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Yoga in den sozialen Medien: Sehe ich gut aus?!?
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Yoga in den sozialen Medien: Sehe ich gut aus?!?

Von Katharina Goßmann

Schein vs. Sein

Yoga ist in den sozialen Medien allgegenwärtig. Neben etlichen Yoga-Blogs tummeln sich eine Unzahl von yogischen Instagram-, Facebook und Twitter-Accounts im World Wide Web. Und dann wirft sich natürlich noch ständig irgendwer – Lieschen Müller genauso wie Gisele Bündchen – auf Bergklippen, an romantischen Waldseen, karibischen Stränden etc. in Yogaposen und veröffentlicht das Bild.

So mancher Yogi betrachtet das mit Sorge. 

Selbstverständlich gibt es viele hilfreiche Yoga-Accounts im Internet - wenn dein Meditationslehrer inspirierenden Gedanken teilt, ein Yoga-Kumpel eine interessante Veranstaltung empfiehlt, ein berühmter Yogalehrer eine kurze Video-Sequenz postet - ist das eine Bereicherung für dein Leben, deine Yoga-Praxis.

Aber welche positive Wirkung haben die bunten Bilder? Wirst du durch das betrachten von Yogapositionen aktiver, gesünder, glücklicher? Möglich. Wahrscheinlicher ist, dass die motivierende Wirkung von hübsch anzusehenden Yoga-Bildern verpufft, während du weiter-scrollst...

Ist Schönheit schlecht?!?

Die häufigsten, die beliebtesten Yoga-Posts sind Bilder von biegsamen, schlanken Schönheiten. Nun hat kein Mensch was gegen biegsame Schönheit - sind ja auch Menschen! Und selbstverständlich darf sich auch ein Yogi gut anziehen, die Haare machen und im Zweifelsfall sogar die Fußnägel lackieren. 

Yoga macht ja auch tatsächlich schön. Wenn du regelmäßig Yoga praktizierst, baust du nicht nur Muskeln auf, verbesserst deine Haltung, unterstützt die Entgiftung deines Körpers, aktivierst den Stoffwechsel und das Immunsystem, sondern entspannst dich auch insgesamt und baust ein positiveres Verhältnis zu dir selbst auf – das alles sorgt für ein besseres Aussehen und macht attraktiver. Wir werden zum Beispiel oft gefragt, warum bei YogaEasy so viele schlanke, junge Yogalehrer unterrichten. Ein Grund ist, dass die meisten Yogalehrer schlank sind – was daran liegt, dass sie täglich Yoga üben, auch sonst meist sehr gesund leben und durch Meditation, Achtsamkeit und Yogapraxis einen guten Kontakt zu ihrem Körper haben. Und viele von ihnen sind gar nicht so jung, wie sie - dank Yoga - aussehen!


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Die Schönheit der Vielfalt

Aber natürlich ist das nur ein Aspekt. Der andere Faktor ist, dass sich in unserer Gesellschaft im Regelfall nur attraktive Menschen vor eine Kamera trauen. Wer etwas dicker als gerade angesagt ist, wessen Nase weniger Stups und dafür mehr Grieche hat und wer Pickelnarben aus der Pubertät mitgebracht hat – der möchte sich tendenziell seltener öffentlich zeigen. Und schon verzerrt sich das Bild, und unser Unbewusstes zieht aus all den Bildern und Videos eine Schlussfolgerung: ALLE Yogalehrer sind schlank und attraktiv, ALLE Yogis sind biegsame Schönheiten.

Diese Verzerrung der Wirklichkeit hat verheerende Folgen. So gibt es viele Menschen, die sich nicht zum Yoga trauen, weil sie denken, sie seien zu dick oder unbeweglich. Dabei ist Yoga für alle Menschen da – ja sogar besonders gut geeignet für alle, die unsportlich, mollig und unbeweglich sind (ich spreche aus Erfahrung). Und ganz allgemein sorgen solche perfekten = unrealistischen Bilder im Kopf dafür, dass Menschen nicht frei und glücklich das machen, was sie wollen, ihr Leben leben – sondern stattdessen Gefühle von Minderwertigkeit und Scham entstehen, die wiederum eine Vielzahl unangenehmer Konsequenzen haben kann, von Essstörungen bis zur Vereinsamung.

Schönheit liegt im Herzen des Betrachters

Bhakti Yogis sind dafür bekannt, dass sie Schönheit lieben: Ganz bewusst feiern die die Fülle des Lebens in all ihren Handlungen, etwa bei der täglichen Pflege ihres Yoga-Altars oder beim Kirtan. Vor allem aber, und das ist noch viel entscheidender, üben sie sich darin die Schönheit in jedem bestehenden Aspekt der Schöpfung bewusst wahrzunehmen. 

Ich bin kein Bhakti Yogi. Aber an guten Tagen habe ich ein so offenes Herz, dass ich nur Schönheit im mich herum sehe – egal, ob ich gerade im Supermarkt bin oder beim Waldspaziergang. Und darum geht es: So schön Cellulite-freie Oberschenkel sind – wenn ich mich mit liebenden Augen betrachte, finde ich meine Oberschenkel (die niemals jemand der Cellulite-Freiheit verdächtigen würde) ebenfalls wunderschön. Und dann ist es egal, ob sie aktuellen Schönheitsidealen entsprechen und was andere über meine Oberschenkel denken und sagen – mir geht es gut, ich fühle mich wohl, ich bin glücklich mit mir. 

Yoga-Tipp: Niemals vergleichen!

Nun gut, ganz so einfach ist es nicht: Denn wenn ich ein entspanntes, glückliches Bild von mir poste und dann etliche Leute kommentieren, dass meine Oberschenkel hässlich sind, dann werde ich wahrscheinlich unsicher – und plötzlich finde ich meine Oberschenkel auch dellig und wabbelig.

Wie immer im Leben empfiehlt es sich daher auch beim Thema Schönheit, nicht zu vergleichen. Denn in dem Moment, in dem du vergleichst, hast du automatisch verloren: Es wird immer irgendjemanden oder -etwas geben, was schöner ist als das, was du gerade als schön empfindest. Wenn ich etwa während eines herrlichen Sommers durch die Straßen meiner Heimat schlendere und mich unglaublich glücklich schätze, in was für einer tollen Stadt ich leben darf – und dann schickt mir eine Freundin Bilder von ihrem Karibik-Urlaub und plötzlich gefällt mir meine Stadt eben nicht mehr so gut. 

Und das solltest du bedenken, wenn du dich in die bunte Social-Media-Welt stürzt: Jedes Mal, wenn du einen Yogi siehst, der schöner, beweglicher, positiver ist als du, kann das dazu führen, dass du dich abwertest, dich schlechter fühlst. Warum bin ich nicht so advanced, so fit, so schlank? Müsste/könnte/sollte ich doch eigentlich auch sein, oder??? Und schon bist du in der Falle des ”Höher, Weiter, Schneller”-Denkens gelandet und hast dich, deine individuelle Entwicklung, den Bezug zu dir selbst aus den Augen verloren. 

Es ist nicht wichtig, wie es aussieht – es ist wichtig, wie es sich anfühlt 

Das sagt Bryan Kest, einer des beliebtesten Yogalehrer der Welt, in so gut wie jedem seiner Workshops. Und Recht hat er. Wie meine Hochzeitsfotos aussehen, ist eben nicht im Ansatz so wichtig wie die Tatsache, dass ich glücklich verheiratet bin. Und wenn ich Yoga liebe und lebe, wenn ich täglich dadurch gesünder und glücklicher werde, und meinen Weg beständig und zufrieden gehe – dann ist es egal, wie ich in Trikonasana aussehe, ob es ein Foto davon gibt oder wie viele Likes ich dafür bekomme.

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