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Bild: iStockphoto.com

Yogastil-Lexikon: Alles über Power Yoga

Von Katharina Goßmann

Was ist das Besondere an Power Yoga?

“Power Yoga” ist ein dynamischer und kräftigender Yoga-Stil - das verrät schon der Name: Der englische Begriff Power bedeutet "Kraft", "Macht", "Energie", "Stärke".  Beim klassischen Power Yoga leitet der Lehrer die Schüler durch einen Vinyasa Flow, der sich aus Elementen der Ersten Serie aus dem Ashtanga Yoga  zusammensetzt. 

Der Begriff Vinyasa kommt übrigens aus der heiligen Sprache Sanskrit und setzt sich zusammen aus "Vi" = "auf eine bestimmte Art" und "Nyasa" = "legen", "setzen", "stellen". Konkret handelt es sich um eine Abfolge von Bewegungen, bei der jede Bewegung mit der Atmung synchronisiert ist und die als Übergang von einer Asana in die nächste dienen. Bei einer Vinyasa Flow-Stunde werden also alle Haltungen miteinander zu einem Fluss verbunden durch überleitende Vinyasas - diese Vinyasas sind meist Variationen  oder einzelne Teile des Sonnengrußes

Mantren, Meditation, Philosophie? Nein, danke!

Spiritualität wird dagegen beim Power Yoga klein geschrieben: Die meisten Power Yoga-Lehrer verwenden keine Sanskrit-Begriffe, es werden kaum Atem-Übungen (Pranayama) unterrichtet und auch Meditation, Mantren und Yoga-philosophische Ausführungen sucht man hier meist vergeblich.

Power Yoga-Lehrer vermitteln lieber handfeste Lebensweisheiten. So ist der amerikanische Power Yoga-Lehrer Bryan Kest dafür bekannt, dass er während seines Unterrichts und seiner Vorträge rülpst und mit Sprüchen wie "Don't take your shit to the mat" ("Bring deine Scheiße nicht auf die Yogamatte mit") um sich schmeißt. Angesichts des populären Klischees, dass Yogis erleuchtete Asketen in weißem Leinen sind irritiert ein solches Verhalten erst mal. Tatsächlich ist es aber sehr clever: Denn so ermöglichen Power Yoga-LehrerInnen auch solchen Menschen Zugang zum Yoga, die beim ersten Anschein von Spiritualität, oder auch nur bei einigen Minuten stiller Meditaton, schreiend davonlaufen würden. 

Die Erfolgsgeschichte des Power Yoga

Kein Wunder also, dass Power Yoga in den 90ern die Fitness Center eroberte. Befreite es doch Yoga von seinem Esoterik-Image. Zu Power Yoga-Stunden kamen nämlich auch Hausfrauen, die abnehmen wollten, Sportler, die einen Ausgleich suchten, gestresste Manager und alle, die gehört hatten, dass man von Power Yoga einen tollen “Body” bekommt. Also Menschen, die sich in einer traditionelleren Yoga-Stunde einfach nicht wohl gefühlt hätten.

Deswegen hat Power Yoga bis heute bei vielen Yogis ein Image-Problem: Es wird als rein körperliche Praxis, als “Sport”, deklassiert und im Zuge der Kritik an der allgegenwärtigen Selbstoptimierung (immer effizienter, schlanker, schöner…) kritisiert.

Dabei bezieht sich im klassischen Power Yoga der Begriff "Power" nicht auf protzige Muskeln oder beeindruckende Yoga-Positionen. Vielmehr trägt Power Yoga der Tatsache Rechnung, dass Menschen in der modernen westlichen Welt andere Bedürfnisse haben als die in östlichen Hemisphären. Der Westen ist körper-betonter, oberflächlicher, schneller – man denke nur an die schwindende Bedeutung von Religion und Familie im Vergleich zu östlichen Kulturen. Power Yoga bewertet das nicht, sondern holt die Schüler und Schülerinnen stattdessen dort ab, wo sie sind.

Power Yoga hilft dem modernen Menschen, über seinen Körper Zugang zu sich zu finden, klarer und ruhiger zu werden und so mehr Energie, Lebendigkeit und Freiheit zu schenken. Viele Manager-Typen brauchen extreme körperliche Herausforderungen, bevor sie in Kontakt mit sich kommen können. Etliche Erfolgs-Typen müssen erst hundert Mal aus dem Baum gefallen sein, bevor sie mit ihrem “Versagen” umgehen lernen.

Wären diese Menschen jemals zu einer wenig dynamischen Yoga-Stunde mit Mantren und Meditation gekommen? Nein. Ist es nicht herrlich, dass sie über den Weg einer sehr körperlichen Praxis, die kleine Lebensweisheiten in die Anweisungen einbaut, etwas anderes als Konkurrenzdenken, Ehrgeiz und Druck kennenlernen und dadurch neue Impulse bekommen? Definitiv!


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Die wichtigsten Power Yoga-Lehrer

Übrigens: Alle bekannten Power Yoga-Lehrer haben bei indischen Lehrern gelernt. Die meisten von Ihnen kommen wie erwähnt vom indischen Ashtanga Yoga und wurden auf traditionell indische, strenge Weise ausgebildet (die Anweisungen des Lehrers werden bedingungslos befolgt, Erklärungen gibt es nicht). Es handelt sich also nicht um oberflächliche Sonny Boys, die mit rein körperlichen Yoga-Stunden einen schnellen Dollar verdienen wollen - sondern um Vollblut-Yogis, die ihren eigenen Weg gehen.

Der bereits erwähnte amerikanische Power Yoga-Erfinder Bryan Kest lernte, wie viele andere Gründer dynamischer Yoga-Stile, bei dem “Erfinder” des Ashtanga Yoga, Pattabhi Jois. Kest nahm das, was er in seiner Ausbildung bei Jois erfahren hatte und passte es an westliche Bedürfnisse an: Er nahm allen Zwang weg, fordert aber in seinen Stunden vehement, dass seine Schüler mit ihrem Atem und ihrem Körper in Kontakt bleiben, er unterrichtet körperlich extrem fordernde Stunden, weist aber immer darauf hin, dass das Ziel von Yoga Meditation ist.

 

Auch der US-amerikanische Yogalehrer  Baron Baptiste  beanspruchte für eine Weile, dass er Power Yoga erfunden hätte. Er nennt seinen Stil aber mittlerweile Baptiste Yoga, während Bryan Kests Website www.poweryoga.com heißt - die Fronten sind also geklärt.

Poweryoga, Intensiv-Yoga, Kraft-Yoga?

Eine kleine Warnung zum Schluss: “Power Yoga” wird manchmal als Überbegriff für alle dynamischen Yoga-Arten genutzt. Was sich dahinter verbirgt, wenn etwa ein Fitness-Studio einen “Power Yoga”-Kurs anbietet, musst du deshalb in jedem Einzelfall erfragen. Es gibt Power Yoga-Lehrer, die sich kaum mehr am Ashtanga Yoga orientieren und den Begriff Yoga sehr frei auslegen - häufig kommen sie aus dem Fitness-Bereich, haben kurz mal eine Yogalehrerausbildung gemacht und bauen nun in ihrem Unterricht Übungen aus Kampfsport, Aerobic oder Pilates ein. 

Als “Poweryoga” kurzzeitig ein geschützter Begriff war, griffen Yoga-Studios und Fitness Center aber auch auf Umschreibungen wie “Intensiv-Yoga” und ähnliches zurück.

Fazit: Wo “Power Yoga” drauf steht, muss also nicht Power Yoga drin sein - und etliche tolle Power Yoga-Lehrer weichen auf andere Namen aus, weil sie nicht mit rein körperlichen Yoga-Stunden in Verbindung gebracht werden wollen. 

Power Yoga und Vinyasa Flow-Yoga bei YogaEasy.de

Die YogaEasy.de-Kunden lieben Power Yoga und Vinyasa Flow-Videos - kein Wunder, denn unsere Power Yoga und Flow-Stunden werden von so namhaften und beliebten YogalehrerInnen wie Patricia Thielemann (die einen selbst entwickelten Stil namens "Spirit Yoga" unterrichtet, der allerdings dem Power Yoga/Vinyasa Flow-Universum zugerechnet wird), Nicole Bongartz, Valentin Alex, Christiane Wolff, Young-Ho Kim, Kristin Rübesamen und Jelena Lieberberg unterrichtet. 

Hier unser "Power Yoga für Anfänger"-Video:

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Und hier findest Du alle YogaEasy.de-Power Yoga- und Vinyasa Flow-Videos!

 

Bildquellen: thenounproject.com, istockphoto.com und Bryan Kest @ YogaEasy.de

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