Du verwendest einen veralteteten Browser (Other 0.0) mit Sicherheitsschwachstellen und kannst nicht alle Funktionen dieser Webseite nutzen. Hier erfährst du, wie einfach du deinen Browser aktualisieren kannst.
Wie du ein toller Yogalehrer wirst
YogaEasy

7 Tipps, wie du ein großartiger Yogalehrer wirst

Von Katharina Goßmann

Was macht eine gute Yogalehrerin aus? Wie ihre Beine in Leggings aussehen, wie toll sie sich verbrezeln kann oder wie viele Sanskrit-Begriffe sie kennt? Nein, sagen Christina Lobe und Maren Brand aufgrund ihrer langjährigen Erfahrung als Yogalehrerinnen sowie Yogalehrer-Ausbilderinnen. Sie haben sieben Schlüssel zusammengetragen, die dich zu einer fantastischen Yogalehrerin machen.

1. Deine Intention (Sankalpa), deine Botschaft (Dharma)

Sankalpa ist ein Sanskrit-Begriff, der eigentlich den Zustand beschreibt, wenn du im Einklang mit deinen höchsten Werten lebst. Im Zusammenhang damit solltest du dir als Yogalehrer die Frage stellen: Warum will ich Yoga unterrichten?/Warum unterrichte ich Yoga? Erst, wenn du deine Intention hinter dem Yoga lehren klar erkannt hast, kannst du damit und daran arbeiten. 

Mit Dharma ist dagegen ganz konkret dein ethisches Verhalten gemeint. Bezogen auf deine Tätigkeit als Yogalehrer bedeutet das: Deine Intention beim Unterrichten, deine Vision davon, was du bist, was Yoga ist, was dein Schüler ist, strahlst du in jeder Sekunde des Unterrichtens aus - auch, wenn du dir dessen nicht bewusst bist. Wenn negative Elemente bei deiner Entscheidung Yoga zu unterrichten mitschwingen, wird das Wirkung zeigen: Wenn du etwa Yoga unterrichtest, weil du alle Menschen, die nicht nach der Yogaphilosophie leben, für bemitleidenswert hältst, dann werden deine Schüler das auch dann merken, wenn du bewusst jede Bewertung ihres Verhaltens vermeidest. 

Wenn du aber Yoga in die Welt tragen und den Menschen näher bringen willst, werden deine Schüler in jeder Stunde die heilsame Wirkung deiner Austrahlung, deiner Authentizität spüren können. 

Wenn du dir deine Intention bewusst machst und sie als (langfristige) Vision in dir trägst, wird sie dich außerdem wie ein Leuchtturm durch Anfangsschwierigkeiten, Rückschläge, finanzielle Engpässe und Sinnkrisen führen. 

2. Das Herz-Thema (Hridaya)

Hridaya bedeutet ”Herz”, „Kern einer Sache”. In der westlichen Welt konzentrieren sich viele Yogastunden auf die rein körperliche Praxis. Wenn du dir aber für jede deiner Stunden ein geistig/emotional/philosophisches Thema suchst, können deine Schüler noch viel mehr mitnehmen aus deinem Unterricht als einen gesunden, entspannten, starken Körper. 

Wie wähle ich das Thema für eine Stunde aus?

  • Persönlich: Welche Themen beschäftigen dich gerade, welche Erkenntnisse hattest du kürzlich, welche Frage treibt dich aktuell um?
  • Metaphorisch: Lass dich von Gedichten, Mythologie, von Gemälden und der Natur inspirieren.
  • Philosophisch: Studiere die Yoga-philosophischen Schriften und lass dich von ihnen inspirieren.

In welcher Tiefe, wie ausführlich du das gewählte Thema in die Stunde einwebst, ist dir überlassen. Im Anusara Yoga etwa beginnt jede Stunde mit einem kleinen Vortrag zum Thema, du kannst aber deinen Fokus genau so gut durch wenige kraftvolle Anweisungen und Anregungen als optionales Angebot in deinen Unterricht einweben. 
Wichtig ist nur, dass du das Thema in seiner Komplexität durchdrungen hast, dass du es wirklich fühlst und aus tiefster Seele weitergeben willst!

Das folgende Christina Lobe-Video etwa hat als Thema ”Entfalte deine Kreativität”:

Fill 873 491 still tina anusara01Play

3. Die Sprache und die Stimme (Matrika)

Für Matrika gibt es viele Übersetzungen, unter anderem „die Kraft von Wörtern/Tönen” - im Bezug auf den Yoga-Unterricht ist hier die Bedeutung deiner Stimme, deines sprachlichen Ausdrucks gemeint.  „Die Stimme ist der Spiegel des Herzens”, schreiben Christina Lobe und Maren Brand in ihrem Buch. 

Wie kann ich eine authentische Stimme und Sprache entwickeln?

  • Lebendigkeit: Lass deiner Stimme ganz natürlich deine Präsenz, deine Energie, deine Freude ausdrücken.
  • Offenheit: Versuche nicht, dich zu verstecken hinter einer künstlichen, einstudierten Stimme. Sei transparent, empfänglich und ungeschützt.
  • Bewusstheit: Überlege dir genau, was du vermitteln möchtest - und sprich das dann klar aus.
  • Gesprächsorientiertheit: Halte keinen Monolog, sondern bleibe im Dialog mit deinen Schülern - auch wenn vielleicht niemand außer dir ein Wort sagt.
  • Emotionalität: Verbinde dich beim Unterrichten mit deinen Emotionen und lasse sie durch deine Sprache authentisch nach außen fließen.
  • Klarheit: Wähle einfache, klare und positive Worte.

 


Erlebe deine Lieblingslehrer beim Allstars Retreat auf Korfu
vom 5. bis 12. Oktober 2019!

Reise mit uns nach Korfu für eine unvergessliche Yoga-Woche: 12 Top-Lehrer, bis zu 13 Yogastunden täglich in einem 5-Sterne-Hotel. Egal, ob Anfänger oder Fortgeschrittener: Beim YogaEasy Allstars Retreat 2019 ist für jeden etwas dabei!

JETZT ANMELDEN

 

4. Sequencing: Die Asana-Abfolge (Vinyasa-Krama)

Neben Persönlichkeit, Ausstrahlung und Kommunikationsstil gibt es natürlich noch ganz handfeste Kriterien, die einen guten Yogalehrer machen. Dazu gehört die Fähigkeit, eine in der jeder Hinsicht sinnvolle Sequenz von Yoga-Übungen - angepasst auf die anwesenden Schüler - zu unterrichten.

Falls du nicht zu den Yogalehrern gehörst, die aufgrund jahrelanger Erfahrung und einer wirklich tiefgreifenden Kenntnis des Yogakosmos jederzeit und überall intuitiv eine passende Sequenz unterrichten können, solltest du für jede Stunde eine Sequenz vorbereiten.

Als ausgebildete Yogalehrerin solltest du über das Fachwissen verfügen, das es dir ermöglicht, eine Stunde zu erstellen, die den Schülern hilft:

  • anzukommen
  • den Körper aufzuwärmen
  • mit aktivierenden und herausfordernden (Steh-)Haltungen an Stärke zu gewinnen
  • mit sitzenden und liegenden Übungen zu sich zu kommen, sich zu erden und zu beruhigen
  • mit einer Umkehrhaltung eine andere Perspektive einzunehmen
  • bei der Schlussentspannung letzte Verspannungen loszuwerden und die Energie optimal im Körper zu verteilen

Dabei sollten:

  • die Haltungen sinnvoll mit Gegenhaltungen kombiniert werden
  • Anspannung und Entspannung sich optimal abwechseln
  • die Wirbelsäule möglichst in alle acht Richtungen bewegt werden
  • die Übungen zum Level der Schüler und der Tageszeit passen

Zusätzlich kannst du die Sequenzen thematisch anlegen:

  • sie können einen inneren Fokus bearbeiten, etwa das Thema „Loslassen” (s. Punkt 2.) 
  • die Stunde kann inspiriert sein von einer indischen Gottheit oder der Mythologie des Yoga
  • die Sequenz kann auf eine bestimmte Haltung vorbereitend hinführen, etwa auf den Handstand
  • und und und...

5.  Die korrekte Ausrichtung (Sharira)

Sharira kann grob mit „die Wissenschaft vom Körper” übersetzt werden. Im Yoga ist damit die Ausrichtung des Körpers während der Yogapraxis gemeint. Und zwar nicht nur die körperliche Ausrichtung, basierend auf der menschlichen Anatomie, sondern durchaus auch die des inneren, feinstofflichen Energiekörpers.

Als Yogalehrerin solltest du ein gutes Wissen über die wichtigsten Prinzipien der korrekten Ausrichtung haben:

  • Ein stabiles Fundament: Wenn die Schüler zunächst eine gute Basis aufbauen, zum Beispiel durch eine gleichmäßige Belastung der vollen Fußfläche. 
  • Gelenk über Gelenk: bei vielen Haltungen wird die Belastung für den Körper minimiert und die Asana stabilisiert, wenn etwa die Schultern genau über den Handflächen sind (Planke) oder die Knie genau über den Fußgelenken (1. Krieger).
  • Stabilität und Freiheit: Jede Asana sollte sich stabil und kraftvoll anfühlen - gleichzeitig aber entspannt und leicht (shtira und sukha).
  • und und und...

In diesem Video erklärt Christina Lobe  eines der Anusara-Yoga-Ausrichtigungsprinzipien, nämlich „die umarmende Kraft der muskulären Energie”:

Fill 873 491 still tina muskulaerPlay

Zur Ausrichtung gehört natürlich auch die Kunst des korrekten, liebevollen Adjustments, also die Korrektur der Haltung des Yogaschülers durch das händische Eingreifen des Yogalehrers. 

6. Die eigene Yoga-Praxis (Sadhana)

Sadhana bedeutet übersetzt „spirituelle Praxis”, konkret ist hier deine persönliche Yoga-Praxis gemeint. Denn auch wenn das Leben als YogalehrerIn durchaus stressig werden kann: Deine eigene Yoga-Praxis ist die Basis für das Unterrichten. Je tiefer du in dein Yoga einsteigst, umso kompetenter, inspirierter und authentischer kannst du unterrichten. Deshalb ist es extrem wichtig, dass du dir täglich Zeit nimmst für dein Yoga - egal, was sonst noch so los ist.

Tipps:

  • Schaffe dir einen Ort, der dich einlädt Yoga zu üben - am besten mit einem Altar.
  • Entwickele und pflege deine Yoga-Routine: Vielleicht kannst du direkt morgens nach dem Aufstehen kurz meditieren und durch einige Sonnengrüße fließen, im Bus Atemübungen praktizieren und abends einige erdende Asanas machen und ein Mantra singen und dann noch kurz in deinem Tagebuch inspirierende, dankbare Gedanken festhalten? 
  • Besuch Stunden von LehrerInnen, die du noch nicht kennst, Workshops von internationalen Größen der Yoga-Szene, gehe auf Kirtan-Konzerte oder zum Satsang in einem Yogastudio, das du magst - so bist du Teil der Yoga-Gemeinschaft und bekommst immer wieder neue Impulse, die dich inspirieren und deine Yoga-Praxis lebendig halten!

7. Selbstfürsorge (Sat-Chit-Ananda)

Sat-Chit-Ananda beschreibt einen glückseligen Zustand des bewussten Seins, unsere wahre Natur. 

Wenn du als Yogalehrer nicht gut für dich sorgst, wenn du gestresst, erschöpft, freudlos bist, kannst du keine Ruhe, Energie und Freude schenken. Deshalb ist es essentiell, dass du gut für dich sorgst. 

Tipps:

  • Wenn du dich abends ausgelaugt fühlst, analysiere, welche Situationen, inneren Strategien und Menschen dich am meisten Energie gekostet haben, und vermeide sie in Zukunft.
  • Finde deinen Rhythmus: als Yogalehrerin wirst du zu Zeiten unterrichten, in denen andere Abendessen oder sich erholen - sorge dafür, dass du in einen guten Rhythmus kommst, was Mahlzeiten, Pausen, Schlaf etc. angeht
  • Dein Körper ist ein Tempel: Ernähre dich vollwertig, vermeide schwächende Lebensmittel (Alkohol, Kaffee etc.)
  • Verbinde dich mit der Natur, etwa durch lange Spaziergänge

 

7 Tipps, wie du ein großartiger Yogalehrer wirst BuchWenn du mehr darüber erfahren willst, wie du deine Fähigkeiten als Yogalehrender entwickeln kannst, empfehlen wir dir das tolle Buch ”Yoga lehren” von Christina Lobe und Maren Brand, erschienen bei Theseus - mit vielen inspirierenden Gedanken zum Thema, aber auch ganz praktischen Ideen, Anregungen und Übungen.

zurück nach oben