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Asana des Monats: Der Skorpion – Vrishikasana
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Asana des Monats: Der Skorpion – Vrishikasana

Von Katharina Maurer

Viele Menschen assoziieren mit Skorpionen eher unangenehme Eigenschaften wie Hinterlist, Eifersucht, wenn nicht sogar tödliche Gefahr. Im Yoga geht es beim Skorpion aber vor allem um Kraft und Balance – und Geduld.

Vrishika ist ein Sanskrit-Begriff und bedeutet übersetzt Skorpion. Um seine Opfer zu stechen, hebt der Skorpion seinen Schwanz über den Rücken und Kopf. Eine Haltung, die dieser Asana ähnelt. Es gibt zwei Varianten dieser Übung: Die eine erfolgt aus dem Handstand, du balancierst dich also auf deinen Händen, die andere nimmst du aus Pincha Mayurasana, der Pfauenfeder, oder dem Kopfstand ein, in diesen beiden Fällen balancierst du deinen Körper auf deinen Unterarmen. Eine Asana, für die du starke Schultern und Arme brauchst.

Obwohl Pincha Mayurasana als Vorbereitung für den Skorpion gilt, ist letzterer tatsächlich leichter zu halten, da der Schwerpunkt niedriger gelagert ist. In dieser Asana dehnen sich die Lungen komplett aus, und die Bauchmuskulatur wird gestreckt. Die Wirbelsäule kommt in eine maximale Streckung und wird so gekräftigt und gesund erhalten. Der Skorpion ist eine wohltuende Gegenbewegung zu den alltäglichen Vorbeugen, die wir in unserem modernen Leben so ansammeln.

Laut B.K.S. Iyengar hat diese Asana auch eine wichtige psychische Bedeutung: Der Kopf, also der Sitz deiner Erkenntnis und Kraft, ist auch der Sitz des Stolzes, Ärgers und Hasses, der Eifersucht, der Unduldsamkeit und Bosheit. Giftige Gefühlsregungen für einen Yogi. „Der Yogi, der mit seinen Füßen auf seinen eigenen Kopf tritt, versucht diese selbstzerstörerischen Empfindungen und Leidenschaften auszurotten. Durch das Treten des Kopfes versucht der Yogi Demut, Ruhe und Duldsamkeit zu entwickeln und sich damit vom Ich zu befreien. Die Unterwerfung des Ichs führt zu Harmonie und Freude.”

Anleitung: So übst du Vrishikasana, den Skorpion, richtig

  1. Deine Unterarme sind schulterbreit und parallel zueinander auf der Matte abgelegt. Deine Hände liegen flach aufgefächert auf der Matte, die Fingerballen sind gut geerdet und drücken in die Matte.
  2. Dehne den Nacken und hebe den Kopf, so hoch du kannst, über den Boden.
  3. Deine Füße sind auf der Matte aufgestellt, sodass dein Gesäß der höchste Punkt deines Körpers ist.
  4. Laufe langsam mit den Füßen zu deinen Armen, ohne hier die Erdung zu verlieren, die Knie dürfen gerne angewinkelt werden. Die Oberarme bleiben zu jedem Zeitpunkt senkrecht.
  5. Lauf so weit nach vorn, bis du merkst, dass du deine Hüfte über die Schulter schieben kannst und so deinen Schwerpunkt verlagern kannst.
  6. Dann nimmst du ein Bein nach dem nächsten von der Erde und hebst die Beine in Richtung Decke in Pincha Mayurasana.
  7. Deine Beine sind dicht aneinander, die Fußkanten berühren sich.
  8. Wenn du gut in deiner Balance bist, kannst du beginnen, die Beine anzuwinkeln und deinen Rücken zu beugen und deinen Kopf so zu heben, dass du den Blick nach vorn richten kannst.
  9. Je weiter du in die C-Form kommst, desto eher kann es passieren, dass deine Knie sich leicht öffnen. Achte darauf, dass die großen Zehen auf jeden Fall miteinander verbunden bleiben.
  10. Strecke deine Wirbelsäule von den Schultern an und lass die Füße absinken, bis die Fußsohlen auf deinem Kopf liegen.
  11. Schließe dann langsam die Beine, bis deine Knie sich berühren.
  12. Versuche so normal zu atmen wie möglich.

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Gegenanzeigen und häufige Fehler

Bei Beschwerden in der Hüfte oder im Rücken bzw. der Wirbelsäule solltest du sehr achtsam üben, damit sich nichts verschlimmert. Vorsicht ist außerdem auch bei Herzerkrankungen, Bluthochdruck und Schwindel geboten. Schwanger solltest du diese Übung nicht ausführen, die Dehnung der Bauchmuskeln ist zu stark und du förderst eine weitgeöffnete Rektusdiastase.

Den Skorpion solltest du nie ohne Aufwärmpraxis üben und auch erst, wenn dein Körper – besonders deine Schultern – genügend gekräftigt sind, um diese Asana auch halten zu können. Langsame und kontrollierte Bewegungen schützen dich vor Verletzungen. Für Yoga-Anfänger ist diese Armbalance ungeeignet – es sei denn, du bist Akrobat.

Tipps, wie du deinen Körper auf den Skorpion vorbereiten kannst:

Mit Übungen wie dem Delphin und dem herabschauenden Hund kannst du die Kraft deiner Schultern und Arme trainieren.

Hier im Video zeigt dir Mike Erler drei Asanas, mit denen du deine Armkraft aufbaust:

Mit der Kobra oder dem Kamel bereitest du deinen Körper auf eine extreme Rückbeuge vor:

Annika Isterling führt dich in diesem Video sicher in das Kamel:

Für die Ausführung des Skorpions ist es wichtig, dass du eine Idee davon hast, wie Pincha Mayurasana geht und dass du es auch halten kannst. Wenn du dich in dieser Haltung befindest, übe mal, dich aus den Schultern heraus in die Höhe zu heben. Ein starker Core ist ebenfalls wichtig, um die Asana halten zu können.

Hier im Video zeigt dir Viktoria Ecker Asanas, mit denen du deine Core-Kraft aufbauen kannst:

Hilfsmittel, die dich bei der korrekten Ausrichtung unterstützen

Du kannst die richtige Armhaltung mit einem Gurt üben, den du um deine Ellenbogen schlingst, während du die Asana ausführst. Damit trainierst du die richtige Armhaltung und Spannung, die Ellenbogen brechen nicht zur Seite aus. Wenn du dir sicher bist, dass du stark genug für diese Übung bist, dich aber vor einer unsanften Landung fürchtest, kannst du diese Asana auch gegen die Wand üben.

Wirkungen von Vrischikasana

Körperliche Ebene

  • trainiert dein Gleichgewicht
  • sorgt für mehr Stärke und Flexibilität im Rumpf und Rücken
  • stärkt Arme und Schultern
  • dehnt Brust, Hüfte, Wirbelsäule, Hüftflexoren, Schultern und Oberschenkel
  • fördert die Durchblutung deines Körpers, einschließlich des Gehirns
  • lindert Verspannungen im oberen Rücken
  • streckt die Hüfte
  • trainiert den Trizeps, der  Oberarme sowie die Schultern stabilisiert
  • stärkt Schultern und Rücken
  • erhöht die Flexibilität des Rückens
  • dehnt die gesamte Vorderseite deines Körpers
  • trainiert den Gleichgewichtssinn und sorgt so für bessere Balance
  • erhöht die Konzentrationsfähigkeit und die Gedächtnisleistung durch einen erhöhten Blutfluss zum Gehirn

Geistige Ebene

  • gibt dir Selbstvertrauen
  • trainiert die Konzentration
  • fördert ein gutes Gefühl für Harmonie
  • fördert dein Durchhaltevermögen
  • stärkt dein Selbstbewusstsein und macht dich ausgeglichen und fröhlich

Energetische Ebene

  • macht dich offen und verletzlich
  • stärkt und harmonisiert dich
  • aktiviert dein Stirn-(Ajna-) und dein Wurzelchakra, Muladhara, das für eine gute Erdung sorgt. Besonders bei Vata-Störungen hilfreich.

Wie alle Umkehrhaltungen wirkt sich auch der Skorpion positiv auf das kardiovaskuläre, das Nerven-, Lymph- und das endokrine System aus. Er belebt und löst Glücksgefühle aus. Also schnell auf die Matte mit dir, je früher du anfänst zu üben, desto eher kommst du in den Genuss der positiven Wirkungen.

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