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Yoga-Übungen: Alles über herzöffnende Rückbeugen

Von Kerstin Linnartz

Manche meiner Schüler zucken schon bei der Erwähnung von Rückbeugen zusammen. Vor allem fortgeschrittene Asanas wie Rad oder Skorpion führen beim ersten Anblick oft zu Reaktionen wie „Das schaffe ich nie!“, „Das muss doch weh tun!“ oder „Das versuche ich gar nicht erst!“. Interessanterweise treffen viele Menschen solche Aussagen auch in Alltagssituationen. Kennst du das von dir selber? Dann lies weiter, denn Rückbeugen helfen bei diesen Ängsten – sowohl physisch als auch mental.

Zur Beruhigung vorweg: Um die Wirkung von Rückbeugen auf Körper und Geist zu erfahren, müssen es keine extremen Asanas sein! Es reichen schon einfache Stellungen wie der heraufschauende Hund oder die Heuschrecke, die auch Anfänger praktizieren können. Wichtig (wie bei allem im Leben): Um Verletzungen zu vermeiden, sind die richtige Ausführung sowie Geduld und Respekt vor den eigenen Grenzen nötig.

Rückbeugen im Yoga: Körperliche Wirkungen

Anatomisch sind Wirkungen von Rückbeugen einfach erklärt: Die Brustwirbelsäule wird nach hinten gestreckt, damit der Brustkorb geweitet, der Lungen- und Herzbereich gedehnt werden. Die Rückenmuskulatur wird gestärkt, die Körpervorderseite, insbesondere Brust- und Bauchmuskeln, Zwischenrippenmuskeln, Leisten und die vordere Oberschenkelmuskulatur dehnen sich. Insgesamt wird die Brustwirbelsäule beweglicher und der Torso geschmeidiger.

Das Verdauungssystem wird gestreckt, dadurch können Beschwerden wie Sodbrennen oder Verdauungsschwierigkeiten gelindert werden. Durch die Dehnung der gesamten Atemhilfsmuskulatur wird bei regelmäßigem Üben von Rückbeugen der Atem vertieft und die Qualität des Atems nimmt zu. Damit verstärkt sich die Sauerstoffversorgung des Körpers, was energetisierend und verjüngend auf Körper und Geist wirkt. Der Zellstoffwechsel steigt und die Konzentration verbessert sich.

Rückbeugen stimulieren außerdem die Thymusdrüse. Sie sitzt hinter dem Brustbein und steuert, vereinfacht gesagt, die Abwehrkräfte im menschlichen System, indem hier die wichtigen T-Lymphozyten (weißen Blutkörper) „geschult“ werden. 

Zusammengefasst: Rückbeugen machen körperlich fitter, jünger und gesünder. Wie sie sogar glücklicher machen können, erkläre ich dir gleich...

  

Wer profitiert am meisten von Rückbeugen?

Für physische Schwierigkeiten in den Bereichen, die von Rückbeugen beeinflusst weren, gibt es diverse Gründe. Ganz weit vorn: Schreibtischarbeit. Die meisten Menschen, die hauptberuflich Bürotätigkeiten ausüben, haben früher oder später mit Schulter- und/oder Rückenproblemen zu tun, die sich wiederum auf verschiedene Bereiche des Körpers auswirken. Vielleicht kennst du das selber nach vielen Stunden am Rechner: Die Schultern fühlen sich rundbuckelig an und sehen mitunter sogar so aus. Der Rundrücken (med. Hyperkyphose) ist weit verbreitet und führt durch Komprimierung der Brustwirbel nicht nur zu Einschränkung der Atmung mit verminderter Vitalkapazität der Lungen, sondern auch zu Herz-Kreislauf-Problemen und Magen-Darm-Mobilitätsstörungen. Im Alter verstärkt sich der Rundrücken übrigens, am schnellsten zwischen dem 50. und 60. Lebensjahr – weswegen Hyperkyphose nachgewiesen zu höherer Sterblichkeit führt. Durch das Üben von Rückbeugen kann der ungesunden Haltung an der Tastatur entgegengewirkt werden. Yogis haben also die Chance, bis ins hohe Alter aufrecht und gesund zu bleiben!

Auch bei manchen Sportarten kannst du dir Beschwerden antrainieren. Richtig gehört: Zum Beispiel einseitiges Training der Brustmuskulatur (häufig z.B. bei Männern, die im Fitnesstudio mit Gewichten „pumpen“) führt zu einer Komprimierung des Brustkorbes – mit den gleichen Folgen wie oben genannt. Hier können Rückbeugen als Gegenbewegung nach bestimmten Trainings helfen.


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Yoga gegen „Smartphone-Höcker“: Rad und Co. helfen

Erschreckend finde ich das Phänomen des „Witwenhöckers“ – eine Krümmung der Nackenwirbel, die früher nur bei älteren Damen ab 70+ zu beobachten war. In jüngster Zeit gibt es immer mehr junge Menschen mit verkrümmtem Nacken. Du darfst raten, woran das liegt?! Kleiner Tipp: Diese folgeschwere Fehlstellung wird in den USA inzwsichen als „iHunch“ bezeichnet. Ja: Es gibt heutzutage einen „Smartphone-Höcker“ durch die unnatürliche Haltung des Nackens von Telefonjunkies. Auch hier können Rückbeugen Abhilfe schaffen. Mein Tipp wäre allerdings: Smartphone wegstecken und nach vorne schauen. Das tut auch der zwischenmenschlichen Interaktion gut, die durch permanentes Bildschirmstarren verkümmert.

Psychische Effekte von Rückbeugen: Öffne dein Herz

Das bringt uns direkt zu den emotionalen Auswirkungen von Rückbeugen. Kaum eine andere Asana-Gruppe hilft so sehr bei Themen, die das Herz betreffen. Und haben wir nicht alle manchmal Herzschmerz? Geht es uns emotional nicht gut, weil wir z.B. Liebeskummer haben, ist mitunter sogar vom „gebrochenen Herzen“ die Rede. Tatsächlich macht sich intensive Trauer körperlich bemerkbar – oft durch stechenden Schmerz in der Herzgegend.

Wir verlieren in solchen Phasen unsere „Offenheit“, nicht nur mental, sondern auch körperlich. Beobachte einmal deinen Atem in besonders traurigen oder stressigen Situationen. Sehr wahrscheinlich fließt er nicht tief und ruhig, sondern ist hektisch, oberflächlich oder „stockt“, weil der Herzraum blockiert. Unser Herz-Chakra wird nämlich durch emotionale Traumata gestört. Hier können Rückbeugen Abhilfe schaffen! Durch das körperliche Öffnen des Brustraums werden tiefes Atmen und Loslassen möglich – unser „Herz geht auf“. Deshalb heißen Rückbeugen auch "Herzöffner". Du gelangst über die erhöhte Sauerstoffzufuhr zu neuer Kraft, nicht nur körperlich, sondern auch mental. Die Verhärtung, die durch mentale Verletzung stattgefunden hat und letzlich ein Schutzmechanismus ist, kann wieder weicher werden.

Somit ist es tatsächlich möglich, mithilfe des Übens von Rückbeugen schneller durch negative Gefühle hindurchzugehen. Verstehe mich bitte nicht falsch: Es geht nicht darum, diese Gefühle nicht zuzulassen oder zu unterdrücken. Es ist nur wenig sinnvoll, sie unnötig lange mit herumzutragen, denn bekanntlich reist es sich ja besser mit leichtem Gepäck!

 

 

Die Wirkung und Ausführung von 4 klassischen Rückbeugen

Allen Rückbeugen ist gemeinsam, dass sie den Rücken stärken, Verspannungen in Schulter- und Nackengegend lösen und das Atemsystem unterstützen. Einzelne Rückbeugen können aber sogar Krankheiten wie Asthma und andere Atemwegsbeschwerden, Rheuma, Diabetes oder sogar Menstruationsbeschwerden lindern. Zudem kurbeln etliche Rückbeugen die Entgiftung und Fettverbrennung an. Im folgenden stelle ich vier Rückbeugen ausführlich vor (Auszug aus Kerstin Linnartz "All about yoga").

1. Bhujangasana, die Kobra 

Körperlich ist ziemlich offensichtlich, warum die Stellung Bhujangasana heißt, der Sanskrit-Begriff bhujanga bedeutet nämlich Kobra. 
In der Position erinnert der Yogi an eine aufgestellte Kobra.
 Auch die körperliche Wirkung ist leicht von außen zu sehen: Wir gehen in eine Rückbeuge, die Wirbelsäule wird aktiviert. Eine starke, gesunde Wirbelsäule hat eine Vielzahl positiver Effekte. Spannend ist aber auch die mentale Wirkung, die der Kobra zugeschrieben wird. Und da bedienen sich die Inder wieder an der Mythologie:
 Shiva, der ja als der Mahayogi (der oberste aller Yogis) bezeichnet wird, ist oft in Begleitung einer Kobra dargestellt. Die Symbolik dahinter: die Schlange steht für Angst, Gefahr und Tod. Der Fakt, dass Shiva entspannt, nach innen gekehrt, meditierend mit halb geschlossenen Augen da sitzt, zeigt, dass er diese Angst überwunden hat. Er fürchtet sich nicht mehr vor dem Tod.


Eine ähnliche Geschichte gibt es zu Buddha:
Als Buddha eines Tages unter einem heiligen Bodhi Baum meditierte, strahlte er tiefe Ruhe und Selbstsicherheit aus. Diese wohltuende Stille lockte Kobras an und sie versammelten sich in seiner Nähe. Buddha war tief in Meditation versunken, spürte die Nähe der Kobras und doch hatte er keine Angst vor ihnen. Auch die Kobras genossen die Ruhe. Schnell sprach sich die Geschichte herum und Leute kamen, um das Schauspiel zu beobachten. Aus Angst vor den Kobras hielten sie großen Sicherheitsabstand. Plötzlich fing es an zu regnen und die Leute hatten Angst um den meditierenden Buddha. Doch keiner der Anwohner wagte sich in seine Nähe, zu groß war die Angst vor den Kobras. Der König der Kobras schlängelte sich von hinten an Buddha heran und richtete seinen ganzen Körper auf. Dann spreizte er den Hals und bot so Buddha einen großen Schirm, der ihn vor dem Regen schützte. Unberührt vom Regen setzte Buddha seine Meditation fort. Die Zuschauer waren überrascht von der Großzügigkeit der Kobras und tief beeindruckt vom meditierenden Buddha.

Beide Geschichten zeigen, dass unsere Ängste überwunden werden können, wenn man sie nur aus einer ruhigen, gelassenen Perspektive betrachtet. Dann verliert selbst der Tod seinen Schrecken, der ja für viele Menschen die größte Angst darstellt. Meditation kann uns diese Gelassenheit geben. Und Bhujangasana stärkt unseren Rücken so, dass wir ungestört für die Mediation stillsitzen können.

Ausführung der Kobra

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Wirkung von Bhujangasana

Die Hauptwirkung ist hier natürlich die Stärkung des Rückens. 
Wie wichtig ein starker Rücken ist, merkt Ihr sicher oft am Schreibtisch oder wenn Ihr euer Kind durch die Gegend tragt.
 Aber auch in der Meditation ist ein kräftiger Rücken nötig: Solange es im Rückgrat zwickt, ist euer Geist abgelenkt und der tiefe Frieden, den wir durch die Meditation erlangen und von dem immer alle reden, wird euch verborgen bleiben.
 Daher ist die Kobra so wichtig. Die gute Nachricht: Sie ist wirklich einfach zu üben!
 Die äußeren und die tiefer gelegenen Rückenmuskeln werden gekräftigt, was uns hilft, aufrecht zu gehen und sitzen. 
Die Wirbelsäule erhält Flexibilität und eine wundervolle Rückbeuge. Die Wirbel werden an der Vorderseite auseinander gezogen, die Bandscheiben mit Blut versorgt.
Wirbelsäulenfehlstellungen können gebessert werden. Die Kobra hilft gegen Rundschultern und Hexenschuss.
 Die Bauchmuskeln werden angespannt und dadurch gekräftigt. Durch den Druck verringern sich ungewollte Pölsterchen an Bauch und Hüften.
 Der Druck innerhalb des Unterleibs wird gesteigert, so dass Verstopfung verschwindet. Alle Unterleibsorgane, besonders Eierstöcke und Gebärmutter werden gekräftigt. Menstruationsbeschwerden werden gelindert.
 Durch die Dehnung des Brustkorbes werden Brust und Nacken gestärkt. Asthma und andere Atemwegserkrankungen können bei regelmäßigem Üben bekämpft werden.
 Wie wir eben erfahren haben, kann Bhujangasana mehr als nur auf der körperlichen Ebene wirken. Wenn ich mir beim Üben diese Wirkungen ins Gedächtnis rufe, werden sie verstärkt.

  • Rücken; Kräftigung 

  • Aufrichtung 

  • Unterleib: Menstruationsbeschwerden 

  • Wirbelsäule: Flexibilität, Bandscheiben 

  • Brustkorb: Öffnung, Atemwege 

  • Effekt: energetisierend, stärkend 


2. Setu Bandha Sarvangasana, die Schulterbrücke

„Bridge over troubled water“ ist der Titel eines Songs, der im Original von Simon & Garfunkel stammt und von zahllosen Künstlern gecovert wurde. Was das mit der Schulterbrücke zu tun hat? 
Naja, im Songtext heißt es, „When you ́re weary, feeling small, when tears are in your eyes, I will dry them all.“

Und das sagt man auch Setu Bandhasana nach: diese Übung kann bei emotionaler Verspannung und Blockaden der Kreativität wahre Wunder wirken. Es wird sozusagen eine Brücke von aussen nach innen gebaut: setu = Brücke, bandha = bauen/konstruieren.
 Oft wird die Schulterbrücke als ledigliche Ausgleichsstellung zu Schulterstand und Pflug unterschätzt.
Dabei hat sie deutliche Wirkungen, obwohl sie in der Grundhaltung sehr einfach ist. In Indien wird sie wegen dieser Einfachheit sehr geschätzt und da Yoga unter Indern teilweise auch in sehr hohem Alter praktiziert wird, wird sie oft gelobt als „Asana, die Menschen jeden Alters praktizieren können.“

Wie bei jeder Yogaübung kommt es jedoch ganz auf die eigene Praxis an, wie fordernd eine Asana ist und so können auch die unter euch, die gern mal ins Schwitzen kommen, mit den Variationen das Maximum aus der Stellung herausholen.

Ausführung von Setu Banda Sarvangasana

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Wirkung der Schulterbrücke

Die Schulterbrücke ist eine zugleich lockernde und stärkend Übung.
 Die Dehnung des Schulterstandes wird umgekehrt - der Nacken kann sich entspannen, da der Druck herausgenommen wird.
 Je nach Ausübung werden Bauch- und Gesäßmuskeln trainiert.
 Der Bauchraum wird gedehnt. Hierdurch werden Leber und Milz reguliert, was eine reinigende Wirkung zur Folge hat: Toxine können besser ausgeschieden werden und Fett besser verdaut.
 So manchem dürfte das nach einem Abend der Völlerei besonders gut tun! Bei Verdauungsbeschwerden oder Gasbildung im Bauchraum kann die Schulterbrücke ebenfalls Abhilfe schaffen. 
Die Geschmeidigkeit der Handgelenke kann trainiert werden. Auch Schultern, Ellenbogen, Knie und Hände werden trainiert. 
Die Vorderseite der Wirbelsäule wird gedehnt, dadurch werden Brust- und Herzgegend geöffnet.
 Der Rücken wird gestärkt, die gesamte Wirbelsäule bleibt bei regelmäßigem Üben dieser Asana flexibel, aktiv und kräftig.
 Das gesamte Nervensystem wird stimuliert.
 Sogar gegen Arthritis soll die Schulterbrücke helfen.

  • Nacken 

  • Bauchraum: Leber, Milz 

  • Entgiftung, Fettverdauung 

  • Wirbelsäule 

  • Brustraum: Herzöffnung 

  • Nervensystem 

  • Effekt: stärkend, öffnend, regulierend 


 

3. Dhanurasana, der Bogen

Der Bogen (dhanu=Bogen) vereint in sich die Wirkungen der Kobra (Bhujangasana) und der Heuschrecke (Shalabasana). Diese drei Übungen sollten im Idealfall immer zusammen praktiziert werden, da sie im Dreierpack ein wertvolles Rückbeugen-Set darstellen.
 Obwohl man den Bogen als eine Kombination von Kobra und Heuschrecke betrachten kann, unterscheidet er sich wesentlich von den beiden Übungen: Bei den ersten beiden ist die Rückenmuskulatur aktiv, im Bogen passiv.

Ausführung des Bogens

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Die Wirkung von Dhanurasana

Die Wirkung von Dhanurasana ist eindeutig energetisierend - wenn ich ein wenig schlapp oder müde bin, übe ich zwischendurch kurz den Bogen und schon habe ich wieder frische Energie und es kann weitergehen. Das Wunderbare am Yoga ist: wir können es immer und überall anwenden und es erfüllt genau den Zweck, den wir grade benötigen. So kann uns Dhanurasana wieder neue Kraft geben, wenn wir vielleicht „den Bogen etwas überspannt haben“.

Eines der Geschenke, die uns Yoga macht: 
Wir erkennen schneller, wenn wir uns zu viel abverlangen bzw. erhöhen unser Energie- und Konzentrationslevel, um zu mehr bereit und in der Lage zu sein. Dinge, Situationen oder Menschen, die auf Dauer nicht gut für uns sind, erkennen wir klarer und „machen einen großen Bogen“ um sie. Genau so ist es mit alten Angewohnheiten - die werfen wir „mit einem hohen Bogen“ und mithilfe von Yoga aus unserem Leben. 

Der Bogen wirkt intensiv auf die Bauchgegend:
 Der Bauch wird massiert. Das wirkt positiv auf Verstopfung oder Verdauungsstörungen.
 Der gesamte Darm wird aktiviert und das Verdauungsfeuer wird angeregt. Überschüssiges Fett am Bauch wird reduziert. Blähungen bessern sich.
 Sämtliche Bauchorgane bekommen eine Extraportion Blut, was zur Aktivierung beiträgt. Leber und Milz werden aktiviert, was hilft, Giftstoffe abzutransportieren.
 Da die Bauchspeicheldrüse reguliert wird, empfiehlt man den Bogen oft Menschen, die unter Diabetes leiden. Auch die Nebenniere wird beeinflusst. Die verstärkte Ausschüttung von Adrenalin wirkt aktivierend. Eine Überdosis müssen wir beim Bogen nicht befürchten. 

Die Ausschüttung von Cortison wird normalisiert, deswegen kann Dhanurasana gegen Rheuma in Beinen, Knien und Händen helfen.
 Die Bauchmuskeln werden gestärkt.
 Die Wirbelsäule wird aktiviert, Fehlstellungen des Rückens bessern sich.

Der Bogen verhindert ausserdem eine frühzeitige Verkalkung der Wirbel. Man sagt, wer regelmässig das „Dreierpack der Rückbeugen“ (Kobra, Heuschrecke, Bogen) übt, hat bis ins hohe Alter einen aufrechten und anmutigen Gang. 
Tatsächlich sieht man in Indien viele alte Menschen sehr gerade gehen.

Der Bogen wirkt auf alle Teile der Wirbelsäule: sowohl Hals-, Brust-, Lenden- als auch Kreuzbeinbereich werden flexibel.
 Die Dehnung der Brustregion wirkt sich positiv auf das Atmungssystem aus. Asthma kann sich verbessern. Da mit der Wirbelsäule auch das Nervensystem aktiviert wird, gibt Dhanurasana uns einen Frischekick.

Die Inder gehen sogar soweit zu sagen, diese extra Energie sorge dafür, dass man durch den Bogen „nie faul“ wird.
 Man spürt die bessere Laune gleich im Anschluss an die Übung. Das hängt mit der Wirkung auf das sympatische Nervensystem zusammen, das am Rückgrat entlang schlängelt.

Auch der Solar Plexus („Sonnengeflecht“) wird massiert - ein Nervengeflecht in der Magengegend, das die Yogis als die „Batterie“ unseres Systems bezeichnen.
 Frauen profitieren davon, dass Menstruationsbeschwerden verschwinden und die weiblichen Fortpflanzungsorgane verbessert werden.

Die Rückenmuskulatur wird massiert. Menschen mit Bandscheibenvorfällen haben durch die sanfte Praxis von Dhanurasana Besserung erfahren.

  • Bauch: 

  • Darm: Verstopfung, Verdauungsfeuer 

  • Organe: Leber, Milz, Pankreas: Entgiftung, Diabetes 

  • Mentsruationsbeschwerden 

  • Wirbelsäule: Bandscheiben 

  • Nervensystem: Aktivierung 

  • Effekt: energetisierend 


be better YOGA: Kerstin Linnartz erklärt den Bogen

Der

Bogen (Dhanurasana)

be better YOGA: Kerstin Linnartz erklärt den Bogen

Der

Bogen (Dhanurasada)

4. Matsyasana, der Fisch

Zum Fisch gibt es zwei Geschichten. Zum einen hat Matsyasana (matsya = Fisch) ihren Namen daher, dass man in dieser Position im Wasser treiben kann, ohne unterzugehen. Beim klassischen „Brett“ schaut nur das Gesicht gerade so heraus, dass man atmen kann. Beim Fisch müsste schon starker Seegang herrschen, um unterzutauchen. Ich habe es oft im Meer ausprobiert - es macht wirklich Spaß! Für dieses „floating feeling“ geht man in der klassischen Position vom Lotussitz aus. Nur diese Stellung garantiert, dass man an der Wasseroberfläche bleibt. Aber keine Angst: Weil Menschen im Westen der Lotussitz üblicherweise schwerer fällt als Indern, gibt es auch die einfachere Variante mit geraden Beinen.

Die Hindhus sehen in Matsyasana eine Hommage an Vishnu, den Erhalter des Universums und aller Dinge darin. Es gibt dazu eine Geschichte über den Hindhu Gott Vishnu in seiner Inkarnation als Fisch: 
Es war einmal eine Zeit, in der die ganze Welt korrupt geworden war. Zur Strafe sollte eine gewaltige Flut alles wegschwemmen. Vishnu nahm die Gestalt eines Fisches an und warnte Manu (der Adam der Hindhus) vor der Katastrophe. Der Fisch packte Manu, dessen Familie und die sieben Heiligen in ein Schiff, trug dieses auf seinem Horn durch die Fluten und rettete ihnen so das Leben.

Die Ausführung des Fisches

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Die Wirkung von Matsyasana

Vor allem macht der Fisch weit. Und zwar den Brustkorb. Durch die Rückbeuge in der Thoraxgegend weiten sich die Rippen, die Lunge erhält sprichwörtlich mehr Luft zum Atmen. Bei vielen Menschen, vor allem denen, die sehr viel sitzen oder arbeitsbedingt zu wenig Bewegung bekommen, ist die Brustgegend verengt. Das hat mit den Rippen zu tun, die nicht mehr im korrekten Winkel zur Wirbelsäule stehen, sondern in einer Schräglage. Dadurch ist die Lungenkapazität eingeschränkt, der gesamte Organismus bekommt zu wenig Sauerstoff. Das wiederum hat zur Folge, dass wir nicht so fit sind, wie wir eigentlich sein könnten. Ich garantiere: Wenn du 6 Wochen lang mindestens zweimal täglich den Fisch übst, wird sich deine Lungenkapazität deutlich erhöht haben. Mit der Lungenkapazität wächst auch die Aufnahme von Sauerstoff - da diese in direktem Zusammenhang mit unserer Vitalität steht, wirst Du feststellen, dass es Dir im Ganzen besser geht und du mehr Energie hast. 
Ein enger Brustkorb wird oft durch einen Rundrücken sichtbar, besonders auf Höhe der Schulterblätter. Matsyasana formt den Thorax und kann den Rücken wieder gerade stellen, weshalb viele Yogis einen schönen, aufrechten Gang haben - von Rundschultern keine Spur!

Aufgrund der positiven Wirkung des Fisches auf das Atemsystem sagt man, er habe heilsame Wirkung auf Asthma: die Muskulatur rund um die Bronchien wird gelockert und erlaubt freieres Atmen.
Die Muskulatur um die Wirbelsäule wird aktiviert und bekommt eine Extraportion Blut. Das wirkt sich positiv und energetisierend aufs Nervensystem aus, was ebenfalls fitter macht.

Die Dehnung der Bauchgegend ist prima für die Bauchorgane: Leber und Milz profitieren von der Übung.

Vor allem die Geschlechtsorgane mögen Matsyasana: Die Organe des Beckens werden angeregt - bei Frauen wirkt sich die Übung positiv auf die Eierstöcke aus, bei Hämorrhoiden soll sie entlastend wirken.
Übt man den Fisch in der klassischen Stellung mit dem Lotussitz, wird das Blut, das normalerweise in die Beine fließt, durch das Zusammenpressen der Schenkel in den Unterleib geleitet: Bei Männern soll die vermehrte Durchblutung der Hoden äußerst belebend wirken.

Die klassische Stellung macht zudem die gesamte Hüfte schön geschmeidig.

  • Brustkorb: Lungenvolumen, Asthma 

  • Schultern: Aufrichtung 

  • Wirbelsäule: Nervensystem 

  • Bauchraum: Leber, Milz 

  • Becken: Geschlechtsorgane 

  • Effekt: erhebend, energetisierend