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Bild: iStockphoto.com

Die klassischen Reinigungsübungen des Yoga

Von Anna Trökes

Reinigung ist eines der großen Themen der Yogapraxis. Dabei ist die Reinheit des Körpers und seiner Organe nur ein Aspekt. Vor allem geht es im Yoga darum, sich zu klären und sich von dem zu befreien, was einen beschwert und behindert. So hat der klassische Yoga schon vor zweitausend Jahren viele Übungen entwickelt, die den Geist reinigen und klären sollen. Und er hat deutlich gemacht, dass Reinheit dort – im Geist – beginnt. 

Wohltuende Ausleitung 

Der spätere Hatha-Yoga, der die Körperpraxis an den Beginn der Übungspraxis stellte, hat zusätzlich noch zahlreiche Reinigungsübungen (Kriyas) für den Körper entwickelt, auch solche, die uns heute äußerst exotisch erscheinen – wie willentliches Erbrechen, Schlucken von Stoffbinden und ähnliches. Im Grunde handelt es sich dabei allerdings um Therapiekonzepte des Ayurveda, mit dem der Hatha-Yoga ursprünglich eng verbunden war.

Jeder, der schon mal eine Fasten- oder Ausleitungskur gemacht hat, kennt diese Wirkung: Man fühlt sich hinterher leichter, unbeschwerter und vor allem klarer. Dieser Eindruck entsteht, weil der Körper wieder ins Gleichgewicht gekommen ist, zum Beispiel im Hinsicht auf seinen Säure-Basen-Haushalt, die Arbeit der zwei »Äste« des vegetativen Nervensystems (Sympaticus und Vagus), der Hormone und Botenstoffe oder Verdauungsenzyme. Ich möchte im Folgenden drei Reinigungsübungen vorstellen, die äußerst bewährt sind und die Sie auch gut ohne besondere Anleitung oder Aufsicht eines Lehrers praktizieren können.


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Die Nasenspülung mit Wasser – jala neti – wird mit einem speziell dafür konstruierten Kännchen durchgeführt. Dabei werden Nase und Nebenhöhlen mit lauwarmem oder wechselwarmem Wasser durchspült und von Schleim und Keimen gereinigt. Jala neti ist äußerst bewährt bei häufigen Erkältungen, bei Nebenhöhlenbeschwerden und bei Heuschnupfen.

Agni – das Verdauungsfeuer

Die beiden anderen Reinigungsübungen – Agnisara Dhauti und Uddiyana Bandha (hier auf den Aspekt der Reinigung fokussiert) – sollen helfen, Agni, das Verdauungsfeuer, »anzufachen«, die Verdauungsorgane anzuregen und die Ausscheidung zu fördern.

Agni steht ganz im Mittelpunkt der Körperarbeit und ist für die Hatha-Yogins immer von größtem Interesse gewesen. Genauso wie die ayurvedischen Ärzte hatten nämlich auch die alten Yogameister beobachtet, dass Agni den Stoffwechsel insgesamt regelt und dass unsere Gesundheit im Darm beginnt. 

Das Verdauungsfeuer regelt, ob und wie wir unsere Nahrung verdauen, also aufspalten und absorbieren, aber auch, wie wir Unverdauliches und Stoffwechselabfallprodukte – die sogenannten Schlacken  (mala)  – wieder ausscheiden. Es regelt somit das Aufnehmen und Ausscheiden, das in der Sichtweise des Yoga im Gleichgewicht sein muss, um körperliche und seelische Gesundheit zu ermöglichen. 

Jala Neti – die Nasenspülung

Sie brauchen dafür ein sogenanntes Netikännchen, das etwa 0,5 Liter fasst (Apotheke, Drogerie), gutes Meersalz und etwas Mandelöl aus der Apotheke. Üben Sie über einem Waschbecken, einer Wanne, im Garten oder am Strand. 

  1. Geben Sie einen gestrichenen Teelöffel Salz in das Netikännchen, und füllen Sie es mit etwa 0,5 Liter lauwarmem Wasser. Schieben Sie die Tülle des Netikännchens in ein Nasenloch (das freiere!), und drehen Sie langsam den Kopf zur anderen Seite. Das Salzwasser wird nun durch den oberen Nasengang einströmen, um das Ende der Nasenscheidewand herum und durch die Nebenhöhlen fließen und schließlich durch den unteren Nasengang wiederherausfließen. 
  2. Atmen Sie dabei ruhig weiter durch den leicht geöffneten Mund (!) ein und aus.
  3. Wiederholen sie den Vorgang bei dem anderen Nasenloch.
  4. Wenn das Kännchen leer ist, neigen sie den Kopf zuerst in die eine, dann in die andere Richtung und atmen Sie dabei sanft einige Male aus, so dass in der Nase verbliebenes Wasser auslaufen kann.
  5. Schneuzen Sie anschließend. Tupfen Sie dann die Nase trocken, und reiben Sie sie innerlich mit etwas Mandelöl ein. 

Übrigens: Die Nasengänge sind nicht immer auf Anhieb durchlässig, sodass es manchmal eine Weile braucht, bis das Wasser durchfließt. Und nicht erschrecken, wenn noch Stunden später etwas Wasser aus der Nase läuft, wenn Sie sich nach unten beugen. Das ist normal und ungefährlich.

Wichtig: Sie sollten Jala Neti nicht üben, wenn Sie schwer erkältet sind! Die Nasenspülung ist für die Prophylaxe gedacht! 

Feuerspülung - Agnisara Dhauti 

  1. Stellen Sie sich hin, die Füße beckenbreit voneinander entfernt.
  2. Beugen Sie die Beine etwas an, und stützen Sie sich mit beiden Händen an den Knien ab. Arme und Unterschenkel sollten sich in einer stabilen Linie befinden.
  3. Entspannen Sie Ihren Bauchraum und die Bauchdecke. Atmen Sie vorbereitend ein und wieder ein wenig aus.
  4. Bewegen Sie dann – ohne weiterzuatmen – die Bauchdecke: Ziehen Sie sie ein, lassen Sie sie wieder los – im schnellen Wechsel. Führen Sie diese Bewegung so locker und mühelos wie möglich aus.
  5. Wenn Sie merken, dass Sie weiteratmen möchten, atmen Sie wieder tief ein und kraftvoll durch den Mund aus, während Sie den Oberkörper vorbeugen, etwa bis zur Horizontale.
  6. Richten Sie sich langsam einatmend auf, und beginnen Sie einen zweiten Zyklus der Feuerspülung. Üben Sie insgesamt drei Zyklen.
  7. Kommen Sie anschließend in den aufrechten Stand. Legen Sie beide Hände übereinander rechts unten auf den Bauch, und streichen Sie mit ihnen dann einige Male kreisförmig rechts hoch und links hinunter (also im Sinne der Peristaltik).  
  8. Spüren Sie anschließend noch einen Moment im Bauchraum nach. 

Wichtig: Machen Sie die Feuerspülung und das Baucheinziehen immer im nüchternen Zustand.Trinken Sie vorher auch keine größere Mengen Flüssigkeit.

Sie sollten die Übungen nicht machen, wenn Sie akute Entzündungen im Bauchraum haben und erst kürzlich operiert wurden. ​

Bauch einziehen - Uddiyana Bandha 

  1. Stellen Sie sich hin, die Füße beckenbreit voneinander entfernt. 
  2. Beugen Sie die Beine etwas an, und stützen Sie sich mit beiden Händen an den Knien ab. Arme und Unterschenkel sollten sich in einer stabilen Linie befinden.
  3. Entspannen Sie Ihren Bauchraum und die Bauchdecke. Atmen Sie vorbereitend tief ein und wieder tief aus,wobei Sie den Rücken runden. 
  4. Bleiben Sie in der Atemleere und machen Sie eine Schluckbewegung, um den Kehldeckel zu schließen.
  5. Strecken Sie dann das Becken nach hinten-unten und die Wirbelsäule nach vorn-oben, und ziehen Sie die Bauchdecke nach innen und oben. Sie wird gleichzeitig eingezogen und eingesogen, sodass eine tiefe Höhlung rund um den Nabel entsteht.
  6. Wenn Sie merken, dass Sie wieder einatmen wollen, entspannen Sie zuerst die Bauchdecke und atmen dann tief ein.
  7. Atmen Sie kraftvoll durch den Mund aus, während Sie den Oberkörper in die Vorbeuge sinkenlassen (s. Agnisara Dhauti).
  8. Richten Sie sich langsam einatmend auf, und beginnen Sie einen zweiten Zyklus des Baucheinziehens. Üben Sie insgesamt drei Zyklen. 
  9. Kommen Sie anschließend in den Stand. Legen Sie beide Hände übereinander rechts unten auf den Bauch, und streichen Sie mit ihnen dann einige Male kreisförmig rechts hoch und links herunter (wieder im Sinne der Peristaltik).
  10. Spüren Sie anschließend noch einen Moment im Bauchraum nach. 
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