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Yogastil-Lexikon: Alles über Restorative Yoga
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Yogastil-Lexikon: Alles über Restorative Yoga

Von Katharina Maurer

In unserer Welt, in der wir zeitlich präzise getaktet von einem Termin zum nächsten jetten, in der wir uns permanent neuen Sinnenreizen aussetzen, in der wir flach atmen, sei es als Folge von Stress oder gar, um unseren Bauch in der unbequemen Bürokleidung ein bisschen flacher erscheinen zu lassen – in dieser Welt herrscht ein Ungleichgewicht. Wo ist deine Entspannung? Wo ziehst du dich zurück? Und wo lässt du mal los – inklusive des Bauchs?

Langsames, entspannendes Yoga ist eine schöne Methode, um all das unter einen Hut zu bringen. Auf entspannte Art und Weise sehr effektiv. Du denkst wahrscheinlich direkt an Yin Yoga. Es geht aber noch langsamer. Dürfen wir vorstellen: Restorative Yoga oder auch regeneratives Yoga genannt.

Der Unterschied zwischen Yin Yoga und restorativem Yoga: Ein Vergleich

Bevor wir zu den Unterschieden kommen, sei eins gesagt: Yin Yoga und Restorative Yoga haben ganz viel gemeinsam. Beide Yogastile sind super entspannend, sanft und meditativ und wirken den Auswüchsen und Auswirkungen unserer Zivilisationsgesellschaft perfekt entgegen. Sie sind für alle Menschen geeignet, vom erfahrenen Yogi bis hin zum absoluten Neuling, und auch mit körperlichen Beeinträchtigungen bist du bei diesem sanften Yoga gut aufgehoben. Auf den ersten Blick sehen beide Stile nach Abhängen auf Bolstern aus. Und dennoch unterscheiden sich Yin und Restorative Yoga.

Die Merkmale von Yin Yoga auf einen Blick

  • Hilft dir in einen meditativen Zustand zu kommen.
  • Ziel ist es, eine Haltung für 3-5 Minuten einzunehmen und tief in die Position zu sinken.
  • Spricht das fasziale Gewebe, Knochen und Gelenke an.
  • Der Prana-Fluss soll von Blockaden befreit werden.
  • Yin Yoga verbindet das Wissen des Yoga mit dem der TCM.
  • Mit Yin Yoga sollen tiefe Körperstrukturen erreicht werden. So wird Beweglichkeit verbessert bzw. erreicht.
  • Yin Yoga wirkt auf emotionaler und energetischer Ebene.

Was ist Restorative Yoga?

Auch im Restorative Yoga werden die Asanas lange gehalten – teilweise sogar bis zu 20 Minuten. Das Ziel ist es, Entspannung und Erholung zu bewirken. Die Haltung soll mit geringstmöglicher Anstrengung eingenommen werden, so ist Restorative Yoga körperlich weniger intensiv als Yin Yoga. Die oberste Priorität ist hier, Ruhe, Meditation und inneren Frieden mithilfe der Yoga-Übung zu erlangen. Mit Restorative Yoga kultivierst du deine natürliche Fähigkeit der Entspannung. Du übst das Loslassen und das „Einfach-nur-Sein”. Da wir im Alltag unseren Selbstwert oft an unsere Leistung knüpfen, kann es eine bedeutende Erfahrung sein, wenn wir im Hier und Jetzt sind und damit rundum zufrieden sind.

Decken, Bolster, Gurte – mach es dir so bequem wie möglich

Um in den Haltungen wirklich entspannen zu können, wird der Körper mit Hilfsmitteln wie Bolstern, Blöcken und Gurten unterstützt. Durch das lange Verweilen in den Übungen dringt die Entspannung nachhaltig bis in die tiefsten Schichten und hält auch über die Zeit des Praktizierens hinaus an. Das ist besonders wirkungsvoll bei chronische Beschwerden. Hier hilft Restorative Yoga, die Problematiken zu lösen oder verhilft uns zu einem besseren Umgang damit.

In diesem Video führt dich der Yin und Restorative Yoga-Lehrer René Hug durch eine Sequenz, die auf die Herz- und Schulteröffnung abgestimmt ist.

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Dein Parasympathikus wird aktiviert

Alle Muskeln können sich in den Haltungen entspannen, und das hat zur Folge, dass auch dein Nervensystem runterfahren kann. Der Parasympathikus wird aktiviert, und Stress und Nervosität und die dazugehörigen Hormone werden abgebaut. Deine Atmung wird tief und führt dich in eine intensive Selbstwahrnehmung. Viele Haltungen des Restorative Yoga stammen von B.K.S. Iyengar. Es ist eine tolle Methode, um das zentrale Nervensystem zu beruhigen und so Körper und Geist zu regenerieren. Diese tiefe Entspannung fördert einen guten Prana-Fluss und so auch die Regeneration von verletzten, erkrankten oder strapazierten Bereichen des Körpers und der Seele. Dein Immunsystem wird unterstützt und angeregt, und das Wohlbefinden bessert sich.

Restorative Yoga hat zum Ziel, einen kranken Körper zu unterstützen, bestehende Verletzungen bzw. Beschwerden zu heilen. Hier gilt es, sich der Schwerkraft hinzugeben und loszulassen. Durch die lange Haltedauer der jeweiligen Positionen findest du einen sehr intensiven und tiefen Zugang zu deiner Atmung, der wiederum zu einer tiefen Entspannung der gesamten Körpersysteme (Organe, Muskeln, Sehnen, Geist) führt.

Mit Restorative Yoga hast du die Möglichkeit, dich ganz gezielt spezifischen Beschwerden und Bereichen des Körpers zu widmen und hier eine Verbesserung oder sogar Heilung zu erreichen. Das geschieht auch, weil du die Möglichkeit hast, dein Knochengerüst neu auszurichten und die Muskeln so in ihre korrekte Position zu bringen. Du setzt dich quasi einmal auf Null. Besonders, wenn du es schaffst in der Stille anzukommen und ein wenig in der meditativen Alpha-Phase zu verweilen.

Eine klassische Sequenz im Restorative Yoga enthält „nur” fünf oder sechs Übungen, die für sieben Minuten oder sogar länger eingenommen werden.


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Für wen ist Restorative Yoga geeignet?

Restorative Yoga ist im Prinzip für alle geeignet. Jeder kann es üben. Besonders profitieren Yogis, die aufgrund von körperlichen Einschränkungen – ob nun Übergewicht, Krankheiten, Verletzungen oder auch psychische Beschwerden – eine langsamere, unterstützte Übungspraxis benötigen. Besonders für Frauen ist diese Yoga-Praxis während der Periode oft angenehm und hilfreich gegen Beschwerden.

Indem wir regelmäßig Restorative Yoga üben, entwickeln wir eine bessere Sensibilität für unseren energetischen Körper und lernen so unsere Bedürfnisse besser wahrzunehmen.

7 Tipps: Wie du mehr aus deiner Restorative-Yoga-Praxis machst

  1. Nimm dir Zeit: Restorative Yoga kann erst dann seine Wirkung voll entfalten, wenn du dir ausreichend Zeit dafür nimmst. Erlaube dir, dich in der Asana neu zu justieren und im Zweifel auch ein zweites Mal zu justieren, damit du ganz zur Ruhe kommst. Das geht mit Zeitdruck leider schlecht. Selbst wenn sich dein Körper schon eine Weile in der Haltung befindet: Dein Gehirn braucht die Zeit, um das Abschalten der Belastungsreaktionen zuzulassen und so die Aktivierung des Entspannungssystems Parasympathikus anzuregen. Es dauert ca. 20 Minuten mit körperlicher Entspannung und tiefem, ruhigem Atem, bis dein Körper und Geist den Zustand von tiefer Entspannung erreichen. Nach einer Weile der Praxis wird es dir leichter fallen, lange in den Haltungen zu bleiben. Zudem trainierst du deinen Organismus in der Fähigkeit, sich zu entspannen. Das heißt, es wird dir mit der Zeit auch leichter fallen, schneller in einen Entspannungszustand zu kommen.
  2. Lass den Atem fließen: Mit Restorative-Yoga-Haltungen förderst du eine gesunde Ausrichtung deines Körpers, eine, die auch den freien Fluss des Atems begünstigt. Je mehr du lernst, dein Gewicht und deinen Körper der Schwerkraft hinzugeben, desto mehr Raum schaffst du für eine tiefe Atmung. Dein Nutzen daran ist, dass ein voller, tiefer, natürlicher Atemfluss die Nachricht an dein Gehirn sendet, dass du sicher bist. Dadurch vertiefst du die Entspannung und förderst die heilende Wirkung der Praxis.
  3. Wähle das richtige Umfeld: Die Entspannung erhöht sich, wenn du dich in einem Umfeld befindest, das eine stressfreie Praxis ermöglicht. Wenn der Raum ordentlich, warm und sanft beleuchtet ist, hast du beste äußere Umstände. Lege dir zudem vor deiner Praxis alle Hilfmittel parat, die du brauchen könntest, sodass du sie ohne große Umschweife griffbereit hast.
  4. Weniger ist mehr: Zwei gut durchdachte und auf die Bedürfnisse zielgerichtete Haltungen können einen besseren Effekt haben als mehrere Übungen, die mit Hast durchlaufen werden. Es empfiehlt sich manchmal, auch die Übungen so zu wählen, dass immer die selben Props verwendet werden können und keine großen Umbau-Aktionen nötig sind, die dich aus deinem Entspannungs-Flow reißen.
  5. Wärme dich auf: Eine kurze, sanfte Aufwärmpraxis, die im Fluss des Atems stattfindet, bereitet dich gut auf die restorativen Posen vor und hilft dem Körper und Geist, sich leichter auf die Entspannung einzulassen. Sie lockert die Muskeln und bringt die Atmung in einen natürlichen Rhythmus. Das können einige Runden Katze-Kuh sein oder etwa sanfte halbe Sonnengrüße. Achte nur darauf, dass das Warm-up nicht zu anregend ist. Das hätte dann den umgekehrten Effekt.
  6. Machs dir muckelig: Schau, dass du es gemütlich und warm genug hast. Locker fallende, nicht zwickende Kleidung, die du in Lagen an- oder ausziehen kannst, geben dir die Chance, gut auf dich zu achten und Ablenkungen auszuschalten. Besonders, wenn du zu kalten Füßen neigst, zieh dir ruhig warme Wollsocken an. Bedenke, dass dir in der Entspannung oft ein bisschen kühl wird.
  7. Schalte die Ohren auf Durchzug: Wenn du gerne mit Musik Yoga übst, wähle eine Musik, die dich nicht verleitet genau zuzuhören, sondern eine meditative Hintergrundmusik, die die Erfahrung deiner Restorative Yoga-Praxis unterstützt und dich noch tiefer in die Entspannung führt. YogaEasy hat extra für dich viele verschiedene Playlists mit meditativer Musik auf Spotify zusammen gestellt. Meine persönliche Empfehlung sind die Meditationsmusiken von Moby. Er hat sie für seine eigene Yoga- und Meditationspraxis komponiert, und für mich funktionieren sie wunderbar.

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