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Endspurt Schwangerschaft: Was du jetzt tun kannst
Bild: Shutterstock

Endspurt Schwangerschaft: Was du jetzt tun kannst

Von Kathrin Mechkat

Vielleicht fühlst du dich in den letzten Monaten vor der Geburt wie ein prustender Wal, der sich nur noch wünscht, die Schwangerschaft hinter sich zu bringen. Oder du bist im Nestbau-Modus und völlig high von den finalen Geburtsvorbereitungen. So oder so arbeiten Körper, Geist und Seele auf Hochtouren. Erfahre hier, was auf dem Weg zum Finale alles passiert und wie Yoga dich begleitet.

Herzlich willkommen im dritten Trimester deiner Schwangerschaft! Nur noch wenige Wochen und du wirst dein kleines, großes Wunder in den Armen halten. Was für eine Abenteuerreise du und dein kleiner Untermieter von der befruchteten Eizelle bis zum boxenden und kickenden Fötus schon zurückgelegt habt!

Das letzte Schwangerschafts-Drittel umfasst die Zeit von der 28. Schwangerschaftswoche bis zur Geburt, in der Regel also ein Zeitraum von ca. zwölf Wochen. Zwölf Wochen, die es buchstäblich in sich haben, denn auf den letzten Metern fahren deine Gefühle und Gedanken Achterbahn. Tränenausbrüche bei den Tagesthemen, ein Spannen in den Brüsten beim Sound eines weinenden Babys, ein versonnenes Lächeln auf den Lippen bei der Vorstellung dein Mini-Me bald zum ersten Mal in die Augen zu blicken: Alles Mom-to-be-Business as usual. So watschelst du also mit wuchtiger Babykugel und dem Gefühl zu platzen (wahlweise vor Vorfreude, Aufregung, Glück – oder schlichtweg wegen Deines Bauchumfangs) DEM Ereignis Deines Lebens entgegen.


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Begleiter auf der Schlussgeraden: Sorgen, Schlaflosigkeit, Sodbrennen

Hast du die Schwangerschaft bis zur Schlussgeraden gut weggesteckt, kann es während des Endspurts immer öfter zu kleinen Wehwehchen oder auch der großen Wehen-Panik kommen. Sorgen, Schlaflosigkeit, Sodbrennen, Schweißausbrüche beim Gedanken an die Geburt? Alles häufige Begleiterscheinungen des dritten Trimenons, das auch als Phase der Schwere oder Fülle bezeichnet wird, und das den Weg zum Marathon-Tag der Geburt einläutet.

Spätestens mit dem Beginn des Mutterschutzes, also meistens sechs Wochen vor dem errechneten Geburtstermin, beginnt das große Warten. Einige Frauen genießen es, endlich vormittags zum Schwangerschaftsyoga gehen zu können und sich mit Freundinnen zu verabreden und geben sich voller Hingabe den letzten pränatalen To-Dos wie Geburtsvorbereitungskurs, Shoppen fürs Baby, Packen der Kliniktasche, Dammmassage und Kochen von Himbeerblätter-Tee hin. Andere haben einfach keine Luft, ähm, Lust mehr auf ihre Mitgliedschaft im Kugel-Club. Sie plagen sich wie ein prustender Wal vom CTG-Termin zur geburtsvorbereitenden Akupunktur auf die Couch. In Seitenlange mit einem Stillkissen zwischen den Beinen, versteht sich, weil alles andere einfach der momentanen Körperstatik widerstrebt.

Dein Körper: Ein Wunderwerk in Wuchtbrummen-Gestalt

Apropos Statik: Dein Körper hat in den zurückliegenden Monaten 24/7 Wunder verbracht und läuft weiterhin jede Sekunde auf Hochtouren. Schenk' ihm ein dickes Dankeschön! Auch wenn du jetzt vielleicht „Rücken“ hast und wegen Wassereinlagerungen in deinen Beinen Stützstrümpfe im Oma-Look tragen musst. Bleib in Bewegung: Geh spazieren, schwimmen, zum Yoga und leg danach die Beine hoch oder gönn dir eine Schwangerschaftsmassage. Beim Anblick deines Babybauchs würde Obelix vor Neid erblassen? Kein Wunder, denn der oberste Rand deiner Gebärmutter steht jetzt ungefähr zehn Zentimeter über deinem Bauchnabel. Dein Baby drückt immer mehr gegen dein Zwerchfell, weshalb du zur Zeit unter Umständen das Gefühl haben könntest, als atemloser Frachter durch die Gegend zu schieben. Durch das wachsende Baby wird auch dein Magen immer höher nach oben geschoben und es kann zu Sodbrennen kommen. Versuche zur Linderung über den Tag verteilt kleine Mahlzeiten einzunehmen und vermeide Yoga-Haltungen, in denen der Kopf tiefer als das Herz ist.

Probier’s mal mit Gemütlichkeit: Asanas für werdende Mamas

Gegen Verspannungen im Rücken helfen vor allem Übungen im Vierfüßlerstand. Positioniere hierfür deine Hände unter den Schultern und deine Knie unter deinem Becken. Beginne mit dem Becken schallplattengroße Kreise zu beschreiben. Je größer, runder und gleichmäßiger, desto besser. Integriere deine gesamte Wirbelsäule in die Bewegung und wechsele nach acht Wiederholungen zur anderen Seite. Komm danach in die Kindhaltung mit weit geöffneten Knien und einem Kissen unter deinem Oberkörper und lege dein rechtes Ohr auf der rechten Seite ab, um nach zehn Atemzügen die Seite zu wechseln. Mehr Übungen für Schwangere findest du hier

Dein Geist: Vom Monkey Mind im Wartemodus zum Geburts-Mindset

Viele werdende Mamas werden auf den letzten Metern noch mal richtig aktionistisch. Äußerlich zeigt sich das durchs Sortieren, Aufräumen, Putzen, Ausmisten des ganzen Haushalts. Du hast endlich die letzten Krümel aus dem Besteckkasten gesaugt und auf deinem Wäscheständer hängt eine Armada an Bodys und Stramplern, selbstverständlich drei Mal gewaschen und geschleudert? Herzlich willkommen, Nestbautrieb! Innerlich wird mindestens genauso viel entstaubt, gefeudelt und gebohnert. Ein Hausputz auf mentaler Ebene. Sei also nicht verwundert, wenn du gerade jetzt besonders intensive Träume hast. Die Geburt als Mutter geht mit einer inneren Reinigung und dem Loswerden von Altlasten einher. Ein Veränderungsprozess, den Körper, Geist und Seele als Trio wie die drei Musketiere wuppen, während alle wie paralysiert auf Blutwerte, Ultraschall-Messungen und das CTG starren.

Yoga gegen pränatales Gedanken-Chaos 1

Außerdem schwirren dir wahrscheinlich 1000 Fragen durch den Kopf: Eine Wassergeburt? Oder doch lieber eine PDA? Familienbett oder Beistellbettchen? Schieben oder Tragen? Stoffwindel oder Pampers? Halt! Stopp! Setz' dich leicht erhöht auf ein Kissen, einen Klotz oder eine gefaltete Decke in den Schneidersitz. Schließe die Augen und halte dir mit den Händen die Ohren zu. Roll die Schultern zurück und atme durch die Nase ein. Summe mit der Ausatmung in bester Biene Maja-Manier „Mmmmmmm“. Wiederhole die so genannte Bienenatmung fünf Mal und spüre, wie die Vibration der Klänge deine Nerven beruhigt.

Yoga gegen pränatales Gedanken-Chaos 2

Sollest du es nicht schon für dich entdeckt haben, ist Meditation ein sehr effektives Mittel, um dein pränatales Gedankenkarussell zu stoppen. Mit den Pausen in Stille kannst du dir stundenlange Google-Recherchen sparen, dich optimal mit deinem Baby und deinen Superkräften verbinden und lernst, dass alle Antworten in dir liegen. Ein sehr schöner Einstieg ist das 27-tägige Meditationsprogramm von Petros Haffenrichter. Denk dran, es dir bequem zu machen, dich an einer Wand anzulehnen oder auf einen Stuhl zu setzen. Wichtig ist, dass dein Rücken aufgerichtet ist und dein Atem frei fließen kann.

Deine Seele: Karte und Kompass Richtung Geburt

Dir ist bestimmt schon aufgefallen, dass du viel sensibler geworden bist und öfter mal Pippi in den Augen hast, als sonst. Mache dir diese Durchlässigkeit zu Nutze und nähre deine Seele und die deines Babys mit positiven Eindrücken. Alles, was du erlebst, erlebt die kleine Seele in dir auch. Alles was du denkst, fühlst, sagst und schreibst gibst du an dein Baby weiter. Lies erhebende Literatur, geh in Ausstellungen, in die Natur, genieße die kleinen Augenblicke der Verbundenheit und der inneren Einkehr. Mach dich frei von der Vorstellung der perfekten Geburt und lass dich von deiner Seele leiten. Durch sie bist du mit der Weisheit aller Mütter der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft verbunden.

Yoga für spirituelle Nestbau-Nerds

Bau dir zu Hause einen kleinen Yoga-Altar. Ein Ort, an dem du Blumen, Kerzen, positive Affirmationen, Karten, Fotos, Babysocken oder eine Mütze, und, und, und platzierst. Dieser Ort ist dein Raum, der dich dazu einlädt, zur Ruhe zu kommen, inne zu halten und dich mit deiner Intuition zu verbinden. Er wird dir auch als Neu-Mama Kraft und Zuversicht schenken. Für Perfektionisten: Denk auch daran, dir einen kleinen Travel-Altar für die Kliniktasche bereit zu legen. Kleine Gegenstände wie Kristalle, Duftkerzen oder ein Massageöl helfen dir beim Wohlfühlen und Loslassen. Für eine persönliche Atmosphäre sorgt auch Musik. Hast du schon mal über eine Geburts-Playlist nachgedacht? Hier kommen drei Songs, die beim Loslassen helfen:

Breathe In Breathe Out – Carrie Newcomer
Let Your Soul Be Your Pilot – Sting
Adi Shakti – Nirinjan Kaur


Mamasté und nicht vergessen: Am Ende ist es kein Arzt, keine Hebamme, kein händchenhaltender Partner mit Schweißperlen auf der Stirn, der dein Baby den Weg auf unsere Welt bahnt. Dein Atem ist letztlich dein einziger zuverlässiger Begleiter während der Geburt. Nimm dir JETZT Zeit, ihn gut kennenzulernen!

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