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Bild: Shutterstock.com

Götter im Hinduismus: Shiva, der Zerstörer

Von Katharina Goßmann

Die hinduistische Götter-Welt ist ziemlich unübersichtlich. Da gibt es Götter mit Elephantenkopf, Ehefrauen, die je nach Laune ihre Gestalt und ihren Charakter ändern, sowie eine Vielzahl von Inkarnationen, Dienern und treuen Gefährten. Um Licht ins Dunkel zu bringen, stellen wir euch regelmäßig eine wichtige Gestalt aus dem Hinduismus vor.

Götter im Hinduismus

Eigentlich gibt es im Hinduismus nur eine – abstrakte – Gottheit: Brahman. Brahman ist alles und nichts, überall und nirgends, kein Gott im Himmel, sondern als „heilige Kraft“ Teil jeden Geschöpfes, jeden Elements dieses Universums ...und aller anderen Universen natürlich. Alle hinduistischen Götter repräsentieren Aspekte von Brahman. Die bekannte Dreieinigkeit (Trimurti) der wichtigsten Eigenschaften von Brahman werden von drei Göttern symbolisiert: Brahman ist die Schöpfung, Vishnu der Bewahrer und Shiva der Zerstörer.

Shiva mit den vielen Namen

Shiva ist unter vielen Namen bekannt. Yogis kennen ihn zum Beispiel als Nataraja, was „König des Tanzes“ bedeutet. In dieser Gestalt tanzt Shiva den endlosen Tanz, der aus Schöpfung, Zerstörung und Wiedererschaffung des Universums besteht. Die nach dieser Legende benannte Yoga-Haltung Natarajasana ist ebenso schön anzusehen wie herausfordernd. Andere Namen von Shiva sind Bhairava, der Schreckliche, Mahesha, der höchste Herr, Nilakantha, der mit dem blauen Hals, Mahadeva, der große Gott und viele mehr. Jeder dieser Namen beruht auf einer der zahlreichen Legenden über Shiva - leider haben wir hier nicht genug Platz um alle zu erzählen.

Shiva und seine Fans

Shiva ist einer der bekanntesten und beliebtesten Gottheiten im Hinduismus. Der Shivaismus hat in Indien Millionen von Anhängern, die sich allerdings in Philosophie und Lebensstil teilweise deutlich unterscheiden. Unter anderem folgen viele Sadhus Shiva: Diese „heiligen Männer“ Indiens leben ein äußerst asketisches Leben - bis auf ihren Marihuana-Konsum, durch den sie sich mit Shiva vereinen wollen. Sie schmieren sich wie ihr Vorbild mit heiliger Asche ein und tragen meist nur einen Lendenschurz.

Shivas Frauengeschichten

Shivas Privatleben ist reichlich chaotisch. Shiva war zunächst mit Sati verheiratet. Deren Vater fand Shivas asketischen Lebenstil (Shiva verbringt die meiste Zeit in Meditation) so irritierend, dass er sie zu einem wichtigen Opferfest nicht einlud. Um die Ehre ihres Mannes wiederherzustellen, verbrannte sich die gekränkte Sati. Wiedergeboren wurde sie als Parvati, die durch eine einjährige Meditation Shivas Herz eroberte. Parvati wiederum verkörpert als Shakti die weibliche Energie zu Shivas männlichem Pendant. In ihrer beliebten Form als Durga vereint sie unter anderem Kraft, Wissen, Weisheit und Handeln. Im Zorn entsprang aus Durgas Stirn eine weitere Verkörperung Parvatis: Kali, die Göttin des Todes und der Zerstörung. Ganz schön verwirrend!
Kinder hat Shiva übrigens auch: zwei Söhne, von denen einer einen Elefantenkopf hat. Aber das ist eine andere Geschichte...

Symbolik in Shiva-Darstellungen

 

Die meisten Shiva-Darstellungen ähneln einander – und stecken voller Symbolik.

Shivas Haut etwa ist häufig blau: Zum einen ist blau die Farbe der Götter, zum anderen hat Shiva das Gift des Urmeeres getrunken, um  das Universum zu retten - was seinen Hals blau gefärbt hat (s.o. Nilakantha). Manchmal ist er auch weiß bzw. aschefarben dargestellt, weil sein Körper mit heiliger Asche eingeschmiert ist.

Als Krone trägt Shiva eine Mondsichel, als Sitzdecke dient ihm ein Löwenfell und um seinen Hals windet sich eine Schlange. Und das kam so: Die Rishis (Asketen) waren böse auf Shiva, weil alle Frauen sich in ihn verliebten. Deshalb schickten sie ihm einen Löwen und eine Schlange - aber Shiva tötete beide. Dann warfen sie eine Mondsichel nach ihm, die aber streckte Shiva sich einfach als Schmuck in die Haare.

Häufig trägt Shiva einen Dreizack – er vertreibt Dämonen und weist auf die Dreieinigkeit der Gottheit hin. In der anderen Hand trägt er eine Sanduhrtrommel bzw. Damaru (deren Klang symbolisiert das Entstehen des Universums). Manchmal hat er ein weiteres Paar Hände, die in Meditationshaltung liegen bzw. die Mudras für "Schutz" und "Gewährung von Wohltaten" zeigen.

Er ist über und über mit Meditationsketten geschmückt und hat ein drittes Auge – alles Zeichen dafür, dass er sich primär der Meditation widmet. Seine Augen sind häufig halb geschlossen und verraten so, dass er halb in Meditation versunken, halb aber noch in der Außenwelt aktiv ist.

Meist fließt ein Wasserstrahl durch sein Haar. Dieser Strahl stellt die Göttin Ganja bzw. den Ganges-Fluss dar, der direkt vom Himmel kommt und durch Shivas Haar sanft auf die Erde umgeleitet wird.

Häufig wird Shiva vor dem Berg Kailash, seiner Heimat im Himalaya, dargestellt.

An Shivas Seite werden manchmal sein Reit-Stier Nandi, seine Frau Parvati oder auch seine Söhne Skanda und Ganesha dargestellt.

Manchmal wird Shiva auch auch als Lingam dargestellt, eine Art Phallus-Symbol, das in der so genannten Yoni, einer stilisierten Vagina steht. An Feiertagen übergießen Hindus das Ligam mit Milch und Honig und feiern so Shivas Schöpferkraft.