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Wieder verspannt? Was dir dein Körper sagen will
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Wieder verspannt? Was dir dein Körper sagen will

Von Kristin Rübesamen

Hello, anybody home?

Dein Körper spricht zu dir. Sein wichtigstes Mittel der Kommunikation ist Schmerz. Wenn wir die Schmerzen verstehen wollen, unter denen wir leiden, müssen wir mit dem Körper kommunizieren. Da setzt ein neues Körperverständnis voraus. Es ist kein Wunder, dass auf dem Weg zur ganzheitlichen Gesundheit der Körper anders wahrgenommen wird als früher. Früher sollte er funktionieren wie ein Motor. Er bekam Tabletten, wenn er nicht durch den TÜV kam, und wer es sich leisten konnte, kaufte sich eine Generalüberholung. Kurz: Er war etwas, in das man investierte, solange es sich lohnte. 

Doch es blieben Schmerzen, die diffuse Ursachen hatten, Verspannungen, die sich häuften, und die Ahnung, dass wir dem Körper nicht zuhören. Warum diese drückenden Kopfschmerzen an der Costa del Sol, warum in den Ferien mit dem neuen Freund immerzu Verstopfung, warum am freien Tag plötzlich Migräne und das Eisengewicht auf den Schultern? Wer ist dieser Körper und was will er uns sagen? Es war wie früher in der Schule im Lateinunterricht: Wir hatten keinen Schimmer. Dann kam Yoga.

Selbstwahrnehmung ist der erste Schritt zur Heilung

Heute sehen wir mit anderen Augen auf unseren Körper. Mit Staunen, Irritation, Dankbarkeit oder Melancholie, auf jeden Fall mit Gefühl. Das führt dazu, dass wir, wenn uns etwas wehtut, nicht sofort nach Reparatur schreien, sondern fragen, was die tiefere Ursache sein könnte und ob wir durch unseren Lebensstil dazu beigetragen haben. Selbstwahrnehmung ist der erste Schritt zur Heilung. Diese Perspektive haben übrigens nicht wir erfunden. Diese Frage stellten sich vor über 2000 Jahren schon die Inder und die Griechen. Wir haben es nur vergessen. Was das heißt? Der Körper hat eine Menge zu erzählen. Wir müssen nur zuhören. Zwei Beispiele, warum es sich lohnt, eine Sprechstunde beim „inneren Arzt” zu besuchen.


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1. Spannungskopfschmerz

Zu Kopfschmerzen gibt es mehr Theorien, als du Yogapants im Schrank hast, deshalb der Reihe nach: Jeder hat gelegentlich Spannungskopfschmerzen, fast 90 Prozent aller Kopfschmerzen fallen in diese Kategorie. Spannungskopfschmerzen werden oft als ein drückendes Gewicht beschrieben, das auf Kopf und Nacken lastet. Der Kopf fühlt sich an wie zusammengepresst, die Nackenmuskeln wie Stahl, die Schläfen tun weh. Der Schmerz ist in der Regel nicht pochend, sondern konstant und an Stirn, Schläfen, Hinterkopf und Nacken zu spüren. Diese Kopfschmerzen können ein paar Stunden, aber auch einige Tage dauern. Treten sie öfter als 15-mal im Monat auf, sind sie chronisch.

Woher kommen Spannungskopfschmerzen?

Die Ursachen sind vielfältig. Alles, was uns unter Druck setzt, emotionaler Stress wie unterdrückte Wut, Angst, Trauer genauso wie physischer Stress, Schlaflosigkeit, schlechte Haltung, ein verspannter Kiefer, verspannte Nacken- und Schultermuskulatur, aber auch generell verspannte Muskeln und Verdauungsprobleme wie Verstopfung (siehe ebenfalls unten). Wenn du mit vorgerecktem Kopf am Schreibtisch sitzt, müssen Nacken- und Kopfmuskeln ständig Überstunden machen, um den Kopf zu halten, sie erschöpfen und verkrampfen sich. 

Die ersten Signale für Spannungskopfschmerzen werden im Nacken und zwischen den Schulterblättern wahrgenommen. Wer ständig in derselben Haltung am Schreibtisch sitzt, im selben Abstand auf den Computerbildschirm starrt, dessen Augenmuskeln, im engen Kontakt mit den Nackenmuskeln, sind in ständiger Überforderung. Denn die Blutzufuhr zum Kopf wird bei permanenter Anspannung verringert. Das sympathische Nervensystem spürt das und lässt mehr Blut in die Muskeln strömen, dafür müssen sich jedoch die Blutgefäße in der Region zusammenziehen und mit weniger Blut auskommen. Bleibt die Muskelspannung konstant hoch, stellt der Körper chemische Stoffe zur Verfüung, um die Blutgefäße auszudehnen und die Blutzufuhr in die entsprechenden Stellen zu vergrößern. Dieser Prozess der Dehnung und Blutzufuhr kann von drückendem Schmerz begleitet werden. Bleibt dieser Zustand so, wird aus Spannungskopfschmerzen eine Migräne. 

Auch die Ernährung kann Kopfschmerzen auslösen: Das zu Recht in Ungnade gefallene Konservierungsmittel Glutamat, Koffein, Süßstoff, Alkohol, aber auch die Aminosäure Tyramin (z. B. in Erdnüssen, Rotwein, reifem Käse), Amine anderer Art und Octopamin (in Zitrusfrüchten) werden in Zusammenhang mit Kopfschmerzen gebracht.

Yoga hilft bei Kopfschmerzen

Eine regelmäßige Yogapraxis hilft dir dabei, gar nicht erst so viel Stress zu speichern, Blockaden rechtzeitig zu lösen, existierende Verspannungen zu lösen oder ihnen vorzubeugen. Aber auch wenn keine Matte in der Nähe ist: Am Schreibtisch zwischendurch den Blick schweifen lassen, aufstehen, ein paar Yoga-Übungen einschieben hilft dir bereits dabei, die Muskeln im Schulter-, Nacken und Kopfbereich zu entspannen. 

In diesem Video zeigt Anna Trökes dir einige hilfreiche Asanas gegen Kopfschmerzen:

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2. Verstopfung

Der Verdauungsstrakt ist ein höchst sensibler Bereich voller Nervennetze, die sich vom Mund bis zum Anus ziehen, ein Bereich, der schon auf die kleinsten Störungen psychischer bis physischer Natur reagiert. Verdauungsbeschwerden mit Verstopfung, Durchfall oder Blähungen können uns quälen. Stress und Überbelastung, auch Bewegungsmangel spielen dabei eine Rolle, auch die Ernährung ist zentral.

Bei Magen-Darm-Erkrankungen kennt die Naturheilkunde gute Therapien. Mit Tees und Kräutern können wir selbst einiges dazu tun:

  • Melisse, Artichocke, Fenchel, Kümmel, Anis gegen Blähungen
  • Myrrhe bei Durchfall
  • Floshamenschalen und Kurkuma bei Verstopfung

Warum Yoga bei Verstopfung hilft

Yoga wirkt nicht nur auf diesen beiden prominenten Baustellen, Yoga wirkt auf einer tieferen Ebene. B.K.S. Iyengar, der Begründer der Iyengar-Methode, wusste, dass Yoga die Blutzufuhr zum Kopf stabilisieren und damit der Ausdehnung bzw. dem Zusammenziehen der Blutgefäße vorbeugen kann. Dass Yoga die endokrine Drüsen und Nervensystem in Balance bringen kann und eine regelmäßige Praxis Zirbel- und Hirnanhangsdrüse ins Gleichgewicht bringt. Dass eine sanfte Asana-Praxis Verspannung in den Schultern lösen kann, Magen und Darm beruhigen, das Nervensystem ganz generell entspannen. Wir ergänzen: Ein ehrlicher, guter Blick nach innen und vielleicht sogar mal in den Spiegel, um zu prüfen, wie gerade du stehst, ein gutes Gespür und ein Ohr für das, was dir dein Körper sagen will, sind der entscheidende Schritt auf dem Weg zu einem gesunden und zufriedenen Körper.

Wenn du nur genau hinhörst, wirst du nichts erfahren, was du nicht schon geahnt hast. Dein Nacken schmerzt? Dann erzählt dir dein Körper vielleicht: Du hast dir zu viel aufgehalst, kannst keine Hilfe akzeptieren, schlecht auf die Bedürfnisse anderer eingehen, bist zu stur. Dein Bauch muckt? Dann sagt er: Du willst alles kontrollieren, kannst nicht loslassen, nichts annehmen, dich nicht hingeben. Das sind nur Beispiele für emotionale Zuschreibungen für körperliche Symptome. Was dein Körper dir sagen will, ist ganz persönlich und sicher recht interessant für dich. Du musst nur hinhören. Wie? Ganz einfach: Unser wichtigster Lehrer ist der Atem. Wenn du ihm durch deinen Körper folgst, wird er dich genau dahin leiten, wo der Schuh drückt.

Effektive Yoga-Übungen bei Verstopfung

Hier zeigt dir die Ayurveda-Expertin, Ärztin und Yogalehrerin Dr. Janna Scharfenberg eine Yoga-Sequenz, die deine Verdauung anregt:

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