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Was ist Iyengar Yoga? von Rita Keller

Von Rita Keller

Iyengar Yoga steht in der Tradition der Taittiriya Upanishad, eine der ältesten (die 7. von 108 philosophischen Sanskrit-Schriften Indiens) Upanishaden, die dem schwarzen Yajurveda zugerechnet wird (Niederschrift ca. 1.000 v. Chr.). Neben Anleitungen, wie man leben soll, geht die Taittiriya Upanishad als erste auf die 5 Hüllen des Menschen ein. Darüber hinaus liegt dem Iyengar Yoga die Samkhya Philosophie (Hauptzeit ca. 400 v. Chr.) zugrunde. 

B.K.S. Iyengar wurde in dieser Tradition (Taittiriya Upanishad und Samkhya Philosophie) in direkter Linie, Parampara von Krishnamacharya ausgebildet. Der wiederum war Schüler von Rama Mohan, usw. (Parampara ist die ununterbrochene Linie vom 1. Meister bis zum heutigen Lehrer/Meister der jeweiligen Methode) Das bedeutet, dass auch wir, die Schüler von B.K.S. Iyengar,  in dieser Tradition stehen.

In der Taittiriya Upanishad taucht zum ersten Mal die Zahl „5“ auf.

In Form der 5 Hüllen des Menschen, beginnend mit der äußeren Hülle: Annamayakosha, unserer physischen Hülle/Ebene/Schicht. Anna bedeutet Nahrung. Es ist also die Nahrungshülle: wir entstehen aus Nahrung, leben von Nahrung, und wenn wir sterben, werden wir wieder zu Nahrung. Die nächste Hülle ist Pranamayakosha – die physiologische, emotionale Hülle; dann Manomayakosha, die mentale Hülle. Es folgt Vijnanamayakosha, die Erkenntnisfähigkeit, Unterscheidungshülle, Bildung/Erreichen von klarem, gültigen Wissen und die innere Hülle: Anandamayakosha – die Glückseligkeitshülle.

Die  Samkhya Philosophie ist ein dualistisches System,

es erkennt an,  dass unsere Seele, unser Selbst (purusha) und unsere Natur, Matrix (prakruti), nicht prinzipiell „Eins“ sind. Unsere Natur, unsere ureigene Matrix besteht aus 5 grobstofflichen Elementen und 5 dazugehörigen Handlungsorganen, aus 5 feinstofflichen Aspekten der Elemente und 5 dazugehörigen Sinnesorganen, sowie unserem Geist/Verstand, unserem Ich und unserer Intelligenz. Auf dieser Philosophie basiert der 8fache Yoga-Pfad (ashthanga yoga) von Patanjali (Indischer Gelehrter ca. 200 v. Chr.), der Ayurveda, die Bhagavadgita, und andere Schriften.  Da der Iyengar Yoga in dieser Tradition steht, lehrt er entsprechend wie man die Einheit von Körper und Geist mit der Seele, unserem Selbst, zu Lebzeiten erreichen kann.

Im Iyengar Yoga bedeutet das:

Wir arbeiten mit unseren Handlungsorganen wie zum Beispiel mit unseren Füßen, die zum Element Erde gehören und mit unseren Händen, die zum Element Wasser gehören, von unserer äußeren Hülle, der Nahrungshülle ( physischer Leib) zur inneren Hülle, also von Außen nach Innen. Und zwar mit dem Ziel, alle Zellen durchlässig zu machen für „Prana“ ( Energie),  bewusstem Sein und Entwicklung von Intelligenz. Damit der Übende dies erreichen kann, muss er vollkommen „anwesend“ und achtsam sein. Er erfährt, dass nur mit vollkommener Erdung Ausdehnung und Durchdringung möglich ist.  Er erlernt dafür den bewussten Gebrauch seiner Handlungsorgane, absolute Konzentration und über diesen Weg das Zurückziehen der Sinne (Pratyahara),  nicht nur im Sitzen sondern in jedem Asana.

„Die rechte Haltung macht’s“ (Im Iyengar Yoga: vollkommene Durchdringung der 5 Hüllen, Ausgleich der 5 Elemente und ihre feinstofflichen Aspekte, vollkommene Ausrichtung der Körperachsen)

Der fortgeschritten Übende lernt/studiert nicht nur die Konzentration auf einzelne Punkte (Dharana), sondern die gleichzeitige Verbindung von mehreren Punkten/Aspekten, sowie die Ausbreitung des Bewusstseins und damit die Durchdringung aller Hüllen/Ebenen/Schichten.

„Der tiefere Sinn des Yoga ist die Verschmelzung des Individuums mit dem Universum: die Verschmelzung des Körpers mit dem Geist, des Geistes mit der Intelligenz, der Intelligenz mit dem Bewusstsein, und des Bewusstseins mit der Seele. “ B.K.S. Iyengar

Das bedeutet für unser Üben:

Mechanisches Üben und Wiederholen spricht nur die äußere, die physische Schicht/Ebene an und führt uns nicht tiefer. Allein präzises, genaues und detailliertes Üben im Augenblick führt uns nach Innen.

Entsprechend werden auch die Anweisungen im Laufe der Übungspraxis detaillierter, feiner und subtiler, um in immer tiefer liegende Schichten vorzudringen und im Tun vollkommen absorbiert zu werden.

Ein Anfänger und jeder Übende beginnt zunächst mit dem äußeren, physischen Leib.

Aber selbst ein Anfänger sollte so unterrichtet werden und auch so üben, dass er seinen Geist vollkommen an das Übungsgeschehen, an den Augenblick, an das Jetzt bindet.