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Die Kriyas – 6 yogische Detox-Methoden

Von Rebecca Randak

Die alten Yogis nahmen die Geschichte mit der Befreiung von Giften etwas ernster. Ziel der yogischen Reinigungstechniken war es nicht etwa, überflüssige Pfunde zu verlieren, sondern avidya, das Gift der „Unwissenheit“,  auszuspülen. Unwissenheit darüber, dass alles eins ist. Dass Gott in allen Wesen steckt. Über das, was hinter der Brille liegt, die uns die wahre Identität allen Seins verschleiert.

In der Hatha Yoga Pradipika beschrieb Yogi Svatmarama schon vor einigen Hundert Jahren sechs zentrale Techniken, die dem Yogi auf dem Weg zur Erleuchtung dienen und Schleim und Trägheit aus dem Körper entfernen sollen. Manchmal im wahrsten Sinne des Wortes.Ob du die sechs Übungen zum Detox-Cleanse als Erleuchtungsbeschleuniger nutzt oder ganz schlicht als Präventiv-Maßnahme gegen Erkältung oder Müdigkeit, bleibt dir überlassen. Laut der yogischen Schriften eignen sie sich für beides.

Extra-Weiß-Formel: Dhauti

Dhauti heißt wörtlich „waschen“ und bezieht sich auf die Reinigung des oberen Verdaungskanals. Ganz klassisch erreicht man das durch das stückweise Schlucken von Mullbinden mit anschließendem Herausziehen oder absichtlichem Erbrechen. Glücklicherweise zählen Dinge wie Zähneputzen, Zungeschaben oder Öl ziehen auch als „Dhauti“.

Do-it-yourself-Tipp: Nimm im Anschluss an deine morgendliche Zahnhygiene einen ordentlichen Schluck rohes Kokos- oder Sesamöl in den Mund und „ziehe“ es durch die Zahnzwischenräume. Im Idealfall 20 Minuten lang. Kürzer ist auch erlaubt. Soll für weiße Zähne sorgen und gegen Karies, Zahnfleischbluten und Mundgeruch helfen.

Darm mit Charme: Basti

Bei „Basti“ geht es um den Darm und seine Reinigung. Konkret: Den Einlauf. Besonders zu Beginn deiner Detox-Kur ist ein Einlauf sinnvoll, da der Darm – einmal entleert – nichts mehr zu tun hat und statt echtem Hunger maximal Gelüste aufkommen. Fastenprofis lassen den Fachmann ran und buchen einen Termin für einen Hydro Colon beim Heilpraktiker des Vertrauens. Traditionell erledigten die Yogis den Einlauf übrigens mit Hilfe eines kleinen Röhrchens im Allerwertesten und Atemübungen mit Pump-Effekt im heiligen Ganges.

Do-it-yourself-Tipp: Kauf dir einen Irrigator in der Apotheke und befolge die Gebrauchsanweisung Schritt für Schritt. Du solltest direkt im Anschluss keine Termine haben.

Innerer Schleuderwaschgang: Nauli

Wörtlich „wirbeln“. Bei „Nauli“ machst du Bewegungen mit der Bauchmuskulatur, die an eine Waschmaschine erinnern. Es fühlt sich tatsächlich an, als würdest du deine Bauchorgane in den Schleudergang schicken. „Nauli“ erzeugt viel Hitze und regt das Verdauungsfeuer an. Sei nicht traurig, wenn es nicht gleich so gut klappt, wie bei Yogi Nora in diesem YouTube-Video Dem Effekt tut das keinen Abbruch.

Do-it-yourself-Tipp: Stelle die Füße mattenweit auf, atme tief ein und atme stoßartig komplett durch den Mund aus während du den Oberkörper in Richtung Boden senkst und in die Knie gehst. In der Atemleere ziehe den Bauch nach innen und oben unter die Rippen, aktiviere Mula Bandha, setze die Hände auf die gebeugten Knie und strecke die Arme. Jetzt senke noch dein Kinn zur Brust und halte die Atemleere bis du einatmen musst. Wiederhole das Ganze drei bis fünf Mal.

Das Gieskannen-Prinzip: Neti

Gerade in der Erkältungszeit ist „Neti“ Gold wert, denn es sorgt für eine freie Nase. Mein Favorit ist „Jala Neti“. Das ist das Spülen der Nase mit Salzwasser, auch als Nasendusche bekannt. Etwas fortgeschrittener ist „Sutra Neti“. Bei dieser Kriya fädelst du einen dünnen Schlauch in die Nase ein und ziehst ihn durch den Mund wieder heraus. Hat einen tollen Vorführ-Effekt, aber lieber nicht ohne Anleitung ausprobieren.

Do-it-yourself-Tipp: Besorg dir ein Neti-Kännchen, gib einen gestrichenen Espressolöffel Salz hinein und mische es mit warmem Wasser. Dann das Wasser ins rechte Nasenloch schütten, Mund öffnen und links wieder rauslaufen lassen.

Romantisches Kerzenritual: Trataka

„Trataka“ ist wie gemacht für den Winter, denn du brauchst dafür Dunkelheit und eine Kerze. Indem man lange in das Licht der Kerze kuckt, sollen nicht nur die Tränenkanäle gereinigt, sondern auch die Fähigkeit, das Licht in allen Wesen zu sehen, gestärkt werden. Am schönsten ist „Trataka“ in einer Gruppe. Also, lade deine Yoga-Freunde zum gemeinsamen Fastentrunk mit Kerzenzeremonie ein.

Do-it-yourself-Tipp: Schau mit geöffneten Augen und ohne zu blinzeln solange in die Flamme bis deine Augen zu tränen beginnen. Lass die Tränen ruhig laufen bis du es wirklich nicht mehr aushältst. Erst dann schließe die Augen und konzentriere dich auf das Abbild der Flamme, das nun vor deinem inneren Auge erscheint.

Wachmacher-Wunder: Kapalabhati

Zum Schluss gibt es noch eine Detox-Kriya, die allgemein als Atemübung bekannt ist: „Kapalabhati“. Wörtlich übersetzt heißt das soviel wie „den Schädel zum Leuchten bringen“. Das Beste: „Kapalabhati“ macht knallwach, weswegen ich es morgens gerne vor dem Meditieren übe.

Do-it-yourself-Tipp: Setz dich aufrecht und bequem hin. Atme entspannt ein und beginne dann mit kurzen, kräftigen Ausatemstößen. Beim Ausatmen zieht sich die Bauchmuskulatur nach innen. Die Einatmung geschieht ganz von alleine. Übe am besten drei Runden. Beginne mit 20 Atemstößen und steigere gerne bis auf 100. Wenn du Kapalabhati als Kriya übst, hältst du den Atem zwischen den Runden nicht an.

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