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Bild: Focus on Yoga | Simone Leuschner

Alles über Yoga-Kleidung – Tipps, Tricks und Shops

Von Katharina Goßmann

Mal ehrlich: Eigentlich ist es egal, welche Kleidung du beim Yoga trägst – Hauptsache bequem. Wer aber regelmäßig Yoga übt, merkt schnell, dass es bei der Auswahl des perfekten Yoga-Outfits einiges zu beachten gibt. 

Um dir die Suche nach passenden Yoga-Klamotten zu erleichtern, haben wir eine Check-Liste mit praktischen Hinweisen, Informationen zu verschiedenen Materialien, ethischen Aspekten sowie einem kleinen Einblick in die Farb-Symbolik/-Psychologie und eine Übersicht über die besten Yogakleidungs-Marken und deren Online-Shops zusammengestellt.

Check-Liste für dein Yoga-Outfit

Das wichtigste ist, dass du dich in deiner Yoga-Kleidung wohlfühlst. Nicht nur, weil „Wohlfühlen“ immer und für alles eine gute Ausgangslage ist! Sondern vor allem, weil dich beim Yoga nichts ablenken sollte: Beim Yoga solltest du nicht am T-Shirt rumzupfen, Hosenbeine runterziehen, oder unangenehme BH-Träger korrigieren müssen – sondern dich voll und ganz auf deine Praxis konzentrieren können.

Grundlegendes

  • Dein Outfit sollte nicht zu eng sein, damit du dich nicht eingeengt fühlst. Das Material sollte sehr dehnbar sein, damit du auch in fortgeschrittenen Dehnhaltungen volle Bewegungsfreiheit hast.
  • Gleichzeitig darf es nicht zu locker sitzen - sonst rutscht dir bei Umkehrhaltungen das T-Shirt ins Gesicht und du stehst oben ohne da (vielmehr in diesem Fall: unten ohne). Wenn du weite Kleidung bevorzugst, achte darauf, dass die Bündchen gut sitzen (aber nicht einschnüren!), damit die Hosenbeine und Ärmel nicht rutschen können.
  • Das Material sollte atmungsaktiv sein, vor allem, wenn du einen dynamischen, Schweiß-treibenden Yoga-Stil praktizierst. Entweder du wählst natürliche Materialien wie Baumwolle, oder du greifst auf hochwertige Sport-Textilien zurück (die sind häufig deutlich teurer und ihre Umweltfreundlichkeit ist möglicherweise durch aufwändige chemische Prozesse o.ä. fraglich).
  • Die Kleidung sollte gut sitzen, damit du dich darin entspannt in alle Richtungen bewegen kannst ohne zu fürchten, dass alles verrutscht. Das Oberteil darf gerne etwas länger sein, etwa bis zur Leiste, damit dein Bauch nicht schon beim ersten Arme-heben entblößt wird. Achte darauf, dass der Schnitt zu deinen Proportionen passt.
    Tipp: Zieh’ ein enges Unterhemd/Spaghettiträger-Shirt aus griffigem Material wie Baumwolle unter deinem eigentlichen Oberteil an, und stecke es in die Yogahose – so bleibt sowohl die Hose als auch das äußere Shirt viel besser am Platz als auf nackter Haut.

Welches Material?

  • Es gibt Yoga-Kleidung aus den verschiedensten Materialien, von reiner Synthetik bis Leinen. Welches Material sich für dich eignet, hängt primär von deinen individuellen Präferenzen ab – vielleicht trägst du nur Textilien aus natürlichem Material, oder liebst glänzende Lycra-Leggings.
  • Das Material sollte aber in jedem Fall eine gewisse Griffigkeit aufweist. Das verringert nicht nur die Gefahr, dass die Kleidung rutscht, sondern kommt dir auch in Asanas wie dem Baum oder der Krähe zugute – auf glatten Synthetik-Materialien rutschen Füße und Arme gerne mal ab und erschweren dir die Haltung immens!
  • Außerdem eignen sich unterschiedliche Materialien auch unterschiedlich gut für verschiedene Yoga-Stile:
    • Wenn du einen dynamischen Stil wie Ashtanga oder Jivamukti übst, ist es sehr wichtig, dass du dehnbare, rutschfeste und atmungsaktive Kleidung trägst, die möglichst wenig im Weg ist bei schnellen Flow-Abläufen (also, wenn mehrere Asanas dynamisch miteinanderverbunden werden).
    • Beim Kundalini Yoga dagegen tragen sogar die Lehrer häufig Hosen aus nicht bis kaum dehnbaren Stoffen wie Leinen und ein einfaches Jersey-Shirt. Im Kundalini-Yoga gibt es viele dynamische Bewegungen, d.h. der Schnitt der Hosen sollte trotz der feste Stoffe viel Bewegungsfreiheit erlauben.
    • Ähnliches gilt für klassisches Hatha Yoga. Da die Positionen achtsam einzeln eingenommen werden, kannst du durchaus in einer bequemen Schlabberhose und einem lockeren T-Shirt zum Yoga kommen. Hier ist es im Zweifelsfall entscheidender, warm genug gekleidet zu sein, da du durch das Yoga selbst nicht so aufgewärmt wirst bzw. in lang gehaltenen Positionen und bei Meditationen auskühlen könntest.
    • Wenn du dagegen Bikram Yoga machst, eignen sich am besten sehr knappe, enge Outfits, z.B. Sport-BH und Shorts, aus speziellem, atmungsaktivem (also wahrscheinlich synthetischem) Material. Beim Bikram Yoga ist der Raum schließlich auf knapp 40 Grad geheizt – weite Shirts aus dickem Baumwoll-Stoff würden nach kurzer Zeit schweißgetränkt an dir hängen (äußerst störend!).

Nachhaltig und fair!

„Ahimsa“ (Gewaltfreiheit)  und „Asteya“ (Nicht-stehlen) sind zwei bekannte und bedeutende Yamas. „Yamas“ heißen die ethische Verhaltensregeln, die der Weise Patanjali vor Jahrhunderten in den Yoga Sutra zu Papier gebracht hat. In vielen Yoga-Richtungen gelten die Yoga Sutra als DAS Grundlagen-Werk des Yoga. Wer ein echter Yogi sein will, sollte sich also durchaus an den Yamas orientieren.

Deshalb solltest du deshalb darauf achten, dass dein Outfit nicht nur praktisch und schick ist, sondern auch gewaltfrei und ohne Ausbeutung von Mensch und Natur produziert wurde.

Denk daran: Du kannst mit jeder deiner Entscheidungen darauf Einfluss nehmen, ob diese Welt ein besserer Ort wird – oder durch den Kauf eines sexy Tops die brutale Ausbeutung von Kindern und Frauen unterstützen. Wie der Dalai Lama so schön sagte: „Falls du glaubst, dass du zu klein bist, um etwas zu bewirken, dann versuche mal zu schlafen, wenn ein Moskito im Zimmer ist.“

Yogische Farbenlehre

Schon Goethe widmete sich der Farbenlehre, unsere Sprache ist voller Farbsymbolik („Er sieht rot“) und die Psychologie weiß seit langem, dass Farben Gefühle aktivieren können. Auch im Yoga spielt die Farbe der Kleidung eine tragende Rolle, vor allem bei traditionellen Yoga-Stilen.

Sivananda Yogalehrer etwa kleiden sich fast ausschließlich in weiße Hosen und gelbe Oberteile. Weiß steht für die Einheit mit Atman, gelb symbolisiert einen offenen, lernfreudigen Geist in Einheit mit Körper und Seele.

Im Kundalini Yoga etwa wird traditionell nur weiß getragen. Weiß als neutrale Farbe soll die Nerven beruhigen und die Klarheit des Geistes fördern (im Gegensatz zu grellem Rot oder Pink).
Kleiner Fashion-Exkurs: Viele Kundalini Yogis tragen einen Turban, da der Kundalini Yoga-Gründer Yogi Bhajan Sikh war und deshalb viele Kundalini-Lehrer ebenfalls nach dem Sikh Dharma leben. Der Turban soll – wie die weiße Kleidung – dabei helfen, sich klarer und ausgeglichener zu fühlen, indem negative Energien und Reizüberflutung ferngehalten werden.

Wenn du dich in weiß-gelb oder weiß nicht wohl fühlst, ist das in der Regel kein Problem. In vielen Kundalini und Sivananda Yoga-Studios ist dir frei gestellt, in welcher Farbe du dich kleidest. Wenn du unsicher bist, frage aber lieber mal nach – nicht, dass du am Ende in schwarzem Ramones-Shirt und roten Glitzer-Leggings zwischen weißen Turbanen und weiten Leinen-Gewändern stehst...
Tipp: Manche Yogis tragen auch Kleidung in der Farbe des speziellen Chakras, an dem sie gerade arbeiten – also des Chakras, das sie ausgleichen bzw. aktivieren wollen. Falls du Lust auf eine Chakren-Farbkur hast: Hier findest du Informationen zu allen Chakren, inklusive der Chakren-Farben. 

Sonderthema: BH

Ob du beim Yoga einen Sport-BH brauchst, hängt nicht nur von deiner Oberweite, sondern auch von deinem bevorzugten Yoga-Stil ab. Wer etwa eine C-Cup oder größer trägt und Umkehrhaltungen schätzt, sollte sich definitiv einen guten Sport-BH zulegen. Er sollte aus weichem (am besten saumlosen Material) gefertigt sein, das deinem Busen Halt gibt und trotzdem nicht einschnürt.

Ein perfekter Sport-BH sitzt perfekt (so dass du niemals an den Träger rumfummeln musst), unterstützt deine Brüste optimal und schränkt dich gleichzeitig nicht in deiner Bewegungsfreiheit ein.

Achtung: Das Unterfangen einen perfekt passenden Sport-BH zu finden ist vergleichbar damit, einen perfekt passenden Mann zu finden -  zuerst musst du viele Frösche küssen, aber wenn du dabei bleibst und deine gute Laune nicht verlierst, wirst du irgendwann den richtigen finden...

 

Die besten Online-Shops für Yogakleidung

Wir haben in unsere Liste von Online-Shops für Yogakleidung nur solche aufgenommen, die nachhaltig und fair produzieren bzw. nachhaltig und fair produzierte Produkte vertreiben (s.o. Ahimsa und Asteya). Deshalb fehlen einige sehr beliebte und bekannte Marken.

Armed Angels

Die Armed Angels produzieren zeitlose Mode aus nachhaltigen Materialen (nachwachsende Rohstoffe und recycelte Materialien) unter fairen Bedingungen (GOTS-, Fairtrade- und Fair Wear Foundation-zertifiziert). Wer schlichte, Uni-farbige Leggings, Hosen, T-Shirts und Wickeljacken aus Bio-Baumwolle sucht, ist bei der Armed Angels-Yoga-Kollektion richtig. Aber auch viele andere Tops der Armed Angels eignen sich perfekt fürs Yoga.

 

Kaerlighed-Shop

Klein, aber fein: Die bekannte Yogalehrerin und Bloggerin Madhavi Guemos verkauft in ihrem Online-Shop ökologisch und fair hergestellte Shirts und Bags mit Drucken aus einer kleinen Siebdruckerei in Berlin.

 

Kamah Yoga and Style

Zeitloses Design, sanfte Farben, fließende Stoffe, die Yoga-Kollektion von Kamah Yoga and Style trägt sich nicht nur beim Yoga gut. Kamah produziert nachhaltig und fair mit europäischen Handels- und Geschäftspartnern, sowie umwelt- und ressourcenschonend, und verwendet nur ökologische Materialien, die pflegeleicht, hypoallergen und atmungsaktiv sind (vor allem Biobaumwolle und Bambus). Nicht ganz billig, aber eine gute Investition!

Kismet Yogastyle

Kismet Yogastyle produziert unter dem Slogan „fair, green, sexy“ – und trifft es damit ziemlich genau.  Enganliegende, moderne, hochwertige Funktionsmode. Eher hochpreisig, dafür eignet sich so manches Teil aber auch für einen Club-Besuch!

Mandala

Schon seit 2000 gibt es Mandala. Von bunt gemusterten Leggings bis zu klassischen Uni-farbigen Basics findest du hier alles - hochwertig, feminin und aus schmeichelnden Stoffen. Natürlich fair prodziert nach GOTS- und Textile Exchange-Standards.  

 

Milla Hamburg

milla hamburg produziert lobenswerterweise ausschließlich in Deutschland - und zwar vor allem monochrome Shirts und Hosen aus nachhaltigen Materialien (GOTS und Ökotex-zertifiziert), die von kleinen Sonnengruß-Yogis bevölkert sind. 

Natural Born Yogi

Kleiner Shop, vor allem die Shirts mit Ganesha-Motiv sind bei Yoginis sehr beliebt. Farblich bewegt sich Natural Born Yogi vor allem zwischen schwarz, weiß und pink. Hip, hochwertig, fair und Öko-Tex-zertifiziert.

 

OGNX

OGNX gibt es erst seit 2012, trotzdem hat sich das Label schon einen festen Platz im Herzen der Großstadt-Yoginis erobert. Die mächtig stylishen Klamotten sind aus hochwertiger Bio-Baumwolle. Obwohl sie in Europa designt und produziert werden und alle Beteiligten fair bezahlt werden, ist ONGX trotzdem relativ günstig, weil das Label an üblichen Strukturen der Mode-Industrie spart.

Schazad

Für alle, die es klassisch schätzen, bietet Schazad seit 2014 hochwertige Leinen-Hosen in großer Auswahl an Schnitten und gedeckten Farben an. Mit vielen weißen Modellen, die sich perfekt fürs Kundalini Yoga eignen. Nicht ganz billig (die meisten Modelle kosten 89 Euro), dafür wird ausschließlich in Deutschland produziert.

 

Spirit of Om

Spirit of Om produziert "bio-energetische Wellnesskleidung – Feng Shui zum Anziehen". Farbenfroh in ayurvedischen Tri-Dosha-Farbtönen, verziert mit Lotussen, Om-Stickereien, Batik,  etc.

 

Vapus Organic Yoga & Wellness Clothing

Entspannte Tops und Hosen für geerdete Yogis in verschiedenen, meist gedeckten Farben – die Vapus-Kleidung ist GOTS-zertifiziert und aus 100% Bio-Baumwolle bzw. Bambus.

Wellicious.de

Wellicious produziert nicht nur Yoga-Kleidung, sondern auch Loungewear, Strickwaren und Accessoires – edel und trendy, nachhaltig und schick. Die gesamte Kollektion wird in Europa produziert, aus langlebigen, natürlichen und ökologischen Materialen. Die Wellicious-Yogakleidung ist super rutschfest!

 

Und hier noch eine Liste von Webshops, in denen ihr ausschließlich fair produzierte Kleidung aus nachhaltigen Materialien findet:

 

Avocado Store

Der Avocado Store versammelt eine riesige Auswahl an fairen, nachhaltigen Produkten und sollte deshalb sowieso eure erste Adresse für Online-Shopping sein. Im Avocado Store gibt es außerdem eine große Yoga-Abteilung mit Klamotten von People wear organic (die Alnatura-Bekleidungsmarke gibt es online exklusiv beim Avocado Store!), Hati-Hati, Lovjoi und vielen anderen Marken!

Jaya Organics

Beim Avocado Store bekommt ihr unter anderem die zeitlosen und nicht nur fürs Yoga geeigneten Klamotten aus fließenden Stoffen, und sanften Farben von Jaya Organics - fließende Stoffe, zarte Farben – traumhaft... 

 

Green Yoga Shop

Der Green Yoga Shop bietet die Kleidung von Schazad, Jaya Fashion und Mandala und viele andere ethisch korrekte Produkte rund ums Yoga an.

Sohang

Im Sohang Yogashop findet ihr zum Beispiel das Schweizer Label Breath of Fire, vor allem bekannt für erdige Farbe und Indian Style-Yogahosen (unser Liebling ist die fantastische Sohang-Hose).

Yolivia

Bei Yolivia - Yoga/Wellness/Natur kannst du bequem die tollen Klamotten von Kismet, Jaya Organics, Mandala, Natural Born Yogi, Welllicious (s.o.) und die bunten Leggings von Magadi Fashion (aus recycleten Plastikflaschen!) bestellen.

yoga108

Seit 9 Jahren gibt es mittlerweile das Yoga-Fachgeschäft (und Yogastudio) yoga108 in Berlin. yoga108 punktet mit einem umfassenden Angebot rund ums Yoga - und natürlich sind alle Produkte auch online bestellbar. Neben allen oben vorgenannten Labels findest du dort u.a. Kleidung von Prancing Leopard

Falls wir ein tolles Label vergessen haben, lasst es uns wissen - wir freuen uns über Kommentare!