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Meditation macht glücklich!

Von Kristin Rübesamen

Pardon, aber was ist eigentlich aus euren Neujahrsplänen geworden? Wolltet ihr nicht vielleicht etwas ändern? Schon wieder vergessen?

Wir haben einen Vorschlag, von dem ihr sicher schon gehört habt, ein einfaches Rezept, um glücklich zu werden. Nicht nur Yogis kennen es. Wissenschaftler untersuchen das Phänomen, Ärzte verordnen es mittlerweile sogar, und der beste Beweis, dass etwas dahinter steckt: Scharlatane versuchen, damit Geld zu verdienen: Meditation.

Eigentlich ist es ganz einfach. Es genügen schon sechs Minuten täglich, um auf den Geschmack zu kommen. Sechs Minuten ruhig sitzen, im lässigen Schneidersitz, die Wirbelsäule aufgerichtet, die Augen halb oder ganz geschlossen, und fertig.

Ihr braucht keine Golfschuhe, keine Schweißbänder, keinen Skipass, keine Privatversicherung, kein schönes Wetter, keine Kokosnuss-Palme. Ihr versteht schon, ihr braucht gar nichts, und das kann am Anfang ganz schön irritierend sein. Wenn wir nichts haben, nichts kaufen dürfen, nichts festhalten können, was bleibt dann übrig?

Genau, nichts. Und darum geht es.

Die Idee, den Körper ruhig zu halten, damit sich der Geist beruhigt, ist eine hübsche Idee. Doch jeder, der sich schon mal in dieser Disziplin geübt hat, weiß, das Gegenteil ist wahr. Die Gedanken rasen, eine fröhliche, erschreckende, größtenteils grässlich banale Achterbahn aus den immergleichen Ängsten, Wünschen, Sehnsüchten, Sorgen fährt ab, und wir sitzen peinlich berührt mitten drin. Diese Achterbahn wahr zu nehmen, die eigenen Gedanken, den Zustand des Körpers mit all seinen Mucken zu beobachten ist der erste Schritt. Aber nicht mit derselben hochgezogenen Augenbraue, mit der ihr auf schmutzige Fingernägel, die höflichen Lügen eurer Nachbarin oder einen neuen überflüssigen Politikerskandal reagiert.

Nein, ihr versucht, euren Atem, eure Gedanken mit derselben liebevollen Zugewandtheit wahrzunehmen, mit der ihr den Schlaf eurer Kinder prüfen würdet.

Es geht dabei darum, langsam Distanz zu diesem höchst persönlichen 24/7-Kino herzustellen. Immer wieder in den ruhigen Strom der Atmung einzutauchen, die Probleme und Gedanken vorbeiziehen zu lassen am Horizont unseres Bewusstseins,- das ist die Kunst, die die Heilung bringt.

Klingt einfach und ist unendlich schwer. Manchmal gelingt es für den Bruchteil einer Minute, denn das Hirn ist hartnäckig. Es denkt, das ist sein Job, und wenn wir es abschalten wollen, sind wir tot. Was wir jedoch theoretisch, nun ja, tibetische Mönche jedenfalls, ist, Gedankenströme angeblich besser zu dirigieren.

Schon bei Menschen, die über acht Wochen lang jeden Tag dreissig Minuten meditierten, hat man bei einem Gehirn-MIT herausgefunden, dass die graue Masse im Hippocampus, einem Gebiet verantwortlich für Lernen und Gedächtnis, mehr geworden ist, während die graue Masse im Amygdala, einem Gebiet verantwortlich für Sorgen und Stress, weniger geworden ist.

Immer wieder schiebt man nur arme Mönche als Experten im Fach in die Röhre, zuletzt in New York, um herauszufinden, wie Meditation das Hirn beeinflussen kann. Vorzugsweise tibetische Mönche.

Im Westen sehr erfolgreich ist aber auch die Achtsamkeitsmeditation, die in den 70er Jahren an der University of Massachusetts von Jon Kabat-Zinn, einem Medizinprofessor, entwickelt wurde und „Mindfulness Based Stress Reduction“ (MBSR) heißt.

In der Achtsamkeitsmeditation lernen die Schüler zunächst, körperliche Phänomene wie Verspannungen wahrzunehmen, jedoch nicht zu bewerten. Später beobachten sie in derselben Weise ihre Gefühle und Gedanken. Der Trick besteht darin, eine Wahrnehmung zu kultivieren, die nicht sofort alles verteufelt oder glorizifiert oder die selbe alte Leier anstimmt, die uns gar keine Möglichkeit mehr gibt, vielleicht eine ungewohnte Reaktion zu testen, sondern wie nur „Ich bin kein Morgenmensch, mein Mann ist schuld, meine Mutter hat mich nie geliebt.“

Die Hippies hatten Stress?

Die Menschen waren sogar schon zu Patanjalis Zeiten gestresst. In seinem Yoga-Sutra beschreibt der große Yogaphilosoph die vorletzte Stufe auf dem achtgliedrigen Weg zur Erleuchtung als „dhyana“ (Meditation). Nur zum Vergleich: das, was wir größtenteils üben, die Asana-Praxis, rangiert lediglich auf Platz 3.

Im Grunde sind das viel zu viele Worte zum Thema Meditation. Versucht es einfach, setzt euch hin und erlaubt euch, ruhig zu werden. Wie gesagt, still wird es wahrscheinlich nicht so schnell werden, aber mit viel Übung wird der äußeren Ruhe auch innere Stille und innerer Frieden folgen.

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