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"Wahe Guru - ich werde Mama!"

Von Saskia Schmitz

Mit beginnender Schwangerschaft haben Frauen häufig das Bedürfnis, sich und ihrem Baby mit Massagen, gesundem Essen und Bewegung etwas Gutes zu tun. Vielleicht waren sie vor der Schwangerschaft schon sportlich und möchten sich ihre Fitness beibehalten, vielleicht möchten sie aber auch gerade jetzt fitter werden, um sich optimal auf die bevorstehende Geburt vorzubereiten. Da eine Schwangerschaft eine Zeit des Wandels ist und sich nicht nur der Körper der Frau von Tag zu Tag verändert, sondern auch der Geist eine enorme Reise durchlebt, setzen viele Frauen in der Schwangerschaft deshalb auf Yoga, das sich beiden Bereichen widmet.

Das Yoga-Angebot für werdende Mamas ist riesig. Für Frauen, die nicht schon vor der Schwangerschaft regelmäßig auf der Matte standen und wissen, welcher Yoga-Stil was beinhaltet, kann das Angebot vielleicht sogar etwas unübersichtlich wirken und sie fragen sich: Was zeichnet welchen Yoga-Stil aus und welcher passt am besten zu mir? Eine Yoga-Richtung, für die sich schwangere Yoginis oft bewusst oder zufällig entscheiden, ist  Kundalini-Yoga. Was es mit dieser Stil-Richtung auf sich hat und warum Kundalini Yoga für schwangere Yoginis so wunderbar geeignet ist, erklären wir Euch heute hier!


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Acht gute Gründe, warum Du Kundalini-Yoga einmal ausprobieren solltest

1. Einfache Übungen
"Ich habe ja noch nie vorher Yoga gemacht - schaffe ich das denn dann ausgerechnet jetzt?" Solche Fragen stellen sich Schwangere oft, bevor sie die erste Yoga-Stunde besuchen. Gerade beim Kundalini-Yoga musst du dir jedoch keine Gedanken machen. Kundalini-Yoga zeichnet sich durch relativ einfache Asanas aus, die wirklich Jede/r mitmachen kann. Im Fokus steht nicht der Sonnengruß, wie beim Vinyasa-Yoga. Stattdessen werden viele der Übungen in sitzender Position durchgeführt - gut für Schwangere, die während der Schwangerschaft bei längerem Stehen mit Kreislaufproblemen zu schaffen haben. Besondere Vorkenntnisse sind außerdem nicht erforderlich und komplizierte Bewegung(-sabfolgen) sind hier nicht zu finden.

Im Fokus einer Kundalini-Stunde steht das Wechselspiel von An- und Entspannung. Das bewußte Wahrnehmen dieser beiden Gegensätze sorgt dafür, dass wir achtsamer werden und dass wir unsere Grenzen besser kennen lernen. Die Atmung spielt dabei ein wichtige Rolle...

2. Tief Atmen und loslassen
Angst und Stress lassen uns flacher atmen. Auch umgekehrt gilt: Eine flache Atmung erzeugt Stress in uns. Das kann dafür sorgen, dass Muskeln weniger mit Sauerstoff versorgt werden und sich zusammenziehen und verkrampfen. Hat eine Frau während der Geburt Angst (z.B. vor dem Schmerz) und atmet immer flacher, verkrampft sie sich immer mehr und die befürchteten Schmerzen können immer intensiver werden. Eine achtsame, tiefe Atmung ist deshalb gerade für den Geburtsprozess besonders wichtig. Im Kundalini-Yoga lernst du, tief zu atmen, egal wie herausfordernd eine Übung ist oder wie lange sie dauert. Das kann unter Umständen etwas länger sein, denn jede Asana wird beim Kundalini-Yoga über eine  längere Zeit durchgeführt. Das können drei Minuten, aber auch mal 11 Minuten oder sogar 31 Minuten sein. Auch wenn die Übung zunächst leicht erscheint - zum Beispiel beide Arme zur Seite ausstrecken - wird sie mit der Zeit immer herausfordernder. Eine bewußte tiefe Atmung ist hier ein wichtiger Helfer, um trotzdem in herausfordernden Übung zu bleiben und gleichzeitig zu entspannen. Eine super Vorbereitung auf die Geburt, bei der du auch an deine Grenzen kommen kannst und dich dann erinnern kannst, wie du jetzt am besten entspannen kannst und die Situation aushältst. Beginnende Anspannung rechtzeitig zu bemerken, in die Anspannung zu atmen und über diesen Weg loszulassen und Entspannung zu kreieren, ist Ziel.

3. Eigenes Tempo
Dein Yoga - Deine Reise. Jede im eigene Tempo, jede so gut wie sie kann. Das beschreibt Kundalini-Yoga. Anders als z.B. in einer Vinyasa Yoga Klasse geht man beim Kundalini-Yoga nicht zeitgleich mit den anderen Yoginis durch eine bestimmte Übung. Zwar macht die Gruppe eine Übungsreihe (im Kundalini-Yoga Krya genannt) gemeinsam, aber jede Frau so schnell oder intensiv wie es für sie passt. Jede Frau bleibt ganz bei sich. Ihre Augen sind während der Übung meist geschlossen (außer es ist explizit anders angegeben) und der Fokus auf die Atmung oder ein bestimmtes Mantra gerichtet, was die Konzentration fördern soll.

4. Mantra
Du singst gern? Wunderbar - dann bist du beim Kundalini-Yoga genau richtig, denn beim Kundalini-Yoga werden Mantras groß geschrieben. Sie zu singen, gehört zu jeder Kundalini-Klasse selbstverständlich dazu, denn jeder Klang erzeugt eine Schwingung in unserem Körper und in unserem Geist und hat eine besondere Wirkung auf selbige.

Häufig haben Frauen während der Schwangerschaft nicht nur mit körperlichen, sondern auch mit geistigen Themen zu tun. Ängste und Unsicherheiten sind mitunter ganz normal und nicht selten fragt sich die schwangere Yogini zum Beispiel: "Schaffe ich die Geburt?" oder "Werde ich eine gute Mutter sein?" Spezielle Mantras können dafür sorgen, Ängste und Unsicherheiten aufzulösen und sich mit der weiblichen Kraft (Shakti) zu verbinden (das gilt auch für Männer und nicht schwangere Yoginis). Ein Kundalini-Klassiker ist zum Beispiel folgendes Mantra:

Adi Shakti, Adi Shakti, Adi Shakti, Namo, Namo.

Sarab Shakti, Sarab Shakti, Sarab Shakti, Namo, Namo

Pritam Bhagwati, Pritam Bhagwati, Pritam Bhagwati, Namo Namo

Kundalini, Mata Shakti, Mata Shakti, Namo, Namo

Es soll Ängste und Negativität reduzieren und wird häufig auch am 120. Tag der Schwangerschaft gesungen - dem Tag, an dem die Seele des Kindes in seinen Körper eintritt, was im Kundalini-Yoga groß gefeiert wird.

"Adi Shakti is the Divine Mother, the primal, protective, and generating energy in the cosmos. Let us call on the Divine Mother, the Infinite, the powerful.
Her jantra (symbolic form) is the two swords of God to protect you, the center of your world. These are the two-edged swords of the being, the negative and the positive.
This is her being. This is her presence.”

Yogi Bhajan, 16.11.1973

Auch das "Tönen" - das Laute von sich geben - wird im Kundalini-Yoga für Schwangere praktiziert. So können Schwangere schon im Vorfeld der Geburt üben, die Scheu zu verlieren, geräuschvoll zu atmen und über diesen Weg Schmerzen zu reduzieren.

5. Meditation
Da dauerhafter Stress einen erheblichen Einfluss auf das Wohlergehen des Kindes (z.B. niedriges Geburtsgewicht, Risiko einer Frühgeburt, Entwicklungsstörungen, chronische Erkrankungen) und auch auf den Geburtsprozess (z.B. Muttermund öffnet sich nur langsam, verstärkter Wehenschmerz) haben kann, ist das Zur-Ruhe-Kommen für Schwangere besonders wichtig. Im Kundalini-Yoga werden Mantras und Meditationen oft miteinander verbunden. Beide sorgen dafür, dass der Geist fokussiert wird und die Gedanken zur Ruhe kommen können. Wenn du die Mantras außerdem singst, kannst du dafür sorgen, dass die Atmung intensiviert wird, die Sauerstoffversorgung des Gewebes optimiert wird und Glückshormone ausgeschüttet werden.

"If a woman sits with folded hands in her lap for a few minutes every day,

and feels she is a container so vast that she contains the whole Universe,

she will never feel weak or have any problems.

There is nothing beyond woman except God."

Yogi Bhajan, 18.07.1987

6. Beckenboden
In einem Kundalini-Yoga-Kurs für Schwangere wird immer auch die Beckenbodenmuskulatur eine Rolle spielen, da sie gerade während der Schwangerschaft viel zu tragen hat. Man sagt, dass der Unterkiefer in Verbindung mit der Beckenbodenmuskultaur steht. Den Kiefer und die Lippen zu lockern und zu Tönen, kann dafür sorgen, dass sich auch die Beckenbodenmuskulatur entspannen kann, was die Geburt erleichtern soll. Außerdem kann es dir nach der Geburt/bei der Rückbildung helfen, wenn du bereits während der Schwangerschaft ein Gefühl für die Beckenbodenmuskulatur entwickeln konntest.

7. Intuition
Man hört so viel über das Thema Geburt, wenn man schwanger ist. Leider sind oftmals auch echte Schauergeschichten mit dabei. Das kann dazu führen, dass Frauen das Gefühl haben, während der Geburt passiert etwas mit ihnen, worüber sie keinerlei Kontrolle haben. Sie blicken ängstlich auf das bevorstehende Ereignis, das ja eigentlich die wunderbarste und vor allem natürlichste Sache der Welt ist.

Beim Kundalini-Yoga können durch Asanas, Atmung und Mantras tief sitzende Gefühle wie. Angst, Wut, Trauer oder Unsicherheit nach oben kommen, die dann ausgedrückt und losgelassen werden können. Außerdem geht es darum, deine Intuition wahrzunehmen und dir selbst und deinem Körper zu vertrauen. Wunderbar wenn das Bewußtsein entsteht: Es ist doch alles da, was ich für eine Geburt brauche. Mein Körper ist dazu geschaffen, ein Kind zu gebären. Ich muss mich nicht fürchten. Ich schaffe das!

8. Yoga im Alltag
Es ist immer sinnvoll, wenn man mit Yoga beginnt, sich zunächst über einen Lehrer die optimale Ausführung und Ausrichtung zeigen zu lassen. Da die Asanas im Kundalini-Yoga nicht sehr kompliziert sind, können diese anschließend einfach in den Alltag integriert werden. Eine simple Kundalini-Übung ist zum Beispiel das Spazierengehen. Drei bis acht Kilometer täglich werden empfohlen. Es stärkt die Ausdauer, führt zur Ruhe und ist ganz einfach umzusetzen. Eine Meditation kannst du dabei ganz easy integrieren: Du schwingst die Arme und bringst immer einen Finger mit dem Daumen zusammen, während das folgende Mantra ge-chantet wird: Ra (Daumen und Zeigefinger), Ma (Daumen und Mittelfinger), Da (Daumen und Ringfinger), Sa (Daumen und kleiner Finger). Diese Geh-Meditation soll für mentalen Ausgleich sorgen.

"The purest thing in the world is the heart of the mother, the heart-chakra, the center of the mother. It can move God. It can move the Universe. It can cause an effect beyond limitation. The heart of the mother is the greatest power of Infinity ever given to any finite being.

Yogi Bhajan (Women's Camp 1977)

Wichtiger Hinweis: Alle vorgeschlagenen Maßnahmen stellen Tipps dar und ersetzen nicht den Besuch bei einem Arzt oder Heilpraktiker! 

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