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Prävention mit Yin & Restorative Yoga
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Prävention mit Yin & Restorative Yoga

Von René Hug

Nun, all diese Fragen wurden mir in der Vergangenheit schon öfters – mehr oder weniger direkt – gestellt, deshalb möchte ich mit diesem Artikel versuchen, etwas Licht auf Yin & Restorative Yoga zu werfen, und hoffentlich die ein oder andere Frage damit beantworten.

Was hat Yin & Restorative Yoga mit Prävention, Krankheit und deren Therapie zu tun?

Mit dem Wort Therapie bezeichnen wir grundsätzlich alle Maßnahmen, die darauf abzielen, eine Krankheit oder Verletzung positiv zu beeinflussen. Wobei es dabei immer das Ziel des Therapeuten sein sollte, eine Heilung zu ermöglichen oder zu beschleunigen. Sollte dies nicht möglich sein, dann wenigstens die Symptome zu lindern oder zu beseitigen und die körperliche und psychische Funktion wiederherzustellen.

Yin & Restorative Yoga hat bei richtiger Ausführung der Asanas das Potenzial, die Selbstheilungskräfte des Körpers zu aktivieren, und bietet so eine sanfte Therapieoption bei Krankheit und Verletzung. Die Asanas verursachen Reize und Impulse. Die dabei freigesetzten Kräfte leiten die Heilung beziehungsweise Linderung von Krankheit oder Verletzung ein. Damit dieser Selbstheilungsprozess einsetzen kann, ist es wie bei jedem seriösen Therapieansatz wichtig, dass der Mensch, in diesem Fall der Teilnehmer der Yogastunde, als Individuum mit seiner ganz persönlichen Krankheitsgeschichte gesehen wird und immer an erster Stelle steht. Das bedeutet automatisch, dass es für jeden Menschen ein individuelles „Therapieprogramm” geben muss, um die gewünschten Resultate zu erzielen. Genau hierbei kann Yin & Restorative Yoga mit seiner unglaublich großen Vielfalt an verschiedenen und sanften Asanas eine immense Hilfe sein.

Was ist Restorative Yoga?

Die Restorative-Yoga-Praxis unterscheidet sich von anderen Yogastilen vor allem durch die vielen verschiedenen Hilfsmittel, die den Körper dabei unterstützen, sich von Anstrengungen und Anspannungen zu erholen. In den Haltungen wird keinerlei Kraft aufgewendet, und man sollte dabei auch keine Dehnung verspüren. Der Körper wird mit Decken, Kissen und Blöcken gepolstert und gestützt, sodass er für 20 Minuten – oder mehr – bewegungslos in einer Haltung ruhen und sich ein Schwebegefühl in ihm ausbreiten kann. Das Ziel dabei ist es, bei Bedarf sehr lange vollkommen entspannt in den Haltungen verweilen zu können, sodass die Gehirnwellen wieder optimal strukturiert werden und sich das zentrale Nervensystem erholen kann. Der Körper soll dabei die Möglichkeit bekommen, sich von Stress, Krankheiten oder Verletzungen zu regenerieren.


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Ganz nach dem Motto: Ruhe unterscheidet sich von Schlaf. Du kannst schlafen und trotzdem nicht ausgeruht sein. Jedoch 20 Minuten auf dem Boden liegen, mit den Beinen auf einem Stuhl, ermöglicht es dir, diese beiden Zustände zu trennen, um in das parasympathische Nervensystem zu fallen und um dich auszuruhen und zu regenerieren. Das ist weder Luxus noch Faulheit, sondern das Reduzieren von Stress, was zugegebenermaßen in unserer „verrückten Welt” zwingend notwendig geworden ist. Du kannst nicht entspannt und ängstlich zugleich sein, und wenn du ausgeruht bist, ist alles in deinem Leben farbiger.

Wie unterscheidet sich Yin & Restorative Yoga von Restorative Yoga?                                       

Beim Yin & Restorative Yoga geht es darum, den momentan vorhandenen Grad an Elastizität der jeweiligen Körperstruktur zu respektieren. Das Ziel ist auch hier nicht Dehnung. Es geht darum, den Körper so zu positionieren, dass er sich in der eingenommenen Stellung, der Asana, wohlfühlt. Auf diese Weise bekommt der Körper die Möglichkeit, von selbst eine Veränderung der Struktur, sprich des Muskelgewebes, vorzunehmen oder zuzulassen. Dazu braucht es keine Dehnung, denn die erscheint mit der Zeit von selbst. Es kann durchaus sein, dass du zu Beginn nichts wahrnimmst. Manchmal stellst du erst beim Auflösen der Haltung die Veränderung im Körper fest. So ist Yin & Restorative Yoga die optimale Praxis für Faszien, die so nicht gestresst, überfordert oder verletzt werden.

Ist Yin & Restorative Yoga ein neuer Yogastil?

Neu ist Yin & Restorative Yoga nicht, sondern man könnte eher sagen: Es ist ein bewusster und ein auf die momentan bestehenden körperlichen Möglichkeiten des Teilnehmers eingehender Yogastil, der jeden so praktizieren lässt, wie es bei seinem Grad der Fitness gerade möglich ist, ohne den Körper dabei Dehnungsreizen auszusetzen. So wird der Körper auf eine angenehme Art geschmeidiger und beweglicher. Und trotzdem ist es sowohl körperlich als auch mental eine sehr herausfordernde Praxis, da sie im Stillen praktiziert wird und im langen Verweilen in der Haltung.

Warum braucht es Hilfsmittel wie Polster, Decken und Blöcke?

Im Yin & Restorative Yoga werden Hilfsmittel nicht benutzt, um den Teilnehmern ihre Unbeweglichkeit vor Augen zu führen – das wäre sicherlich kontraproduktiv. Sondern man benutzt sie, um die Teilnehmer in ihren individuellen „Einschränkungen” zu unterstützen und Kompressionen zu vermeiden. Unter diesem Aspekt betrachtet, braucht jeder Körper beim Praktizieren von Yin & Restorative Yoga Hilfsmittel. Denn eine Kompression kann Nerven abklemmen oder einen Blutstau produzieren, was nicht ganz ungefährlich werden kann. Der Körper sollte beim Praktizieren frei und ohne jegliche Einschränkung in der Position verweilen können. Die Energie auf feinstofflicher Ebene sollte frei fließen können, damit eine Regenerierung für den Körper stattfinden kann.

Ist dieses „Nur-still-Herumliegen” überhaupt Yoga?

Darauf könnte man mit einer Gegenfrage antworten: Sollte man beim Yoga schwitzen, oder ist Yoga eine Fitnessstunde? Aus meiner Perspektive ist Yoga das Beobachten von sich selbst und der Umwelt sowie ein Regenerieren von Körper und Geist. Geht man zu den Anfängen, den Ursprüngen des Yoga, zurück, wird man feststellen, dass es genau das war, was die alten Meister im Sinn hatten.

Jegliche sogenannte Weiterentwicklung des Yoga in Richtung Schmerz durch Überdehnung und Muskelkater – damit ich spüre, dass ich auch etwas für mich und meinen Körper getan habe – wurzeln im Leistungsdenken der westlichen Zivilisation und führen im Ergebnis meiner Meinung nach in genau die falsche Richtung. Yoga ist keine Sportart, Yoga ist nicht Schwitzen. Wenn man zur Quelle des Daseins blickt, erkennt man, dass Yoga auch immer etwas mit einer spirituellen Reise zu sich selbst, mit Loslassen, mit Vergebung und mit Erkenntnisgewinn zu tun hat.

Oder ganz einfach zusammengefasst könnte man auch sagen: Yin & Restorative Yoga ist eine bewusste Praxis zur Regeneration von Körper und Geist sowie zum Wiedererlernen einer bewussten natürlichen Atmung.


Du kannst Yin und Restorative Yoga in meinen Ausbildungen, Retreats und Immersions in Deutschland, Schweiz und Italien kennenlernen und lernen. Mehr Informationen über die große 200h-Yin-Restorative-Yogatherapie-Ausbildung, kompaktere 25h-Ausbildungen und diverse Workshops erhältst du auf meiner Website.

Wenn du tiefer in die Welt von Yin Yoga und darüber hinaus eintauchen möchtest, dann möchte ich dir mein Buch „Yin Restorative Yogatherapie: Quelle des Daseins” ans Herz legen.

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