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Kopfstand: Pro und Contra

Von Merle Wirellis

Der Kopfstand ist eine der anspruchsvollsten Asanas, ihr werden unzählige positive Wirkungen für Körper und Geist nachgesagt, unter anderem, dass sie angeblich Haarausfall stoppt. Aber eben weil Sirsasana so fordernd ist, gibt es auch einige Argumente, die gegen das Üben sprechen können. Nicht nur für Yogis, die sich in ihrer Praxis (noch) nicht sicher fühlen, sondern für alle.

Es gibt kaum eine Yogahaltung, die so kraftvoll und ja, majestätisch, wirkt wie der Kopfstand. Die Beine kerzengerade in die Luft gestreckt, thront der gesamte Körper auf den Schultern und Unterarmen. Yogalegenden wie Sharon Gannon und David Life können die Asana angeblich eine Stunde lang halten, wobei wir das nicht ganz glauben können. Andere Lehrer unterrichten sie gar nicht, weil sie meinen, dass das Üben des Auf-dem-Kopf-Stehens keine Vorteile in unserer modernen Welt bringt. Tatsache ist: Der Kopfstand erfordert ein sehr hohes Maß an Stabilität, Kontrolle und Kraft. Und bringt denjenigen, der daran glaubt, der Erleuchtung ein kleines Stückchen näher.

Pro Kopfstand: Kraftquelle für den Körper und Selbstvertrauen für den Geist

Als eine der intensivsten Umkehrhaltungen sorgt Sirsasana dafür, dass unser Blut stärker zum Herzen strömt, und regt so die Herzleistung an. Weil Kopfhaut und Gesicht im Kopfstand stärker durchblutet werden, wirkt die Übung, so denken wir uns das jedenfalls, verjüngend. Die Haut erstrahlt nach der Praxis rosig, das ist erwiesen, und Ausfall und Ergrauen der Haare können – das wiederum wird nur behauptet, wenn auch vehement – vermindert werden. Der gesamte Organismus wird einmal auf den Kopf gestellt, und es ist ein bisschen wie mit einer Handtasche, wo der olle Müll immer unten landet und nie das Tageslicht erblickt. Einmal ausgeschüttelt, und sofort geht es einem besser.

Anatomisch nachweisbar tut die Übung der Wirbelsäule gut, da die Lendenwirbelsäule – die wir im Alltag beim vielen Sitzen und Stehen stark beanspruchen und die sich oft zusammengestaucht anfühlt – entlastet und die Muskulatur an den Schultern sowie am Bauch gekräftigt wird.

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Gut für den Kopf

Aber auch unserer Lebensenergie (Prana) und unserem Geist hilft die regelmäßige Praxis des Kopfstands: Energetisch gesehen werden das Stirn-Chakra (Ajna-Chakra, auch das dritte Auge genannt) und das Kronen-Chakra (Sahasrara-Chakra) angeregt. Das hat positive Auswirkungen auf unsere Sexualität, Kreativität, das Gedächtnis und die Willenskraft. Nicht zuletzt, vielleicht sogar seine wichtigste Funktion, steigert das Üben von Sirsasana unser Selbstvertrauen und unseren Mut. Wer den Kopfstand meistert, dem jagt vielleicht auch die nächste knifflige Auseinandersetzung weniger Angst ein.

Contra Kopfstand: Bei falscher Ausführung ist das Verletzungsrisiko groß

Die Herausforderung des Kopfstands beginnt bereits damit, wirklich kontrolliert in die Haltung hineinzukommen anstatt einfach schwungvoll die Beine in die Luft zu werfen. Wird Sirsasana falsch oder ungenau ausgeführt, stellt die Praxis eine große Belastung für die Halswirbelsäule dar, sogar ein Verletzungsrisiko. Das Wichtigste bei der Übung ist es daher, die Kraft der Unterarme und der Schultermuskulatur zu stärken. Manche Lehrer behaupten, die ersten zehn Jahre sollten 80 Prozent des Körpergewichts auf den Unterarmen ruhen, manche sagen, nur die Hälfte. In jedem Fall sollte das Körpergewicht nicht ausschließlich auf dem Kopf lasten. Das kann den Nacken stark belasten, Nervenwurzeln können eingeklemmt werden, Muskeln gezerrt oder Wirbelgelenke blockiert.

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Sicher in den Kopfstand kommen: So gelingt es

Wer also noch nicht so lange Yoga übt oder sich in seiner Praxis nicht sicher fühlt, sollte sich langsam an den Kopfstand herantasten (was im Hineinkommen in die Haltung durchaus wörtlich zu nehmen ist). Wenn ihr den Kopfstand langsam und anatomisch korrekt erlernen möchtet, könnt ihr vorbereitend zum Beispiel den Delfin üben.

Eine weitere Möglichkeit ist das Üben des Kopfstands mit Hilfsmitteln, entweder an der Wand oder mit einem Kopfstandhocker. Mit diesem Werkzeug könnt ihr sicher in die Haltung gleiten – ohne den Kopf und die Halswirbelsäule zu stark zu belasten. Achtung, Wandkandidaten: Nur weil ihr die Wand sicher in eurem Rücken wisst, kickt auf keinen Fall mit den Beinen unkontrolliert nach oben. Wie auch im freien Raum kommt ihr nur nach oben, wenn ihr problemlos die Füße angewinkelt zum Gesäß zu bringt und dort ein bisschen balanciert.

Hände weg vom Kopfstand für...

Es gibt aber auch Yogis, die diese anspruchsvolle Asana lieber gänzlich meiden sollten: Wer Probleme mit der Nackenmuskulatur oder der Halswirbelsäule hat, sollte sich vorher lieber mit einem Arzt oder erfahrenen Yogalehrer besprechen, um ein Verletzungsrisiko auszuschließen. Dasselbe gilt für Yogis mit Augenkrankheiten, Bluthochdruck oder Herzbeschwerden.

Und los geht's.