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Om-Faktor: Müssen Mantra, Sanskrit & Co. sein?!?
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Om-Faktor: Müssen Mantra, Sanskrit & Co. sein?!?

Von Katharina Goßmann

Eso-Hokuspokus beim Yoga: Zum Weglaufen?

Meine erste Yogalehrerin Maggie erinnerte stark an einen kleinen, drahtigen Feldwebel. Mit ihrer klaren Stimme schuf sie eine nüchterne Atmosphäre und führte uns schnörkellos durch herausfordernde Power-Yoga-Flows. Wenn sie einen Schüler verbesserte, sprach sie ausschließlich über Ausrichtung und Anatomie. Nichts an Maggie erinnerte auch nur entfernt an Spiritualität oder Esoterik, und niemals hätte ich bei ihrem Anblick an Räucherstäbchen, Batik-Hosen oder Tantra-Workshops gedacht.

Und das war ein großes Glück. Denn damals war für mich alles, was in Richtung Spiritualität ging, einfach unerträglich, peinlich, zum Davonlaufen. Tatsache: Hätte Maggie zur Begrüßung inbrünstig „Om Shanti” gesungen und danach einen Vortrag über die machtvolle Wirkung von Mantren gehalten, wäre ich laut schreiend davongelaufen und nie wieder zum Yoga gegangen.

Und hätte so niemals die erstaunliche Wirkung von all diesem „Eso-Hokuspokus” erfahren dürfen. Denn die Aspekte von Yogastunden, die von Außenstehenden häufig als Esoterik wahrgenommen werden, sind weder religiöse Gehirnwäsche noch schmückendes Beiwerk des Yoga-Unterrichts oder oberflächlicher Yoga-Lifestyle (Stichwort: Cultural appropriation). Stattdessen erfüllen sie eine ganz handfeste Funktion. 

Aber der Reihe nach:

Warum singen Yogis Mantras?

Mantras sind machtvolle Worte, Silben oder Verse, meist in der heiligen Sprache Sanskrit. Schon bei dieser Definition zucken Esoterik-Allergiker zusammen: „Heilig”, was soll das denn nun wieder? 

Wir geben zu, die Sache mit den Mantras ist schwierig. Denn um die Bedeutung von Mantras beim Yoga nachzuvollziehen, musst du erst mal daran glauben, dass es so etwas wie „heilige Worte” (beziehungsweise die heilige Sprache Sanskrit) überhaupt gibt. Also Worte, die aufgrund ihrer göttlichen Herkunft eine besondere Macht in sich tragen. 

Glücklicherweise lässt sich dieses Problem umschiffen. Denn die machtvolle Wirkung von Mantras erfahren, also am eigenen Leib spüren, kann jeder. Ob er an Mantras glaubt oder nicht. Such' dir einfach ein Mantra aus (hier die beliebtesten Mantras) und singe oder rezitiere es – leise oder laut – einige Minuten lang. Konzentriere dich dabei auf das Mantra. Wie fühlst du dich jetzt? Was hat sich verändert? Du wirst merken, dass du dich durch die Konzentration auf das Mantra und die rhythmische Wiedergabe zentrierter fühlst, geerdeter, klarer, ruhiger. Und genau das ist das Ziel von Mantras beim Yoga.

Übrigens werden Mantras im Yoga-Unterricht meist gesungen. Das hat den zusätzlichen Vorteil, dass alle Vorzüge des Singens hinzukommen. Am meisten gesungen wird beim Kundalini Yoga

Wenn du selbst noch nie Mantren gesungen hast, probiere es doch mal aus! Im folgenden Video singt Wanda Badwal mit dir das „Gopala Govinda Radhe Shyam”-Mantra:

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Wenn du aber auf keinen Fall singen möchtest – lass' es einfach sein. Keiner wird die böse sein. 

Fazit: Singen macht glücklich!

Warum benutzen Yogalehrer Sanskrit-Begriffe?

Indem sie den Original-Namen einer Yoga-Übung verwenden, ehren Yogalehrer nicht nur die Tradition des Yoga, sondern nutzen auch die spirituelle Macht, die in den Sanskrit-Wörtern steckt.

Natürlich musst du nicht an diese Macht glauben, und selbstverständlich kannst du eine Asana genauso gut ausführen, wenn der Lehrer nicht „Adho Mukho Svanasana”, sondern „herabschauender Hund” sagt. Fraglich werden Sanskrit-Namen für Asanas sowieso, wenn die betreffende Yoga-Übung erwiesenermaßen nur wenige Jahre alt ist und von westlichen Yogalehrern entwickelt wurde: Dann ist es doch sinnvoller von der „Happy Baby Pose” zu sprechen als von „Ananda Balasana" – was einfach nur die wörtliche Übersetzung des englischen Namens ist. 

Wer aber eine Weile Yoga praktiziert, beginnt oft die Schönheit der Sanskrit-Begriffe zu schätzen – und versteht sie auch immer besser. Und freut sich dann einfach, welche lange und schöne Tradition hinter seiner Yoga-Praxis steht.

Fazit: Sanskrit-Namen für Asanas sind eigentlich nicht notwendig – klingen aber toll!

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