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Bildquelle: Shutterstock.com

Wie Yoga bei Diabetes hilft

Von Merle Wirellis

„Ich habe Zucker!“ Umgangssprachlich wird Diabetes mellitus auch Zuckerkrankheit genannt. Dabei ist die Volkskrankheit alles andere als süß. Die Lebensqualität der Betroffenen leidet auf allen Ebenen, und bei einem schlechten Verlauf sind die Konsequenzen verheerend. 

Diabetes: Unterscheidung der beiden Haupttypen 1 und 2

Die chronische Stoffwechselerkrankung unterscheidet sich in zwei Hauptformen: Typ-1- und Typ-2-Diabetes. Bei Typ 1 herrscht ein Mangel am körpereigenen Hormon Insulin, das in der Bauchspeicheldrüse produziert wird und den Blutzuckerspiegel reguliert. Infolge des Mangels steigt der Blutzuckerspiegel der Erkrankten, und sie müssen Insulin spritzen. Dieser als Autoimmunerkrankung auftretende Typ-1-Diabetes zeigt sich oft schon im Kindes- oder Jugendalter. In Deutschland sind rund 300.000 Menschen davon betroffen.

Etwa 90 Prozent der Zuckerkranken leiden allerdings an Typ-2-Diabetes – in Deutschland sind es etwa sechs Millionen Betroffene. Übergewicht gehört zu den wichtigsten Auslösern dieser Art der Zuckerkrankheit. Hier wird das Insulin zwar produziert, kann aber nicht richtig wirken. Meist kann die produzierte Insulinmenge den Blutzuckerspiegel noch eine Weile stabil halten, irgendwann steigt der Spiegel aber auch beim Typ 2 stark an. Daher entwickelt sich diese Krankheit oft erst im fortgeschrittenen Alter. Die Behandlung besteht in der Regel nicht wie beim Typ-1-Diabetes in der Insulintherapie, sondern vor allem in der Anpassung der Ernährung sowie Bewegungsgewohnheiten und medikamentöser Therapie mit blutzuckersenkenden Mitteln.

Viele der Symptome von Diabetes sind bei beiden Typen ähnlich: starker Durst, häufiger Harndrang, Müdigkeit, trockene, juckende Haut. An Typ-1-Diabetes Erkrankte zeigen allerdings häufig starken Gewichtsverlust im Gegensatz zum typischen Übergewicht der Typ-2-Betroffenen.

Yoga gegen Diabetes: Studien und nachgewiesene Erfolge

Yoga kann vor allem als Therapie-Unterstützung von Typ-2-Diabetes wirken. Eine regelmäßige Yoga-Praxis hilft gegen Stress, unterstützt das gesunde Abnehmen und verbessert den Kontakt zum eigenen Körper und dessen Bedürfnissen. Aber auch die konkrete Linderung von Diabetes-Symptomen durch Yoga konnten Studien schon nachweisen. So hat etwa Kim E. Innes an der West Virginia University School of Public Health in Morgantown (USA) insgesamt 25 Studien mit 2.170 an Typ-2-Diabetes Erkrankten ausgewertet. Zwischen zwei Wochen und zwölf Monaten haben die Teilnehmer bis zu dreimal pro Woche Yoga praktiziert. Die Studien weisen nach, dass die regelmäßige Yoga-Praxis sich positiv auf die Blutzuckerwerte auswirkt und den Nüchternblutzuckerwert um bis zu 30 Prozent reduziert. 


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In Indien ist Typ-2-Diabetes ebenfalls ein großes gesundheitliches Problem. Deshalb hat die Svyasa-Universität in Bangalore das landesweite „Stop Diabetes Movement“ ins Leben gerufen. Die Experten haben eine spezielle Yoga-Übungsreihe zur Prävention von Diabetes und zur unterstützenden Therapie von Erkrankten entwickelt. Mehr als 2.000 Testpersonen haben die Sequenz sowie Pranayama- und Entspannungsübungen neun Monate lang praktiziert. Die Blutzuckerwerte sanken bei den Teilnehmern, und viele konnte ihre medikamentöse Dosis reduzieren.

Wichtig bei der Diabetes-Therapie mit Yoga

Regelmäßige Bewegung und insbesondere die Yoga-Praxis können demnach nicht nur die Beschwerden von Diabetes lindern, sondern auch die Ursachen bekämpfen – zumindest im Falle von Typ-2-Diabetes. Betroffene sollten aber bei der Auswahl ihrer Yogastunden darauf achten, keine allzu körperlich fordernden Yogastile zu üben, weil diese den Blutzuckerspiegel zu schnell absinken lassen. Ashtanga Yoga oder Power Yoga eignen sich also eher weniger – Hatha Yoga oder Yin Yoga schon eher. Eine ruhige, aber regelmäßige Praxis bringt bessere Ergebnisse als eine zu fordernde. Am besten solltest du als Diabetiker aber mit deinem Arzt klären, ob und wie viel Bewegung dir gut tut.

Yoga: Diese Asanas unterstützen die Diabetes-Behandlung

Katze-Kuh

Die Variation des Vierfüßlerstands mit abwechselnd rundem und gestrecktem Rücken ist häufig eine der ersten Asanas in der Yoga-Praxis. Sie dehnt und kräftigt die Wirbelsäule und entspannt so die Rückenmuskulatur und wirkt gegen Stress. Der Atem kann besser fließen.

Schulterstand

Der Schulterstand reguliert die Schilddrüse und den Stoffwechsel. Auch auf die Bauchorgane inklusive der Bauchspeicheldrüse, in der das Insulin produziert wird, hat die Yoga-Übung eine ausgleichende Wirkung. Zusätzlich wirkt der Schulsterstand beruhigend.

Fisch

Der Fisch ist die klassische Ausgleichshaltung nach dem Schulterstand. Im Schulterstand komprimieren wir die gesamte Hals- und Herzregion stark, im Fisch wird sie gedehnt. Die entspannende und regulierende Wirkung beider Asanas auf Schilddrüse und Bauchorgane kommt in der Kombination besonders gut zum Tragen. Der Fisch regt an und energetisiert.

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Weitere Tipps bei Diabetes: Ernährung

Zu einem gesunden Lebensstil, der die Ursachen von Typ-2-Diabetes maßgeblich verringern kann, gehört neben Yoga und Bewegung auch die Ernährung. Eine besondere Diät solltest du als Diabetiker in jedem Fall mit deinem Arzt besprechen. Grundsätzlich kann die yogische Ernährung nach Patanjali aber unterstützen. Sie beinhaltet eine naturbelassene, vegetarische Vollwertkost,  also möglichst wenig Weißmehl, Zucker, gesättigte Fettsäuren und Fleisch. Auch Alkohol, Nikotin und Koffein solltest du weglassen oder zumindest reduzieren. Stattdessen kommen viel frisches Gemüse in Bio-Qualität, Hülsenfrüchte und Vollkornprodukte auf den Speiseplan.