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Die Grundlagen einer modernen Yoga-Stunde

Von Anna Trökes

 

Der Aufbau einer Yoga-Stunde

Die folgenden Elemente wirst du in den meisten Yoga-Stunden finden, und zwar wahrscheinlich in genau dieser Reihenfolge:

  1. Anfangsentspannung / Meditation
  2. Atemübungen (Pranayama), um das Prana (die Lebensenergie) zu erhöhen
  3. Aufwärm- und Vorbereitungsübungen
  4. Körper-Stellungen (Asanas)
  5. Tiefenentspannung (Yoga Nidra)

1. Meditation – oder das Stillwerden des Geistes

Meditation ist ein Zustand, der von sich aus entsteht. Er lässt sich nicht „machen“, aber wir können sehr viel dafür tun, günstige Bedingungen zu erschaffen, damit er sich einstellen kann.
Im Zustand der Meditation kommt man ganz zu sich und verbindet sich mit seinem inneren Wesenskern. Der Geist wird ganz still und ruhig – wie ein klarer See, in dessen Oberfläche sich der Himmel spiegelt. Dadurch verliert man die Anhaftung mit all den Konzepten, Gedanken, Gefühlen und Empfindungen, mit denen man sich sonst identifiziert. Die Erfahrung, die übrig bleibt, ist die des reinen Da-Seins.

Viele Yogamethoden sind geeignet, den Geist zu beruhigen und zu stabilisieren. Dabei braucht jeder Mensch seinen eigenen Weg. Die einen brauchen einen intensiven, Schweiß treibenden Power-Asana-Workout, die anderen eher ein achtsames, sanftes Üben oder Pranayamas. Ziel jeder Yogapraxis sollte es sein, Meditation möglich zu machen.

2. Pranayama – die Atemübungen

Der Mensch atmet durchschnittlich täglich etwa 25920 Mal. Über den Atem nehmen wir Sauerstoff, aber auch Prana, die Lebensenergie, auf. Durch Stress, Verspannungen, mangelnde Körperhaltung und schlechte Angewohnheiten atmen die meisten Menschen zu flach. Ihr System erhält so zu wenig Sauerstoff, eine der offensichtlichsten Folgen ist eine schnelle Ermüdung. Yoga hilft, zurück zu einer natürlichen Atmung zu kommen. Spezielle Atemübungen können die Lebensenergie jederzeit wieder aufbauen. So lassen sich auch Lampenfieber, Ängste, Depression und Reizbarkeit überwinden.

Pranayama hilft uns, unseren Geist zu beruhigen und zu stabilisieren. Aus einem solchen Geisteszustand heraus kann sich Klarheit und Gelassenheit entwickeln.

3. Aufwärm- und Vorbereitungsübungen

Die meisten Asanas sind – auch wenn sie nicht immer den Anschein haben – sehr komplex. Sie stellen hohe Anforderungen an unsere Eigenwahrnehmung, unsere Koordinationsfähigkeit und teilweise auch an unseren Gleichgewichtssinn. Unsere heutige Arbeitswelt bedingt in der Regel, dass wir uns unserem Körper immer wieder über viele Stunden hinweg entfremden. Aus diesem Grund sind wir vielfach nicht in der Lage, gleich mit einem komplexen Üben zu beginnen. Wir brauchen Vorbereitung. Da, wo wir eng geworden sind – z. B. durch lange Phasen der Konzentration –, brauchen wir wieder Weite. Wo wir uns verspannt haben – z. B. durch Stunden vor dem Computer –, müssen wir unsere Muskulatur unterstützen, überflüssige Spannung zu lösen. Für viele Asanas müssen wir den Körper vorher erwärmen und die Durchblutung anregen, um sie korrekt ausüben zu können und uns nicht zu überdehnen. Gerade die starken Dehnungen in den Vorbeugen oder Standhaltungen brauchen viel Weichheit und Durchlässigkeit in allen Geweben (Muskeln, Sehnen, Bändern und anderen Bindegeweben), die sonst einfach nur Halt geben.

Wir brauchen im modernen Yoga erwärmende und hinführende Übungen, damit wir uns nicht verletzen. In gutem Yogaunterricht nimmt diese Vorbereitung einen bedeutenden Teil der Übungspraxis ein, denn es ist der Teil der Yogastunde, in der wir die Einschränkungen, die uns der Alltag auferlegt, immer wieder zu kompensieren versuchen. Sollten wir gleich komplex und dazu noch korrekt üben, würden wir nur weiterhin dem Anforderungsprofil des Alltags folgen. Unsere Yogapraxis würde dann keinen Beitrag dazu leisten können, dass wir uns regenerieren und Fehlhaltungen kompensieren.

Nimm dir deswegen immer ausreichend Zeit für die vorbereitenden Übungen und achte auf einen guten Stundenaufbau, der dich Schritt für Schritt in eine komplexe Haltung hinein leitet.

4. Asanas – die Yoga-Stellungen

Asanas sind Körperübungen, bei denen eine bestimmte Stellung eine Zeit lang gehalten wird.
Sie werden bewusst und achtsam Schritt für Schritt eingenommen. Wir sollten in der Haltephase für uns herausfinden, was heute unsere passende Anstrengung ist und wie wir überflüssige Anspannung lösen können. Dabei zeigt uns der Atem den Weg: Er soll immer ruhig – und dazu manchmal auch ganz kraftvoll – fließen. Asanas werden bewusst, Schritt für Schritt verlassen. Kurz: Asana-Üben ist in jedem Moment bewusstes Tun, das der Atem unterstützt.

Asanas entwickeln auf sanfte Art Muskelstärke, Flexibilität und Körperbewusstsein. Mit nur wenig Anstrengung kann man durch Yoga schnell Fortschritte machen, einen gleichmäßig flexiblen Körper mit harmonisch entwickelter Muskelkraft zu entwickeln. Er ist die Voraussetzung für Gesundheit und leichter Bewegung. Das ruhige Halten der Stellungen bringt blockierte Lebensenergie (Prana) wieder zum Fließen, innere Heilkräfte werden aktiviert und die Organe besser durchblutet. Asanas sind eine ausgezeichnete Vorbeugung gegen jede Art von Krankheit und können klassische Therapien in ihrer Wirksamkeit sehr unterstützen und erhöhen.

5. Die Tiefenentspannung

Bestandteil jeder Yogastunde ist die Tiefenentspannung, die je nach praktiziertem Yogastil unterschiedlich lang ist. Dabei liegt man auf dem Rücken und entspannt systematisch alle Teile des Körpers und schließlich auch den Geist. Entspannung ist für gerade den modernen Menschen besonders wichtig und für viele ein Grund, sich dem Yoga zuzuwenden. Während der Entspannung werden Stresshormone abgebaut, das Immunsystem gestärkt, Heilprozesse gefördert, geistige Stärke und Ruhe wiederhergestellt. Vollständige Entspannung kommt nicht von selbst, sondert muss geduldig und systematisch gelernt werden.

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