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Bild: Shutterstock.com

Mit Yoga zu mehr Selbstliebe

Von Christiane Eitle

Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.“ So hieß es doch schon vor vielen tausend Jahren. Aber wie können wir unsere Nächsten lieben, wenn wir nicht einmal uns selbst wirk- lich lieben? Denn Hand aufs Herz: Liebst du dich? Deinen Körper? Deine Macken? Das mit der Selbstliebe klingt leichter als es ist, oder? Du fühlst dich zu dick, du hast die falsche Haarfarbe oder bist zu schüchtern. Aber genau diese Dinge sind es, die „Dich“ ausmachen und unverwechselbar machen. Yoga kann dir helfen, genau das anzunehmen, was da ist.


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Der Weg zur Liebe: Annehmen und Loslassen

Du lebst schon seit vielen Jahren in deinem Körper. Aber hast du ihn jemals wirklich wahrgenommen? Sicherlich kannst auch du dir den kritischen Blick in den Spiegel nicht verkneifen. Mit Yoga hilfst du der Beziehung zu deinem Körper auf die Sprünge. egal ob Ashtanga oder Hatha Yoga. Wenn du konzentriert durch deinen Flow gleitest oder dich in der Vorwärtsbeuge mit deiner Atmung verbindest, bist du ganz bei dir. Du spürst deutlich die einzelnen Stellen und Bewegungsmuster deines Körpers, erfährst, wo du  flexibel bist und wann du an deine Grenzen stößt. Hier gibt es nur eins: Annehmen und Loslassen.

Mit Yin Yoga zu einem neuen Körperempfinden

Yin Yoga ist eine sanfte Yogaform, mit der du nicht nur die Körperwahrnehmung verbesserst, sondern auch emotionale Blockaden löst und dein Selbstbewusstsein stärkst. Beim Yin Yoga verweilst du minutenlang in einer Asana und wirst zum passiven Beobachter und Erforscher. Du lernst zu akzeptieren, was gegeben ist. Oft eine der schwierigsten Übungen. Durch das langsame Hineinsinken in die Haltungen werden die tiefen Schichten des Binde- und Fasziengewebes stimuliert. Verklebungen werden gelöst und verspannte Muskeln entspannen sich. Der Körper wird spürbar  flexibler, Fehlhaltungen werden korrigiert. Die Folgen: Du nimmst deinen Körper intensiver wahr und veränderst gleichzeitig deine Haltung und Bewegungsmuster.

Der Verlauf der Faszien im Körper entspricht überwiegend dem Verlauf der Meridiane, den unsichtbaren Energiebahnen aus der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM). Den Meridianen ordnet man verschiedene Emotionen zu. Werden die Faszien stimuliert, so lösen sich deshalb energetische und emotionale Blockaden. Die Energie, das Chi, das Prana, kommt wieder ins Fließen. Für viele ist das einer der schwierigsten Momente. Denn treten sie ins Licht, machen uns die bisher verborgenen Wünsche und negativen Gedanken Angst und wir reagieren automatisch mit Widerstand. Der Psychologe Abraham Maslow sagte: „Es ist unser tiefstes Verlangen und unsere größte Angst, wirklich wir selbst zu werden.“

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Gib dich deinen Emotionen hin

Ein Beispiel: In den tiefen Schichten deines Körpers und vor allem in deinen Hüften speicherst du unterdrückte Wut oder destruktive Emotionen. Plötzlich kommen durch die Stimulierung der Faszien Erinnerungen hoch oder dich übermannt in der Asana tiefe Trauer. Und das ist gut so! Denn du kannst es einfach geschehen lassen und dich diesen Emotionen hingeben. Indem du dein Kopfkino beobachtest, wirst du viel über dich lernen und du knüpfst sachte ein Band zu dir und deinem Körper.

Manche Menschen haben nie gelernt sich zu lieben. Sie sind sich selbst gegenüber abgestumpft und werden von einer undefinierbaren Leere und Traurigkeit begleitet. Es gibt Yin-Yoga-Sequenzen, in denen du dich der Öffnung deines Herzens widmest. Die Yin-Yoga- Lehrerin Tanja Seehofer erklärt das so: „Herzöffnende Übungen dehnen den Brustraum und energetisieren das Herzchakra. Unsere Herzensstimme kann uns dann mitteilen, welche Sehnsüchte in uns liegen, was uns echte Freude bereitet und was wir wirklich lieben.“

Selbstliebe von der Matte ins Leben bringen

Die positiven Gefühle dir selbst gegenüber lassen sich auch in den Alltag übertragen. Verabschiede dich von ungesunden Leistungsgedanken. Drei Hobbys mehr oder der Posten als Teamleiter machen dich nicht (unbedingt) zu einem glücklicheren Menschen. Es ist kein Egoismus, wenn du auch mal Nein sagst. Indem du Stress und Druck vermeidest, kümmerst du dich um dein physisches und geistiges Wohlbefinden. Und Selbstliebe hat auch damit zu tun, wie wir uns ernähren. Viele Yoga-Anfänger bekommen nach einer Weile das Bedürfnis nach einer leichteren Küche. Die ungesunde Ernährung mit fett- und zuckerreichen Industriefertigprodukten macht träge. Bewusstes und gemäßigtes Essen von naturbelassenen Lebensmitteln bringt hingegen Energie und sorgt für Wohlbefinden.

Denn: Ein yogischer Lebensstil ist nicht auf die Yogamatte begrenzt. Er ist von Achtsamkeit, gesunder Ernährung und wenig Leistungsdruck geprägt und kann dir helfen, einen liebevollen Umgang mit dir, auf allen Ebenen des Lebens, zu entwickeln.

Dieser Artikel ist in gekürzter Form in der Happy Way erschienen (Herbst 2016).

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