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Bild: iStockphoto.com

Herzinfarkt bei Frauen: Die Faust auf der Seele

Von Kristin Rübesamen

Wir waren überrascht, als wir erfuhren, dass Herzinfarkte bei Frauen in den Industrieländern zu den häufigsten Todesursachen gehörten. Auf einem Yogaretreat erzählte uns eine 47jährige Teilnehmerin, dass sie gerade einen kleinen Herzinfarkt hinter sich gebracht hatte. Sie hatte ein besonderes Lächeln, war äußerst sportlich, ein Gewinn für die Gruppe und gerade frisch verliebt. Nur manchmal wurde sie nachdenklich und erzählte schließlich ihre Geschichte. Über lange Zeit hatte sie sich übernommen in ihrem Beruf, hatte jede Herausforderung angenommen, niemals Nein gesagt. Ihr Ehrgeiz und das Gefühl, es allen zeigen zu wollen, ließen es nicht zu, dass sie in ihrer knapp bemessenen Freizeit einfach mal nichts machte. Sie lief Marathon, war sozial engagiert, aufmerksam ihrer Umwelt gegenüber, eine großartige Frau. Selbst den Herzinfarkt wollte sie zunächst einfach wegstecken, kein großes Aufheben darum machen, und lediglich einer engagierten Ärztin war es zu verdanken, dass sie endlich bereit war, grundsätzlich etwas zu ändern.

Frauen, die rauchen...

Frauen haben Angst davor, ihre Jugend zu verlieren, ihre Anziehungskraft auf Männer, ihren Job, sie haben Angst vor Brustkrebs, überhaupt Krebs, aber vor der Gefahr eines Herzinfarkts wiegen sie sich in Sicherheit.  Dabei steigt die Todesrate bei Frauen zwischen dem 40. und 55.Lebensjahr, übrigens auch deshalb, weil immer mehr Frauen rauchen, schreibt die Deutsche Herzstiftung.

Kurzatmigkeit, Erbrechen oder auch Beschwerden im Oberbauch.

Im Unterschied zu den Männern gibt es bei Frauen neben den klassischen Symptomen wie Schmerzen im Brustbereich auch sogenannte „unspezifische Symptome“, z.B. „klassische Kurzatmigkeit, Erbrechen oder auch Beschwerden im Oberbauch.“ Und, hier wurden wir besonders hellhörig, ein „Druck- oder Engegefühl in der Brust. Diesen Druck erwähnte auch unsere Freundin im Retreat.

Wie reell ist unser Druck?

Über diesen Druck haben wir ein bisschen nachgedacht. Noch nie standen Frauen unter so viel Druck wie heute, obwohl uns Maschinen den größten Teil der Hausarbeit abnehmen, und wir uns in den Industrieländern vor Wellnessangeboten und Entspannung nicht retten können. Wir müssen Karriere machen, Kinder bekommen, ein einfühlsames, kluges und unterhaltsames soziales Wesen sein. Selbst im hohen Alter sollen wir uns noch in einen Bikini zwängen und wehe, wir wissen nicht über die Große Koalition in Strassburg Bescheid. Andrerseits haben wir in Deutschland ein großartiges Gesundheitswesen. Wenn wir nicht arbeiten können, werden wir unterstützt. Niemand muss verhungern in diesem Land.

Woher kommt dieser Druck auf unserer Seele?

Existiert er vielleicht nur in unseren Köpfen? Und ist gefühlter Druck weniger schlimm als „echter“? Der Körper macht keinen Unterschied zwischen subjektivem und objektivem Druck, genau hier besteht aber Handlungsbedarf. Erst wenn wir unterscheiden lernen, was wir ändern können und was wir akzeptieren sollten, bekommen wir ein realistisches Verhältnis zum Leben.

Genau hier kann Yoga helfen. Durch Introspektion und Achtsamkeit können wir lernen, unsere Prioritäten zu setzen. Was ist wichtiger, Geld oder Familie? Immer mehr junge Leute verhandeln nach dem Grundsatz: Lieber Zeit als Geld. Ein gutes Zeichen.

Körper und Seele schaffen es nur gemeinsam

Obwohl Körper und Seele lange getrennt behandelt wurden, wusste bereits Sigmund Freund, welche Konsequenzen psychische Konflikte auf den Körper haben können. Psychische Krankheiten, soziale Belastungen in der Familie, ständiger Streit und Stress am Arbeitsplatz machen krank. Soweit, so bekannt, wenn auch längst nicht umgesetzt in der Schulmedizin.

Yoga ist die Lösung, Achtsamkeit der Schlüssel

Yoga ist die sensationelle Lösung aus diesem Dilemma. Yoga ist die Technik, die Körper und Geist als eins begreift, die dafür sorgt, dass sich Intelligenz bis in die Zellen ausbreiten kann, und Gedanken durch die Konzentration auf die Atmung körperlich greifbar werden. Die alarmierenden Vorboten eines Herzinfarkts,- Herzschmerz, Druck und Enge im Brustbereich-, werden nicht ignoriert, ihnen wird in der Yogapraxis Raum gegeben, sich gewissermassen „zu Wort zu melden“. Und so haben wir eine Chance, sie zu bemerken und dagegen anzugehen. Die Zeit, zu üben und still zu werden ob in Meditation oder Bewegung, müssen wir uns allerdings nehmen, das kann uns auch die tollste Medizin nicht abnehmen.