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www.bksiyengar.com

Rita Keller zum Tod von B.K.S. Iyengar

Von Kristin Rübesamen

Wie haben Sie die Nachricht von BKS Iyengars Tod gestern morgen aufgenommen?

Mit tiefer, tiefer Traurigkeit.

Wann haben Sie ihn zuerst getroffen und welche Erinnerungen haben Sie an dieses erstes Treffen?

Ich traf ihn das erste Mal in Amsterdam, hatte jedoch eine richtige persönliche Begegnung 1989 in Pune. Es hat mich damals tief ergriffen – ja ich würde fast sagen „umgehauen“, ihm, meinem Super-Lehrer dann persönlich vor dem Beginn eines Intensive-Seminars gegenüber zu stehen und von ihm auf das Herzlichste begrüßt zu werden. Seine Entspanntheit, sein Wohlwollen und seine Güte werden mir immer in Erinnerung bleiben.

Und wann zuletzt?

Im Januar 2014 in Pune. Ich kam von Bellur, seinem Heimatort, wo er eine große Infrastruktur für Bellur und 40 umliegende Dörfer geschaffen hat. Patricia Walden und ich hatten dort, wie schon in den Jahren zuvor, ein Benefiz-Retreat unterrichtet. Er drängte mich im Januar, vor ihm meine „Advanced-Prüfung“ abzulegen, weil er glaubte, ich wisse jetzt genug und habe auch lang genug die Advanced Themen studiert. Wir hatten also im Januar noch eine sehr intensive und für mich fruchtbare Guru-Shishya (Lehrer-Schüler)  Zeit miteinander.

Er hat maßgeblich dafür gesorgt, dass Yoga im Westen bekannt wird. Was wäre aus Yoga ohne ihn geworden?

Wie er selbst immer gesagt hat, hat er den Yoga wieder „schmackhaft“ gemacht, so dass er auch für den Westen attraktiv wurde. So ist es ihm gelungen, dem Yoga das „Okkulte“ und Sektenhafte zu nehmen und ihn so für alle Menschen -  unabhängig von ihrem religiösen oder auch politischen Hintergrund - zugänglich zu machen. Er entwickelte Hilfsmittel wie Klötze, Gurte, Matten, Polster, Decken, etc. so dass er auch auf der physischen, physiologischen und psychologischen Ebene für alle Menschen einen Zugang ebnete. Durch die nachweislich enorme heilende Kraft seiner Methode hat er Millionen von Menschen bei der Linderung bzw. Überwindung ihrer Leiden geholfen. Im Bereich der Komplementärmedizin findet seine Methode nicht nur große Anerkennung sondern auch zunehmende Verbreitung (siehe GEO Magazin 6/2013). Schließlich hat er uns Westlern die Möglichkeit eröffnet, mit uns selbst in Kontakt zu treten. Indien hat er das Interesse an seiner eigenen, uralten Kunst zurückgegeben.

Wären Sie ohne ihn Yogalehrerin geworden?

Nein, sicherlich nicht. Yoga war einmal nur mein Hobby. Heute ist es mein Leben. Ich stehe im Yoga-Geist auf und gehe im Yoga-Geist schlafen.

Das Wort "Guru" wird im Westen mit spitzen Fingern angefasst. Was bedeutet es für Sie persönlich?

Zurecht – so denke ich – wird der Begriff „Guru“ mit spitzen Fingern angefasst. Denn es hat immer sogenannte Gurus gegeben, die verführen, missbrauchen, täuschen und betrügen. Der Guru B.K.S. Iyengar war all das nicht und wir haben ihn „Guru“ genannt, weil wir das mit dem verbinden, was das Wort wirklich bedeutet: „Jemand der vom Dunkel zum Licht führt“ – wie jeder gute Lehrer es tut.

Welchen Charakterzug dieses Mannes, der oft als herrisch beschrieben wurde, haben Sie am meisten geschätzt?

Seine klare, selbstlose, großzügige und unbeschreiblich große Liebe für die Menschheit.