche Traditionen. So vielfältig wie die Stile sind sind auch die Kundalini-Ausprägungen und -Definitionen. Gemeinsam haben sie trotzdem eines: Es ist der Yoga der Energie.

Als ein ganzheitlicher Weg beinhaltet Kundalini Yoga neben Körper und Atemübungen und Meditationstechniken auch Wissen und Lehren für die wichtigsten Bereiche des Lebens an. Kundalini Yoga will helfen, den Alltag gelassen und flexibel meistern zu können.

Die Geschichte des Kundalini Yoga

Kundalini Yoga ist wie alle Yoga-Stile religionsübergreifend, wird aber dennoch oft der Tradition der Sikh, einer indischen Glaubensgemeinschft, zugeordnet. Aber dazu später mehr.

Geschichtlich lässt es sich auf Jahrhunderte zurück datieren. Man geht sogar davon aus, dass die Ursprünge schon vor Jahrtausenden entstanden sind. Auch Hatha Yoga, der Yoga, den wir hier im Westen am häufigsten praktizieren, beruht auf Kundalini Yoga und jeder Hatha-Yoga-Übende wird durch Kundalini Yoga ein tieferes Verständnis für seine Yoga-Praxis erlangen.

Kundalini hat seine Wurzeln im Tantra – einer Strömung in der indischen Philosophie – genauer gesagt in einem Teil des Tantrismus, der Shiva-Shakti-Philosopie genannt wird. In dieser Philosophie repräsentiert Shiva das Unveränderliche, das absolute Bewusstsein, was wir bei Vedanta unter Brahman kennen. Shakti steht für sie schöpferische Kraft, die das Universum erschaffen hat. Im Ursprung waren Shiva und Shakti eins, durch eine Schwingung löste sich Shakti ab und schaffte die Kausal, die Astral und die physische Welt.


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Die großen Meister gehen also davon aus, dass in jedem Menschen ein riesiges Potential an Fähigkeiten, Talenten und Möglichkeiten schlummert und das der Mensch eigentlich das absolute, reine Bewusstsein (Shiva) ist. Außerdem verfügt jeder Mensch über die kosmische Urenergie (Shakti).

Sie bewirkt, dass der Mensch nach Höherem strebt und hilft, eine Einheit mit dem Absoluten zu erreichen – beziehungsweise Shakti und Shiva wieder zu vereinen, um die individuelle Seele mit der kosmischen Seele zu vereinigen. Das ist der Moment, in dem die Kundalini auch das Scheitelchakra durchbrochen hat und der Mensch erleuchtet wird. Kundalini Yoga ist sozusagen die Wissenschaft darüber, das Erreichen dieses Zustandes zu beschleunigen.

Ziel ist es also, die Kundalini aufsteigen zu lassen, um Erleuchtung zu erfahren. Die yogische (Kundalini-) Praxis ist nur ein Mittel zum Zweck, um durch die Reinigung der Nadis und Chakren den Weg dorthin gut vorzubereiten.

Was heißt Kundalini?

Das Wort Kundalini kann mit „Schlangenkraft” übersetzt werden. Diese Kundalini-Energie wird als schlafende Schlange symbolisiert. Sie ruht eingerollt unterhalb des Wurzel-Chakras, Muladhara Chakra. Generell kann sie durch jedwede spirituelle Erfahrung erweckt werden. Der Kundalini Yoga nutzt aber Techniken zur Reinigung und Stärkung, damit die Erweckung systematisch vorbereitet werden kann.

Die vier wichtigsten Regeln im Kundalini Yoga

  • Einhaltung der Yamas und Niyamas (Raja Yoga)
  • Selbstloser Dienst am Nächsten (Karma Yoga)
  • Hingabe zu Gott (Bhakti Yoga)
  • Wissen über die Shiva-Shakti-Philosophie (Jnana Yoga)

Wer sich noch mal intensiver mit den Yoga-Wegen beschäftigen möchte, kann hier nachlesen.

Ist die Kundalini erweckt, kann sie aufsteigen. Dazu nutzt sie die Energiekanäle (Nadis), die mit Hilfe der yogischen Praxis gereinigt wurden. Nach und nach erreicht sie die unterschiedlichen Chakras und führt zur Erleuchtung, wenn sie auch das höchste Chakra, Sahasrara Chakra, durchbrochen hat.

Die Kundalini steigt aber nicht automatisch immer vollkommen auf, sobald sie einmal erweckt wurde. Genauso gut kann es sein, dass sie nur bis zum ersten Chakra steigt. Dieser Energiefluss ist auch kein dauerhafter Zustand, sondern immer nur temporär und auch nicht zwangsweise wiederholbar.

Die Tradition der Sikh

Wir haben es schon oben erwähnt: Der Sikhismus ist eine Religionsgemeinschaft, die auf das 15. Jahrhundert zurückgeht und zu den verbreitetsten Weltreligionen gehört. Sie betont die Einheit der Schöpfung und lehnt daher beispielsweise auch das indische Kastensystem ab. Die Sikh haben das Ziel ihre Weisheit für den Alltag gebrauchbar und für jedermann zugänglich zu machen. Der yogische Standpunkt versteht diese Ausrichtung allerdings nicht als Religion, sondern als einen Lebensstil.

Die wichtigsten Lehrer im Kundalini Yoga

 

Yogi Bhajan

Healthy, happy, holy – so definierte Yogi Bhajan (26.08.1929 – 06.10.2004) die Lebensgrundrechte eines Jeden. Der Inder, der ebenfalls der Tradition der Sikh angehörte, ist der bekannteste Kundalini-Lehrer. Er brachte Kundalini Yoga in den 70er-Jahren nach Nordamerika und machte diesen Yoga-Stil im Westen bekannt.

 

Kundalini Yoga bei YogaEasy

Wenn du Kundalini Yoga ausprobieren möchtest, findest du hier alle unsere Videos zum Yoga-Stil der Energie. Und der Kundalini-Lehrer André „Sat Ravi Singh” Danke führt dich in unserem Anfänger-Kurs in die Grundlagen ein. Starte zum Beispiel mit diesem Video:

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Viel Spaß beim Ausprobieren!

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