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Nicht ohne meine Yogamatte: Unsere drei Lieblingsmodelle
Bild Shutterstock.com

Nicht ohne meine Matte: 5 Tipps für den Mattenkauf

Von Kristin Rübesamen

Genügend Rutschfestigkeit für einen intensiven herabschauenden Hund und sich trotzdem in der Taube auch mal der Schwerkraft hingeben können, um sich ein bisschen tiefer in die Übung rutschen zu lassen... Dünn genug für eine gute Balance im Baum aber dennoch genug Polsterung, damit die Knie beim Kamel nicht weh tun. Yogamatten müssen verschiedensten Ansprüchen gerecht werden und regelrecht einen Spagat vollführen – in diverse Richtungen. Kurz gesagt:

Yogamatten sind wie Beziehungen

  1. Die guten Exemplare erkennt man daran, wie sie altern.
  2. Man muss selbst eine gewisse Reife mitbringen, um die passende Matte zu finden.

Anfänger mögen sich mit einem Sonderangebot aus dem Supermarkt oder den leicht muffeligen Studiomatten begnügen. Doch nach einer gewissen Zeit wächst bei vielen Übenden das Bedürfnis nach einer eigenen Matte, ja, vielleicht sogar: der Yogamatte fürs Leben.


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Die eigene Yogamatte

Warum eine eigene Matte, wenn doch viele Studios Matten, in der Regel sogar kostenfrei, anbieten? Vordergründig geht es vielen um Hygiene. Tatsächlich aber steckt mehr dahinter: Es geht darum, die individuellen Erfahrungen, die im Yoga geschehen, auch auf eigenem Terrain stattfinden zu lassen. Die Matte ist Ausdruck von Intimität. Metapher einer Beziehung, die schief gehen kann, oder aber der Nährboden einer großen Leistung ist. Wie ein Ritual breiten wir sie vor der Stunde aus und rollen unsere Erfahrungen – zum Mitnehmen für zu Hause – in ihr ein. Konkret mag es darum gehen, ob es rutschig wird, wie viel Gewicht die Yogamatte hat oder wie wenig (zu leicht?), welche modische Aussage sie trifft und natürlich auch, was sie kostet.

Im Zeitalter des Individualismus wollen immer weniger Yogis auf einer ollen Studiomatte üben, lieber tragen sie den ganzen Tag ihre Yogmatte in einer hübsch bestickten Tasche mit sich herum: Als Wink an die Außenwelt (Hallo, ich bin Yogi) und gleichzeitig als Versprechen an sich selbst (Gleich rolle ich dich aus, Schatz).

Als um die Jahrhundertwende Gucci eine Yogamatte designte, die mehrere Hundert Dollar kostete, war der Aufschrei in der Yogaszene riesig und ein wenig scheinheilig. Zu peinlich war es vielen, dass Yoga nicht mehr auf alten Schaf-Fellen, sondern in Großstädten von Großverdienern geübt wurde.

Zeige mir deine Yogamatte und ich sage dir, wer du bist

Heute, wo Yoga längst zum modernen Lebensstil gehört, ist der Umgang mit Yogazubehör entspannter. Und dennoch werfen Yogamatten weiterhin Fragen auf: Wie lange bin ich meiner Matte treu? Wie oft gönne ich mir eine Neue? Stören mich Labels, aufgestickte Diamanten oder ein hartnäckiger Edding-Fleck? Brauche ich überhaupt eine Yogamatte? Ehrlicherweise: Nein. Du kannst auch auf einem Teppich, einer Decke oder auf den Matten im Studio üben. Aber es bleibt die Frage: Möchte ich das wirklich?

Eine eigene Matte ist auch ein bisschen Yogi-Ehrensache und schließlich wird für jeden Geschmack ein Exemplar angeboten. Von Kälteisolation bis hin zur Polsterung der Gelenke. Die Ansprüche sind so verschieden wie die Yoga-Arten und die dazugehörigen Geschmäcker der Yogis. Darum haben wir hier die wichtigsten Kriterien für dich zusammen gestellt.

1. Der Yoga-Stil

Generell ist eine Yogamatte 1,75 m lang, 61 cm breit und 0,5 cm dick. Es gibt aber extralange und auch extradicke Matten, ebenso dünne Reisematten. Eine der ersten Fragen sollte also lauten: 'für welchen Stil suche ich meine Matte'. Suchst du eine kuschelige Unterlage fürs Yin Yoga oder Kundalini? Dann solltest du in eine gut gepolsterte Matte oder sogar in eine aus Schurwolle investieren. Sie sorgen für einen gut isolierten und mukkelig warmen Untergrund zum üben und die Gelenke sind weich gepolstert, wenn die Übungen auch mal länger gehalten werden. Dynamische Yoga-Arten wie Ashtanga oder Vinyasa verlangen nach mehr Halt und Rutschfestigkeit. Hier haben Kunststoff-Modelle einen Vorteil gegenüber Matten aus Naturmaterialien wie Schur- oder Baumwolle. Rutschfest sollten dennoch alle Matten bis zu einem gewissen Grad sein. Und zwar nicht nur auf der Ober- sondern auch auf der Unterseite. Die Matte sollte sich schließlich nicht vom Fleck bewegen, während du gerade intensiv übst. Außerdem bietet es sich für dynamische Yoga-Arten an, etwas dünnere Varianten zu wählen, auf denen du auch in Balance-Übungen einen guten, festen Stand hast.

2. Dein Yoga-Raum

Wo praktizierst du? Hast du ein eigenes Yoga-Zimmer zu Hause? Ein festes Studio, in dem du deine Matte deponieren kannst? Dann wird das Gewicht oder ein unhandlicher Transport wohl kaum eine Rolle spielen. Bist du aber eher der Yoga-Vagabund, der mal zu Hause, in wechselnden Yoga-Studios oder auch am Strand bei der nächsten Reise praktiziert, wirst du schnell die Vorzüge von Matten kennenlernen, die sich winzig klein falten lassen und quasi nichts wiegen.

3. Material und nachhaltige Produktion

Vielen Yogis ist neben der Art des Materials auch eine ethische bzw. nachhaltige Produktion wichtig. Das macht die Suche nach der perfekten Matte nicht unbedingt leichter. Bei der Flut an Siegeln und Fremdwörtern fällt es schwer den Durchblick zu behalten und oftmals bleibt einem nicht viel anderes übrig, als dem Hersteller zu glauben.

Matten können aus den verschiedensten Materialien sein: Verwendete Naturmaterialien sind zum Beispiel Kautschuk, Kork, Jute oder Baum- und Schafwolle. An synthetischen Stoffen finden sich oft Latex, PVC und das umweltfreundlichere TPE.

Gerade günstige Kunststoffmatten enthalten jedoch oft Schadstoffe wie zum Beispiel Weichmacher, die sich auch auf unsere Gesundheit auswirken. Aber auch Naturmaterialien können mit Schadstoffen belastet sein. Es lohnt sich also, in eine Yogamatte zu investieren, die nach dem Öko-Tex-Standard 100 zertifiziert ist.

4. Waschbarkeit und Langlebigkeit

So eine Yogamatte macht ganz schon was mit: Sie kommt regelmäßig mit dem Boden und mit dem eigenen Schweiß in Berührung. Schmutz und Bakterien sind also ganz normal, allerdings auch unerwünscht. Darum kann es lohnend sein, in Modelle zu investieren, die sich einfach in der Waschmaschine reinigen lassen oder die Mattenreinigungssprays vertragen. Das Minimum sollte sein, dass man die Matte mit Wasser abwischen kann.

Künstliche Materialien haben den Vorteil, dass sie nicht nur rutschfester, sondern meist auch langlebiger sind. Besonders Matten aus TPE sind relativ pflegeleicht und eignen sich daher auch für einen Einsatz draußen. Bei günstigeren Yogamatten ist Achtung geboten: Hier wird oft Material gespart. Diese Matten haben oft eine geringere Materialdichte und sind dadurch weniger lange haltbar. Ein Zeichen dafür ist z. B. dass Abdrücke lange auf der Matte sichtbar sind und sich ggfs. auch Risse bilden können.

5. Preis

Ein nicht zu unterschätzender Faktor beim Mattenkauf ist natürlich der Preis. Besondere Yogamatten können auch gut und gerne mal das Budget sprengen. Es gibt bereits Yogamatten im Kaufhaus ab zehn Euro, an denen du allerdings wenig Freude haben wirst. Hier empfehlen wir auf das Preis Leistungsverhältnis zu achten. Wenn das Geld knapp ist, findet man auch für 30 Euro vernünftige Yogamatten. Vor allem wenn man sich noch nicht so sicher ist, schadet es nicht, in eine gute Alleskönner-Matte zu investieren. Meistens merkt man dann recht schnell, was man wirklich braucht und kann dann auch mal in eine etwas teurere Matte investieren. In unseren Augen lohnt es sich auf Dauer allerdings, eine anständige Matte zu kaufen, die du lange haben wirst, anstelle einer, die nach kürzester Zeit durchscheuert und den Geist aufgibt.

Hier die Topmatten, auf die wir stehen (ohne Gewähr, wie man so schön sagt):

Unsere drei Lieblings-Yogamatten

1. Lululemon

Pro:

  • gute Abfederung, gute Unterstützung für Handgelenke
  • insgesamt sehr guter Halt. Je schwitziger, desto rutschfester die Matte
  • beidseitig benutzbar

Contra:

  • unangenehmer Geruch am Anfang
  • teuer
  • breiter als gewöhnlich
  • Mattensprays entfernen die Rutschfestigkeit der Matte, die man am besten nur mit heißem Wasser reinigt. Billiger, dafür wird die Matte nicht nach Lavendel riechen.
  • Das Material Polyurethane, Gummi und Latex gewährleistet eine lange Lebensdauer, da es sich praktisch nicht abbaut (nicht organisch)

Kaufen könnt ihr die Matte im internationalen Online-Shop von Lululemon, das kann allerdings dauern - oder ihr seid zufällig mal in Hamburg, dort hat Lululemon in der Innenstadt gerade das erste deutsche Ladengeschäft eröffnet. 

2. Manduka

Pro:

  • sehr gute Federung und Dicke, dafür in der Regel etwas leichter als Lululemon
  • gute Rutschfestigkeit auch bei trockenen Händen
  • für große Leute gibt es die Matte in „Large“
  • hält ein Leben (die „Miele“ der Matten)
  • Latex-freies PVC Material, Oekotex-zertifizierte Herstellung

Contra:

  • teuer
  • Wer sehr viel schwitzt, sollte sich zumindest unter Hände und Füße ein Handtuch legen

Manduka-Matten könnt ihr unter anderem bei Very Yoga online kaufen.

3. Jade

Pro:

  • rutschfest
  • rollt sich nicht wieder ein beim Ausrollen
  • sehr guter Halt
  • ökologisch korrekt aus natürlichem Material (Naturkautschuk)

Contra:

  • riecht relativ lange nach Naturkautschuk
  • bröselt nach einigen Jahren (was aber Hardcore Fans nicht abhält...)
  • nicht waschbar

Jade-Matten könnt ihr unter anderem bei Very Yoga online kaufen.

Drei Allrounder-Matten mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis

1. Yogistar

Pro:

  • Mit 50 Euro im mittleren Preissegment
  • Bei 30° in der Maschine waschbar
  • Naturkautschuk
  • Zertifiziert nach ÖkoTex 100
  • Gute Rutschfestigkeit

Contra:

  • Eigengeruch, der aber nach einiger Zeit verfliegt
  • Gewicht: Wiegt etwas über 2 Kg

Yogistar-Matten könnt ihr hier online kaufen.

2. Lotusdesign Modell Yogamatte TPE

Pro:

  • mit 35 Euro definitiv eine der günstigen Matten
  • frei von Latex und PVC und daher für Allergiker geeignet
  • 100% recyclebar
  • zwei unterschiedlich strukturierte Seiten – Je nachdem wieviel Grip man wünscht

Contra:

  • kann nur durch Handwäsche gereinigt werden
  • mit 6 mm für sportlicheres Yoga ein bisschen zu dick
  • leichter Eigengeruch, der erst nach einiger Zeit vergeht
  • relativ sperrig im Transport

Lotusdesign Matten könnt ihr hier online bestellen.

3. Yomats

Pro:

  • sehr rutschfest
  • auf Naturkautschuk gefertigt
  • biologisch abbaubar
  • mit 1,5 Kg ein Leichtgewicht

Contra:

  • muss von Hand gereinigt werden
  • mit knapp 70 Euro schon relativ hochpreisig

Yomats könnt ihr hier online bestellen.

Drei Lifestyle-Yogamatten

1. Liforme

Pro:

  • Hilfslinien für Alignment-Freaks
  • Wird mit Matten-Tasche geliefert
  • Rutschfest
  • Entspricht modernsten ökologischen Standards

Contra:

  • wiegt relativ viel (2,5 kg)
  • sehr teuer (ca. 130 Euro)

Hier könnt ihr das gute Stück bestellen.

2. Schurwolle (verschiedene Modelle)

Pro

  • im Wollprogramm waschbar
  • Allergiker geeignet
  • Kuschelig und warm
  • Naturprodukt

Contra

  • nicht besonders rutschfest
  • fusselt ggf. am Anfang
  • z.T. sehr schwer

Bausinger-Matten könnt ihr hier online bestellen.

3. Baumwoll-Yogamatte Hathi

Pro

  • 100% Naturfasern
  • bei 30° in der Maschine
  • lässt sich gut transportieren
  • üben wie im alten Indien

Contra

  • geringere Rutschfestigkeit als Kunststoffmatten
  • relativ schlechte Isolation von Temperatur

Diese Baumwoll-Yogamatte kannst du hier bestellen.

4. Kork-Matte oder Jute-Matte

Diese Modelle haben ziemlich viel gemeinsam, darum schmeißen wir sie hier in einen Topf.

Pro

  • gute Haltbarkeit
  • Naturprodukt
  • Leichtgewicht mit unter 1 kg
  • mit 40 Euro eine preiswerte Wahl

Contra

  • starker Kork Geruch
  • Rutschfestigkeit hält gegenüber synthetischen Matten nicht mit

Erhältlich sind beide bei Yogistar im Online-Shop.

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