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Bildquelle: Shutterstock.com

Saucha - Transformation zur Hygiene

Von Madhavi Guemoes

शौचात् स्वाङ्गजुगुप्सा परैरसंसर्गः ॥४०॥
śaucāt svāṅga-jugupsā parairasaṁsargaḥ
Reinheit (Shaucha) führt zur Abwendung von der Körperlichkeit und Unberührbarkeit von Äußerlichkeiten.

Patanjali "Yoga Sutra", Kapitel 2, Vers 40 (Übersetzung: de.ashtangayoga.info)

"Saucha" ist das erste Niyama in den "Yoga Sutra" des weisen Patanjali, also die erste Regel zum Umgang mit sich selbst, und wird oft mit Reinheit übersetzt. Das eigenverantwortliche, aktive Praktizieren von Saucha ist aber in unseren turbulenten Zeiten besonders wichtig, weil damit nicht nur körperliche Reinheit, sondern auch geistiger Frieden einhergeht.

Sicherlich ist es als Yogi notwendig, auf die körperliche Reinheit zu achten - natürlich praktizieren wir die sechs Kriyas, die Füße sind tipptopp gepflegt, die Haare frisch gekämmt und die Kleidung hübsch gebügelt. Doch was nützt uns diese wohl riechende Sauberkeit, wenn in unseren Gedanken ein Wirrwarr von Neid, Dunkelheit und ständiger Bewertung herrscht? Eben. Wir müssen tiefer graben!

Klarheit

Heute schon im Internet gewesen, Nachrichten geschaut? Was wir nicht alles in unseren Geist hineinschleudern lassen! Ja, manchmal ist es nicht leicht, das alles zu filtern. Genau dort setzt Saucha an: Was möchte ich aufnehmen? Welche Eindrücke lasse ich zu? Erlaube ich es, dass meine Ängste fortwährend geschürt werden?

Denn all diese Wahrnehmungen haben extreme Auswirkungen auf unseren Körper, Geist und Seele. Aber ich habe gute Nachrichten: Wir sind nicht ausgeliefert, wir haben die Macht, das zu ändern. Statt stundenlang auf Facebook rumzulungern könnten wir ein kluges Buch zur Hand nehmen, das sich erhebend auf unsere Verfassung auswirkt. Anstelle von Fernsehsendungen, in denen Menschen bloßgestellt werden, können wir einfach mal eine inspirierende Doku gucken.


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Sprache

Auch in der Sprache spielt Saucha eine tragende Rolle. Dabei ist Saucha ganz eng mit Ahimsa, der Gewaltlosigkeit, verflochten. Unsere Worte sollten gewaltfrei, voller Liebe, lebensbejahend, klug gewählt und nicht verschwenderisch benutzt werden. Jedem Wort, das in die Welt gesetzt wird, folgt eine Energie. Das gilt übrigens auch für Worte, die nicht ausgesprochen werden - unsere Gedanken.

Unterscheidungskraft

Wir haben die Fähigkeit zu unterscheiden, wenn wir wirklich wollen. Im Yoga möchten wir stetig Sattva erhöhen, die Reinheit. Es geht nicht darum, dogmatisch zu werden. Aber eine gewisse Sensibilität im Alltag kann dabei helfen, Saucha zu kultivieren. Bei der Wahl des Essens zum Beispiel: Wähle ich die billige Tiefkühlpizza oder bereite ich sie lieber eine Vollkorndinkel-Pizza mit knackigen Zutaten (am besten in Bio-Qualität) selbst zu? Fläze ich mich abends mit einer Tüte Chips auf das Sofa oder übe lieber noch eine Yogaklasse auf YogaEasy.de? Treffe ich mich mit der lästernden Freundin oder eher mit der Bekannten, die spannende Anekdoten über ihre letzte Reise erzählt? Ich kann wählen, wie ich meine Lebenskraft, mein Prana erhöhe und einsetze - jeden Moment aufs Neue!

Schlechte Gewohnheiten loslassen

Diese Unterschiedungskraft hilft uns auch in Hinblick auf unsere Gewohnheiten. Verunreinigungen schwächen unsere Lebenskraft, ein Yogi, der stetig übt, wird leichtfüßiger, klarer und mit blankgeputzen Blick durch das Leben schreiten. Wer Saucha übt, wird rasch bemerken, dass lästige Gewohnheiten leichter erkennbar sind. Durch Saucha entsteht Klarheit zu der Frage, ob eine Gewohnheit dem Körper und Geist dienlich sind.

Umgebung

Wer kennt sie nicht, die kleinen Ecken, die wir in unserem Zuhause zu wenig beachten, in denen sich die Wollmäuse zu Rudeln versammeln? Das sind Bereiche, die uns nicht entspannen lassen, weil sie unbewusst immer da sind. Reinheit beginnt nicht nur in den Zimmern, die wir stetig bewohnen, nein, auch der Keller, Dachboden oder die Rumpelkammer benötigen Frische und Klarheit.

Ziel: Saucha auf allen Ebenen - aber bitte entspannt!

Ein Yogi versucht natürlich, Saucha in alle Bereichen des Lebens einzuflechten. Nur sollte dieser Punkt nicht übertrieben werden, denn eine komplette Reinheit ist auch für einen Yogi nicht möglich. Yoga soll uns in unserem Leben unterstützen, nicht einschränken. Deshalb, liebe Yogis: Bleibt spielerisch!