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Asana des Monats: Balasana – die Kindhaltung

Asana des Monats: Balasana – die Kindhaltung

Von Katharina Maurer

Balasana ist eine beruhigende Haltung, die den Körper entspannt und regeneriert – ob zwischen anstrengenden Asanas oder zu Beginn einer Stunde. Diese Haltung hat ein tiefes psychologisches Gedächtnis inne, die Erinnerung an unsere Kindheit. Die Form dieser Haltung ist in vielerlei Hinsicht nützlich, besonders aber darum, weil sie uns zwingt, uns mit den Einstellungen und Mustern des Atems, der Gesundheit unserer Bauchorgane, aber auch mit unserem Bewusstsein auseinanderzusetzen.

Körperlich gesehen erscheint Balasana zuerst einmal als einfache Position. Sie erfordert aber Geduld und die Fähigkeit sich hinzugeben – der Schwerkraft und dem Zustand des Nichtstuns. In dieser Asana ist die Herausforderung, dass die Sitzbeinhöcker auf den Fersen ruhen und die Stirn auf der Matte abgelegt werden kann. Für manch einen gar nicht so leicht.

Damit die Kindhaltung möglich ist – und nicht entweder Gesäß oder der Kopf in der Luft hängen – müssen sich einige Muskeln verlängern. Zum Beispiel der Rückenstrecker, die Gesäßmuskeln und die ischiocrurale Muskulatur (rückseitige Oberschenkelmuskulatur). Wenn du dir die Zeit nimmst, tief in die Haltung zu sinken, entspannen die Muskeln, und Schmerzen können so gelindert werden. Besonders im Rücken, Nacken und in den Schultern. Durch die Kompression unseres Brustkorbs wird außerdem der Atem gezwungen, sich in andere Bereiche der Lunge auszudehnen. Das wirkt unserem flachen Alltagsatem entgegen.

Balasana übt Selbstliebe. Warum die so wichtig ist und wie du sie praktizieren kannst, erklärt dir Annika Isterling in diesem Interview:

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Ausführung: So kommst du in die Kindhaltung

  1. Setze dich in den Fersensitz mit geschlossenen Knien und Füßen.
  2. Beuge dich mit der Ausatmung nach vorn und lege deine Stirn auf der Matte vor deinen Knien ab.
  3. Deine Arme liegen neben deinem Körper, die Handflächen zeigen nach oben, sodass deine Schultern und Schlüsselbeine in Richtung Boden sinken und gleichzeitig die Schulterblätter von einander wegziehen. 
  4. Wenn diese Position im Nacken umbequem ist oder der Kopf den Boden nicht berührt, kannst du den Kopf auch auf ein Kissen legen. 
  5. Lenke deine Aufmerksamkeit auf den Atem und atme Ujjayi.
  6. Bleibe für mindestens 30 Sekunden in der Haltung.

Tipp: Wenn du mit dem Gesäß nicht auf die Füße kommst und das als unangenehm empfindest, kannst du auch ein Bolster oder Kissen zwischen Gesäß und Füße legen.

Varianten von Balasana

  1. Statt die Arme neben dem Körper abzulegen, kannst du sie auch nach vorn strecken. So erfährst du eine intensivere Dehnung in den Schultern.
  2. Du hast hier noch die Möglichkeit, nur die Fingerkuppen aufzusetzen und vorsichtig mit den Fingern ein Stück nach vorn zu wandern.

Die Wirkungen von Balasana, der Kindhaltung

Körperliche Wirkungen

  • dehnt leicht die Hüften, Oberschenkel und Fesseln
  • löst Schmerzen und Spannungen im Rücken und Nacken und den Schultern – besonders wenn Kopf und Torso wirklich abgelegt werden können
  • fördert die Durchblutung des Körpers
  • fördert richtigen Atem
  • beruhigt den Körper
  • dehnt die Wirbelsäule
  • dehnt besonders den unteren Rücken
  • massiert und aktiviert die inneren Organe
  • fördert und harmonisiert die Verdauung
  • reduziert Vata und reguliert das Agni-Verdauungsfeuer

Energetische Wirkungen

  • Der Atem wird durch die Kompression des Brustkorbs in den Rücken gelenkt, hier kann er die Nadis (Nervenbahnen) stimulieren.
  • Der Pranafluss wird angeregt.

Geistige Wirkungen

  • Beruhigt den Geist und die Nerven.
  • Hilft Stress, Anspannung und Erschöpfung zu lindern.

Kontraindikationen: Wann du Balasana nicht üben solltest

Bei Durchfall, Knieverletzungen, Bluthochdruck, akuten Entzündungen im Bauchraum oder Hüftgelenk sollte Balasana nicht geübt werden. Bei Schwangerschaft sollte eine Variante mit geöffneten Beinen gewählt werden, die nicht so viel Druck auf den Bauch ausübt.

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