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Kinderleicht: Mit Yoga zur entspannten Familie
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Kinderleicht: Mit Yoga zur entspannten Familie

Von Katharina Goßmann

Besonders – aber nicht nur! – in Ausnahmesituationen ist es manchmal nicht leicht, entspannt mit dem herausfordernden Familienalltag umzugehen. Wir haben fünf wirkungsvolle Anregungen für dich, wie du dein Familienleben friedlicher und liebevoller gestalten kannst.

Falls du im Umfeld den Verdacht hast, dass Kinder nicht gut behandelt werden – werde aktiv! Diese Kinder dürfen nicht allein gelassen werden – sie sind auf dich angewiesen. Auf der Website www.kein-kind-alleine-lassen.de findest du Hinweise, was du tun kannst. Auch betroffene Kinder und Jugendliche finden dort Hilfe unter der Hotline 0800-2255530 oder per Mail und Chat.

Wenn du selbst merkst, dass du gerade mit deinen Kindern überfordert bist, dann such dir Hilfe. Wahre Größe zeigt sich nicht darin, immer alles zu schaffen, sondern sich Hilfe zu holen, wenn man sie braucht. Anonyme und kostenlose Beratung gibt es beim Elterntelefon (0800-1 11 05 50) und der Telefonseelsorge (0800-1 11 01 11 oder 0800-1 11 02 22).

Setze Prioritäten: Liebe statt Perfektion

Keine Frage: Es ist ein entzückender Anblick, wenn hübsch gekleidete Kinder in einem kreativ-geschmackvoll eingerichteten Kinderzimmer ruhig ein pädagogisch wertvolles Spiel spielen. Das heißt aber nicht, dass es deine Aufgabe als Mutter oder Vater ist, solche Katalog-Idyllen nachzustellen! Nein. Deine Aufgabe ist es, eine Familie zu erschaffen, in der jeder seine Bedürfnisse erfüllen kann, er selbst sein kann und sich sicher und geliebt fühlt.

Konkret bedeutet das, dass deine Wohnung nicht immer sauber und ordentlich sein muss und du deinen Kindern nur selbstgemachte Bio-Mahlzeiten vorsetzen darfst. Es heißt auch nicht, dass du deinen Sohn täglich intellektuell fördern oder deiner Tochter jeden Traum erfüllen musst. Es erfordert noch nicht einmal, dass du es immer schaffst, nett oder geduldig zu sein. Es bedeutet nur, dass du dich jeden Tag bemühst, darauf zu achten, wie sich deine Kinder – und du – fühlen.

Das heißt: Wenn ihr alle (der Situation entsprechend) entspannt und zufrieden seid – dann läuft es gut bei dir in der Familie. Wenn ihr dagegen alle Homeschooling-Aufgaben absolviert habt, die Wohnung picobello aussieht und ihr den Chef mit eurem ununterbrochenen Einsatz im Homeoffice beeindruckt habt, dafür aber gestresst und zerstritten seid und schlecht schlaft – dann solltet ihr eure Prioritäten noch mal in Richtung (Selbst-)Liebe verschieben.

Konkrete Tipps für deinen Familienalltag

  • Wenn ihr die Hausaufgaben oder das Homeschooling nur mit Geschrei schafft, dann versucht ein anderes Arrangement zu finden. Vielleicht kann der geduldige Opa per FaceTime helfen.
  • Wenn du das Gefühl hast, du müsstest deine Kinder mehr fördern, aber keine Zeit für kreative Aktivitäten hast, dann lass sie an deinem Alltag teilhaben: Zeig ihnen, wie man Blumen umtopft, Knöpfe annäht, Brot backt, die Wohnung renoviert… Das sind Fertigkeiten, die sie ihr Leben lang brauchen können und bei denen sie nicht nur ihre praktischen Fähigkeiten schulen, sondern auch viel über die Welt lernen.
  • Wenn dich der Haushalt überfordert, dann setzt euch als Familie zusammen und besprecht, welche (kleinen, machbaren) Aufgaben die Kinder übernehmen können – du wirst sehen, wie stolz sie ihre Pflichten erfüllen!
  • Und ja: Die Kinder dürfen in Ausnahmesituationen auch mal mehr Zeit vorm TV oder Tablet verbringen. Wenn du ansonsten mega-ungeduldig mit ihnen werden würdest, dein Arbeitspensum nicht schaffst oder einfach mal eine Pause brauchst, ist eine halbe Stunde Medienkonsum extra kein Beinbruch. Achte nur darauf, dass die Inhalte zu deinem Kind passen.

Also: Überfordere dich nicht mit tausend Ansprüchen und achte lieber darauf, wie du dich fühlst. Gerade in Ausnahmesituationen muss nicht alles perfekt laufen. Wir alle haben in den aktuellen Zeiten genügend damit zu tun, die alltäglichen Herausforderungen zu meistern, müssen vieles neu denken und lernen, müssen mit vielen Unsicherheiten zurechtkommen. Wenn du deinen Kindern zeigst, wie man entspannt und mit Zuversicht durch eine Ausnahmesituation kommt, ist das eine wichtige Lektion, von der sie lebenslang profitieren werden!


Little Gurus: Kinder-Yoga für kleinere Kinder

Akrobatische Partnerübungen, Zauberschuh-Spaß und Familienkuscheln – Eltern-Kind-Yoga unterscheidet sich deutlich von seiner „Erwachsenen”-Version! Der Effekt ist aber der gleiche: Der Stress fällt ab, die Laune steigt, und der Körper baut Stärke und Beweglichkeit auf. Melde dich gleich an für drei Tage Yoga mit deinen Kids im Kindergartenalter.
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Dein wichtigster Verbündeter: Die Achtsamkeit

Dein wichtigster Verbündeter für deinen Alltag als Mutter oder Vater ist nicht das iPad, sondern deine Achtsamkeit. Damit meinen wir keine super-spirituelle Kunst, die du nur im Ashram lernen kannst. Nein, achtsam zu sein bedeutet nur: das, was du erlebst, bewusst und ohne Wertung wahrzunehmen. Denn wenn du das schaffst, dann ermöglicht dir das ruhig und überlegt zu reagieren – was auch immer passiert. Dann kannst du entscheiden, ob du schimpfen und verurteilen und beschuldigen möchtest – oder vielleicht doch lieber nachfragen, trösten, eine Versöhnung initiieren.

Wenn du  an deiner Achtsamkeit arbeiten willst, probiere doch mal diese Meditation:

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4 Tipps, wie du auch in Ausnahmesituationen bei dir bleibst

Wie aber kannst du im wilden Chaos des Familienalltags bei dir bleiben, ruhig und achtsam agieren und jede Situation so nehmen, wie sie ist?

Diese vier Schritte helfen ganz konkret, wenn die Stimmung zu kippen droht:

  1. Übe zu erkennen, wenn du gerade nicht bei dir bist (und vielleicht gleich anfängst zu schreien oder ungerecht zu sein). In gewisser Weise ist das der wichtigste Punkt, und es wird ein bisschen dauern, bis du die Warnzeichen zuverlässig identifizieren kannst. Aber wenn du beständig übst, wird es dir irgendwann verlässlich auffallen, dass du gerade innerlich in ein ungünstiges Fahrwasser kommst.
  2. Ziehe dich dann aus der Situation zurück (soweit das möglich ist), unterbrich das, was du gerade vorhattest, und atme erst mal tief durch. Oder was du sonst tun kannst, um zu dir zurückzukommen – tanzen, singen, Musik hören, einen Sonnengruß machen...
  3. Entscheide dich bewusst für die Liebe. Für die Liebe zu diesem Kind, das gerade frech war oder aggressiv oder sonst was. Entscheide dich dafür, ihm mit offenem Herzen zu begegnen, um zu verstehen, warum es sich gerade so verhält, wie es sich verhält. Um vielleicht zu erkennen, welchen Anteil du an seinem Verhalten hast. Betrachte auch dich dabei mit Liebe – warum wolltest du gerade deinen Willen durchsetzen, warum warst du gerade ungeduldig, warum hättest du fast gerade wie ein Dreijähriger bei einem Wutanfall rumgebrüllt? Denn genau wie dein Kind hast du gute Gründe, warum du dich manchmal nicht nett verhältst. Keiner von uns schafft es immer, Stress und Druck auszuhalten, Ängste und Sorgen zu regulieren und jeden Tag mit tausend neuen Herausforderungen zurechtzukommen.
  4. Dann gehe zu deinem Kind. Entschuldige dich, wenn du dich nicht liebevoll benommen hast. Erkläre vielleicht, je nach Alter, warum, und dass dein Verhalten nichts mit deiner Liebe zu ihm zu tun hat. Und dann sag: „Können wir noch mal von vorne anfangen?” Danach könnt ihr kuscheln, Quatsch miteinander machen, gemeinsam was lesen oder die Vögel vorm Fenster angucken – und falls notwendig die Situation noch mal in Ruhe und Liebe klären.

Die beste Voraussetzung: Selfcare

Sich in dieser Weise bewusst für liebevolles und geduldiges Verhalten zu entscheiden, ist manchmal sehr schwer. Sei es, dass die Umstände gerade sehr belastend sind, dass der Nachwuchs eine anstrengende Phase hat oder dass du selbst mit schwierigen Erfahrungen aus deiner eigenen Kindheit zu kämpfen hast. Deshalb ist es essenziell, dass du dich so gut wie möglich um dich kümmerst. Du solltest also unbedingt dafür sorgen, dass du ausreichend Schlaf bekommst, dich gut ernährst (nährstoffreich, lecker, genussvoll), dich ausreichend bewegst und regelmäßig Aktivitäten für dich planst, die dir Freude bereiten und deine Gute-Laune-Reserven aufladen.

Tipp: Sehr hilfreich ist dabei ein Tages- bzw. Wochenplan. Speziell in schwierigen Phasen und Ausnahmesituationen gibt so ein Plan nicht nur deinen Kindern Halt – weil sie sich auf regelmäßige Aktivitäten wie Mahlzeiten, Ballspielen im Park und Planschen in der Badewanne einstellen können. Auch dir gibt das Erstellen eines solchen Plans die Möglichkeit zu gucken, wann Zeit ist für ein kleines Workout, wann du dich mal kurz zurückziehen kannst und wann die Kinder im Bett sein müssen, damit du noch ein bisschen entspannende Zeit am Abend hast und trotzdem früh genug im Bett bist für ausreichend Schlaf.

Was aber, wenn du beim Erstellen des Plans merkst, dass dein Leben dich grundsätzlich und/oder aktuell überfordert? Dann ist das die perfekte Gelegenheit, um an den großen Stellschrauben zu drehen: etwa deine Arbeitszeit zu reduzieren, die Kinderbetreuung auszubauen/zu optimieren oder dir mehr Unterstützung – etwa für den Haushalt – zu holen.

Yoga ist übrigens der optimale Selfcare-Kumpel für Eltern. Es baut Stress ab, hält dich gesund und fit, sorgt für bessere Laune und erhöht dein Energie-Level. Beim Familienyoga kannst du sogar zusammen mit deinen Kindern yogen! Probiert doch mal dieses entzückende Video von Nicole Bongartz und ihrer Tochter Zuri aus und guckt, ob euch gemeinsames Yoga Freude bereitet:

kind_kleinkind_yoga_homeyoga_YogaEasy-Video abspielen

Dein Mindset entscheidet: Erst wenn du dich selbst annimmst, kannst du deine Kinder annehmen

Es gibt klassische Situationen im Leben von Eltern, die objektiv belastend sind: Ein schreiendes Baby etwa würde auch Stoiker in die Verzweiflung treiben. Daneben haben alle Eltern aber auch ganz individuelle Trigger, bei denen sie in Millisekunden die Wände hochgehen. Denn oft ist es nicht das Verhalten unseres Kindes, das uns so unglaublich stresst – sondern die eskalierende Gedankenspirale, mit der wir auf dieses Verhalten reagieren.

Beispiel: Deine Tochter schlägt ihren kleinen Bruder, und dein Kopf überdreht sofort: Was habe ich nur falsch gemacht? Hoffentlich verhält sie sich im Kindergarten und bei Freunden nicht auch so schrecklich! Was, wenn sie dem Kleinen das nächste Mal was Schlimmeres antut? Hoffentlich wird sie keine kriminelle Gewalttäterin!

Die Ursache für diese Gedankenspiralen liegt meist in unserer Angst begründet, nicht gut genug zu sein. Wir fürchten, eine schlechte Mutter, ein furchtbarer Vater zu sein. Wenn du dir aber nicht vertrauen, dich nicht so annehmen kannst, wie du bist, wirst du auch dein Kind nicht in seiner Individualität akzeptieren können. Wenn du dir und deinen Kindern also etwas Gutes tun willst, dann übe dich täglich darin, dich selbst zu lieben, so, wie du gerade bist: Lobe dich für alles, was du gut gemacht hast, und verzeih dir, wenn du Fehler machst, und erlaube dir so, daraus zu lernen.

Tipp: Meditation ist eine der hilfreichsten Methoden, um von Angst und negativen Gedankenspiralen wieder ins Fühlen zu kommen und sich und andere liebevoll anzunehmen. Probiere mal diese klassische Metta-Meditation von Laura Malina Seiler aus:

Yoga Video Metta-Meditation: Liebevolle GüteYogaEasy-Video abspielen

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