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Film-Tipp: "Wenn Gott atmet"

Von Kristin Rübesamen

Als der Dokumentarfilmer Jan Schmidt-Garre sich auf den Weg nach Indien machte, um die Ursprünge des modernen Yoga aufzuspüren, traf er die Söhne und Töchter des Mannes, ohne den es auch YogaEasy.de nicht geben würde: Tirumalai Krichnamacharya. An den verschiedensten Schauplätzen begibt sich Schmidt-Garre auf die Suche nach den Spuren des legendären Guru, den man für den Einstein des Yoga halten könnte.

Die wörtliche, aus dem Sanskrit stammende Übersetzung für „Yoga“ heißt „zusammenbringen“ und Krichnamacharya verstand den Begriff ganz praktisch als bewusste Herstellung der Einheit von Körper, Geist und Seele. Er war der Erste, der Frauen, die Jahrhunderte lang von der Praxis ausgeschlossen waren, als Schülerinnen akzeptierte und nicht nur das. Er vertrat sogar vehement die Meinung, dass Yoga für Frauen noch wichtiger sei als für Männer, weil Yoga die Gesundheit in der Schwangerschaft verbessere und auch bei der Geburt eines gesunden Kindes helfe.

Er experimentierte mit alten Yoga-Praktiken und passte sie den modernen Verhältnissen an. Er entwickelte Haltungen zur Prävention als auch Heilung von Krankheiten, gegen Asthma, hohen Blutdruck, Diabetes, Schlaganfall, Verdauungsstörungen, Rückenschmerzen sowie geistiger Beeinträchtigungen.

Yoga heißt nicht „zwei Dinge zusammen bringen“, sondern auch „den Geist bündeln“. Und es gibt sogar eine dritte Bedeutung: „Einen Punkt erreichen, der für uns zuvor unerreichbar war.“

Etwas, das wir gut kennen: Im Moment mag ich kaum die Fingerspitzen zum Boden bringen, wenn ich mich vorne über beuge. Aber wenn ich regelmässig übe, bringe ich sogar die Handflächen flach zum Boden.

Wie dieser Mann, dem wir Yogis wirklich viel zu verdanken haben, gelebt und unterrichtet hat, erst am Palast des Maharadscha von Mysore, später in Chennai, oft unter harten Bedingungen, und was für ein harter und unerbittlicher Lehrer er war, erzählen seine Söhne und Schüler, die längst selbst weltberühmte Lehrer sind.

Yoga heißt Handeln, begriff Krichnamacharya, und zwar mit dem Ziel, Freiheit und Unabhängigkeit des Geistes zu erreichen. Dass dieses Handeln mitunter harte Arbeit war, zeigt Schmidt-Garre mit historischem Material, in Beobachtungen, Gesprächen und in prächtigen, herrlichen Bildern, deren meditativer Fluss immer wieder durch überraschend unterhaltsame, sogar witzige Szenen unterbrochen wird.

Ein sehr schöner Film, verzaubernd und klug zugleich.

Mehr Infos und den Trailer findet ihr hier
Bilder: © Copyright MFA+ FilmDistribution e.K./ Jan Schmidt-Garre

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