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Bild: istockphoto.com

Anuloma Viloma: die Wechselatmung – mit Video!

Von Kristin Rübesamen

Anuloma Viloma, auch Nadi Shodana oder Wechselatmung genannt, gehört zu den Standard-Atemübungen, denen du sicher schon mal begegnet bist im Unterricht. Die Atemübung ist eine erprobte Technik bei Nervösität, Schlaflosigkeit und emotionalen Spannungen. Sie sorgt dafür, dass Energie ungehindert durch deinen Körper fliessen kann und dein Geist klar und friedlich wird.

Warum noch mal Atemübungen?

Pranayama (Atemübungen) heißt sowohl, Energie (Prana) freizusetzen als auch zu kontrollieren. Entscheidend ist allerdings, wie wir den Atem beeinflussen. Wir sollten vorsichtig damit sein, in den Atem einzugreifen ohne die Reaktionen des Körpers dabei genau im Auge zu behalten. Wenn unser Lehrer einen Atemrhythmus vorgibt, der uns zu lange erscheint oder zu kurz und wir gerne zwischendrin kurz ein- oder ausatmen würden, uns aber versuchen zu beherrschen, ist das nicht zielführend. Es gilt in diesem Fall die alte Ayurveda-Regel: "Unterdrücke nie das Bedürfnis des Körpers, bestimmte Dinge zu tun."

Wir üben Pranayama also nicht, um uns als Herrscher über unseren Atem aufzuspielen, sondern um unseren Geist zu klären. Zugrunde liegt die schöne Verstellung einer engen Verbindung zwischen Atem und Geist, so wie sie in vielen fernöstlichen Traditionen postuliert wird. Gelingt es uns, den Atem zu regulieren, können wir unser Bewußtsein feiner und klarer werden lassen und uns so auf die Meditation vorbereiten. Deshalb kommt auch in Patanjalis achtgliedrigem Pfad Pranayama gleich nach Asana und vor Dharana (Konzentration ) und Dhyana (Meditation).

Anleitung zu Anuloma Viloma

Anuloma bedeutet „dem normalen Weg folgen”. Viloma bedeutet, „die Richtung zu wechseln”.

Und so geht es:

1. Finde einen soliden, aufrechten Sitz mit gekreuzten Beinen erhöht auf einer Decke, im Fersensitz oder auf einem Stuhl und achte darauf, dass der Atem frei fließen kann.

2. Klappe Zeige- und Mittelfinger deiner rechten Hand ein und strecke Daumen, Ring- und kleinen Finger aus. Der Ring- und der kleine Finger bilden gewissermassen einen zweiten Daumen. Du bildest so ein Mudra, genannt Vishnu Mudra.

3. Bringe die rechte Hand zur Nase und die "beiden" Daumen über dem Nasenrücken wie eine Art Klemme in Stellung.

4. Atme tief ein und aus, schließe mit dem rechten Daumen das rechte Nasenloch knapp oberhalb des Nasenflügels, atme links 4 Sekunden lang ein. Schließe mit dem Ringfinger das linke Nasenloch, halte die Luft 16 Sekunden lang an. Öffne das rechte Nasenloch, atme 8 Sekunden lang aus. Links 4 Sekunden lang einatmen, 16 Sekunden anhalten, 8 Sekunden rechts ausatmen. Dann wechsel die Seite.
Tipp: Wenn dich dieser Zählrhythmus anstrengt, nimm statt 4-16-8 zunächst die halb so lang gehaltene Abfolge 2-8-4. 

5. Übe mehrere Runden und nimm dir danach noch Zeit, in meditativer Ruhe zu sitzen.

In diesem Video erklärt dir Hatha Yogalehrerin Anna Trökes, was Nadi Shodana mit den Energiekanälen zu tun hat, warum es ausgleichend wirkt und zeigt noch mal genau, wie es ausgeführt wird (mit Variationen):

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