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Bildquelle: Nina Schenkl / O.W. Barth.

Yoga der Verbundenheit

Von Anna Trökes

"Yoga der Verbundenheit. Die Kraft des Herzens wahrnehmen und entfalten" lautet der volle Titel des neuen Buches von Anna Trökes, das Antworten auf die Frage gibt, was es heißt, Yoga wirklich zu leben.

"Als ich diese Fragestellung für mich selbst reflektierte, kristallisierte sich für mich eine Einsicht ganz deutlich heraus: Yoga zu leben heißt NICHT, irgendeinem Dogma zu folgen. Dagegen spricht schon, dass sich im Laufe der vielen Jahrhunderte unzählige Traditionslinien und Schulen entwickelt haben, die bis heute ein großartiger Ausdruck der Diversität des Yoga sind.

Vielmehr ließen die Quellentexte und die Begegnungen mit Menschen, die schon lange Yoga und Meditation unterrichten, etwas ganz anderes in den Mittelpunkt rücken: Yoga zu leben heißt, ihn als einen Weg und eine Praxis zu verstehen, die uns hilft, mit uns selbst in Beziehung zu treten, das Heilsame und Gute in uns zu kultivieren (wie zum Beispiel Mitgefühl) und unser eigenes Erkennen, Wissen und Handeln in den Dienst der Menschheit zu stellen." [...]

Das Herzensbedürfnis nach Verbundenheit

In unseren modernen westlichen Industrienationen strebt offenbar alles in die Vereinzelung. Etwa seit Mitte des letzten Jahrhunderts und mit der drastischen Zäsur durch den Zweiten Weltkrieg scheint die Auflösung tradierter Familienstrukturen unaufhaltsam, viele Dörfer veröden und in den Städten wie Berlin und Hamburg liegt der Anteil der Single-Haushalte bereits bei ca. 30 Prozent - Tendenz steigend. Inzwischen haben sich die meisten von uns daran gewöhnt, dass unsere sozialen Beziehungen zunehmend unverbindlicher werden und immer häufiger der persönlichen Begegnung entbehren. [...]

Auch in den Yoga-Kursen schleicht sich diese Unverbindlichkeit ein. Die Menschen kommen, ziehen sich um, legen sich auf die Matte, üben mit sich, ziehen sich wieder um und sind dann auch schon wieder verschwunden. Niemand scheint mehr die Zeit oder nur das Interesse für ein Gespräch, für ein Glas Wein danach in vertrauter Runde zu haben. In vielen Yoga-Studios bleibt man lieber anonym, und ungestört. Wo könnte da Raum bleiben für Kontakte, die unsere Herzensbedürfnisse nach Verbundenheit stillen?

Dieser Rückzug in die Abgrenzung, in das Leben als Einzelgänger, bleibt nicht ohne Folgen. Untersuchungen der Krankenkassen belegen eindeutig, dass Menschen, die alleine leben und nur wenig sozial aktiv sind, sehr oft vereinsamen. Einsame Menschen haben nachweislich ein anfälligeres Immun- und Herz-Kreislauf-System. Sie leiden mehr unter stressbedingten Erkrankungen und vor allem an Depressionen und Angststörungen. Und man hat sogar festgestellt, dass sie signifikant weniger lange leben als Menschen, die sich in eine feste Beziehung oder Gemeinschaft eingebunden fühlen. Viele Singles sind keineswegs freiwillig allein, aber den meisten von ihnen fehlt es bedingt durch ihre hohe Arbeitsbelastung schlicht an Zeit und Gelegenheit, um andere Menschen kennenzulernen und eventuell entstehende Beziehungen zu pflegen. Virtuelle Kontakte sind da oft der einzige Ersatz." [...]


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Der Weg zu sich selbst

Seit alters ist der Yoga ein Weg der Selbsterforschung und der Selbsterkenntnis. In all den bedeutenden Yoga-Schriften, die uns überliefert sind, geht es nicht darum, eine Philosophie und damit eine Theorie des Yoga zu entwickeln und zu entfalten, sondern vielmehr darum, eine Wissenschaft des Selbst (Atma Vidya) zu begründen. In den Quellentexten finden wir die Konzepte, die uns helfen, die verschiedenen Ebenen unseres Seins zu erkennen und einzuordnen. Vor allem aber zeigen uns diese Texte eine Vielzahl an Methoden, die uns - am besten mit der Unterstützung eines erfahrenen Lehrers - darin unterstützen, mit unserem Herzen und damit mit uns selbst in Kontakt zu treten. Yoga lädt uns ein, nicht nur mit unserem Verstand, sondern auch vom Herzen her zu erforschen, wodurch unser Wahrnehmen, Denken, Fühlen und Handeln geprägt worden ist und in welchen Automatismen wir gefangen sind. Dieses methodische Wissen, das über Generationen hinweg immer wieder erprobt und verfeinert wurde, stellt uns Kriterien zur Verfügung, anhand derer wir überprüfen und vor allem spüren können, ob das, was wir denken, fühlen und tun für uns förderlich, hilfreich und heilsam ist - oder eben nicht. Ist es förderlich, führt es uns in den Kontakt mit uns selbst; ist es nicht förderlich, bewirkt es, dass wir uns verlieren. Nicht unser Verstand, sondern unser Herz ist die Instanz, die zweifelsfrei weiß, welcher Weg uns in die Verbundenheit führt. [...]

Die Praxis - Übungen zum Yoga der Verbundenheit

Bewegungsablauf für Weite und Kraft im Herzen

Die Meister des modernen Yoga haben im letzten Jahrhundert viele Bewegungsabläufe erschaffen, da sie erkannten, wie durch die heutige Lebensweise unsere Energie immer wieder ins Stocken gerät. Sie beobachteten auch in Indien, wie die Menschen immer mehr Ängste entwickeln, die zu Verspannungen führen und sie eng machen, sodass der Atem nicht mehr richtig fließen kann, was sich wiederum auf die Psyche auswirkt. Wenn man Asanas zu Bewegungsabläufen kombiniert, dann bekommen sie einen dynamischen, aktivierenden und belebenden Aspekt. Bereits kleine Bewegungsabläufe bewirken, dass sich unser Atem wieder vertieft, sodass wir endlich wieder gut auf- und durchatmen können. Der bekannteste Bewegungsablauf ist der Sonnengruß (Surya Namaskar). Bei diesem Ablauf wird deutlich, wie das heilende und ausgleichende Prinzip des Wechsels von Öffnen (Rückbeuge) und Schließen (Vorbeuge), Einatmung und Ausatmung, Aktivierung und Loslassen umgesetzt werden kann.

Im folgenden Bewegungsablauf kommen noch Drehungen dazu, die Raum und Weite im Brustraum erschaffen. Die vielen großen Bewegungen der Arme werden vom Herzen aus geführt. Unsere Arme und Hände gelten im Hatha-Yoga als unmittelbar der Energie des Herzens verbunden, als seine "Tatwerkzeuge". Wenn wir unsere Arme vom Herzen her bewegen, bekommt jede Bewegung eine völlig andere Qualität, die wir erfahren können als Offenheit, Präsenz, Weite und Herzenskraft.

Die Übung

  • Kommen Sie in den aufrechten Stand, mit den Füßen etwa beckenbreit voneinander entfernt und parallel zueinander. Atmen Sie ruhig und tief aus.
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  • Heben Sie einatmend vom Herzen her in einer raumgreifenden Geste die Arme. Strecken Sie Ihre Wirbelsäule, damit Ihnen weit ums Herz werden kann, und schauen Sie nach oben. 
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  • Führen Sie ausatmend die Arme wie weite Herzensflügel über die Breite in die Tiefe und kommen Sie so in eine entspannte Vorbeuge.
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  • Stellen Sie die rechte Hand mit den Fingerkuppen vor den Füßen auf (Sie können bei Bedarf die Beine etwas anbeugen). Führen Sie Ihren linken Arm einatmend nach oben in einer Geste, die Ihnen die Empfindung gibt, ganz weit im Herzraum zu werden. Schauen Sie so weit nach oben, wie es Ihnen angenehm im Nacken ist.
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  • Lassen Sie ausatmend den linken Arm sinken und entspannen Sie Nacken und Kopf in der Vorbeuge.
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  • Stellen Sie die linke Hand mit den Fingerkuppen vor den Füßen auf (wieder evtl. die Beine etwas anbeugen). Führen Sie Ihren rechten Arm einatmend in einer herzweitenden Geste nach oben. Schauen Sie wieder so weit nach oben, wie es Ihnen angenehm im Nacken ist. 
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  • Lassen Sie ausatmend den linken Arm sinken und entspannen Sie Nacken und Kopf in der Vorbeuge.
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  • Heben Sie Ihren Rumpf parallel zum Boden (evtl. die Beine etwas anbeugen) und breiten Sie einatmend beide Arme wie weite Flügel vom Herzen her aus. Atmen Sie ruhig aus und dehnen Sie sich dabei über die Wirbelsäule in die Länge und über die Arme in die Breite. 
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  • Richten Sie sich einatmend auf und führen Sie dabei die Arme über die Breite in die Höhe. Lassen Sie noch einmal den Herzraum ganz weit werden und schauen Sie nach oben.
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  • Lassen Sie ausatmend die Arme sinken. 
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Nehmen Sie einen ruhigen, tiefen Atemzug und entspannen Sie Ihren Herzraum. Wiederholen Sie diesen Ablauf einige Male im Rhythmus Ihres Atems. Spüren Sie anschließend noch einige Atemzüge im Stand nach und er- fahren Sie die Weite, Sanftheit und Kraft Ihres Herzens. 

Copyright Bilder: Nike Schenkl / O.W. Barth

buch_yoga_der_verbundenheitAnna Trökes: Yoga der Verbundenheit. Die Kraft des Herzens wahrnehmen und entfalten.
Verlag: O.W. Barth
ISBN: 978-3-426-29264-8
Paperback inkl. Audio-CD, 303 Seiten, 22,99 €
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