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Yoga und Ayurveda für Schwangerschaft und Geburt
Bild: iStockphoto.com

Yoga und Ayurveda für Schwangerschaft und Geburt

Von Saskia Schmitz-Tietgen

Du planst schwanger zu werden?

Ein Baby/Kind wird im Yoga als dein karmischer Lehrer betrachtet, der dir auf deinem spirituellen Pfad helfen soll. Umgekehrt ist es deine Aufgabe, dein Kind auf seinem karmischen Weg zu begleiten. Yogi Bhajan  sagte:

„Every child is born as karma to parents, but also every child is born as karma to himself or herself. There is a double action and mostly people forget this. One is the karma to parents, the other is the karma to the self. In between, a person has to develop, grow and become free.

Yogi Bhajan (Women’s Camp, 1977)

Yogis sehen es als Geschenk, Leben geben zu können. Deswegen wird aus yogischer – und auch aus ayurvedischer – Sicht großer Wert darauf gelegt, sich optimal auf die Empfängnis vorzubereiten.

Was du tun kannst:

Vor allem solltest du jetzt darauf achten, Stress abzubauen, da Stress das Vata-Element, das u.a. für die Hormonausschüttung zuständig ist, erhöht und die Empfängnis negativ beeinträchtigen kann. Deshalb meide Extreme im Job und in deiner freien Zeit. Baue stattdessen Ruhephasen in deinen Tag ein. Zum Beispiel kannst du das Adi Shakti Mantra singen und dazu folgende Meditation praktizieren (beides soll dich stärker mit deiner weiblichen Kraft in Verbindung bringen): Sitze in einfacher Haltung, hebe deine Arme auf Schulterhöhe und winkle sie so an, dass beide Hände vor dem Herzen (7 cm Abstand) übereinander liegen – die Handflächen zeigen nach unten, die linke Hand ist über der rechten.

Adi Shakti, Adi Shakti, Adi Shakti, Namo, Namo.

Sarab Shakti, Sarab Shakti, Sarab Shakti, Namo, Namo.

Pritam Bhagvati, Pritam Bhagvati, Pritam Bhagvati, Namo, Namo.

Kundalini, Mata Shakti, Mata Shakti, Namo, Namo.

Aus ayurvedischer Sicht wird außerdem beiden Partnern vor der Zeugung des Kindes empfohlen, den Körper von Ama (Schlacken) zu befreien und dafür zu sorgen, dass das Agni (Verdauungsfeuer) gut funktioniert. Eine Panchakarma-Kur, die den Körper reinigt und die Doshas ins Gleichgewicht bringt, ist wunderbar, wenn du es zeitlich und finanziell einrichten kannst. Zumindest auf eine passende und regelmäßige Ernährung solltest du jetzt achten. Optimal sind warme, nahrhafte, feuchte Speisen wie ein Kitchary, das du ganz einfach zubereiten kannst: 

Kitchary (Mungbohnen mit Reis)

  • 1 Tasse Mungbohnen
  • 1 Tasse Reis
  • 3 Tassen Wasser
  • Gemüse (Karotten, Zuchini,...)
  • Ghee zum Anbraten
  • Gewürze wie Kreuzkümmel, Kurkuma, Kardamom, schwarzer Pfeffer, Senfkörner, Salz

Weiche die Mungbohnen über Nacht in Wasser ein. Schmelze Ghee in einer Pfanne. Brate für wenige Minuten die Gewürze an und gib dann die Bohnen (ohne Einweichwasser) und den Reis dazu. Füge das Wasser hinzu. Lass das Gericht für 20-30 Minuten kochen, bis die Bohnen weich sind und sich leicht öffnen. Füge dann Gemüse hinzu und koche nochmals 20 Minuten (Bei Bedarf Wasser hinzugeben).

Da das Kitchary außerdem die Milchbildung ankurbeln soll, ist es auch gut für die Zeit nach der Geburt.


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Du bist schwanger!

Hurra – es hat geklappt, du bist schwanger. Jetzt beginnt eine neue, aufregende Zeit. Man sagt, dass sich deine Emotionen und deine Einstellung direkt auf dein Kind übertragen.

Was du tun kannst:

Wichtig ist es jetzt auf einen ausgeglichenen Geist und eine positive Gemütsverfassung zu achten. In den ersten drei Monaten solltest du dich etwas schonen. Denn es ist die Zeit, in der sich entscheidet, ob das Baby bleibt oder nicht. Die meisten Frauen warten diese Zeit zunächst ab, bevor sie (wieder) Yoga praktizieren. Stattdessen kannst du meditieren und spazieren gehen. Gerade im Kundalini Yoga wird das regelmäßige Spazierengehen empfohlen, da es die Organe massieren und die Muskulatur (Beckenboden und Bauch), von der das Baby getragen wird, kräftigen soll. Empfohlen werden sechs bis acht Kilometer täglich. Du kannst das Gehen auch wunderbar mit einer Meditation kombinieren – bringt den Geist zur Ruhe und nennt man Charan Jaap (Charan = Füße – Jaap = Wiederholung). Dabei wird bei jedem Schritt ein Mantra - zum Beispiel Sat Nam Wahe Guru - rezitiert. Denke "Sat nam" während du mit dem linken Fuß auftrittst und denke "Wahe Guru", wenn dein rechter Fuß den Boden berührt. Sei dir deiner Bewegung bewußt, passe deine Atmung dem Rhythmus der Bewegung an und lass die Arme mitschwingen.

Am 120. Tag der Schwangerschaft inkarniert laut Kundalini Yoga die Seele des Kindes in den Körper. Sie sucht sich ihre Eltern genau aus, je nachdem welche karmischen Themen sie noch zu lösen hat. Yogis feiern diesen Tag für gewöhnlich. Lade gute Freunde ein und lass dich von ihnen so richtig verwöhnen – lass dich bekochen und singe und meditiere mit deinen Liebsten, um die kleine Seele willkommen zu heißen.

Natürlich solltest du auch weiter auf deine Ernährung achten - frische, nahrhafte, warme Speisen, die alle sechs Geschmacksrichtungen abdecken und den Gewebeaufbau (Rasayana) fördern, gehören jetzt auf den Speisezettel. Iss in Ruhe und mit einer positiven Einstellung. Hast du plötzlich Schwangerschaftsgelüste? Macht nichts: Ihnen kannst du gern nachgehen. Denn der Körper holt sich so die Nährstoffe, die er jetzt braucht. Du kannst jedoch versuchen, gesunde Alternativen zu finden – tausche zum Beispiel die Tafel Schokolade gegen eine handvoll in Ghee gebratene und mit Honig abgeschmeckte Mandeln, die nicht nur lecker schmecken, sondern auch Kraft geben.

Es ist soweit – der neue Erdenbürger macht sich auf den Weg!

Man kann es nicht besser sagen als Tarn Taran K. Khalsa:

„Eine sorgfältige Geburtsvorbereitung ist das größte Geschenk, dass du deinem Kind machen kannst. Setze dich für eine empfindsame und bewußte Entbindung ein. Bereite dich und deine Umgebung vor, gib dein Bestes und vertraue darauf, das Universum wird für euch sorgen.“ 

Tarn Taran K. Khalsa

Oft sind Frauen nervös und wissen nicht, was bei der Geburt auf sie zukommt. Im Ayurveda gilt es, kurz vor der Geburt das Vata-Element (steht für Schmerz) zu reduzieren, um eine möglichst einfache Geburt mit wenig Schmerzen zu erzielen.

Was du tun kannst:

Mit ayurvedischen Ölmassagen speziell im Becken- und Hüftbereich, Einläufen, einer Ernährung, die vor allem nahrhafte und leichte, nicht blähende (Reis-)Suppen sowie warme Milch mit verdauungsfördernden Gewürzen vorsieht, bereiten sich Frauen im Ayurveda auf die Geburt vor. In spezielle Öle getränkte Tampons sollen den Gebärmuttermund ebenfalls weich und geschmeidig machen und die Geburt erleichtern (sollte nur unter Anleitung eines Ayurveda-Therapeuten erfolgen und der Frauenarzt sollte befragt werden!). Während der Geburt kannst du mit deinem Kind sprechen und es in dieser Welt willkommen heißen. Und denk daran: Wie auch immer die Geburt verlaufen wird – mit wenigen oder starken Schmerzen, schnell oder lang, auf natürlichem Weg oder per Kaiserschnitt – irgendwann hältst du dein Kind in den Armen und alles andere wird vergessen sein. Begrüße die zauberhafte Seele mit Liebe und vielleicht hast du sogar Lust, ihm ein Mantra zu singen?! Poota Mata Kee Aasees ist ein Mantra, bei dem die Mutter das Kind segnet und welches oft zur Geburt gesungen wird.

Aus ayurvedischer Sicht ist das Vata-Element nach der Geburt erhöht. Dort wo das Kind vorher saß, ist jetzt ein leerer Raum (Vata). Um Vata zu reduzieren und die Mutter wieder in Balance zu bringen, tun warme Speisen, tägliche Ölmassagen und eine ruhige Atmosphäre gut. Besondere Bedeutung in vielen Religionen, aber auch im Kundalini Yoga, kommt den vierzig Tagen nach der Geburt zu. So soll sich ab dem 120. Tag bis zum vierzigsten Tag nach der Geburt der Charakter des Neugeborenen prägen. Während dieser Zeit sollen Mutter und Kind nicht getrennt werden. Enge Freunde und Familie sollen der Mutter alle Arbeiten und Anstrengungen des Alltags abnehmen, damit sie sich voll und ganz auf das Neugeborene und ihre Bindung konzentrieren kann.

„These days mothers have no time. That's why we want those forty days - not as a punishment. We are asking that for those forty days the mother and child be together so that creativity and values can be established. From the 120th day in the womb to those forty days from birth, the entire character and values of the child are built.“  

Yogi Bhajan, (7/5/82).

Sich vierzig Tage lang zurück nehmen und den Haushalt anderen zu überlassen, mag sich vielleicht etwas unrealistisch anhören. Aber vielleicht bittest du einfach deine Freund und Familie statt Blumen ein leckeres Mittagessen beim Babybesuch mitzubringen oder du organisierst dir für diese Zeit eine Haushaltshilfe. So hast du Zeit dich mit dem neuen Lebewesen bekannt zu machen und Kraft zu tanken. Und wenn du in den folgenden Nächten kein Auge zu bekommst und dir vielleicht manchmal alles über den Kopf wächst, erinnere dich an Yogi Bhajans Worte:

„The purest thing in the world is the heart of the mother, the heart-chakra, the center of the mother. It can move God. It can move the Universe. It can cause an effect beyond limitation. The heart of the mother is the greatest power of Infinity ever given to any finite being.“ 

Yogi Bhajan (Women's Camp 1977)

Wenn du tiefer in das Thema einsteigen möchtest, können wir dir folgende Bücher empfehlen:

Bountiful Beautiful Blissful“ - Gurmukh Kaur Khalsa

Bewußte Schwangerschaft – The Gift of Giving Life“ von Tarn Taran K. Khalsa

Wichtiger Hinweis: Alle vorgeschlagenen Maßnahmen stellen Tipps dar und ersetzten nicht den Besuch bei einem Arzt oder Heilpraktiker! 

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