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Bildquelle: Shutterstock.com

Pille absetzen: 4 Asanas für die Hormonumstellung

Von Merle Wirellis

Vielleicht besteht ein Kinderwunsch, vielleicht möchtest du auch lieber mit einer anderen Methode verhüten. Egal, was die Beweggründe für das Absetzen der Pille sind – die hormonelle Veränderung kann deinen Körper ganz schön aus dem Gleichgewicht bringen. Das ist völlig natürlich, immerhin unterdrücken die künstlichen Östrogene und Gestagene (bei den gängigsten Kombinationspräraten) den Eisprung und die reguläre Menstruationsblutung – und damit den natürlichen Zyklus. Gerade wenn Frauen die Pille sehr lange genommen haben, braucht ihr Körper häufig mehrere Monate bis ein Jahr, bis die natürlichen Hormone den Ursprungszustand wiederhergestellt haben. Und der Körper damit wieder Herr über den eigenen Zyklus ist.

Typische Nebenwirkungen der Hormonumstellung nach dem Pille-Absetzen

Zyklus

Praktisch unser gesamter Organismus wird hormonell beherrscht. Eine Umstellung wie das Absetzen der Antibabypille hat also Auswirkungen auf viele Prozesse im Körper. Zu den gängigsten Nebenwirkungen gehört ein unregelmäßiger Zyklus: Das kann sich durch das Ausbleiben der Regelblutung bemerkbar machen, aber auch durch eine plötzlich sehr viel stärkere Menstruation oder Zwischenblutungen. Das liegt vor allem daran, dass mit der Einnahme der Pille die eigentliche Periode unterdrückt und durch eine Hormonentzugsblutung ersetzt wird, die nur durch die Pillenpause alle vier Wochen hervorgerufen wird.

Haut und Haare

Bei einigen Frauen äußert sich die Hormonumstellung nach dem Pillen-Entzug auch durch ein deutlich schlechteres Hautbild oder fettigere Haare. Auch ein (temporärer) Haarausfall kann einsetzen, wenn die künstlichen Hormone plötzlich im Körper fehlen.

Stimmung

Die Pille steht immer wieder im Verdacht, sich auch auf die Stimmung niederzuschlagen – im wahrsten Sinne des Wortes. Viele Frauen klagen darüber, sich häufig betrübter zu fühlen als vor dem Verhüten mit dem Hormonpräparat. Nach dem Absetzen kann es eine Weile dauern, bis sich diese Verstimmungen lösen. Durch das (völlig natürliche) Auf und Ab der Hormone ohne die Pille fühlst du dich vielleicht an einigen Tagen des Zyklus sehr viel schneller gereizt oder empfindlicher als sonst. Eine ganz normale Entwicklung, die dem natürlichen Hormonhaushalt zu verdanken ist.


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Mehr Verbundenheit mit dem eigenen Körper

Es sind natürlich nicht alle möglichen Nebenwirkungen nach dem Pille-Absetzen negativ. Dass du deine Stimmungen vielleicht wieder intensiver spürst, solltest du zu schätzen wissen: Unser Körper sagt uns in der Regel, was er braucht. Wenn wir unseren Hormonhaushalt nicht mehr künstlich steuern, lernen wir, unserem eigenen Körpergefühl wieder mehr zu vertrauen. Das gilt natürlich auch beim Yoga: Ist dir heute eher nach einem schweißtreibenden Flow oder nach einer entspannenden Yin-Yoga-Sequenz? Höre in dich hinein und verbinde dich mit deinem Körper – so kommst du dem Ziel der Einheit von Körper und Geist vielleicht ein Stück näher.

Ein weiterer Nebeneffekt des Absetzens der Pille: Die künstlichen Hormone der Antibabypille mindern bei vielen Frauen die Lust auf Sex. Nachdem sie nicht mehr hormonell verhüten, kann sich das ganz schnell ändern. Besonders während des Eisprungs (also etwa in der Mitte des Zyklus) steigt die Libido möglicherweise spürbar an.

Yoga-Übungen gegen die unangenehmen Nebenwirkungen des Pille-Absetzens

Diese Asanas aus dem Hormon-Yoga von Dinah Rodrigues können dich während der Hormonumstellung unterstützen:

Drehsitz (Ardha Matsyendrasana)

Der Drehsitz hilft, Stress abzubauen und massiert die Bauchorgane.

  • Sitze aufrecht, winkele rechtes Bein an und lege deine rechte Ferse neben deiner linken Hüftseite ab. Wenn du Schwierigkeiten hast, beide Sitzbeinhöcker auf den Boden zu bringen, kannst du dein rechtes Bein auch ausstrecken.
  • Stelle deinen linken Fuß auf die rechte Seite des rechten Knies.
  • Lege den rechten Arm über die linke Seite des linken Beins, den linken Arm nimmst du mit der Einatmung in die Höhe und legst ihn hinter deinem Gesäß auf dem Boden ab.
  • Drehe nun deinen Oberkörper nach links, indem du dich mit der Einatmung in die Länge streckst und mit der Ausatmung tiefer in die Drehung gehst.
  • Achte darauf, dass dein Rücken immer aufgerichtet bleibt und du den Kopf nicht zu weit über die Seite drehst.
  • Halte die Asana einige Atemzüge und übe dann mit der anderen Körperseite.

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Schulterbrücke (Setu Bandha Sarvangasana)

Die Schulterbrücke wirkt sich positiv auf den Beckenboden sowie die Schilddrüse aus und dehnt die Bauchorgane.

  • Lege dich auf den Rücken und stelle deine Füße hüftbreit auf. Lege deine Arme entspannt neben dem Körper ab.
  • Mit der Einatmung hebst du nun Becken und Rücken nach oben. Zwischen Knien und Schultern entsteht so eine schiefe Ebene.
  • Wichtig ist hier, dass deine Knie nicht nach innen fallen, sondern über den Fußgelenken bleiben.
  • Halte die Asana nun ein paar Atemzüge. Sollte dir das nicht möglich sein, kannst du deinen unteren Rücken auch mit einem Kissen oder einem Yogablock unterstützen.
  • Lege deinen Rücken nun langsam, Wirbel für Wirbel, wieder ab.
  • Du kannst die Schulterbrücke auch dynamisch üben.

Muslimische Gebetshaltung

Die muslimische Gebetshaltung aktiviert die Eierstöcke und dehnt die Hüften.

  • Starte im herabschauenden Hund und bringe das rechte Knie nach vorn zwischen die Hände.
  • Lege das gebeugte rechte Bein auf dem Boden ab. Die Ferse befindet sich in der Nähe des linken Eierstocks, das Knie zeigt nach vorne.
  • Das linke Bein der Länge nach auf dem Boden nach hinten ausstrecken.
  • Halte das Becken gerade und strecke den Oberkörper lang über das vordere Bein aus.
  • Nun strecke die Arme nach vorn aus.
  • Gehe zurück in den herabschauenden Hund und wiederhole die Übung mit der linken Seite.

Kopf-Knie-Haltung (Janu Shirshasana)

Die Kopf-Knie-Haltung baut Stress ab, massiert die Bauchorgane und aktiviert die Eierstöcke sowie die Nieren.

  • Du sitzt in Dandasana.
  • Beuge nun das rechte Bein und setze deinen rechten Fuß innen neben deinen linken Oberschenkel.
  • Lass nun das rechte Knie in Richtung Boden sinken.
  • Hebe deine Arme und drehe deinen Oberkörper nach links.
  • Lass mit der Ausatmung deinen Oberkörper mit geradem Rücken über das linke Bein sinken und greife mit beiden Händen an den Unterschenkel oder Fuß.
  • Strecke beim Einatmen deine Wirbelsäule und lasse dich beim Ausatmen noch etwas tiefer über dein Bein sinken.
  • Wiederhole dann die Übung auf der linken Seite.

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Unterstützung durch Pranayama: Bhastrika und Ujjayi

Um die energetischen Wirkungen der Asanas zu intensivieren, kannst du zwei wesentliche Pranayama-Techniken üben, während du in der Haltung atmest: Bhastrika (Blasebalgatmung) bewirkt eine Massage der Eierstöcke – dabei wölbst du den Bauch bei der Einatmung zügig nach vorn und ziehst ihn bei der Ausatmung wieder aktiv zusammen. Ujjayi-Atmung (der „siegreiche“ Atem) massiert die Schilddrüse, dazu wird durch die verschlossene Stimmritze mehrmals ein- und ausgeatmet. Beide Atemübungen aktivieren das Prana. Übe sie also, während du in den Asanas atmest und visualisiere dann die jeweils gewünschten Hormondrüsen (also zum Beispiel erst den echten Eierstock, dann den linken...). Damit lenkst du die entstandene Energie dorthin und verstärkst so die Wirkung der Asana.

Hormon-Yoga als natürliche Unterstützung in Umbruchphasen

Wenn du noch intensiver in die das Thema Hormon-Yoga einsteigen willst, kannst du das in diesem Einführungsartikel tun. Darin erfährst du alles über die von Dinah Rodrigues entwickelte Yogaform.

Weitere Tipps nach dem Pille-Absetzen

Neben der regelmäßigen Yoga-Praxis kannst du deinem Körper die Hormonumstellung mit einem insgesamt gesunden Lebensstil erleichtern. Achte auf eine ausgewogene Ernährung, die dich mit ausreichend Vitaminen und Nährstoffen versorgt. Pflanzliche Wirkstoffe wie Mönchspfeffer können auch helfen, den natürlichen Zyklus schneller wiederherzustellen und Beschwerden wie PMS und starke Regelschmerzen zu lindern. Diese Präprate sind rezeptfrei in der Apotheke erhältlich, besprich dich aber am besten mit einem Arzt oder Heilpraktiker, bevor du sie einnimmst.