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5 Gründe, warum wir Balasana lieben

Von Katharina Maurer

Balasana ist eine beruhigende Haltung, die den Körper entspannt und regeneriert - ob zwischen anstrengenden Asanas oder zu Beginn einer Stunde. Diese Haltung hat ein tiefes psychologisches Gedächtnis inne, die Erinnerung an unsere Kindheit. Die Form dieser Haltung ist in vielerlei Hinsicht nützlich, besonders aber darum, weil sie uns zwingt, uns mit den Einstellungen und Mustern des Atems, der Gesundheit unserer Bauchorgane, aber auch mit unserem Bewusstsein auseinanderzusetzen.

Körperlich gesehen erscheint Balasana zuerst einmal als einfache Position. Es erfordert aber Geduld und die Fähigkeit sich hinzugeben - der Schwerkraft und dem Zustand des Nichtstuns.

In dieser Asana ist die Herausforderung die, dass die Sitzbeinhöcker auf den Fersen ruhen und die Stirn auf der Matte abgelegt werden kann. Für manch einen gar nicht so leicht.
Damit diese Haltung möglich ist - und nicht entweder Gesäß oder der Kopf in der Luft hängen - müssen sich einige Muskeln verlängern. Zum Beispiel der Rückenstrecker, die Gesäßmuskeln und die ischiocrurale Muskulatur (rückseitige Oberschenkelmuskulatur). Wenn du dir die Zeit nimmst tief in die Haltung zu sinken, entspannen die Muskeln und Schmerzen werden gelindert. Besonders im Rücken, Nacken und den Schultern. Durch die Kompression unseres Brustkorbs wird außerdem der Atem gezwungen, sich in andere Bereiche der Lunge auszudehnen. Das wirkt unserem flachen Alltagsatem entgegen.

Hier also fünf gute Gründe Balasana in die eigene Praxis einzubauen:

1. Balasana beruhigt die Nerven

Balasana unterstützt den Fokus auf dich selbst. Hier kommen deine Gedanken zur Ruhe und deine Aufmerksamkeit kann auf die folgende Praxis gelegt werden. In dieser Position ergibt sich auch die Möglichkeit dich spirituell der Praxis hinzugeben. Balasana ähnelt der Position eines Fötus und man sagt ihr nach, sowohl physischen, als auch mental-emotionalen Trost zu spenden. Sie fördert positive Gefühle und bringt ein bisschen der Unbeschwertheit aus Kindertagen zurück. Die Stirn auf der Matte zu platzieren hat einen beruhigenden und tröstenden Effekt auf die Gedanken und den Geist. Die einwärts gerichtete Haltung des Körpers, der Blick auf einen selbst, geben ein sicheres Gefühl und lassen Entspannung zu. Eine super Haltung, wenn deine Gedanken und Emotionen mal wieder Karussell fahren.

2. Balasana harmonisiert die Verdauung.

Wenn dein Bauch auf deinen Oberschenkeln ruht, erhalten all deine inneren Bauchorgane eine Druckmassage, die die Verdauung anregt und harmonisiert. Besonders die tiefe Atmung sorgt dafür, dass der Druck wellenförmig ansteigt und wieder abflacht. Mit ayurvedischen Worten kann man also sagen, Balasana reduziert Vata und reguliert das Agni - Verdauungsfeuer.

3. Balasana streckt deinen unteren Rücken

Wenn Du den ganzen Tag an deinem Schreibtisch gesessen oder für lange Zeiträume gestanden hast, ist die Chance groß, dass sich eine Kompression des unteren Rückens ergeben hat. Das kommt daher, dass wir dazu neigen, das ganze Gewicht des Oberkörpers in die Lendenwirbelsäule sacken zu lassen, anstelle uns bewußt aufzurichten und die Bauchmuskulatur zu Hilfe zu nehmen und anzuspannen. Indem der vordere Brustkorb in Balasana eine Kompression erfährt, muss sich der Rücken im Bereich des hinteren Brustkorbs und der Taille mehr bewegen, was genau dieses Areal deines Rückens öffnet, dehnt und so entspannt.

4. Balasana öffnet die Hüften

Ebenso wie dein Rücken, müssen deine Hüften über den Tag verteilt eine ganze Menge aushalten. Die meisten Menschen haben eine leicht verdrehte bzw. blockierte Hüfte, die oftmals auch die Ursache von Schmerzen ist. Wenn du in der Position des Kindes die Oberschenkel ein bisschen öffnest und deinen Oberkörper in die Lücke sinken lässt, ermöglichst du eine wohltuende Dehnung der Hüft- und Beckenmuskulatur im Becken.

5. Balasana erinnert uns daran, dass Pausen gut sind.

Gerade wenn du jemand bist, der eine anstrengende und herausfordernde Praxis mag, ist es verlockend die Ruhephasen zu übergehen. Aber gerade dann bietet Balasana einen guten Ausgleich. Sich die Zeit für eine Pause während deiner Praxis zu nehmen, könnte sogar den angenehmen Nebeneffekt haben, dir auch außerhalb der Yogamatte hin und wieder eine Pause zu gönnen. Schließlich ist unser Verhalten auf der Matte ein Spiegel unseres alltäglichen Verhaltens. Gönn' dir also die Pause und lade die Batterien wieder auf. 

Die Wirkungen von Balasana auf einen Blick

Körperlich

  • Dehnt leicht die Hüften, Oberschenkel und Fesseln
  • Löst Schmerzen und Spannungen im Rücken und Nacken und den Schultern - besonders wenn Kopf und Torso wirklich abgelegt werden können
  • Fördert die Durchblutung des Körpers
  • Fördert richtigen Atem und beruhigt den Körper
  • Dehnt die Wirbelsäule
  • Massage und Aktivierung der inneren Organe

Energetisch

  • Der Atem wird durch die Kompression des Brustkorbs in den Rücken gelenkt, hier kann er die Nadis (Nervenbahnen) stimulieren und der Pranafluss wird angeregt.

Geistig

  • Beruhigt den Geist und hilft Stress, Anspannung und Erschöpfung zu lindern

Kontraindikationen

Bei Durchfall, Knieverletzungen, Bluthochdruck, akuten Entzündungen im Bauchraum oder Hüftgelenk sollte Balasana nicht geübt werden. Bei Schwangerschaft sollte eine Variante mit geöffneten Beinen gewählt werden, die nicht so viel Druck auf den Bauch ausübt.

Ausführung

  • Setze dich in den Fersensitz mit geschlossenen Knien und Füßen.
  • Beuge dich mit der Ausatmung nach vorn und lege deine Stirn auf der Matte vor deinen Knien ab.
  • Deine Arme liegen neben deinem Körper, die Handflächen zeigen nach oben, so dass deine Schultern und Schlüsselbeine Richtung Boden sinken und gleichzeitig die Schulterblätter von einander wegziehen. Wenn diese Position im Nacken umbequem ist oder der Kopf den Boden nicht berührt, kannst du den Kopf auch auf ein Kissen legen.
  • Lenke deine Aufmerksamkeit auf den Atem und atme Ujjayi.
  • Bleibe hier für mindestens 30 Sekunden.