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Go with the flow: Mit Yoga das Leben annehmen
Martin Sanchez auf Unsplash

Go with the flow: Mit Yoga das Leben annehmen

Von Katharina Goßmann und Madhavi Guemoes

Es ist kein Zufall, dass Begriffe wie Flow, Fließen, Fluss im Yoga omnipräsent sind. Denn Yoga ist wahrscheinlich der schönste Weg, um so gut wie alles wieder in seinen natürlichen Fluss zu bringen.

Yoga bringt dein Prana zum Fließen

Da ist als Erstes der Atem. Auch wenn du den ganzen Tag vor lauter Stress und Hektik nicht einmal tief ein- und ausgeatmet hast – beim Yoga wirst du durch den Fokus auf die Atmung und die entspannenden Elemente endlich wieder entspannt atmen. Durch die tiefe Atmung, die ganzheitliche Entspannung, aber natürlich auch wegen der körperlichen Übungen wird dann auch in alle anderen physischen Systeme Bewegung kommen: Es wird mehr Blut durch deine Adern fließen, der Stoffwechsel wird angeregt, die Entgiftungssysteme werden aktiviert, ja, sogar deine Hormonproduktion und dein Immunsystem harmonisieren sich.

Die Bewegung beeinflusst natürlich auch dein myofasziales Gewebe: Deine Muskeln werden nicht nur besser durchblutet und gestärkt, sondern zusammen mit den Faszien auch gedehnt. Verspannungen und Verhärtungen lösen sich so, Schmerzen nehmen ab, du wirst sofort beweglicher und weicher. Speziell das Öffnen der Körpervorderseite mit Rückbeugen hebt die Laune – durch das Dehnen des Brustbereichs öffnest du im übertragenen und gefühlten Sinn dein Herz. 

Das Besondere an Yoga ist dabei die harmonisierende, ausgleichende Wirkung: Im Gegensatz zu anderen Bewegungsformen powerst du dich beim Yoga nicht aus. Weil es beim Yoga nicht darum geht, alles perfekt zu machen, alles sofort zu können, und zwar höher, schneller, weiter, sondern bei dir zu bleiben (deshalb wirst du von guten Yogalehrern regelmäßig dazu angehalten darauf zu achten, dass dein Atem frei und entspannt fließt und ansonsten in eine Ruhehaltung wie das Kind zu gehen). Zudem gibt es neben körperlich durchaus anstrengenden Phasen regelmäßig meditative und entspannende Elemente. All das sorgt dafür, dass du beim Yoga genau das bekommst, was du, körperlich, geistig und seelisch, brauchst – genau so viel Bewegung und Beruhigung, Entspannung und Inspiration, wie du heute nötig hast. 


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Eine runde Yogapraxis beseitigt so körperliche, emotionale, energetische Blockaden. Dann sagen wir Yogis: Prana fließt wieder. Prana, das ist deine Lebensenergie. Und wenn die fließt, dann fühlst du dich nicht nur gesund, stark, glücklich, voller Energie und Liebe und kreativ. Nein, dann bist du endlich wieder in den Fluss des Lebens eingestiegen.

Panta rhei - Leben ist Veränderung

„Panta rhei” bedeutet übersetzt: Alles fließt. Die Annahme, dass sich alles um uns und auch in uns, abhängig von der Situation und Umgebung, in der wir uns befinden, von Moment zu Moment verändert, ist alt. Bereits um 520 v. Chr. besagt der griechische Philosoph Heraklit innerhalb seiner Flusslehre: 

„Alles fließt und nichts bleibt; es gibt nur ein ewiges Werden und Wandeln“.

Und recht hat er: In jeder Millisekunde dreht sich die Welt, fließt Blut durch deinen Körper, Gedanken formieren sich in deinem Gehirn. Was nicht mehr fließt, sich nicht mehr verändert, weiterentwickelt, bewegt, ist im Regelfall, nun ja: tot. Alles, was ist, das Sein an sich, ist immer in Bewegung. Veränderung ist folgerichtig die Essenz des Lebens.

Wenn Veränderung so essenziell und unabwendbar ist: Warum haben wir dann oft so viel Angst vor dem Fluss des Lebens? Nun ja. Wenn sich alles ständig verändert, kannst du dich an nichts festhalten. Dann dienen dir weder gedankliche Schubladen noch Beziehungen, noch nicht mal die eigene Identität als Orientierung. Denn egal, wie elegant die intellektuellen und sozialen Konstrukte sind, die wir uns in unseren Köpfen bauen – es werden doch im Trugbilder bleiben, die nur einen Moment gelten und dann vergehen.

Yoga hilft gegen diese Angst vorm Leben. Es holt uns körperlich und seelisch aus unseren Mustern heraus, lässt uns die Schmerzen der Vergangenheit und die Angst vor der Zukunft vergessen und bringt uns ins Hier und Jetzt. Und dieses Hier und Jetzt ist, wenn es wirklich gelebt und gefühlt wird (und nicht nur aus der Perspektive unserer Erfahrungen und Ängste bewertet wird) immer eine Sensation. In all seiner Unscheinbarkeit, Traurigkeit, Alltäglichkeit ist es wunderschön. Genau so, wie es ist. Jeder Mensch, der uns begegnet, jede Blume, jede Haus, alles ist eine Offenbarung – wenn wir sie nur sehen können.

Go with the flow: Das Leben ist schön

Sich dem Leben in dieser Direktheit, dieser Intensität hinzugeben, hört sich erst mal beängstigend an. Gleichzeitig ist es aber auch wahnsinnig befreiend. Denn wenn wir uns dem Fluss des Lebens einfach hingeben, dann müssen wir uns nicht mehr an irgendetwas festklammern. Müssen nicht unendlich viel Energie darauf verschwenden, Konstrukte zusammenzuhämmern, Schubladen zu beschriften und vollzustopfen, unsere Identität (und die von anderen) zu zementieren.

Stattdessen können wir mit der Strömung mittreiben, mit offenem Herzen und wertfreier Neugier die Landschaft betrachten, gespannt die Überraschungen hinter der nächsten Flussbiegung erwarten. Uns freuen, dass die Welt in jeder Sekunde so schön neu und bunt und aufregend ist. Und so tatsächlich am Leben teilnehmen – statt so zu tun, als könnten wir es kontrollieren mit unseren Schubladen, unseren Bewertungen, unserem Wunsch nach Stabilität und Vorhersehbarkeit.

5 Tipps, die dir helfen mit großen Veränderungen umzugehen

Und wenn Stromschnellen kommen, wenn es richtig anstrengend wird, wenn du das Gefühl hast unterzugehen? Dann kannst du dir zum einen beim Yoga das holen, was du brauchst, um gut weiterzuschwimmen, entspannt weiterzuatmen und anzunehmen, was kommt. Und dann hat Madhavi Guemoes noch diese fünf Tipps, die dir helfen mit unsteten Zeiten umzugehen.

1. Wahrnehmung zulassen

Wie sagte Erich Kästner so schön: „Nichts bleibt, mein Herz – aber alles ist von Dauer!” Veränderung kann ein mulmiges Gefühl erzeugen. Das darf es auch. Wir sind schließlich Menschen und keine Roboter. Eine positive Einstellung zum Wandel hilft dir, offen zu bleiben. Lass dich einfach mal für einen Moment ganz und gar auf das Gefühl der Unsicherheit ein und werde soft. Nichts ist schlimmer, als die eigenen Gefühle zu unterdrücken. Nimm sie wahr, aber lasse dich nicht von ihnen beherrschen!

2. Für Erdung sorgen

Erde deine Füße, lege deine Hände auf deinen Bauch und atme in sie hinein. Stelle dir folgende Frage: „Was brauche ich in dieser neuen Situation, um ganz bei mir zu bleiben? Wie kann ich mich nähren und erden?” Eine sanfte Yogapraxis, Meditation oder eine Massage können dich wie gesagt wunderbar unterstützen. Finde heraus, was du brauchst und kommuniziere es gegebenenfalls deinen Mitmenschen, damit sie Bescheid wissen und dich unterstützen können.

3. Visualisierung als Erste Hilfe

Wie würde eine Person, die dich besonders inspiriert, in deiner Situation handeln? Das kann dein Yogalehrer sein, deine beste Freundin oder jemand, den du bewunderst. Manchmal hilft es, sich eine weitere Sichtweise zu visualisieren, um einen klareren Blick zu erhalten. 

4. Auf Karma Yoga setzen

Um aus deinem Gedanken- und Gefühls-Wirrwarr herauszukommen, kann es helfen, das Spotlight von der eigenen Situation auf andere zu richten: Wer in deiner Umgebung braucht gerade ein offenes Ohr und praktische Unterstützung? Anderen Menschen bedingungslos und selbstlos zu helfen, heißt im yogischen Kontext „Karma Yoga”. Wenn du andere Menschen ganz ohne Erwartung auf Gegenleistung unterstützt, kannst du dein Herz wie einen Kristall zum Leuchten bringen. Karma Yoga macht schön und hilft dir, deinem inneren Chaos für einen Moment die Stirn zu bieten.

5. Vertrauen schenken

Suche dir jemanden in deiner Umgebung, der dir zuhört. Jemanden, von dem du weißt, dass er genügend Empathie besitzt und dir Raum gibt. Vielleicht hat dieser Mensch ja einen klugen Rat für dich, und du kannst getrost alles herauslassen? Auch dazu sind Freunde da – damit wir uns ihnen anvertrauen können.

Nimm Wandel und Herausforderungen an, stelle dich dem Fluss des Lebens. Es sind die Herausforderungen, die das Leben mit Tiefe und Schönheit füllen.

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