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Die wichtigsten Yogalehrer und Gurus
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Die wichtigsten Yogalehrer und Gurus

Von Kristin Rübesamen

Es ist ein langer Weg vom sandigen Mysore bis in unser Büro in Hamburg, aber wir finden, es ist höchste Zeit, sich zu bedanken. Ohne die folgenden Yogis, die ihr Leben der Erforschung und Verbreitung dieser jahrtausendealten Technik gewidmet haben, wären wir alle so viel ärmer. Vielleicht würden wir weniger Zeit auf der Matte zubringen, vielleicht wären wir sogar im materiellen Sinne reicher, aber mental, emotional und physisch wären wir arme Schlucker. Deshalb lasst uns einen Moment innehalten und den folgenden Menschen danken.

1. Tirumalai Krishnamacharya

18. November 1888 – 28. Februar 1989

Bekannt als „Vater des modernen Yoga“ war Krichnamacharya viel mehr als nur Yogalehrer. Als Gelehrter in indischer Philosophie erweckte er das jahrhundertealte Hatha Yoga wieder zum Leben und warb auf Vorträgen und Demonstrationen für die einzigartige Wirkung dieser Technik für Körper und Geist. Er entwickelte als erster Sequenzen aus Asanas für Anfänger und Fortgeschrittene und ließ seine Schüler besonders schwierige Asanas vor Publikum demonstrieren, um Yoga populär zu machen. Legendär wurde die Vorführung, bei der er zeigte, wie er seinen Herzschlag aussetzen konnte. Entscheidend für uns war, dass er Yoga endlich auch Frauen zugänglich machte. Wer weiß, wie lange es sonst gedauert hätte. Sein Erbe wurde weiter entwickelt von seinen Schülern B.K.S Iyengar, K. Pattabhi Jois, Indra Devi, und A.G Mohan, die ihrerseits Methoden entwickelte, die heute überall auf der Welt geübt werden.

2. Paramahansa Yogananda

5. Januar 1893 – 7. März 1952

Mit seinem weltweiten Bestseller, „Autobiographie eines Yogis“ (1946) traf Paramahansa Yoganananda mitten ins Herz einer verunsicherten westlichen Gesellschaft, die auf Impulse angewiesen war. Yogananda, der über Energie und Kriya Yoga sprach, verkörperte die Hoffnung, sein Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. Als junger Mann wurde er 1920 mit dem Schiff nach Boston zu einem internationalen Kongress der Weltreligionen geschickt, wo er als indischer Gesandter über Yoga und Meditation in einer Weise sprach, die das Publikum begeisterte.

3. Indra Devi

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12. Mai 1899 – 25. April 2002

Auf der Flucht vor den Bolschewiken kam Indra Devi, damals noch unter ihrem offiziellen Namen Eugenie Petersen, 1917 nach Berlin, um Schauspielerin und Tänzerin zu werden. Um im damaligen Bombay auf der Leinwand Erfolg zu haben, gab sie sich den Künstlernamen Indra Devi und heiratete einen Diplomaten. Erst, nachdem sich der Hausherr von Krichnamacharya, der Fürst von Mysore, für sie verwendete, durfte sie an Krichnamacharyas Yoga-Unterricht teilnehmen. Sie wurde seine eifrigste Schülerin und galt 1938 als erste Yogini, die Krichnamacharya aufforderte, selbst zu unterrichten. Weil ihr Mann als Botschafter nach China versetzt wurde, gab sie in Schanghai im Haus eines führenden Politikers Yogakurse und machte Yoga auch unter Amerikanern und Russen populär. Sie integrierte neben Asanas auch Atemübungen und Ernährungstipps in ihren Unterricht.

4. Pattabhi Jois

26. Juli 1915 – 18. Mai 2009

Schon im Alter von zwölf Jahren wurde Patthabi Jois Zeuge einer Yoga-Vorführung von Krichnamacharya und setzte alles daran, um sein Schüler zu werden. Er lernte nicht nur alle Asanas, sondern studierte auch Sanskrit, um die alten Schriften besser verstehen und schließlich selbst lehren zu können. Er entwickelte unter dem Label „Ashtanga Yoga“ ein festes Set an Sequenzen, die aufeinander aufbauen, und gründete ebenfalls in Mysore das weltbekannte „Ashtanga Yoga Institute“, das für viele Yogis aus dem Westen die zentrale Anlaufstelle für Ashtanga Yoga wurde und auch nach seinem Tod 2009 bis heute ist. Mittlerweile ist es unter der Leitung seines Enkels Sharath Jois.

5. B.K.S Iyengar

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14. Dezember 1918 – 20. August 2014

Ihm verdanken wir das Wissen, dass Yoga therapeutische Wirkung hat. Ohne seine jahrzehntelange Erfahrung kein Iyengar Yoga, ohne seinen Eifer und seine Disziplin kein „Licht auf Yoga“, jenes grundlegende Lehrbuch über Hatha Yoga, genannt die „Bibel des Yoga“, das jeder Yogi mindestens einmal gelesen haben sollte.

B.K.S. Iyengar, auch „Michelangelo des Yoga“ genannt, verdanken wir nicht nur die Yogamatte, die er aus einer Teppichunterlage schneiderte, sondern auch den Gebrauch von Klötzen, Gurten und Decken. Ihr Einsatz hilft vielen Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen, Yoga zu üben.

6. Swami Sivananda

8. September 1887 – 14.Juli 1963

Obwohl Swami Sivananda selbst nie einen Fuß auf amerikanischen oder europäischen Boden setzte, ist sein Einfluss für uns Yogis immens. Als Religionswissenschaftler, Arzt und Philosoph schrieb er knapp 300 Bücher, lebte bescheiden als Wandermönch und Arzt. Er gründete die „Divine Life Society“ und in der Nähe von Rishikesh den berühmten Sivananda-Ashram. Seinen Lieblingsschüler, Swami Vishnudevananda, schickte er 1957 los, um seine Botschaft im Westen zu verbreiten. Mit Erfolg.

7. Sri Dharma Mittra

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14. Mai 1939 – heute

Die meisten kennen ihn von seinem „Master Yoga Chart of 903 Postures“. Dass der Mann auf dem Poster 1939  in einem winzigen Dorf in Brasilien geboren wurde, bei der brasilianischen Luftwaffe diente und seit 1967 im von ihm gegründeten „Dharma Yoga Center“ in New York City täglich unterrichtet, ist weniger bekannt. Sri Dharma Mittras Disziplin und Leidenschaft genauso wie seine einzigartige Körperbeherrschung inspirieren bis heute auf der ganzen Welt Menschen, Yoga zu üben.

8. Sharon Gannon & David Life

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Sharon Gannon 4. Juli 1951 – heute

Sharon Gannon und David Life sind die Gründer von Jivamukti Yoga, einer Yoga-Methode wie geschaffen für den westlichen Großstadtmenschen. Wie im Märchen trafen sie sich in einem Künstlercafe 1983 im East Village in New York City und begannen ihre spirituelle Reise gemeinsam, die sie 1986 nach Indien führte. Sie wollten Yoga-Philosophie, Bhakti Yoga, Meditation, Musik und Gewaltlosigkeit in einer Methode vereinen, und erfunden dafür herausfordernde, schweißtreibende Sequenzen, die ihren Stil schnell populär machten. Zu ihren Gurus gehören Shri Brahmananda Saraswati, Swami Nirmalananda und Patthabis Jois. Eine Jivamukti-Lehrerausbildung gilt bis heute als „Gold-Standard“ unter den Yogalehrer-Ausbildungen.

9. Bikram Choudhury

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10. Februar 1944 – heute

Geboren im damaligen Kalkutta begann Bikram Choudhury bereits mit drei Jahren, Yoga zu üben, und trainierte bald regelmäßig, um an nationalen Yoga-Wettkämpfen teilzunehmen. 1970 kam er nach Amerika. Seine Methode, Bikram Yoga, besteht im Wesentlichen aus 26 Haltungen, die bei hoher Temperatur ( 40 Grad Celsius/105 Grad Fahrenheit oder höher) geübt werden müssen, eine Temperatur, die so sein müsse „wie in Indien“. Seine frühe Teilnahme an Yoga-Wettkämpfen, die es zu der von ihm erwähnten Zeit noch gar nicht gegeben hat, als auch Erinnerungen, die seine Autorität untermauern sollen, werden heute angezweifelt. Die handfesten Klagen wegen sexuellem Missbrauch, Beleidigung und Rassismus, haben seinen Ruf als Guru nachhaltig beschädigt. Da seine Methode für bestimmte Yogis die richtige zu sein scheint, ist jedoch zu erwarten, dass sie zumindest überlebt.

10. Yogi Bhajan

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26. August 1929 – 6. Oktober 2004

Yogi Bhajan verdanken wir eine bestimmte Form des Kundalini Yoga, die im Gegensatz zum Hatha Yoga steht. Als Kommunikationspsychologe und Student der Religionswissenschaften interessierte sich Yogi Bhajan dafür, wie durch den Aufstieg der Kundalini (Schlangenkraft) Erleuchtung erlangt werden kann, ein Grundprinzip des Tantra. Bhajans Kundalini Yoga orientiert sich nach sogenannten Kriyas (Übungsreihen), die bestimmte dynamische Bewegungsabläufe, Mantren, Mudras mit Fokus auf Pranayama und Bandhas beinhalten. Wichtigstes Mantra: „Sat Nam” gleich „wahre Identität”. Besonders im Schwangeren-Yoga ist Kundalini eine bewährte Methode, aber auch sonst erfährt Kundalini vor allem durch Lehrerinnen wie Gurmukh wachsende Beliebtheit.

11. John Friend

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30. Mai 1959 – heute

Ebenfalls in der tantrischen Philosophie verwurzelt ist die Methode des Anusara Yoga, die jedoch eine weitere entscheidende Komponente besitzt: die Konzentration auf biomechanische Prinzipien in der Ausrichtung des Körpers in den Haltungen.

Ausgehend von Iyengars Fokus auf genaue Ausrichtung gründete John Friend eine neue Methode: Anusara Yoga. Er legte fünf „universelle Ausrichtungsprinzipien“ sowie drei „As des Anusara“ (Attitude, Alignment und Action). Ein heftiger Skandal zwang John Friend, angeklagt wegen sexuellem Missbrauch seiner Schülerinnen, Veruntreuung von Pensionsgeldern etc. 2012 Anusara zu verlassen. Zusammen mit der Yogalehrerin Desi Springer unterrichtet er heute „Bowspring Yoga”.


Für gewöhnlich endet jede Liste mit einer Entschuldigung. Mit Blick auf diejenigen, die fehlen, wird an die Subjektivität einer jeden Liste erinnert. Eine Liste, könnte man fast behaupten, definiert sich nicht nur diejenigen, die draufstehen, sondern auch durch diejenigen, die es nicht auf die Liste geschafft haben. Diese Liste ist anders, denn wir beginnen sie lediglich. Du aber führst sie fort!

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