Du verwendest einen veralteteten Browser (Other 0.0) mit Sicherheitsschwachstellen und kannst nicht alle Funktionen dieser Webseite nutzen. Hier erfährst du, wie einfach du deinen Browser aktualisieren kannst.

  Heute ist Weltyogatag ywy-logo1 Tag gratis einlösen

Large tensho2

Yoga im Tensho: Schlafende Kriegerin

Von Katharina Goßmann

Endlich habe ich ein Yoga-Studio für Männer entdeckt! Das Tensho in Hamburg unterscheidet sich deutlich von anderen Yoga-Lokalitäten. Die Wände sind unverputzt und schlicht Weiß, statt einzelner Yogamatten liegen auf dem Studioboden Turnmatten, und in seinen Sport-Shorts spottet Besitzer und Lehrer Raimar Mohrdieck jedem Yogalehrer-Klischee. Was mich nicht überrascht. Raimar ist nämlich zuallererst Kampfsportler und unterrichtet auch Brazilian Jiu-Jitsu, Tacfit und Karate.

Im Rahmen seiner Aus- und Weiterbildungen entdeckte Raimar vor einigen Jahren Prasara Yoga. Prasara bedeutet „Fluss ohne Gedanken“. Der Begründer dieser Yogarichtung, Scott Sonnon, will den natürlichen Bewegungsfluss des Körpers in möglichst kurzer Zeit wiederherstellen. Deshalb ähneln die Yogaklassen bei Raimar nur entfernt klassischen Hatha-Yoga-Stunden. Abgesehen davon, dass Prasara-Yoga-Stunden nur 45 Minuten dauern, gibt es auch keinen Sonnengruß. Aufgewärmt wird stattdessen mit dynamischen Bewegungen aller Gelenke von oben nach unten.

Diese Übungen gaben mir während meiner Probestunde zu denken – ich musste feststellen, dass ich etwa die Bewegungen meines Nackens nur mit großen Schwierigkeiten steuern konnte. Die anwesenden Männer – in der Überzahl – waren da deutlich erfolgreicher. Offensichtlich gibt es trotz meiner Yogapraxis Bereiche meines Körpers, deren Bedürfnisse ich vernachlässige. Dieser Verdacht bestätigte sich, als wir einzelne Yogapositionen erarbeiteten. Die meisten waren mir bekannt, auch wenn sie teilweise andere Namen trugen. So heißt die Kind-Position im Prasara „schlafender Krieger“. Bei den dynamischen Asanas aber, die typisch für Prasara Yoga sind, war ich ziemlich erstaunt, wie schlecht ich meinen Körper koordinieren kann, sobald ihm ungewohnte Bewegungen abverlangt werden.

Zum Ende der Stunde setzten wir dann die erarbeiteten Positionen zu einem Flow zusammen. Der erste Durchgang war noch recht holprig. Aber ich merkte schnell, wie mein Geist und mein Körper die unbekannten Bewegungsabläufe speicherten und ich unverkrampfter wurde. Nachdem wir den Flow mehrmals wiederholt hatten, verbeugten wir uns voreinander und beendeten die Stunde ohne Shavasana. Dafür schlief ich in dieser Nacht wie ein Stein – das ist ja auch eine Art Schlussentspannung.

Fazit: Prasara Yoga im Tensho hat wenig mit dem parfümierten Wellness-Yoga überteuerter Fitness Center zu tun. Dafür können hier Menschen jeden Alters, jeden Fitness Levels und jeden Gewichts lernen, mit ihrem Körper zu kommunizieren, beweglicher und stärker zu werden. Die „Ageless Mobility“-Stunde am Donnerstag ist besonders für Sportmuffel, ältere und gesundheitlich vorbelastete Menschen geeignet. Und wenn Raimar in Zukunft im Winter die Heizung etwas höher schaltet, lege ich das Tensho besonders Männern als empfehlenswerten Einstieg in die wunderbare Welt des Yoga nahe.

TENSHO

Holstenstraße 157

22765 Hamburg

Tel. 0171-6237 377



www.tensho.de
Probestunde: kostenlos

Diese Videos passen zum Thema