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Loslassen im Yoga: Warum, was und vor allem wie?

Von Karen Welters und Merle Blankenfeld

Wenn das mit dem „Loslassen” so einfach wäre, wie uns in der Yogawelt oft suggeriert wird, dann wären wir das entspannteste Volk auf diesem Planeten. Denn wer möchte schließlich nicht mit Leichtigkeit durchs Leben gehen, ohne den ganzen Ballast, den das Leben so mit sich bringt? Ohne unsere Laster, Vorlieben, Gewohnheiten, Abneigungen, ohne all die negativen Gefühle wie Ängste, Neid oder Gier. Auch das vierte und fünfte Yama aus den Yoga-Sutren von Patanjali empfiehlt uns Bescheidenheit, Reinheit in Gedanken und Taten sowie nicht besitzergreifend und begierig zu sein (Brahmacharya und Aparigraha). Denn wer nichts begehrt, kann zufrieden und gelassen sein und den Moment genießen. Doch genau das fällt uns ja so schwer, denn sie sind immer da, die Gedanken an gestern, heute und morgen. Die Pläne. Die Wünsche. Die Ängste und die Sorgen.

Nur als Kind gelingt es uns wirklich, den Augenblick zu leben, im Hier und Jetzt zu sein. Doch dann kommen sie, die Eltern, Kindergärtner, Freunde, Lehrer, Profs, Chefs und all die Menschen um uns herum mit ihren Ansprüchen und Erwartungen. Und wir? Sind plötzlich mittendrin in der Leistungsgesellschaft, im Werten und Bewerten und Messen und Gemessenwerden. In der Lebensplanung. Der Druck von außen und innen nimmt schleichend zu, wir häufen Ballast an, und das Gelassensein wird immer schwieriger.


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Was passiert, wenn wir nicht loslassen?

An Dingen festzuhalten, die uns nicht guttun, kann uns immens schaden – sowohl psychisch als auch körperlich. Die Folgen können unter anderem sein:

  • exzessives Grübeln
  • Depression
  • Schlafstörungen
  • Konzentrationsstörungen
  • Kopfschmerzen
  • Muskelverspannungen und daraus resultierende Rücken- oder Nackenschmerzen
  • Verdauungsprobleme bis hin zu schwerwiegenden Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts oder etwa der Gallenblase

Auf der Suche nach Gelassenheit

Und dann stellen wir uns irgendwann die Frage, wo sie nur hin ist, die Leichtigkeit des Lebens. Und los geht die Suche nach dem individuellen Gleichgewicht. Und genau an dieser Stelle kommt Yoga ins Spiel. Denn durch Atem- und Körperübungen sowie die Meditation lernen wir wieder, den inneren Tumult zu entschleunigen, Druck abzubauen und, jetzt kommt's, loszulassen. Den Geist anzuhalten. Kontrolle abzugeben. Zu atmen und uns dabei leicht zu fühlen. Klingt ganz schön angeberisch - aber probier' es einfach selbst aus, du wirst sehen, dass es funktioniert!

Loslassen mit Yoga

Yoga ist natürlich ein wunderbares Instrument, um Loslassen zu üben. Ein Klassiker sind hier die Hüftöffner: Wir gehen im Yoga davon aus, dass im Bereich der Hüfte besonders viele Blockaden und verdrängte Emotionen sitzen. Wenn wir diese Stelle nun anatomisch gesehen öffnen und die Muskulatur lockern, können wir also solche Blockaden lösen und so Altlasten loslassen. Im Yin Yoga etwa werden die Asanas über einen längeren Zeitraum gehalten. So haben wir oft erst die Möglichkeit, uns wirklich tief in die Haltung fallenzulassen und Anspannungen in der Tiefenmuskulatur aufzulösen, die wir vielleicht gar nicht bemerkt haben.

Wer sich direkt in die Yoga-Praxis stürzen möchte, dem empfehlen wir folgende Yin-Yoga-Sequenz zum Loslassen von Ranja Weis:

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Yoga im Alltag: Tipps für das Loslassen

  1. In einer aufgeräumten Umgebung fällt das Loslassen leichter als im Chaos. Wie soll schließlich unser Geist Ruhe finden, wenn unsere Sinne von den äußeren Reizen vollkommen überfordert sind? Starte deinen Prozess des yogischen Loslassens also am besten mit einer großen Ausmist-Aktion. Lass' los, was du nicht mehr brauchst: Kleidungsstücke, die du schon seit Ewigkeiten nicht mehr trägst, die nicht mehr passen oder dir einfach nicht mehr gefallen. Bücher, die du nicht mehr liest und in die noch nicht mal mehr reinschaust. Alte Akten, die du nicht mehr brauchst – die beste Option: Digitalisieren! Gehe so von Raum zu Raum oder von Warengruppe zu Warengruppe vor. Konkrete Tipps dazu findest du in diesem Artikel zum Thema Entrümpeln.
  2. Als Nächstes solltest du dir deinen Lebensstil anschauen. Tut dir dein Job gut? Deine Freunde? Dein Konsumverhalten? Wie möchtest du leben? Wenn du dir dessen bewusst bist – und dir vor allem im Klaren darüber bist, wo du hinmöchtest –, kannst du viel leichter loslassen, was nicht zu diesem Plan passt.
  3. Meditieren kann eine wunderbare Übung sein. In der Meditation lernst du, Gedanken loszulassen, die dir nicht mehr guttun. Du beobachtest deine Gedanken liebevoll – auch die negativen – und lässt sie dann weiterziehen. Ohne Groll und Festhalten von Dingen, die dich nicht weiterbringen. Wenn du diesen Prozess in der Meditation übst, wird es dir irgendwann auch im restlichen Leben viel leichter fallen, loszulassen. Ob das eine vergangene Beziehung ist, der du noch hinterhertrauerst, eine Vorstellung von dir oder deinem Leben, die nicht mehr passt, oder ein Konflikt, der dir einfach keine Ruhe geben will. Wie schon Königin Elsa in Disneys „Frozen” so inbrünstig gesungen hat: Let it go!

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