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Adjustments: Korrigieren - oder ignorieren Navasana
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Adjustments: Korrigieren – oder ignorieren?

Von Katharina Maurer

Stell dir vor, du bist tief in deine Yoga-Praxis versunken, bist mit deinem Atem verbunden du begibst dich in den Drehsitz, und während du einatmest, legt dein Yogalehrer Hand an, um dich tiefer in die Drehung zu dirigieren – unangenehm. Du bist in der Position des Kindes, der Lehrer legt seine Hände auf deinen unteren Rücken, du bereitest dich auf einen angenehm, erdenden Druck vor, aber die Hände des Lehrers berühren dich nur flüchtig und anstelle der Erdung, bleibt das flüchtige Gefühl zurück – unbefriedigend. Du bist in Paschimottanasana, der sitzenden Vorbeuge, und bist an deinem persönlichen Limit angekommen, der Lehrer will dir eine tiefe Dehnung ermöglichen und übt viel Druck auf deinen Rücken aus. Zu viel. Du merkst, wie in dem hinteren Teil deiner Oberschenkel Muskulatur der Dehnschmerz überschritten wurde. Wahrscheinlich hast du all das schon erlebt.

Adjustments können und sollten eine Wonne sein und dem Schüler eine ganz neue Seite der Asana zeigen, Aha-Momente bescheren. Sie können sich aber auch zu stark, zu leicht und sogar unangemessen anfühlen.

Der Unterschied zwischen Assists und Ajustments

Generell wird unterschieden zwischen Assists und Adjustments. Mit Adjustments führst du deinen Schüler in die korrekt ausgeführte Asana. Das machst du mithilfe von „kurz ausgeführten Griffen”, mit denen du die Haltung des Schülers justieren kannst, um ihm so die richtige Haltung zu verdeutlichen, z. B. Knie über dem Sprunggelenk, Wirbelsäule gerade, usw. Wichtig ist, dass du lediglich Hilfestellungen bietest, die Ausführung der Asana aber dem Schüler überlässt.

Mit Assists bearbeitest du Körperregionen, du richtest sie aus, dehnst sie, oder übst Druck auf sie aus. Hier ist das Ziel, den Schüler tiefer in die Asana hinein zuführen. Es geht nicht darum, „Fehler“ zu korrigieren, sondern dem Schüler einen neuen Zugang in die Asana zu eröffnen. Durch Assists können deine Schüler oft besser verstehen, wie die Asana gemeint ist und können ein besseres Körperbewusstsein erlangen. Assists fordern vollen Körpereinsatz des Lehrers und dienen dazu, die Asana zu intensivieren. Das kann durch Drücken, Dehnen und Ausrichtung geschehen. Jeder Körper ist anders, und es gibt kein Adjustment, das für alle gleich gut funktioniert.

Im Yoga Sutra wird Yoga als die Balance zwischen Anstrengung und Entspannung oder Stabilität und Loslassen beschrieben. Das ist eine gute Richtlinie für die Korrektur von der Asana-Ausrichtung. Hands-on sind ein sehr effektives Hilfsmittel um Yogaschülern zu besserem Alignment, Stabilität und tieferer Entspannung zu verhelfen. Du solltest allerdings wissen, WARUM und WIE du Hand anlegst. Es geht nicht zwangsweise darum, deinen Schüler tiefer in die Asana zu drücken.

3 Gründe für ein Adjustment im Yoga

  • um dem Schüler in eine Asana zu helfen
  • um dem Schüler zu helfen, die Balance zu finden
  • um dem Schüler das Gefühl für eine Asana zu geben, in die er ohne Hilfe nicht hinein käme

Die Schwierigkeit als Lehrer ist, dass man letztlich irgendwann auch am Objekt üben muss. Und nur mit der Praxiserfahrung kommt auch das nötige Feingefühl. Die folgenden Regeln helfen dir, deine Hilfestellungen gut umzusetzen.

15 Regeln für körperliche Adjustments an Yogaschülern

  • Gehe kein Risiko ein: Richte zuerst den Schüler mit dem höchsten Verletzungsrisiko aus. Das muss nicht automatisch ein Anfänger sein.
  • Frag um Erlaubnis: Zum Beispiel direkt zu Begin der Klasse mit Handzeichen. Es ist immer positiver zu fragen, wer möchte, als die zu outen, die nicht möchten. Gibt deinen Schülern außerdem die Chance, auch während der Klasse ihre Meinung zu ändern. Verdeutliche auch, dass sie zu jeder Zeit Nein sagen können oder das Adjustment abbrechen können, ohne dich als Lehrer dabei zu beleidigen.
  • Begleite das Adjustment verbal: Zum Beispiel wenn du die Schultern runter drückst, sag für die ganze Klasse an, dass die Schüler ihre Schultern entspannen und sinken lassen sollen.
  • Achte auf deine Körperhaltung: Du solltest eine stabile Körperhaltung haben. Damit sicherst du nicht nur die Haltung deines Schülers, sondern schützt auch dich selbst vor Verletzungen.
  • Die Basis zuerst: Beginne immer damit die Basis auszurichten und zu stabilisieren, bevor du dich für weitere Assists nach oben arbeitest. „Bei Beinrotationen, über die die Hüfte ausgerichtet wird, ist es wichtig so auszurichten, wie die Asana es vorsieht. Je nachdem, ob die Hüfte zu sehr hängt oder zu weit geöffnet ist, drehe das Bein in die entsprechende Richtung. Ziehe niemals an Gelenken und übe keinen Druck auf sie aus.” (Hands on Yoga, Nadezhda Georgieva)
  • Mach deine Absicht klar: Wenn du deinen Schüler anfasst, stelle sicher, dass die Berührung nicht missverstanden werden kann. Vermeide überflüssige Berührungen.
  • Entferne dich niemals abrupt: Stell sicher, dass dein Schüler die Balance halten kann und du ihn nicht aus seiner Praxis reißt. Achte auch darauf, dass der Praktizierende sich nicht mit seinem Körpergewicht in dich reinhängt.
  • Bleib für den Rest der Klasse präsent: Vergiss nicht die anderen Yogaschüler, nicht dass sie ewig in einer Haltung verweilen, nur weil du gerade Adjustments gibst.
  • Achte auf den Atem: Der Atem erzählt dir viel über das Wohlbefinden deines Yogaschülers. Ermutige deinen Schüler tief zu atmen, indem du selbst tief und hörbar atmest. Wenn der Atem des Schülers abgehackt oder gepresst klingt, ist das ein gutes Anzeichen, dass du zu viel von ihm möchtest. Deine Adjustments sollten außerdem immer im Einklang mit dem Atem stattfinden. Leite im Zweifel zuerst den richtigen Atem an.
  • Achte auf Widerstand: Deine Hände sollten während der Ausrichtung ganz sensibel sein und offen dafür zu spüren, ob der Schüler sich in irgendeiner Art und Weise sträubt. Wenn dem so ist, dann frag dich, ob das Adjustment wirklich wichtig ist und belasse es im Zweifelsfall dabei.
  • Mach dich bemerkbar: Wenn du eine Asana adjusten möchtest, sorge dafür, dass der Schüler dich bemerkt hat, damit die Berührung nicht völlig unvorbereitet kommt.
  • Bleib bis zum Ende der Asana: Sorge dafür, dass der Schüler – im Zweifel auch mit deiner Hilfe – wieder aus der Asana herauskommt.
  • Weniger ist mehr: Wenn du die Aufmerksamkeit deines Schülers auf eine bestimmte Stelle lenken möchtest, kannst du einfach diese Stelle berühren. Manchmal reicht schon ein ganz kleiner Impuls.
  • Sei dir sicher in dem, was du tust: Wenn du dir nicht sicher bist, was helfen könnte, lass es bleiben. Lege nur dann Hand an, wenn du genau weißt, was du tun und bewirken willst. Deine Berührung sollte genau das auch ausstrahlen.
  • Fordere eine Rückmeldung ein: Manche Schüler trauen sich vielleicht nicht etwas zu sagen, wenn du sie korrigierst. Daher ist es empfehlenswert zu fragen, wie sich etwas anfühlt.

Worauf muss ich achten: Hilfestellungen für die verschiedenen Asana-Arten

 

Hands on beim herabschauenden Hund – Adho Muka Svanasana

Adjustments: Korrigieren oder ignorieren? Adho Muka Svanasana 1 Adjustments: Korrigieren oder ignorieren? Adho Muka Svanasana 2 Adjustments: Korrigieren oder ignorieren? Adho Muka Svanasana 3 Adjustments: Korrigieren oder ignorieren? Adho Muka Svanasana 4 Adjustments: Korrigieren oder ignorieren? Adho Muka Svanasana 5

Der Hund ist eine der wichtigsten und häufigsten Yogaübungen, da sie in fast allen Sonnengrüßen vorkommt. Die richtige Ausrichtung ist für viele Schüler allerdings eine Herausforderung. Als Lehrer musst du darauf achten, dass sich die „Hände deines Schülers am Boden ansaugen – besonders der Punkt zwischen Daumen und Zeigefinger – die Finger gespreizt und nach vorne ausgerichtet sind, die Oberarme von innen nach außen gedreht sind […] und dass der Schüler maximale Länge im Rücken erlangt. Das Steißbein zeigt nach oben. Die Außenkante der Füße sind parallel zur langen Mattenkante” (Hands on Yoga, Nadezhda Georgieva). Das ist besonders wichtig für Neulinge, die vielleicht gar nichts damit anzufangen wissen, wenn du anleitest, dass sie ihre Sitzbeinhöcker Richtung Decke streben lassen sollen. Hier kann man durch Assists und Adjustments, die wohltuende Erfahrung der Rückenstreckung verdeutlichen, ist es doch nicht selten auch ein Problem der Ausrichtung des eigenen Schwerpunkts. Mit den richtigen Hilfestellungen, kann der Sinn der Asana schnell erfahrbar gemacht werden. Wenn dein Schüler nicht so beweglich im Rücken ist, hilft es, wenn er die Beine weiter als Hüftbreit aufstellt und ggf. beugt. Hier hilft es so zu assistieren, dass der Schüler seine Rückseite spürt. Das geht am besten von vorn. Wenn die Beine mehr Streckung benötigen, dann macht ein Assist auf der Rückseite Sinn.

Hands on bei Vorbeugen

Adjustments: Korrigieren oder ignorieren? Pashimottanasana Adjustments: Korrigieren oder ignorieren? Pashimottanasana 2 Adjustments: Korrigieren oder ignorieren? Pashimottanasana 3 Adjustments: Korrigieren oder ignorieren? Pashimottanasana 4

Vorbeugen sind eine Dehnung für die gesamte Körperrückseite. Wenn die Kniesehnen bzw. die Oberschenkelmuskulatur nicht so elastisch sind, ist es sinnvoll die Knie anzuwinkeln. Eines der essenziellen Dinge bei Korrekturen in Vorbeugen, ist ein Gespür dafür zu entwickeln, wie viel Gewicht und Druck du bei deinem Schüler einsetzen darfst. Besonders bei sehr beweglichen Yogis, ist es wichtiger ihnen zu mehr Stabilität zu verhelfen. Bei unbeweglicheren Menschen und bei einem runden Rücken, ist es hilfreich die Hilfestellung vom unteren Rücken her zu beginnen. „Die Wirbelsäule sollte dabei gerade bleiben. Dies geschieht, indem du die Schulterblätter zueinander und weg von den Ohren ziehst und die Brust des Schülers die Bewegung führt”(Hands on Yoga, Nadezhda Georgieva). Arbeite mit den Korrekturen nicht gegen den Körper-Widerstand deines Schülers und übe den Druck nur mit der Ausatmung aus.

Hands on bei Drehungen

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Drehungen schaffen Ausgleich im Körper. Es gibt aber bei der Ausrichtung vieles auf das zu achten ist. Eine stabile Basis ist essentiell. In der Drehung sollten Kinn und Brustbein immer auf einer Linie bleiben, so dass die Drehung nicht von der Halswirbelsäule ausgeht. Die Drehung sollte aus dem Rippenwirbelbereich kommen. Dieser (steife) Teil der Wirbelsäule ist der am schwierigsten für Bewegung anzusteuernde Teil der Wirbelsäule, darum solltest du beobachten, ob der Schüler an anderer Stelle Ausweichbewegungen ausführt, um vermeintlich tiefer in die Drehung zu kommen. Für die korrekte Ausführung von Drehhaltungen sind Hilfsmittel wie Blöcke, Gurte, Bolster oder Decken sehr gut geeignet. Bevor du bei einer Drehung Hilfestellungen anwendest, solltest du sicher gehen, dass dein Schüler „eine stabile Basis am Boden hat. Falls dem nicht so ist, erde deinen Schüler. Sitzknochen, Becken, Füße oder Beine deines Schülers müssen am Boden verwurzelt sein, bevor du den Oberkörper tief eindrehen kannst“ (Hands on Yoga, Nadezhda Georgieva). Die Hilfestellungen sollten immer nur mit der ganzen Hand erfolgen und nur an den Hüften, Rippen oder Schultern erfolgen, um tiefer in die Drehung zu helfen. Zudem ist es wichtig auf Länge in der Wirbelsäule, besonders im Brustbein, zu achten, die auch in der Drehung nicht verloren gehen sollte. Die Korrekturen für mehr Länge in der Wirbelsäule führst du beim einatmen aus. Die Rotation sollte bei der Ausatmung korrigiert werden. „Die funktionelle Einheit von Bandscheiben und Wirbelsäule wird durch die Drehungen forciert. In Drehungen werden Haut, Blutkreislauf, Lymphsystem, Verdauungssäfte und die Flüssigkeitsausscheidung aktiviert. Gleichzeitig haben die Drehbewegungen eine Stärkung der Atemmuskulatur zur Folge” (Hands on Yoga, Nadezhda Georgieva).

Hands on bei stehenden Asanas

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Stehende Asanas benötigen eine solide Basis und Kraft, die aus den Beinen kommt. „Eine gute Faustregel für einen stabilen Halt ist, wenn die Gelenke seiner seitlich ausgestreckten Arme mit seinen Fußknöcheln abschließen“ (Hands on Yoga, Nadezhda Georgieva). Yogahaltungen im Stehen sind in der Regel körperlich sehr herausfordernd und können darum nicht so lange gehalten werden. Das bedeutet auch, dass du weniger Zeit hast, deine Schüler auszurichten. Außerdem beinhalten sie oft eine Balance-Ebene, die es bei Hilfestellungen zu beachten gilt. Die Ausrichtung sollte auch hier von unten – sprich den Füßen – nach oben erfolgen. Nachdem du auch Beine, Hüfte, Oberkörper und Arme ausgerichtet hast, solltest du dich langsam entfernen, um deinem Schüler Sicherheit zu geben bis er seine eigene Balance in der neuen Ausrichtung gefunden hat und diese auch eigenständig halten kann. Während der Korrekturen ist es außerdem wichtig, dass du dich nicht in die Sichtachse stellst und so den Fixpunkt (Drishti) blockierst.

Hands on bei Core-Übungen

Adjustments: Korrigieren oder ignorieren? Navasana 1 Adjustments: Korrigieren oder ignorieren? Navasana 2

Eine starke Mitte ist für jede Lebenslage wichtig und so auch im Yoga von großer Bedeutung. „Zentrumsübungen stärken die Muskulatur im Bauch- und Beckenbereich, sie erzeugen innere Kraft und Stabilität, welche wichtige Vorraussetzungen für stehende Asanas, Umkehrhaltungen, und Armbalancen sind“ (Hands on Yoga, Nadezhda Georgieva). Übungen zur Stärkung der Bauchmuskeln erfordern viel Disziplin. Uddiyana Bandha sollte stets aktiviert sein, sprich der Bauchnabel wird in Richtung der Wirbelsäule gezogen. Nacken und Gesicht sollten aber entspannt bleiben. Die Aktivierung der Bauchmuskeln, sollte mit dem Ausatmen synchronisiert werden. Bei liegenden Übungen ist es wichtig, dass der untere Rücken am Boden bleibt. „Die Assists, bei denen der Schüler einen Gegendruck bekommt, helfen ihm aus eigener Kraft tiefer in die Asana hineinzufinden, um die tieferen Muskelregionen anzusprechen“ (Hands on Yoga, Nadezhda Georgieva).

Hands on bei Armbalancen

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Für Armbalancen braucht es ein hohe Maß an Kraft und Konzentration. Um die Balance nicht durcheinander zu bringen, solltest du die Hilfestellungen mit sehr viel Feingefühl ausüben. Eine Grundregel ist, dass du einen Schüler niemals hochheben solltest, sondern, dass er die Asana aus eigener Kraft halten können sollte. „Je nach Grad der Asanapraxis kannst du entweder eine leichte Unterstützung geben, um Form und Balance zu halten oder mit kräftigender Unterstützung die Asana begleiten, damit der Schüler sie über einen längeren Zeitraum halten kann, um ein besseres Verständnis dafür zu erlangen, wohin die Übung geht“ (Hands on Yoga, Nadezhda Georgieva).

Hands on bei Umkehrhaltungen

Adjustments: Korrigieren oder ignorieren? Halasana 1 Adjustments: Korrigieren oder ignorieren? Halasana 2 Adjustments: Korrigieren oder ignorieren? Halasana 3 Adjustments: Korrigieren oder ignorieren? Halasana 4 Adjustments: Korrigieren oder ignorieren? Halasana 5

Für Umkehrhaltungen braucht es neben einem guten Körpergefühl, Standfestigkeit, starken Arme und einem starken Zentrum auch das Bewusstsein für die körperliche Ausrichtung des Beckens, wordurch viele Umkehrhaltungen erst richtig stabilisiert werden können. Um die Balance deines Schülers nicht durcheinander zu bringen, solltest du während deiner Hilfestellungen äußerst sensibel vorgehen. Achte darauf, dass dein Schüler auf der eigenen Achse gerade ausgerichtet ist und dass die Basis, der Bodenkontakt solide ist. Es ist unerlässlich die Bauchmuskulatur zu aktivieren und Mula und Uddiyana Bandha zu setzen, nicht nur für die Stabilität in der Asana, sondern auch um einem Schwindelgefühl nach der Ausführung Asana zu umgehen. Lastet Gewicht auf den Armen, ist es für das Alignment wichtig, dass die Hände bzw. Handgelenke, die Ellenbogen und Schultern auf einer Linie sind. „Sind die Arme in einer ausgestreckten Haltung, muss der Ellenbogen stets nach hinten zeigen und darf nicht einrasten oder sich überstrecken. Hebe deinen Schüler niemals so stark aus einer Position heraus (oder hoch), dass dieser nicht mehr selber die Asana hält oder sogar aus dieser herausfallen könnte“ (Hands on Yoga, Nadezhda Georgieva) oder auch der Rücken in eine falsche Ausrichtung gerät.

Hands on bei Rückbeugen

Adjustments: Korrigieren oder ignorieren? Ustrasana 1 Adjustments: Korrigieren oder ignorieren? Ustrasana 2 Adjustments: Korrigieren oder ignorieren? Ustrasana 3 Adjustments: Korrigieren oder ignorieren? Ustrasana 4

Rückbeugen können für manch einen Schüler eine größere Herausforderung sein, als Umkehrhaltungen. Essentiell für eine Rückbeuge ist, dass der Schüler schon aufgewärmt ist, besonders die Wirbelsäule, Hüfte, Leiste und Schultern. Um deinem Schüler zu helfen leichter in eine wohltuende Rückbeuge zu gelangen, solltest du dein Augenmerk darauf legen, Brustwirbelsäule und Schultern deines Schülers zu öffnen und seine gesamte Wirbelsäule zu verlängern. Die einzelnen Gelenke (Handgelenke, Ellenbogen, und Schultern) sollten immer in einer Linie ausgerichtet sein und das Steißbein, bzw. das Becken sollte immer nach vorn gekippt sein, damit eine Kompression des unteren Rückens vermieden werden kann. Auch eine aktivierte Bein- und Pomuskulatur hilft die Lendenwirbel zu schützen und Mula Bandha sollte gesetzt sein. Für Hilfestellungen und Korrekturen kannst du den Brustkorb deines Schülers ausrichten, so dass er in einer Linie mit der Hüfte steht. Der Hals darf dabei nicht abknicken, sondern sollte lang sein, der Nacken entspannt. So vermeidest du einen verspannten Nackenbereich. Die Assists solltest du mit der Einatmung ausführen „um Brust und Schultern des Schülers besser zu öffnen. Versichere dich, dass der untere Rücken immer lang bleibt, sonst kann es zu Quetschungen des Ischiasnervs kommen“ (Hands on Yoga, Nadezhda Georgieva).

Hände weg: Im Zweifel sind Selbst-Adjustments eine gute Alternative

Wenn du dir nicht sicher mit deinen eigenen Adjsutments bist, ist das Anleiten von Selbst-Adjustments eine gute Sache. Leite deinen Yoga Schüler dazu an selbst den Unterschied zu spüren. Zum Beispiel in dem er selbst seine Hände auf Kreuzbein und Schambein legt und den Unterschied fühlen kann, was es heißt das Becken nach vorn zu kippen. Oder aber die Hand auf den Oberschenkel zu legen, um zu spüren, ob der Mukel, der das Knie schützt, tatsächlich angespannt und nach oben gezogen ist. Das hat drei Vorteile, du erreichst jeden einzelnen deiner Schüler und jeder Schüler kann die Intensität selbst wählen und er lernt, wie er sich selbst helfen kann. Grundsätzlich helfen die Selbst-Korrekturen dabei dem Schüler einen Weg zu einem besseren Körpergefühl zu finden. So dass sie in ihrer Praxis eigenständiger werden.

 

Ein toller Lesetipp zum Thema:

Adjustments: Korrigieren oder ignorieren? Hands on Yoga BuchHands on Yoga, Nadezhda Georgieva, Synergia, 2010, 180 S., mit zahlreichen Abbildungen, semi-Hardcover

 

 

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