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Warum Gleichmut nicht Gleichgültigkeit ist
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Warum Gleichmut nicht Gleichgültigkeit ist

Von Christiane Eitle

Es ist, wie eine lange, schöne Welle zu surfen – in kleinen Alltagsdingen gelassen bleiben und nicht jedes Mal ausflippen, wenn etwas nicht so läuft wie erwartet. Es gibt keine großen Ausschläge nach oben oder unten, sondern alles fließt beständig und geschmeidig. Besonders im Buddhismus wird die Kultivierung eines gleichmütigen Geistes mithilfe von Meditation gelehrt.

Warum Gelassenheit und Gleichmut nicht Gleichgültigkeit bedeuten

In Kürze bedeutet Gelassenheit, dass wir die Dinge sein lassen. Denn wir wissen, dass wir keine Kontrolle über sie haben. Alles, was geschieht, wird von unzähligen Faktoren beeinflusst und unterliegt ständigem Wandel. Es ist gefährlich zu glauben, dass wir Macht darüber besitzen, was auf welche Weise geschieht. Wir wären so nämlich auch verantwortlich dafür, wenn etwas schiefgeht. Dieser Irrglaube führt letztlich nur zu unnötigem Leiden.

Gleichmut und Gelassenheit können leicht mit Gleichgültigkeit verwechselt werden. Gelassenheit bedeutet jedoch nicht, den Kopf in den Sand zu stecken und eine Opferhaltung einzunehmen. „Ich lasse das furchtbare Leben über mich ergehen, alles ist mir eigentlich egal.” Gleichgültigkeit ist Apathie, eine Art Blindheit für die Welt und dafür, was um uns herum geschieht. Die Wahrnehmung ist dabei sehr stark auf das unmittelbare eigene Umfeld begrenzt.

Gleichmut jedoch ist eine bewusste Entscheidung dafür, die tatsächliche Realität anzunehmen. Aber was ist diese Realität? Das müssen wir erst mal wissen, bevor wir gelassen bleiben können. Yoga und vor allem Meditation, Stille und Innenschau ermöglichen uns, Klarheit zu finden.

Wie unsere automatischen Reaktionen eine vermeintliche Realität gestalten und definieren

Wenn ich mein Handy verliere, kann ich mich ärgern und mir Vorwürfe machen. In mir tobt ein kleiner Krieg, bei dem sich die Gedanken nur im Kreis drehen: Wie soll ich jetzt auf dem Laufenden bleiben? Meine Freunde können mich nicht mehr erreichen. Ich werde alles Wichtige bei Facebook verpassen, bin ausgeschlossen aus der Welt. Schlechte Laune macht sich breit, ein blödes Gefühl im Magen entsteht, vielleicht vergieße ich sogar vor Ärger und Hilflosigkeit ein paar Tränen. 

Eine weitere Reaktion könnte sein, dass es mir egal ist. Das Ding war sowieso alt, es ist mir nicht wichtig, dass ich nicht mehr erreichbar bin. Was bei meinen Freunden und in der Welt geschieht, interessiert mich eh nicht. Ich bleibe faul auf der Couch mit Netflix sitzen und ignoriere die Situation.

Ich könnte mich in diesem Fall jedoch auch bewusst dafür entscheiden, innerlich und äußerlich ruhig zu bleiben. Die Tatsache wahrnehmen, dass das Handy weg ist. Ich erkenne gelassen die nötigen Maßnahmen. Mir ist klar, dass ich nicht erreichbar bin, eventuell ein paar Dinge verpassen werde. Zugleich weiß ich jedoch, dass die Situation nicht für immer so sein wird. Es ist, wie es ist.

In allen drei Szenarien ist die tatsächliche Realität dieselbe: Das Handy ist weg. Die verschiedenen Reaktionen kreieren jedoch sehr unterschiedliche individuelle Realitäten und Gemütszustände.

Der Unterschied ist, wie bewusst wir sind und wie sehr wir die Realität durchschauen

Wenn wir emotional oder gleichgültig reagieren, sind das unbewusste, automatisch ablaufende und nicht kontrollierte Reaktionsmuster. Gelassenheit ist eine bewusste Entscheidung. Die emotionale Reaktion entsteht, weil wir uns ohnmächtig und ohne Kontrolle fühlen. Die Situation ist nicht, wie sie in unserer Vorstellung zu sein hat, nämlich dass das Handy immer verfügbar ist. Wir denken, wir haben die Kontrolle, und plötzlich präsentiert das Leben einen anderen Plan. 

Das ist genau das Problem: die klare Vorstellung davon, wie unser Leben aussehen muss. Diesem Bild haften wir an. Es definiert, was wir mögen, nicht mögen, und es ist der Dreh- und Angelpunkt aller Emotionen. Wenn alles im Rahmen ist, sind wir glücklich und zufrieden. Jegliche Abweichung stürzt uns ins Unglück. Die Art und Weise, wie wir auf die Abweichungen von unserer Vorstellung reagieren, ist das Problem. Nicht das fehlende Handy. 

Wenn es mir gleichgültig ist, dann erlebe ich vielleicht keine emotionalen Turbulenzen, jedoch nicht, weil ich die Realität erkenne, sondern eher weil ich blind und abgestumpft bin. Wenn Gleichgültigkeit vorherrscht, bin ich nicht dazu in der Lage, das große Ganze und die Zusammenhänge zu erkennen. Oft erleben wir Gleichgültigkeit, wenn wir müde, krank, in Trauer oder depressiven Phasen sind. Bei manchen Menschen erscheint sie fast wie ein Charakterzug, ein Mensch, dem alles egal ist...


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Erkenne die Realität an

Das Schema durchzieht sämtliche Situationen in unserem Leben: Wir verpassen morgens die U-Bahn und ärgern uns, weil wir jetzt zu spät zum Meeting kommen. Oder es ist uns total egal, dass die Kollegen auf uns warten müssen. Wir erkennen und akzeptieren nicht, dass viele Gründe zu der Verspätung geführt haben können und es einfach nicht in unserer Macht liegt. Beide Reaktionen sind destruktiv und kreieren ein Problem, die Situation bleibt dieselbe. Wir wären viel glücklicher, wenn wir die Situation gleichmütig so annehmen, wie sie ist: Die U-Bahn ist zu spät. Punkt. Mein innerer Aufruhr wird daran nichts ändern können.

„An sich ist nichts weder gut noch böse. Das Denken macht es erst dazu.“ 

William Shakespeare

Jede Abweichung vom Plan wirft uns in emotionale Turbulenzen, oder wir reagieren apathisch. Jedoch ändern die Gefühle, Gedankenkarussells oder Gleichgültigkeit nichts an der Situation. Wir sind nur in einem ständigen Zustand von Leiden. Alles nur, weil wir die Realität nicht sehen oder unser Bewusstsein nicht geschärft ist. Oder besser gesagt: Wir wissen gar nicht, was die Realität ist. 


Dein Gedankenkarussell legt mal wieder eine Extrarunde ein? In diesem Video übt Christiane Wolff mit dir eine Yogasequenz, die dich in die Ruhe führt:

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Außer Kontrolle: Eine Erde mit unzähligen, sich ständig verändernden Welten

Wir erleben die Welt auf unsere ganz individuelle Art und Weise, und diese bestimmt und definiert unsere Vorstellung von der Realität. Wir sind überzeugt, diese Realität nicht verlassen zu können. Wir erkennen nicht, dass sie nur eine von unzähligen Realitäten ist, die wir alle in uns tragen. Jede individuelle Welt wird von Erlebnissen, Verhaltensmustern, Gefühlen, Gedanken, Träumen und Erwartungen gestaltet. Und die ändern sich ständig. Je nach Tagesform, Laune, Alter, Wetter oder Gesundheitszustand. Ein riesiges Netz voll unzähliger, unkalkulierbarer Faktoren und Variablen, die ständig ineinandergreifen und neue Zustände und Realitäten kreieren. Wie soll jemand wissen, was die Realität ist? Wie soll diese vermeintliche Realität kontrollierbar sein? Gibt es denn „die eine Realität”?

Wir denken, wir haben die Kontrolle und Leben in ständiger Angst, diese vermeintliche Kontrolle zu verlieren. Wenn uns die Dinge entgleiten und etwas vom eigenen Bauplan abweicht, denken wir, dass das ganze Gebäude zusammenstürzt. Der einzige Weg, damit das Gebäude stehen bleibt, ist zu wissen, dass es vom etwas Größerem getragen wird und immer in Balance sein wird – egal, was passiert.

„Gott, gib mir die Gelassenheit, die Dinge anzunehmen, die ich nicht ändern kann. Den Mut, die Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, den Unterschied zu erkennen.” 

US-Theologe Reinhold Niebuhr

Die Dinge annehmen, wie sie sind, und den frohen Mut behalten

Gelassenheit ist die Fähigkeit, die Dinge so anzunehmen, wie sie tatsächlich sind. Die Tatsachen sein zu lassen. Sie da sein zu lassen, aber auch gehen lassen zu können. Wenn wir gelassen bleiben, sind wir gleichmütig: Unser Gemüt bleibt gleich. Man könnte sagen, wir werden nicht unseres frohen Mutes beraubt.

So lange wir denken, dass unsere Realität die Emotionen oder die blinde Abgestumpftheit ist, sind wir unwissend. Denn die Realität ist einfach nur das, was ist. Sie ist fundamentale Wirklichkeit, jenseits von dem, was unser Geist uns glauben lässt. Um diese Realität zu erkennen, müssen wir nach innen blicken. Wir finden die Realität nicht, indem wir im Außen suchen. Wir müssen in die Stille gehen, die Sinne zurückziehen und erkennen, was in uns liegt, wenn die Gedanken zur Ruhe kommen.  

Die buddhistische Sichtweise auf Gleichmut: Upekkhā

Die Bedeutungen von Gleichmut, Gelassenheit und Gleichgültigkeit lassen sich auch schön in den Wörtern selbst finden. Das „Mut” in Gleichmut kommt von „Gemüt”, denn das Gemüt bleibt gleich und verändert sich nicht, wenn die äußeren Umstände sich ändern. „Lassen” in Gelassenheit bedeutet, die Dinge sein zu lassen. Gleichgültigkeit impliziert, dass alles „gleich gültig ist”. Es gibt keine Präferenzen. Diese Einstellung klingt sehr ähnlich wie der ruhige Gemütszustand von Gleichmut und Gelassenheit. Denn auch hier haben die Dinge die gleiche Gültigkeit.

Bei meinen Recherchen über den genauen Unterschied bin ich auf das buddhistische Prinzip von Gleichmut – Upekkhā (Pali), gestoßen. Upekkhā ist die Voraussetzung, um innere Ruhe und Unaufgeregtheit zu kultivieren. Wir lassen Präferenzen, Widerstände oder Gelüste hinter uns und entwickeln bewusst eine gelassene Geisteshaltung. Ebenso hilft Gleichmut, die zum Verwechseln ähnliche, jedoch passive, Gleichgültigkeit zu überwinden.

Gleichmut spielt eine sehr große Rolle auf dem Weg zur Erleuchtung. Sie ist eine der Brahmavihāra, der vier grenzenlosen Geisteszustände:

  • Liebe (mettā)
  • Mitgefühl (karuṇā)
  • Mitfreude (muditā)
  • Gleichmut (upekkhā)

Upekkhā bedeutet nicht nur Gelassenheit, sondern auch Nicht-Anhaften, Nicht-Unterscheiden und Loslassen. Um gelassen zu bleiben, müssen wir eine klare Sichtweise auf die Dinge entwickeln und Reaktionsmuster erkennen.


In diesem Video kannst du mit Laura Malina Seiler eine Metta-Meditation üben:

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Während meines Vipassana-Retreats bei Anthony Markwell lernte ich viel über den Begriff „Equanimity” – Gleichmut. Zehn Jahre lebte Anthony als buddhistischer Mönch in verschiedenen asiatischen Klöstern. Seit Dezember 2019 gibt es das Indriya Vipassana Retreat Center auf Koh Phangan in Thailand, in dem er seine Vision verfolgt, die buddhistische Lehre weiterzugeben. 

Anthony Markwells Sicht auf Gleichmut

Für diesen Artikel durfte ich Auszüge aus der Sammlung von Anthonys Dhamma-Vorträgen (das Pali-Wort Dhamma ist die Bezeichnung für die buddhistische Lehre) verwenden:

Ajahn Chah, einer der bedeutendsten Meditationsmeister Thailands, sagt: „Was auch immer im Geist auftaucht, lass es los, halte an nichts fest.” Langsam, aber sicher, reduzieren und lösen wir unsere Bindung an mentale und physische Phänomene. Wir lassen den Körper und das Gefühl los und beginnen dann, unsere Meinungen und Ansichten loszulassen. 

Wir fangen an, uns von unseren Gefühlen zu befreien. Wir erkennen die sich wiederholenden Gedankenmuster und Schleifen, in die wir uns hineinbegeben. Wir beginnen, diese Dinge und Geschichten immer mehr zu sehen. Und je weiter sich die Praxis entwickelt, desto klarer wird sie. Und durch klares Sehen verlässt der Geist den Identifizierungsprozess. Dinge entstehen immer noch – es gibt immer noch Angenehmes und Unangenehmes –, aber wir können es viel besser beobachten, ohne in der Geschichte unseres eigenen Geists gefangen zu sein.

Wir befreien den Geist. Wir setzen den Geist frei – genau wie ein Vogel, der er aus einem Käfig befreit wird. Wir befreien das Bewusstsein von Geist und Materie, von nama-rupa, von dem konditionierten Strudel, in den es sich hineingelegt hat. Wir befreien den Geist von seiner Sehnsucht nach Sein und all den daraus resultierenden Verunreinigungen und Unvollkommenheiten des Geists, die Trübung und Dukkha (Leiden) verursachen.

Mit der Entwicklung unserer Praxis wird die Qualität unseres Gleichgewichts immer natürlicher. Gleichmut bedeutet Gleichmäßigkeit, es ist ein gleichmäßiger Geist. Das Wort Equanimity kommt aus dem Lateinischen: „Aequalis” bedeutet „gleich”, „animus” bedeutet „Geist” – gleicher Geist. Er schwankt nicht nach links oder rechts und wird nicht durch Gefallen oder Abneigen getrieben. Er versteht das Gefühl, also ist er nicht davon abhängig. 

Gleichmut ist etwas, was uns allen hätte beigebracht werden sollen, als wir Kinder waren. Das Bildungssystem, unsere Familien sollten erkennen, dass das Beobachten von emotionalen Zuständen, den Denkmustern, uns viel Ärger ersparen würde. Wenn alle verstehen würden, dass wir nur unseren Geist beobachten und ihn davon abhalten müssen, so aggressiv, mit Gier und Abneigung zu reagieren, dann wäre die Welt viel friedlicher. Die Leute wären viel glücklicher. Sie wären nicht so angespannt und in den Dingen gefangen.

Unsere Praxis ist es, den Geist zu trainieren, um mit Dingen entspannt umzugehen. Wir sehen die Dinge klar und deutlich, damit wir sie loslassen können. Das verändert unser Leben radikal. Wir hören auf, eine reine reaktionäre Maschine zu sein, die nur dem Instinkt folgt wie ein Tier. Wenn etwas entsteht, reagieren wir darauf – das ist eine unreife Art, zu existieren. 

Den Originaltext auf Englisch und alle Dhamma-Vorträge aus den Vipassana-Retreats von Anthony Markwell findest du in diesem PDF: „Truly Understanding the Teachings of the Buddha – A comprehensive guide to insight meditation”.

Wie du mit Meditation mehr Gelassenheit und Gleichmut in dein Leben bringst

Ich schrieb, dass ich während des Vipassana viel über Gleichmut lernte, weil ich einerseits in Anthonys Dhamma-Vorträgen davon hörte und andererseits auch selbst viel daran arbeitete, gleichmütig zu werden. Während des Retreats wurde ich viel mit meiner inneren Ungeduld, Ablehnung und Unzufriedenheit konfrontiert. Ein Gefühl von „Ich will hier nicht sein, es ist zu anstrengend, ich kann nicht mehr.” war sehr präsent. 

Vipassana ist eine der größten Herausforderungen für den Geist. Während der vielen Tage in Stille und Meditation wurde ich mit meinem inneren emotionalen Chaos konfrontiert. Einerseits war es hart zu sehen, wie sehr ich mich immer noch bei verschiedenen Themen innerlich zerfleische. Gefangen im Widerstand gegen das, was da ist. Andererseits war es wunderschön und erleichternd zu sehen, wie diese Gefühle sich auch immer wieder auflösten. Wir sollten uns nicht mit ihnen identifizieren, denn sie kommen und gehen. Sie sind nicht permanent, sie sind nicht real, wir sind nicht das Gefühl.

Als mein innerer Protest gegen eine weitere Meditation sehr laut wurde und ich am liebsten frustriert heulend nach Hause gefahren wäre, musste ich fast anfangen zu lachen. Ich beschloss, mir dieses Gefühl des Unwohlseins mal ganz genau anzusehen. Ich ließ alles zu, die ganzen hässlichen Emotionen. Welche Form und Farbe haben sie? Sie erstickten mich, zwängten mich ein. Ich will hier nicht sein. Ich nahm ein paar tiefe Atemzüge, ließ das Gefühl einfach da sein. Und da begann es plötzlich, sich aufzulösen. Es verpuffte einfach. In einem Moment, in dem ich dachte, es kann nicht weitergehen, öffnet sich eine neue Tür, und plötzlich ist alles anders. Eigentlich ist die Situation jedoch noch dieselbe. Das einzige, was sich verändert hat, ist mein innerer Widerstand. Er ist einem Gefühl von liebevoller Leichtigkeit gewichen.

Aus den unangenehmen Situationen zu fliehen, verlagert das Gefühl und das Leiden nur. Das Gefühl innerlich zu bekämpfen, macht krank und unglücklich. Der einzige Weg ist die Akzeptanz. Ich habe in meinem Leben sehr viel Gleichmut etabliert. Dennoch gibt es immer wieder Situationen, in denen ich in alte Muster zurückfalle. Wenn ich merke, dass mir Dinge entgleiten, dass ich die Kontrolle verliere, tendiere ich dazu, mich innerlich aufzureiben. Oft waren die bescherten schlaflosen Nächte aber umsonst, da die Lösung immer um die Ecke auf mich wartete. Wir können dem Leben nur vertrauen.

Meditation für mehr Gleichmut: Nur in der Stille erkennst du die Wahrheit

Der beste Weg, mehr Gleichmut zu entwickeln, ist Meditation. Je ruhiger und stiller der Geist wird, desto mehr Distanz kreieren wir zu Gedanken und Gefühlen. Dieser Abstand erlaubt einen klaren Blick auf die Dinge, wie sie sind. Wir identifizieren uns in diesem Moment nicht mit den Aktivitäten in unserem Geist, weil wir beobachten, was vor sich geht.


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Lass dich nicht von Gedanken abschrecken, die hochkommen. Viele meiner Meditationen haben sich oft angefühlt wie Tagträumen. Es ist jedoch die Natur unseres Geists, dass wir denken. Wir erinnern uns, wir planen, kommunizieren und packen die Welt in Konzepte. Das ist die Art und Weise, wie wir in dieser Welt leben und navigieren.

Das Wichtigste ist, sich dessen bewusst zu werden. Jedes Mal, wenn dir in deiner Meditation bewusst wird, dass du denkst oder in einer Gedanken-Geschichte verstrickt bist, dann ist das ein kleiner Moment der Freiheit. In dem Augenblick, in dem du das erkennst, weißt du, dass du nicht der Gedanke sein kannst. Du beobachtest den Gedanken.

So wirst du nach und nach deinen Geist aus der „Hypnose” herausholen. Du durchschaust die Art und Weise, wie er funktioniert, und kannst dich immer mehr davon distanzieren. Du nimmst, was in deinem Kopf geschieht, nicht mehr so ernst. Denn du weißt, dass es nur deine konstruierten Konzepte und Vorstellungen sind, die nichts mit der Realität zu tun haben.

Meditation braucht sehr viel Geduld und Akzeptanz dessen, was da ist. Jeder Tag ist anders – es wird wundervolle ruhige Meditationen geben, jedoch auch Sitzungen, bei denen du den Geist einfach nicht unter Kontrolle bekommst. Die Kunst ist es, geduldig mit dir zu sein und das anzunehmen, was da ist. Denn wir haben nicht mehr im Leben als den jetzigen Moment, wie er ist.

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