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Wie du Yoga von der Matte ins Leben bringst

Von Merle Blankenfeld

Vergangene Woche war ich auf einem Yoga-Retreat. Drei Tage lang habe ich viel Yoga geübt, meditiert und spannende Impulse und Inspirationen gewonnen. Ich war so sehr im Flow mit mir und dem Leben, wie ich es sonst wirklich selten schaffe. Die einzigen Dinge, die mich beschäftigt haben, waren die Fragen, welche Yogastunde ich als Nächstes machen wollte und ob ich vor oder nach dem Yoga Nidra duschen sollte. Kaum war ich aber auch nur auf dem Heimweg, hatten mich meine unnötigen Alltagssorgen wieder: ein Projekt im Job, das in der kommenden Woche anstehen sollte, ein ungelöster Konflikt im Freundeskreis, der mir keine Ruhe ließ, und, und, und.

Natürlich kann das Leben nicht immer ein Yoga-Retreat sein (oder der sprichwörtliche Ponyhof). So viele Themen beschäftigen uns – sinnvolle und weniger sinnvolle –, so viele Reize und Gedanken überfluten unser Hirn. Aber trotzdem: Wir Yogis wissen in der Theorie so viel darüber, wie wir am besten leben sollten. Im Flow mit uns und unserem Leben sein, auf unseren Körper hören, unsere Gefühle zulassen, aber ihnen gleichzeitig nicht das Feld überlassen, freundlich und mitfühlend gegenüber allen Wesen sein, akzeptieren, dass alles vergänglich ist und Unwichtigem nicht allzu viel Raum geben. Warum ist es manchmal aber so schwer, diese Dinge im Alltag umzusetzen?

Yoga im Alltag: „Wieso dauert das denn jetzt wieder so lange?“

Natürlich gelingt mir vieles davon nach jahrelanger Yoga- und Meditationspraxis schon viel besser als früher. Aber ich ertappe mich auch heute noch häufig dabei, wie ich in einer Yogastunde still in mich hineinlächelnd und nickend den inspirierenden Worten des Lehrers darüber lausche, dass wir uns nicht so sehr über Kleinigkeiten ärgern sollten. Und keine Stunde später rolle ich an der Supermarkt-Kasse mit den Augen, weil es wieder alles länger dauert, als ich es gern hätte.

Immerhin: Der erste Schritt ist sicher, überhaupt so achtsam zu sein zu merken, dass ich mich gerade unnötig aufrege. Früher hätte ich mich vielleicht noch richtig schön in meine Genervtheit hineingesteigert und zu Hause meinem Mann in aller Ausführlichkeit von den blöden, langsamen Menschen erzählt. Heute würde ich einer so unwichtigen Situation nicht mehr so viel Raum in meinem Leben geben.

Trotzdem ist es ein spannendes Phänomen, dass auch Yogis manchmal urteilen, dem Ego den Vortritt gegenüber dem Geist lassen oder ihnen das in der yogischen Philosophie sehr stark propagierte Loslassen doch sehr schwerfällt. Falls dein Weg in Richtung Samadhi auch noch einige Weggabelungen enthält, haben wir hier ein paar Tipps, wie du es schaffst, deinen inneren Guru auch im meganervigen Stau nicht ganz zu vergessen.


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So bringst du deine Yoga-Mentalität von der Matte ins Leben

1. Das Wichtigste: Sei geduldig nicht zu hart mit dir selbst. Yoga ist schließlich ein Weg und kein Patentrezept, um nach der ersten Yogastunde ein neuer Mensch zu sein.

2. Also: Es ist total okay, dass du mal genervt bist, etwas Materielles gern haben möchtest – oder auch mal kurz zickig bist. Wichtig ist, dass du achtsam mit dir bist und es merkst. Frage dich, was dahintersteckt. Warum ärgert dich die Situtation gerade wirklich so sehr? Warum meinst du, das teure Kleid jetzt unbedingt haben zu wollen?

3. Verbinde dich über den Tag verteilt immer wieder mit deinem Atem. Das hilft dir in Stress-Situationen dabei, dich zu erden, und kann zwischendurch auch ohne konkreten Anlass als Erinnerung wirken, achtsamer und yogischer durchs Leben zu gehen.

4. Schaffe Rituale, die dich auch im Alltag an deine Spiritualität und deinen Yoga-Weg erinnern. Am besten gleich nach dem Aufstehen mit einer schönen Morgenroutine. So lenkst du den Tag direkt in eine positive Richtung.

5. Neben regelmäßiger Asana-Praxis solltest du auch Meditation einen festen Platz in deinem Leben geben. Schon ein paar Minuten täglichen Meditierens können dein Gehirn nachweislich verändern und helfen dir, mehr Gelassenheit in deinen Tag zu bringen. Und wenn du nach ein paar Wochen (oder auch Monaten) Meditation ungeduldig wirst und es immer noch nicht schaffst, so entspannt zu bleiben, wie du es gerne möchtest – gehe zurück zu Tipp 1!

Mehr Achtsamkeit im Alltag

Anna Trökes gibt dir in diesem kurzen Video Tipps, wie du mehr Achtsamkeit in dein tägliches Leben integrieren kannst:

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