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Frohe Weihnachten – dank Yoga!

Frohe Weihnachten – dank Yoga!

Von Katharina Goßmann

In der Werbung wird Weihnachten als harmonische Feier attraktiver Menschen dargestellt, die sich teure Geschenke überreichen. Dabei kann die Weihnachtszeit eine finanziell belastende, stressige Zeit sein, in der auch die ältesten Familienprobleme wieder zum Vorschein kommen. Was kann Yoga dazu beitragen, dass Weihnachten auch unter widrigen Umständen ein Fest des Friedens und der Gemeinsamkeit wird?

Das Wichtigste zuerst: Gehe in dich

Neben vielen anderen positiven Aspekten gibt eine regelmäßige Yoga-Praxis Dir die Möglichkeit, in dich hineinzuhören und herauszufinden, was für dich gut und richtig ist. Davon kannst du auch zu Weihnachten profitieren. Stell dir die Frage: „Wie möchte ich eigentlich Weihnachten verbringen?“ und dann setz dich eine Stunde auf deine Couch, meditiere oder geh einfach zu deiner Lieblings-Yogastunde – die Antwort wird kommen. Und egal, wie diese Antwort aussieht. Ob „Ich möchte dieses Jahr keine Weihnachtsgeschenke kaufen!“, „Ich fahre diese Weihnachten auf ein Yoga-Retreat an der Ostsee!“ oder „Ich möchte am Weihnachtsabend den Gänsebraten meiner Oma probieren (obwohl ich eigentlich überzeugte Vegetarierin bin)!“ – vertraue dir und handele danach. Das bedeutet nicht, dass du die Wünsche deiner Liebsten übergehen musst. Die meisten Bedürfnisse werden sich auch im Rahmen eines Familienfestes realisieren lassen. Es bedeutet aber durchaus, dass du deine Vorstellungen von und Wünsche für Weihnachten ernst nimmst und dir das erlaubst, was du zu Weihnachten brauchst.

Yoga unterstützt dich: Stress adé

Die Vorweihnachtszeit und das Weihnachtsfest sind oftmals mit jeder Menge zusätzlichem Stress verbunden. Neben dem Jahresabschluss-Stress im Büro müssen Adventskalender gebastelt, Nikolaus-Auftritte absolviert, Weihnachtsfeiern organisiert, Geschenke gekauft, Bäume besorgt, Karten geschrieben, Züge gebucht, Wintermäntel eingekauft werden. Auch die Reisen zu den Eltern und Verwandtschaftsbesuche sind oft anstrengend. Gerade jetzt ist es wichtig, weiterhin regelmäßig Yoga zu praktizieren, um Stress abzubauen, neue Energie zu tanken, zu dir zu kommen. Denn dann kannst du bewusst Verantwortung für deinen Stress übernehmen: Welche Verpflichtungen möchtest du annehmen, welche Aufgaben kannst du an andere abgeben, willst du dir ein Advents-Wellness-Wochenende mit einer Freundin gönnen? Wenn du bei dir bist, kannst du entscheiden, ob du angesichts der kilometerlangen Schlange bei der Post lauthals fluchend die Filiale verlässt – oder die Wartezeit für eine Kurz-Meditation oder ein nettes Telefonat nutzt.

Yoga hilft beim Perspektivenwechsel: Es gibt keine „Wahrheit“

Familientreffen sind für uns oftmals eine Rückkehr in die Rolle des Kindes – und damit für manche eine Rückkehr in die Rolle eines unmündigen, anhängigen Wesens, das nicht ernst genommen, dafür aber kritisiert und bewertet wird. Wenn dich also deine Liebsten – auf ihre ganz eigene Art und Weise – wissen lassen, dass du undankbar, ein Versager, zu dick etc. bist, dann erinnere dich daran, dass diese Meinung eben nur eine Meinung ist. Und die hat erst mal nichts mit dir zu tun. Vielleicht drückt derjenige so aus, dass er nicht versteht, was du tust oder dass er sich Sorgen macht, ob du glücklich bist oder dass er sich einfach gerade schlecht fühlt. Die Menschen in deinem Leben sind nicht perfekt. Sie wissen oft selbst nicht, was sie fühlen und warum und wie sie sich ausdrücken sollen. Und gerade große Feiern lösen bei vielen Menschen Stress aus – und wenn wir gestresst sind, kommen leider unsere schlechten Seiten zum Vorschein. Wenn du das alles bedenkst, kannst du solche Bemerkungen viel einfacher ignorieren.

Yoga-Übung zu Weihnachten: Dankbarkeit

Wie viele festliche Gelegenheiten leidet das Weihnachtsfest oft unter zu hohen Erwartungen. Alles soll friedlich, feierlich, fotogen sein. Wenn es dann doch zu Streit kommt, das Essen nicht rechtzeitig auf dem Tisch steht, die Geschenke eher einfallslos sind, dann prallen überhöhte Erwartungen auf schnöde Realität und das Drama nimmt seinen Lauf. Freu dich doch dieses Jahr einfach nur auf Zeit mit der Familie und/oder den Freunden – mit genau der lebendigen Vielfalt an Emotionen, die ein intensives Zusammensein eben auslöst. Sieh dir dein Leben genau an und konzentriere dich auf das, was du hast, und nicht das, was dir fehlt. Falls du Weihnachten dieses Jahr alleine verbringst: Freu' dich, dass du dieses Jahr die Ruhe hast, die sich so viele wünschen, und Zeit, dich zu verwöhnen!

Die Essenz von Yoga – und von Weihnachten! – ist Einheit

Eine meiner Yogalehrerinnen sagte mal, dass man einen fortgeschrittenen Yogi nicht an seinen beeindruckenden Asana-Posen erkennen kann, sondern daran, dass er zu Weihnachten keinen Streit mit seinen Eltern hat. Wahre Worte. Das Ziel, der Kern, die Essenz von Yoga ist nämlich die Einheit alles Seins. Vielleicht können wir das Weihnachtsfest nutzen, um fortgeschrittene Yogis zu werden: indem wir unsere bewertenden Blicke für einige Tage wegpacken und dafür die Brille der Liebe aufsetzen. Indem wir die Luft aus unseren überzogenen Erwartungen lassen und uns an dem freuen, was ist. Indem wir weniger verurteilen und stattdessen mehr verstehen und verzeihen. Denn nichts macht glücklicher.

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