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Wie du mit Asanas dein Selbstbewusstsein stärkst
Elena Kipriotis

Wie du mit Asanas dein Selbstbewusstsein stärkst

Von Katharina Maurer

Es gibt YogiNis, die es lieben, ihre Beweglichkeit, Kraft und Balancefähigkeit in Form von beeindruckenden Asanas zu demonstrieren – sei es während einer Yogastunde oder in den sozialen Medien. Ja, manch einer scheint im Zweitjob beim Cirque du Soleil tätig zu sein... Von den einen werden sie dafür bewundert. Die anderen kritisieren, dass es im Yoga „nicht um körperliche Kunststücke geht”.

Natürlich sagt der Akrobatikgehalt deiner Lieblings-Asana nichts über die Tiefe deiner Yoga-Praxis aus. Und selbstverständlich ist ein Yogi, der sich verrenken kann, deshalb noch kein weiser Meister oder auch nur ein guter Lehrer. Dennoch möchte ich hier eine Lanze brechen für eine herausfordernde Yoga-Praxis. Denn ihre Benefits gehen weit über ein tolles Handstand-Bild auf Instagram hinaus. Mal abgesehen davon, kann es wirklich Spaß machen, eine schwierige Asana zu meistern. Und ich habe schon zahllose Male erlebt, dass das Üben von Umkehrhaltungen bei YogiNis zu kindlicher Ausgelassenheit führt – was einfach wunderschön anzusehen ist.

Falscher Fokus auf Erfolg

Aber von vorne. Viele Yoga-Übende durchlaufen in ihrer Praxis eine Phase, in der sie ihren Fokus auf die Haltung, die Ausrichtung und Präzision der Ausführung legen. Eine ganz wundervolle Zeit, die ganz viele (äußere und innere) Schlösser und Türen öffnet. Selbst solche, von denen die Übende vorher nicht mal etwas ahnte.

Aber: In unserer westlichen Welt wachsen wir mit einem Fokus auf Leistung auf. Wir suchen ständig neue Maßstäbe für unsere Fähigkeiten und vergleichen uns pausenlos mit anderen. Nun ist dein Selbstwertgefühl aber nicht sehr nachhaltig, wenn du dich nur wertschätzt, solange du äußere Vorgaben erfüllst oder gesetzte Ziele erreichst – ob das nun ein Handstand ist oder etwas anderes. Denn dann hängt dein Selbstwert ausschließlich von deiner aktuellen Leistungsfähigkeit ab. Eine wirkliche Wertschätzung deines Selbst sollte aber nicht auf äußeren Faktoren basieren, sondern der inneren Gewissheit, dass du, so wie du bist, ein Geschenk für diese Welt bist.

Dennoch kann – bleiben wir bei dem Beispiel – das Üben des Handstands eine Methode sein, die dich innerlich auf eine Reise mitnimmt, die du sonst nie gemacht hättest. Denn eine herausfordernde Praxis hat das Potenzial, Begrenzungen und Mindsets zu sprengen, die dich einengen, und kann so deine innere Perspektive entscheidend erweitern.


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Warum eine herausfordernde Yoga-Praxis dein Selbstbewusstsein stärkt

Sagen wir, du brauchst zwei Jahre, um (endlich) im Handstand zu stehen. Dann ist das deine Reise. Das Ziel „Handstand” gibt dir einen Fokus, führt dich durch Täler, über Hügel, vielleicht sogar Berge. Mit großer Wahrscheinlichkeit wirst du dich irgendwann langweilen, ärgern, mit Frustrationen kämpfen, dich unfähig fühlen und der Sache müde sein. Aber auch Hochgefühle, Mut und Überschwang werden im Gefühlsportfolio enthalten sein. Du wirst beizeiten rasante Fortschritte feststellen, aber auch Stillstand – und manchmal sogar Rückschritte. 

Die Stunden, in denen du praktizierst, in denen du Sanftheit, Geduld, Mitgefühl, Hingabe und Stärke mit dir selbst übst, sind Stunden, die du in dich und in deine ganzheitliche Entwicklung investierst. Sie werden sich bezahlt machen. Dabei ist es egal, wie fit du bist, wie alt, welche Einschränkungen du hast und ob du die Asana jemals wirklich ausführen kannst. 

Die Erfahrungen dieser Reise sind der wahre Gewinn: Es gibt keine Abkürzung des Lernprozesses, wie du Herausforderungen meisterst. Selbst wenn du die Aufgabe in diesem Leben nicht mehr abschließt, lernst du, was es bedeutet, sich einer Sache zu verschreiben, nicht aufzugeben, dabeizubleiben auch an schlechten Tagen.

Yoga ist eine innere Praxis, die man nicht immer von außen sehen kann. Aber du kannst deine körperliche Praxis als Werkzeug verwenden, eine innere Haltung zu üben, zu manifestieren und sie schließlich auch auf andere Lebensbereiche zu übertragen.

Yoga funktioniert, indem du unbewusste Muster deiner Gedanken und deines Handelns bewusst werden lässt. Du übst also Fähigkeiten auf deiner sicheren Matte, die du außerhalb der Matte, im großen Ganzen, ebenfalls gebrauchen kannst. Ein Trainingscamp für dein Skillset sozusagen. Wenn diese tief verwurzelten Muster das Tageslicht erreichen, kannst du sie auflösen oder transformieren. Der Zugang zu diesen Geschenken wird dir nur gewährt, wenn du dich herausforderst und überwindest. Und das nötige Werkzeug dazu kann eben ein Handstand (oder jede andere herausfordernde Asana) sein.

Aber jetzt genug der Worte: In der folgenden Yoga-Sequenz führt dich Wanda Badwal spielerisch an den Handstand heran:

handstand_yoga_sequenz_wanda_YogaEasy-Video abspielen

Die Benefits einer schwierigen Yoga-Praxis auf einen Blick:

  • Sich zu überwinden und Verbesserungen festzustellen, macht mutig und selbstbewusst.
  • Eine herausfordernde Praxis hilft, dir deiner Muster bewusst zu werden.
  • Du übst Disziplin und Hingabe und erlernst Fähigkeiten, die du auf andere Bereiche deines Lebens übertragen kannst.
  • Handstand oder andere schwierige Asanas sind für manche der Grund, warum sie mit Yoga anfangen. Das allein ist ja schon positiv.

Wie du es schaffst, dich zu überwinden

Nicht immer ist es leicht, sich zu überwinden und sich an herausfordernde Haltungen heranzutrauen. Sei es, dass du dich sorgst, Verletzungen davonzutragen, dass du dich vor Misserfolgen fürchtest oder dir manche Dinge schlicht nicht zutraust. 

Da hilft nur der Sprung ins kalte Wasser! Wobei du natürlich vorher sicherstellen solltest, dass du schwimmen kannst: Für die meisten Asanas gibt es Grundlagen-Übungen, die du zur Vorbereitung üben kannst, um Kraft und Beweglichkeit optimal aufzubauen. Außerdem kannst du auch Sicherheit schaffen, indem du etwa einen Kopfstand erst mal gegen eine Wand oder mit einem Kopfstandhocker übst. Es gilt: Safety first! 

Dennoch möchte ich dich einladen, spielerisch an diese Art der Praxis heranzugehen. Ein Umkippen nicht als Unfähigkeit abzutun, sondern als ein Ausloten der Grenzen und der Möglichkeiten. Es kann sehr hilfreich sein, zu üben, auf welchen Wegen du aus einem Kopfstand herausfallen kannst. Das gibt dir die Sicherheit, dass du dich nicht verletzen wirst, und hilft, dir den nötigen Mut aufzubringen. Nimm dir ein Beispiel an Kindern, die beim Laufenlernen immer und immer wieder hinfallen. Werte es nicht, wenn manchmal nichts so klappt, wie du es dir vorgestellt hast. Im Zweifelsfall lach einfach ein bisschen mit dir und über dich – das nimmt die Anspannung raus.

Die Gefahr der Selbstüberschätzung: Wo ziehe ich die Grenze?

Achtung: Nur du kannst wissen, wo deine Grenzen sind – und ab wann du dich in Gefahr begibst, weil du dich selbst (aus welchen Gründen auch immer) überschätzt. Nichts ist es wert, dass du dafür deine Gesundheit riskierst. Die Grenze zwischen Selbstüberwindung und Selbstüberschätzung ist ein schmaler Grat und erfordert deine Achtsamkeit und Selbstliebe. Oftmals verbirgt sie sich an dem Punkt, an dem du verbissen wirst. Versuche also immer, spielerisch an herausforderdernde Asanas heranzugehen. Und gönn dir auch mal den Luxus, nicht alles geben zu müssen. Du wirst wissen, an welchen Tagen es besser ist, einen Gang zurückzuschalten und die Asana vielleicht nur zu visualisieren oder eine vorbereitende Übung zu machen.

Wir wünschen dir viel Spaß auf der Reise zu Handstand und Co.!

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