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Wie (Yin) Yoga auf deine Meridiane wirkt
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Wie (Yin) Yoga auf deine Meridiane wirkt

Von Sabine Bendixen

Bereits seit Jahrtausenden existiert das Wissen über ein feinstoffliches Energiesystem im Körper. Die Yogis nennen diese unsichtbaren Energiekanäle „Nadis“, in der chinesischen Medizin werden sie als „Meridiane“ bezeichnet. Die Energiekanäle leiten unsere Lebensenergie durch den gesamten Körper, ähnlich wie das Gefäßsystem unser Blut in jeden Winkel des Körpers transportiert. Das Netz der Meridiane durchzieht den gesamten Körper, versorgt alle Organe, Gewebe, Sinnesorgane und die Psyche mit Chi.

Diese Lebensenergie, auch ursprüngliche Energie genannt, ist die Lebenskraft in allem, was lebt, und die Grundlage aller Vitalität und Lebendigkeit. Im Yoga sprechen wir von „Prana“ und in der Traditionellen Chinesischen Medizin von „Chi“. Chi ernährt und wärmt die Organe und sorgt so für unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden. Es stellt außerdem die Verbindung zwischen dem Inneren und dem Äußeren her: Die elektromagnetische Energie ist weit über die physische Form unseres Körpers in unserem Energiefeld – oder Aura – messbar. Die Stärke und der Fluss des Meridiansystems sind für das harmonische Gleichgewicht in Körper und Geist wesentlich.

Die 12 Hauptmeridiane und die 6 Organpaare

Die zwölf Hauptmeridiane sind je zur Hälfte in Yin und Yang unterteilt. Die Yin-Organe (Nieren, Leber, Herz, Milz und Lungen) speichern, transformieren und regulieren reine Energien. Die Yang-Organe haben mit unreinen Substanzen wie unverdauter Nahrung, Urin und Abfallstoffen zu tun. Diese sind Harn- und Gallenblase, Magen, Dünn- und Dickdarm. Jedes Yin-Organ mit dem entsprechenden Meridian, steht unmittelbar in Beziehung mit einem Yang-Organ und seinem Meridian. Die Meridiane von Nieren und Blase, Leber und Gallenblase, Milz und Magen, Lunge und Dickdarm, Herz und Dünndarm sowie Herzbeutel und der Dreifach-Erwärmer, bilden jeweils ein Meridianpaar.

  1. Niere = Yin
  2. Blase = Yang
  3. Leber = Yin
  4. Gallenblase = Yang
  5. Milz = Yin
  6. Magen = Yang
  7. Lungen = Yin
  8. Dickdarm = Yang
  9. Herz = Yin
  10. Dünndarm = Yang
  11. Herzbeutel = Yin
  12. Dreifach-Erwärmer (außerordentliches Organ) = Yang

Meridiane

Es gibt zwei weitere Hauptmeridiane, die nicht mit einem bestimmten Organ verbunden sind. Sie verlaufen entlang des Rumpfs und kontrollieren die Yin- und Yang-Energie des gesamten Körpers. Das Lenker- oder Gouverneursgefäß wacht über die sechs Yang-Organe. Das Konzeptionsgefäß steht in direkter Verbindung mit den sechs Yin-Organen.

Jedes Organpaar hat physische, energetische und emotionale Qualitäten. Schwaches oder stagnierendes Chi wirkt sich also nicht nur auf die Funktion der Organe aus, sondern auch auf unsere mentale Gesundheit. Fünf Yin-Organe (Nieren, Leber, Milz, Lunge und Herz) werden mit den fünf grundlegenden Emotionen in Verbindung gebracht, die unmittelbar beeinflussen, wie wir die Welt erleben. Ist zum Beispiel das Chi der Leber aus dem Gleichgewicht, spüren wir oftmals Wut oder Neid, ist das Chi im Lungenmeridian schwach, neigen wir zu Traurigkeit und Kummer.

Wie können wir Energieblockaden vorbeugen oder auflösen?

Praktiken wie Chi Gong, Thai Chi und Yoga sowie Heilmethoden wie Akupunktur, Akupressur und Meridianmassagen können den Fluss des Chi in den elektromagnetischen Bahnen anregen und unterstützen. Sie können die Funktion der einzelnen Organe verbessern, energetische und emotionale Blockaden auflösen. Aber auch Pranayama und Meditation haben eine positive Wirkung auf den Energiefluss in den Meridianen. Yogis und Wissenschaftler sind sich einig, dass unser innerer Zustand direkt mit der Qualität unseres Energiekörpers zu tun hat.

Eine ausgewogene Yoga-Praxis spricht gleich verschiedene Aspekte der verschiedenen Praktiken an: Körperhaltungen (Asanas), um Muskulatur, Blutkreislauf und Meridiane anzuregen und zu stärken, bewusste Atmung, um das Nervensystem zu regulieren, und die Sammlung des Geists, um uns aus der Identifikation mit dem Selbst zu erlösen.

Die Wirkung von Yin Yoga auf die Meridiane

Yin Yoga ist eine wunderbare Praxis, um den Fluss von Chi in den Meridianen zu harmonisieren und gestörte Selbstheilungsprozesse wieder in Gang zu ­bringen. Die ganzheitliche Wirkung des Yin Yoga bringt den grobstofflichen, den energetischen und den mentalen Körper in Balance miteinander. Energetische und emotionale Blockaden werden gelöst. Yin Yoga verhilft uns so zu mehr Lebendigkeit, Vitalität und Gesundheit.

Besonders mit den lang gehaltenen Dehnungen können wir Druck und Zug auf die Meridiane ausüben und so den Energiefluss harmonisieren. Wenn die Muskeln entspannt sind, erreichen wir das Fasziengewebe, das jeden Muskel, jeden Knochen, jedes Organ und jeden Nerv umhüllt. Laut der Meridiantheorie enthält gerade das sehr feuchte Binde- oder Fasziengewebe ein hochsensibles Energieleitsystem. Yin Yoga wirkt also ein wenig wie eine Akupressur-Behandlung.

Je nach Verlauf der Meridiane wirken bestimmte Yin-Yoga-Haltungen verstärkt auf bestimmte Organsysteme. Wir können so einen Schwerpunkt in unserer Praxis setzen, da jedoch im Körper-Geist-System alles miteinander verbunden ist, findet immer eine ganzheitliche, harmonisierende Wirkung statt.

Die Positionen im Yin Yoga sind aus den klassischen Yogapositionen abgeleitet. Da sie aber passiv und angepasst auf den jeweiligen Körper ausgeführt werden, tragen einige zur Unterscheidung andere Namen. Bernie Clark beschreibt in seinem Buch „The Complete Guide to Yin Yoga” 24 verschiedene Positionen. Es gibt also im Yin Yoga viel weniger Asanas als im aktiven Yang Yoga, und jede Haltung wirkt auf mehrere Meridiane.

Unbedingt beachten: Du kannst jede der Asanas an deine persönlichen Bedürfnisse und an deinen Körper anpassen. Verwende dafür gern so viele Hilfsmittel, wie du brauchst. Polstere jedes Körperteil mit Kissen, Decken oder Blöcken, bis du dich in der Haltung komplett entspannen kannst. Auf den Bildern zeigen wir dir manchmal mehrere Varianten – sie sind aber immer nur Vorschläge, die du so verändern kannst, dass sie für dich passen.

1. Verlauf von Nieren- und Harnblasenmeridian: Asanas

Der Nierenmeridian verläuft an den Innenseiten der Beine nach oben, tritt am Steißbein in den Rumpf ein, berührt Nieren und Blase und endet an der Wurzel der Zunge. Der Blasenmeridian beginnt an der Innenseite der Augen und verläuft über die Stirn ins Gehirn. Er geht dann weiter parallel der Wirbelsäule auf der gesamten Körperrückseite entlang der Rückseite der Beine und endet in den kleinen Zehen. Auf ihn wirken alle Haltungen, die die Innenseiten der Beine und die Vorder- oder Rückseite des Körpers öffnen.

1. Schmetterling

In diesem Artikel erfährst du alles über die klassische Hatha-Variante sowie die Yin-Yoga- Version von Baddha Konasana, dem Schmetterling.

Schmetterling

2. Libelle

Libelle

3. Sphinx

Sphinx Sphinx

4. Raupe

Raupe

5. Frosch

Frosch Frosch

2. Verlauf von Leber- und Gallenblasenmeridian: Asanas

Der Lebermeridian verläuft von den großen Zehen, entlang der Innenseite der Beine und tritt an den Leisten in den Rumpf ein und endet in den Augen. Der Gallenblasenmeridian beginnt am äußeren Augenwinkel und verläuft an den Seiten des Körpers entlang der Außenseiten der Hüften und der Außenseiten der Beine bis zum vierten Zeh. Auf diesen Meridian wirken alle Asanas, die eine Außenrotation der Hüften oder eine Öffnung der Körperseiten bewirken.

1. Schnürsenkel

In diesem Video zeigt dir Tanja Seehofer, wie du den Schnürsenkel übst:

gomukhasana schnuersenkel tutorialYogaEasy-Video abspielen

2. Nadelöhr

Nadelöhr

3. Kind

Hier zeigt dir Annika Isterling, wie du die Haltung des Kindes übst. Unterstütze dich hier gern mit Bolstern, Decken oder Blöcken:

Yoga Video Tutorial: Haltung des Kindes – BalasanaYogaEasy-Video abspielen

4. Schwan

In diesem Artikel kannst du etwas über die Taube, die Hatha-Variante des Schwans, nachlesen.

Schwan

5. Banane

Banane

Für Leber- und Gallenblasenmeridian kannst du ebenfalls die Libelle und den Schmetterling praktizieren.

3. Verlauf von Milz- und Magenmeridian: Asanas

Der Milzmeridian beginnt an den großen Zehen und verläuft neben dem Leberkanal an den Innenseiten der Beine nach oben, tritt in den Leisten in den Körper ein und endet an der Wurzel der Zunge. Der Magenmeridian beginnt neben der Nase und verläuft durch das Zwerchfell nach unten, entlang der Vorderseite der Beine bis zum zweiten Zeh. Hier stimulieren Haltungen, die Druck und Zug auf die Innen- beziehungsweise die Vorderseite der Beine ausüben.

1. Sattel

In diesem Video zeigt dir Vilas Turske, wie du den Heldensitz, die Hatha-Variante, des Sattels übst. Im Yin Yoga darfst du dich mit einem Bolster, Blöcken, Decken oder anderen Hilfsmitteln so unterstützen, dass du ohne Anstrengung bequem in der Asana verharren kannst.

Yoga Video virasana (Heldensitz)YogaEasy-Video abspielen

3. Drachen

Drache Drache

Darüber hinaus kannst du für Milz- und Magenmeridian auch den Frosch, den Schwan, die Libelle oder Schmetterling (siehe oben) üben.

4. Verlauf von Herz- und Dünndarm sowie Lungen- und Dickdarmmeridian: Asanas

Diese Meridiane verlaufen entlang Arme: Die Yin-Meridiane von Lungen und Herz beginnen an den jeweiligen Organen im Rumpf und verlaufen entlang der Innenseiten der Arme nach unten zum Daumen (Lungen) beziehungsweise zum kleinen Finger (Herz). Die komplementären Yang-Meridiane von Dünn- und Dickdarm verlaufen von den Fingern entlang der Außenseiten der Arme zu den zugeordneten Organen. Hier wirken alle Asanas, in denen wir eine Dehnung entlang der Arme und Schultern erreichen.

1. Seehund

Seehund Seehund

2. langes Kind

Kind

3. Anahatasana (schmelzendes Herz)

Hier zeigt dir Tanja Seehofer, wie du Anahatasana übst:

Yoga Video Tutorial: Anahatasana – öffnende HerzstellungYogaEasy-Video abspielen

4. Schnecke

Schnecke Schnecke

5. Krokodil

In diesem Artikel erfährst du alles Wichtige über das Krokodil.

Krokodil

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