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Yoga und die Fähigkeit zu lieben
Bildquelle: Shutterstock.com

Yoga und die Fähigkeit zu lieben

Von Dr. Maria Wolke

Sogar als eine „schwere Geisteskrankheit“ wurde sie durch den Philosophen Platon bezeichnet…Werden wir etwa „krank“ wenn wir uns verlieben? Ja und nein… sagt die Hirnforschung.

Und in der Tat bedeutet das Verliebtsein einen biochemischen „Ausnahmezustand“. Betroffene sind „blind, verrückt oder krank vor Liebe“. Sie „leiden“ unter Herzrasen, Schweißausbrüchen und unrationellem Verhalten, und je nach „Ausmaß“ und Heftigkeit der Verliebtheit sogar unter leichten „Panikanfällen“ - insbesondere dann, wenn sie in irgendeiner Form mit dem Objekt ihrer Begierde konfrontiert werden.

Verliebte verlieren ein wenig die Beziehung zur Realität. Ihre Sinne sind durch den chemischen Cocktail in ihrem Körper verschleiert. Sie „schweben“ auf „Wolke 7“, fühlen sich glücklich bis euphorisch und nicht selten fast „wie in Watte“ gehüllt.

Die Moleküle der Gefühle - und was sie mit Yoga zu tun haben…

Das Empfinden der Liebe und der sexuellen Erregung ist nur deshalb möglich, da unterschiedliche Neurotransmitter und Hormone das „verliebte Gehirn“ überschwemmen. Dieses biochemische Chaos führt zu einem physiologischen Ausnahmezustand und macht normales, rationales Wahrnehmen, Handeln und Fühlen unmöglich.

Der Körper und der Geist sind „auf Liebe eingestellt“ und verschleiern so die Wahrnehmung der „Wahrheit“ – im Yoga auch als „Maya - die Täuschung“ bekannt. Der/die Geliebte werden als etwas wahrgenommen, was sie nicht sind.

Und genau das passiert wenn wir uns verlieben. Wir verherrlichen den Partner und sind uns darüber nicht bewusst, dass das was wir fühlen und sehen durch die Überflutung mit Glücksmolekülen verursacht wird. „Unwahres“ wird hier als „wahr“ verstanden, wodurch im späteren Beziehungsverlauf auch all die Beziehungsprobleme auftreten: „ Du hast Dich so sehr verändert“ werfen wir unseren Partnern vor, wenn die Wirkung des biochemischen Cocktails nachlässt….

Was aber passiert in unserem Körper wenn wir uns verlieben? Und was hat das mit Yoga zu tun?

Wenn wir uns verlieben spielen vor allem Adrenalin, Noradrenalin, Dopamin, Serotonin, Oxytocin sowie die Geschlechtshormone Testosteron und Östrogen eine bedeutende Rolle. Sie sind für die Schmetterlinge im Bauch verantwortlich und entscheiden auch über die Fähigkeit zur Treue oder Untreue. Und berechtigterweise stellt sich hier die Frage was all das mit Yoga zu tun hat…?

Tatsächlich - sehr viel! Das geht bereits aus der Bedeutung des Wortes „Yoga“ (sanskrit) hervor, was wörtlich übersetzt soviel wie verbinden, verknüpfen, anjochen oder anschirren heißt.  Es geht im Yoga um die Verbindung von Körper und Geist. Durch die Verknüpfung von Wahrnehmung, Bewegung und Atmung entspannt der Körper. Ein entspannter Körper wiederrum gilt als Voraussetzung für das Empfinden von sexueller Lust und Liebe. Sind wir nämlich unter „Dauerstrom“ wird sich das Feuer in unseren Schlafzimmern und in unseren Herzen kaum entfachen… und das hat einen einfachen Grund:

Stress als Lustkiller

Wenn wir gestresst sind überwiegt der sogenannte "Sympathikotonus" in unserem Körper. Wir sind auf „Gefahr“ eingestellt und haben keine Energiereserven übrig, um uns ruhig und entspannt der Liebe zu widmen. Erst die Aktivierung des Parasympathikus, also des Bereiches des vegetativen Nervensystems, der uns entspannt, ermöglicht den erhöhten Blutzufluss zu den Geschlechtsorganen, das Empfinden der Erregung und auch die sichtbaren und fühlbaren körperlichen Erregungszeichen. In der körperlichen Liebe folgt der Entspannung die Anspannung. Während des Geschlechtsaktes wird nämlich auch der Sympathikus aktiviert: Der Körper kontrahiert, wir atmen schneller, unser Herz pocht und wir „schwitzen vor Erregung“… Dieser sympathisch gesteuerte körperliche Druckaufbau entlädt sich schließlich im Orgasmus – dem Ausdruck höchster sympathischer Erregung. Anschließend übernimmt wieder der Parasympathikus die Oberhand und der Körper beruhigt sich und entspannt. Unglaublich dass all dieses Auf und Ab durch winzige im Körper herumschwirrende Moleküle verursacht wird…

So sind das Adrenalin und das Noradrenalin dafür verantwortlich, dass Verliebte fast ständig „unter Strom“ stehen. Sie führen auch dazu, dass bereits das Klingeln des Telefons oder der Anblick des Geliebten Herzrasen und Schweißausbrüche verursacht. Dass die Stoffe, die normalerweise unter Stress und Aufregung ausgeschüttet werden, bei Verliebten ein positives Gefühlserlebnis auslösen, ist ihrer Verbindung zu den Glückshormonen Dopamin, Serotonin und Oxytocin zu verdanken.

Dopamin macht euphorisch und wirkt „anregend“. Es ist der wichtigste Neurotransmitter des Belohnungssystems und dafür zuständig, dass Verliebte all die intensiven positiven Gefühle wahrnehmen. Es ist der Stoff, der „süchtig“ macht und dadurch vermutlich den Liebeskummer erzeugt. Der unangenehme, schmerzvolle Zustand ist nämlich nichts anderes als eine durch das Fehlen des Geliebten verursachte Entzugserscheinung.

Ein weiterer Stoff der beim Verliebtsein eine Rolle spielt ist das Serotonin. Es regelt das Schlaf-, Ess- und Sexualverhalten und spielt auch bei der Impulskontrolle eine entscheidende Rolle. Menschen im Liebesrausch weisen, wider Erwarten, niedrigere Serotoninwerte auf als ihre unverliebten Gleichgesinnten. Der Mangel dieses Neurotransmitters erklärt, warum sie kaum schlafen, wenig essen und unaufhörlich vom Geliebten träumen. Diese zwanghafte Beschäftigung mit dem/der Auserwählten ähnelt „Zwangsstörungen“, die ebenfalls durch einen Mangel an Serotonin verursacht werden.

Das Bindungs- und Treuehormon - Oxytocin - macht beziehungsfähig. Erstmalig kommen alle Säugetiere, somit auch wir Menschen, bei der Geburt damit in Berührung. Es ist dafür verantwortlich, dass sich eine enge Beziehung zwischen dem Neugeborenen und seiner Mutter entwickeln kann. Auch in zwischenmenschlichen Beziehungen spielt das Oxytocin eine wichtige Rolle. Es wird unter anderem während des Geschlechtsverkehrs ausgeschüttet und fördert zuverlässig das Zusammengehörigkeitsgefühl und das „Kuscheln“ danach. Es wurde festgestellt, dass eine hohe Konzentration dieses Hormons die sexuelle Treue fördert und somit die Untreue ein wenig unwahrscheinlicher macht – ein Problem, welches zu allen Zeiten sowohl Männern als auch Frauen zum Verhängnis wurde.

Yoga fördert die Bindungsfähigkeit

In diesem Zusammenhang haben indische Forscher des Instituts für mentale Gesundheit und Neurowissenschaften in Bangalore festgestellt, dass Yoga den Oxytocin Spiegel hebt. Indirekt steigert es somit unsere Fähigkeit uns zu binden!

Eine Möglichkeit seine eigene Bindungs- und Liebesfähigkeit zu verbessern bieten unterschiedliche  Yogaübungen für Paare. Auch die Meditation der liebvollen Güte dem Partner gegenüber eignet sich hervorragend um die eigene Liebesfähigkeit zu verstärken und die Oxytocinauschüttung anzukurbeln.


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Anleitung: Meditation der liebvollen Güte deinem Partner gegenüber

1. Setze dich in den für dich geeigneten Meditationssitz, strecke deinen Rücken und schließe die Augen. Konzentriere dich nun einen Augenblick lang auf deinen Atem. Spüre, wie sich mit jedem Einatmen deine Bauchdecke hebt und mit jeden Ausatmen wieder senkt.

2. Versuche nun deinen Partner zu visualisieren. Stelle dir vor wie er/sie lächelnd vor dir steht. Was empfindest du? Ist es Freude, Liebe, Zuneigung? Oder Angst, Wut und Enttäuschung? Verspürst du Ersteres, verbleibe in dieser Emotion und visualisiere ein hell-leuchtendes Band der Liebe, welches von deinem Herzen zum Herzen deines Geliebten führt und Euch verbindet.

Ist Eure Beziehung gegenwärtig in einer Krise, wird es etwas schwerer positive Emotionen dem Partner gegenüber zu empfinden. Um dir diese Arbeit zu erleichtern, kannst du zum Beispiel an eine gemeinsame Situation oder ein Erlebnis denken, welches in dir eine warme positive Stimmung erzeugt. Das kann der erste Kuss sein oder etwas anderes schönes was ihr beide gemeinsam erleben durftet.

3. Ist dir das gelungen, verbleibe so lange wie möglich in dieser Empfindung. Visualisiere nun wieder das energetische Band, welches dein Herz mit dem Herzen deines Partners verbindet und konzentriere dich bewusst auf das Empfinden der Liebe, die von Herz zu Herz fließt.

Anstelle sich immer nur auf das zu konzentrieren, was uns an unserem Geliebten stört, hat diese Meditationsform zum Ziel die eigene Wahrnehmung auf all das zu richten, was wir an unserem Partner/unserer Partnerin mögen und schätzen. Diese Form der Meditation verschiebt langfristig unseren Blickwinkel und führt dazu, dass Akzeptanz und Liebe die Oberhand über Frust und Unzufriedenheit gewinnen können.

Wie Hormone unser Liebesleben beeinflussen...

Ein weiteres Hormon welches im Liebes- und Sexualleben von Männern und Frauen eine ausschlaggebende Rolle spielt ist das Testosteron. Testosteron ist das männliche Geschlechtshormon und gilt bei beiden Geschlechtern als das wichtigste „Lusthormon“. In niedrigeren Dosen kommt es auch im weiblichen Organismus vor und ist sowohl bei Männern als auch bei Frauen für die sexuelle Lust mitverantwortlich. Dabei macht Testosteron nicht nur mehr Lust auf Sex, sondern hebt auch die Stimmungslage und das Wohlbefinden eines Menschen.

In diesem Zusammenhang haben russische Wissenschaftler festgestellt, dass der Testosteronspiegel und somit auch die Erregbarkeit von Männern und Frauen nach der Ausführung von unterleibstimulierenden Asanas zunehmen. Praktiziert wurde hier Bhujangasana - die Kobra. Die Ausführung dieser Übung hatte einerseits die Abnahme des Stresshormons Cortisol um bis zu 11% zur Folge. Gleichzeitig stieg die Testosteronkonzentration im Blut der Teilnehmer um bis zu 16-33% an - wodurch die deutlich gesteigerte Erregbarkeit der Studienteilnehmer erklärt werden kann. Offensichtlich wird hier ein optimales Zusammenspiel von Entspannung und Anspannung erzeugt, das vermutlich auch bei sexuellen Funktionsstörungen Linderung bringen kann.

Hier führt euch die Hamburger Iyengar-Yogalehrerin Marina Pagel durch die richtige Ausführung von Bhujangasana, der Kobra:

Neben Bhujangasana gehört auch Dhanurasana – der Bogen zu den Asana, die einen verstärkten Druck auf die weiblichen und männlichen Geschlechtsorgane ausüben und somit die sexuelle Energie stimulieren:

Mehr zur korrekten Durchführung von Dhanurasana, dem Bogen:

Diese Asana entspannen den Körper, fördern die Durchblutung und heben vermutlich gleichzeitig den Testosteronspiegel der Praktizierenden an. Auch hüftöffnende Asana, wie baddha konasana, der Schmetterling, oder baddha supta konasana, der gebundene Winkel, stimulieren und entspannen unser Becken und die damit verbundenen (Geschlechts-)organe.

Ein weiteres Geschlechtshormon, das das menschliche Sexualverhalten steuert ist das Östrogen. Bei Frauen löst es den Eisprung aus und führt zu mehr Lust auf Sex. Fehlt dieses wichtige Hormon, entstehen neben sexueller Unlust die typischen Wechseljahrbeschwerden wie Hitzewallungen, Schweißausbrüche und Stimmungsschwankungen. Der Mangel an Östrogen kann mittels spezifischer Techniken des Yoga, dem sogenannten Hormon-Yoga, erfolgreich behandelt werden, so dass die sexuelle Lust zurückkommt und auch die unangenehmen Wechseljahrbeschwerden abnehmen.

Wer mehr zum Thema Hormon-Yoga wissen möchte, kann sich dieses Einführungsvideo von der erfahrenen Berliner Anusara-Yogalehrerin Lalleshvari Turske ansehen: 

Yoga als Sexualtherapie?

Der positive Einfluss des Yoga auf die körperinternen biochemischen Prozesse lässt vermuten, dass Yoga auch bei sexuellen Funktionsstörungen helfen kann. Natürlich ist es wichtig ärztlich abzuklären, ob Körper oder Geist die sexuelle Unlust/Problematik verursachen. Ist die Sexualität durch unseren ablenkbaren Geist nicht möglich (z.B. weil wir ständig „zu viel im Kopf“ haben und „nie richtig bei der Sache“ sind), bieten hyperventilatorische Atemtechniken wie Bhastrika oder Kapalabhati eine schnelle Hilfe. Ein Forscherteam der Britisch Columbia Universität konnte nachweisen, dass diese Atemformen die Erregbarkeit von Frauen mit und ohne sexuelle Funktionsstörungen erhöhen.

Aber warum ist das so?

Hyperventilatorische Atemformen entziehen dem Frontalhirn, welches das Denken und Bewerten steuert den Sauerstoff, wodurch dieser Bereich kurzfristig weniger durchblutet wird. Das Emotionszentrum arbeitet währenddessen uneingeschränkt weiter. Diese aktive Art der „Aufmerksamkeitslenkung“ ermöglicht eine uneingeschränkte emotionale Erfahrung, da einen kurzen Augenblick lang keine kognitive Bewertung durch das Frontalhirn möglich ist.

Fazit: Erhöht Yoga die Liebesfähigkeit?

Ja das tut es…! Und zwar nicht durch spirituell bedingte Wunder sondern vor allem dadurch, dass es zur Ausschüttung von Sexualhormonen und zum Anstieg der Hirnaktivität führt. Yoga verbessert folglich das Sexualleben und führt zu mehr gefühlsmäßiger Nähe zum Partner.

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