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Klassische Sequenzen: Die Rishikesh-Reihe

Von Kerstin Linnartz

Die Rishikesh Reihe

Die Rishikesh Reihe ist eine überlieferte, sehr alte und tausendfach erprobte Abfolge von 12 Asanas.
 Sie wurde „entworfen“ vom großen Yogameister Swami Sivananda, der als Arzt praktizierte, bevor er Yogi wurde. Also einer, der wußte, wovon er redet und was gut für uns ist.
 Im ersten Kapitel habe ich bereits mehr von ihm erzählt – wir verdanken ihm also nicht nur einen großen Teil des Yogas im Westen sondern auch eine weltweit praktizierte Yoga Sequenz.
 Und die wiederum verdankt ihren Namen ganz schlicht den Ort im Norden Indiens, in dem Swamiji (Kosename für den Swami) damals lebte und wo er diese effektive Art, Yoga zu üben, populär machte: Rishikesh. Noch immer gibt es dort den von Sivananda gegründeten Ashram der „Divine Life Society“, den man zum Meditieren und Yoga üben besuchen kann. 

Doch zurück zur Rishikesh Reihe: Hinter der festgelegten Abfolge der Übungen steckt natürlich ein Sinn. Jede Stellung vervollständigt oder verstärkt die Wirkung der vorhergehenden, sie bereitet auf die nächste vor oder ist eine ausgleichende Gegenstellung. "Üben mit System" nennt man das.

In Indien respektiert der Schüler die Erfahrung seines Meisters enorm und folgt den Anweisungen mit tiefem Vertrauen.

Der Meister wiederum betrachtet ausschweifende Erläuterungen zur Wirkung der Asanas als überflüssig und weiß, dass der Schüler die Wirkung schon herausfinden wird.
 In den alten Zeiten ging es sogar richtig ruppig zu: So berichtete zum Beispiel B.K.S Iyengar (Begründer des Iyengar Yoga), dass sein Lehrer, der große Krishnamacharya ihm kaum Anleitungen gab. Er soll seinem Lieblingsschüler Iyengar eine Asana lediglich einmal gezeigt haben und es dann ihm überlassen, die Asana genau zu erforschen.

Die Zeiten der Ohrfeigen sind natürlich vorbei. Dennoch wird eine Asanaklasse in Indien auch heute noch meist viel „trockener“ und „militärischer“ unterrichtet als im Westen. Weiche Stimmen oder gar einlullende Musik, wie sie bei uns gern verwendet wird, sucht man hier vergebens.
 Gerne lassen indische Lehrer jedoch ihre Weisheiten in den Unterricht einfließen – allzu oft auch mit sehr witzigem, trockenen Humor und dem typisch indischen Lacher:

„Diss iss rrrreally funny, dooon ́t you tinkkk ??? Ha ha ha ha ha...!“ Und schon ist selbst die größte Strenge und Anstrengung vergessen.

 

Wie sieht sie nun aus, die Rishikesh Reihe?

Here we go:
 Die Reihe besteht aus 12 Grundpositionen, die natürlich im fortgeschrittenen Stadium ergänzt oder variiert werden können.
 Gerade zu Beginn ist es jedoch ratsam, sich eine Weile an diese Folge zu halten, da sich der Organismus daran gewöhnt, sich konditioniert und immer besser auf jede Asana reagiert. Er "speichert" sozusagen das Geübte ab. 
Durch intensives und gründliches Erlernen dieser „Basis“ verhindern die Kenntnisse der Regeln dann später Fehler. Und dadurch können wir dann wiederum schneller mehr lernen.
 Logisch, oder?!

1. Schulterstand (Sarwangasana)

 

 

 

Die korrekte Ausführung des Schulterstand findest du in unserem Artikel: „Sarvangasana - der Schulterstand”. Den Schulterstand solltest du nur so lange halten, wie er wirklich angenehm für dich ist.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

2. Pflug (Halasana)

Vom Schulterstand gehst du direkt in den Pflug, den du für wenige Atemzüge hältst - aber nur solange, wie es angenehm für dich ist. 

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3. Schulterbrücke (Sethubandasana)

Als Ausgleichshaltung kommt nun die Schulterbrücke. Gehe drei mal in die Schulterbrücke und sie für drei bis zehn Atemzüge. 

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4. Fisch (Matsyasana)

Steige nun mit dem Fisch tiefer in die Herzöffnung ein. Matsyasana kannst du für einige Minuten halten, wenn es dir gut tut, ansonsten für drei bis fünf Atemzüge. 

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5. Sitzende Vorbeuge (Paschimottasana)

Die korrekte Ausführung der sitzenden Vorbeuge (s. Titelbild dieses Artikels) findest du in unserem Artikel: „Paschimottanasa - die Vorwärtsbeuge”. Halte Paschimottanasana für mehrere Minuten.

6. Kobra (Bhujangasana)

Danach gehe am besten drei mal in die Kobra und halte sie jeweils für einige, wenige Atemzüge. Das gleiche gilt für die zwei folgenden Asanas, Heuschrecke und Bogen.

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7. Heuschrecke (Shalabhasana)

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8. Bogen (Dhanurasana)

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9. Drehsitz (Ardha Matsyendrasana)

Den Drehsitz übst du natürlich auf beiden Seiten. In Ardha Matsyendrasana kannst du so lange bleiben, wie es dir Freude bereitet - achte nur darauf, dass du beide Seite etwa gleich lang übst.

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10. Krähe (Kakasana)

Eine detaillierte Beschreibung der Krähe (und wichtige Warnhinweise zu dieser herausfordernden Asana) findest du in unserem Artikel: „Kakasana - die Krähe”. Wenn du die Krähe beherrscht, kannst du sie für drei bis fünf Atemzüge halten, ansonsten probiere sie einfach ein paar Mal aus (aber nur solange, wie du gut Kraft hast).

11. Stehende Vorbeuge (Padha Hastasana)

Wenn du in der stehenden Vorwärtsbeuge Uttanasana die Handflächen der Hände von vorne unter die Füße schiebst, nennt sich das Pada Hastasana. Halte die Asana für drei bis fünf Atemzüge.

12. Dreieck (Trikonasana)

Trikonasana übst du natürlich wieder auf beiden Seiten. Halte für drei bis fünf Atemzüge.

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Wenn Ihr diese Sequenz etwa ein Jahr lang übt, könnt Ihr die Reihe ergänzen und Euch an fortgeschrittenere Stellungen heranwagen. Je nachdem, was Euer Zeitplan zulässt, solltet Ihr an zwei bis vier Tagen pro Woche üben. Natürlich fällt bei dem einen der Groschen schneller als beim anderen.

Und klar, es hängt auch davon ab, wie trainiert ich bin, wenn ich einsteige – dies sind nur Richtwerte und sie sollen keinen Stress verursachen !!!

Denkt daran: Yoga ist kein Wettbewerbssport: Ooommm... 

 

 

Dieser Artikel ist ein Auszug aus dem Buch "All about Yoga" von Kerstin Linnartz, erschienen beim GU Verlag.