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Die Einheit von Körper und Seele: Wie Yoga gesund hält
Bild: iStockphoto.com

Körper und Seele: Eine gesunde Einheit dank Yoga

Von Katharina Goßmann

Mens sana in corpore sano. - Ein gesunder Geist wohnt in einem gesunden Körper.

Juvenal (60-140 v. Chr.)

Körper und Seele sind eins

Eigentlich müsste uns allen klar sein, dass unser Körper und unser Geist eine untrennbare Einheit bilden. Frisch Verliebte sehen strahlend schön und verjüngt aus und brauchen kaum Schlaf, wer dagegen schlecht geschlafen hat, ist reizbar und von allem genervt, und gestresste Menschen sind viel anfälliger für Erkältungen. Jeder Gedanke ist in unserem Gehirn als neuronale Aktivität nachweisbar, jedes Glücksgefühl geht mit einer Ausschüttung von Hormonen wie Dopamin einher, und körperliche Bewegung baut Stressgefühle ab.

Auch wenn wir aktuell nicht jeden Aspekt des menschlichen Wesens erklären können (das muss ja auch vielleicht nicht sein), wird schon anhand dieser wenigen Beispiele klar, dass es so etwas wie „nur körperlich“ oder „nur psychisch“ nicht gibt - die nachweisbaren körperlichen Vorgänge sind untrennbar mit den weniger sichtbaren und schwerer erforschbaren Aspekten des menschlichen Innenlebens verbunden. Körperliche Faktoren wie Atmung, Körperhaltung oder Faszien beeinflussen die Psyche, psychische Faktoren wie Optimismus oder Selbstvertrauen den Körper.

Auch die Wissenschaft forscht seit Jahrzehnten zum Zusammenhang zwischen Körper und Psyche. Die Ergebnisse reichen von basalen Ergebnissen (Zeit in der Natur hebt die Laune) bis zu beeindruckenden Einzelerkenntnissen der Gesundheitspsychologie: die innere Überzeugung auf den Verlauf der Krankheit Einfluss nehmen zu können verbesserte bei Brustkrebspatientinnen die Überlebenswahrscheinlichkeit drastisch und bei vielen Depressiven wirkt eine halbe Stunde Joggen am Morgen so gut wie das optimale Antidepressivum.

Kultur der Trennung

Obwohl Begriffe wie Psychosomatik omnipräsent sind, obwohl ganzheitliche Behandlungsansätze immer populärer werden (Homöopathie, anthroposophische Medizin, etc.), betrachten wir Körper und Seele zu oft noch isoliert. Vielleicht haben wir uns einfach nie davon erholt, dass René Descartes im 17. Jahrhundert die Trennung von Körper und Geist postulierte? Oder die Psychologie ist als Wissenschaft noch zu jung, um von der Medizin wirklich ernst genommen zu werden und nicht nur hin und wieder fachübergreifend zusammenzuarbeiten, sondern sich wirklich miteinander zu verbinden.

Sogar bei Rückenschmerzen, bei denen bewiesenermaßen oft psychische Ursachen mitspielen und alternative Methoden wie etwa Yoga und Autogenes Training bestens anschlagen, sind sich die meisten Rückenleidenden mit ihren Ärzten einig: Statistisch gesehen werden meist nur die körperlichen Symptome behandelt - mit Tabletten und Spritzen und Operationen - anstatt psychische Aspekte zu bedenken oder sogar den Menschen als Ganzes im Rahmen seiner Lebenssituation zu betrachten.

Auch im Alltag missachten wir die Bedürfnisse von Körper und Seele und tun so, als wäre unsere Psyche beliebig manipulierbar und unser Körper ein Nutzobjekt: Wenn wir erschöpft sind, trinken wir koffeinhaltige Softdrinks, wenn wir traurig sind, gehen wir in laute Clubs, wenn der Kopf schmerzt, nehmen wir eine Schmerztablette. Anstatt nach den wirklichen Ursachen zu forschen – Druck im Job, zu wenig Schlaf, keine Pausen, Beziehungsprobleme. Das reduziert nicht nur die Lebenszufriedenheit immens, sondern kostet auch die Wirtschaft und die Krankenkassen Millionen, wenn nicht Milliarden.

Mit Yoga zurück zur Einheit

Der Idee von Einheit ist im Yoga von essentieller Bedeutung. So wird der Begriff „Yoga“ häufig als „Einheit“ übersetzt (vom Sanskrit-Begriff yuj = „zusammenbinden“) und die yogische Vedanta-Philosophie besagt, dass alles Teil des absoluten, unendlichen Höchsten ist, konkret: dass alles – wirklich ALLES - eins ist.

Die Praxis des Yoga, also Meditation, Yoga-Haltungen (Asanas) und Entspannungs- und Atemübungen (Pranayama), hat dann tatsächlich auch das Ziel, Körper und Seele in tiefster Konzentration und Fokussierung „zusammenzubinden“, um eins mit dem allumfassenden Bewusstsein zu werden.

Wer Yoga übt, merkt dann auch sehr schnell, dass die yogischen Übungen einen deutlich spürbaren Effekt auf den Körper UND die Gefühlslage haben. Denn Yoga kombiniert auf sehr kluge Weise verschiedene Techniken und erreicht damit ein beeindruckendes Gesamtergebnis: Die Bewegung baut Stresshormone ab und bringt den Kreislauf und den Stoffwechsel in Schwung, die Konzentration und Achtsamkeit fokussiert und erdet dich innerlich wie äußerlich, die Dehnung der Faszien macht nicht nur den Körper flexibler, sondern löst auch emotionale Blockaden, die Brustöffnenden Übungen sorgen sofort für ein Gefühl neuer Energie und Hoffnung und langfristig für eine innere und äußere Aufrichtung, die Entspannungsübungen geben Körper und Geist die Chance sich wirklich zu erholen und zu regenerieren und lösen schmerzhafte Verspannungen, ausgleichende Atemübungen wirken beruhigend, bestimmte Asanas wie der Schulterstand regulieren die Hormonproduktion, Meditation lässt den Gedankenstrom wenn nicht versiegen, dann doch wenigstens langsamer fließen.

All diese Techniken sorgen dafür, dass du dich wieder mit all deinen Facetten wahrnehmen kannst und genauer weißt, was du wirklich fühlst, woher deine Gedanken kommen, wo Verspannungen sitzen, wo die Ursache deiner Schmerzen liegen. Auch wenn nicht nach jeder Yoga-Klasse die Einheit mit allen Wesen im Universum spürbar ist - dass du dich auf Dauer durch deine Yoga-Praxis verbundener mit deinem Körper fühlst, deine Emotionen und Gedanken besser steuern kannst, das ist ziemlich wahrscheinlich. Und das ist die Grundlage, um sich wirklich um seine Gesundheit zu kümmern - und dich so dem Ziel ein authentisches, glückliches Leben zu führen näher bringt. 

Kurz gesagt:
Wer sich glücklich und fit fühlen möchte (bzw. seine Lebensqualität trotz einer chronischen Erkrankung, eines Unfalls, einer schweren Erkrankung massiv verbessern möchte), der muss sich damit auseinandersetzen, was er wirklich braucht. Und dafür ist es unabdingbar, dass Körper und Seele wieder in Kontakt kommen, wieder eins werden. Denn nur wer Körper und Geist als Einheit betrachtet, kann dafür sorgen, dass es ihm rundum gut geht. Und Yoga ist eine der besten Methoden, um Körper und Geist wieder in Kontakt zu bringen.
Also ab auf die Matte und glücklich werden!!!

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