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Bild: iStockphoto.com

Hilfe, wem widme ich bloss meine Yogastunde?

Von Madhavi Guemoes

Seit etwa 20 Jahren wird in vielen Yogaklassen zum Anfang einer Yogastunde eine kleine Geschichte erzählt. Der Yogalehrer berichtet einen Schwank aus seinem Leben oder philosophiert klug über die Yoga Sutren. Als Yoga-Anfänger fragt man sich natürlich, was die Plauderei eigentlich soll und checkt lieber nochmal, ob die Hose richtig sitzt. Wenn man Pech hat nimmt die Egoshow epische Längen an und ist furchtbar dröge. Aber das ist eher selten der Fall.

Gehört man zu denen, die ohne Yoga nicht mehr können, kann man jedoch regelrecht süchtig danach werden: Nach den Herzthemen (Anusara Yoga) oder dem inspirierenden Fokus des Monats (Jivamukti Yoga). Die Geschichten, Anekdoten, Philosophievorträge haben eines gemeinsam: Sie sollen inspirieren, einen zu besseren Menschen machen - vielleicht sogar Erleuchtung bringen.

Der Yogalehrer möchte mit seiner Geschichte den Schüler anregen, eine Intention, auch Absicht oder Fokus genannt, für die Yogastunde zu bestimmen. Der Fokus, (oder die sogenannte „Herzqualität“ wie Vertrauen, Sensibilität, Offenheit, Gleichmut), der aus der Geschichte resultiert, kann eine bestimmte Qualität in dem Schüler hervorrufen, und man kann sie während der Yoga-Stunde in sich verankern. Durch die bewusst ausgeführten Yogaübungen und eine positive Absicht kann die Yogastunde fast die Form eines Gebets annehmen, einer Konzentration aufs Wesentliche, bei der die lange Einkaufsliste, der man gewöhnlich gedanklich nachhängt, endlich in den Hintergrund rückt.  

Es gibt auch Yoga-Stunden, da heißt es einfach nur: "Setze eine Intention für diese Yoga-Klasse" oder "Widme diese Yoga-Stunde jemanden, der es ganz dringend braucht". Schon fängt man zu grübeln an: Möchte man die Yogastunde jemanden widmen, den man mag oder im Geiste mit jemanden Frieden schließen, der es eigentlich überhaupt nicht verdient hat?

Durch ein positives Vorhaben kann man seine Yogapraxis vertiefen. Man fühlt in sich hinein, verbindet sich mit Zu- oder Abneigung, Ängsten, negativen Gedankensträngen und kann sie leichter ziehen lassen, weil man sich ja auf seinen Fokus konzentrieren muss. Ist der Fokus "Mut", wird man sich herausfordernd der Armbalance "Krähe" stellen, ohne auf der Toilette zu verschwinden.

Eine Intention ist kein Ziel. Es geht um das Hier und Jetzt. Es ist eine Qualität, die einen wachsen lässt. Der Yogi möchte stetig seine innere Haltung verbessern - und das ist leichter gesagt als getan. Dankbarkeit, Vergebung, Mitgefühl oder Liebe sind Qualitäten, die heutzutage in der Gesellschaft, wie wir alle wissen, zu kurz kommen. Im Yoga kann man sie immer wieder üben - und etablieren. In der Yoga-Praxis geht es ja darum, eine Verbindung zum Höheren, was immer das auch für einen sein mag, zu schaffen. Je aufrichtiger die Intention, desto größer der Beitrag für ein friedvolles Miteinander. Auch jenseits der Yogamatte, denn da wird es dann richtig interessant.

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